Montag, 14. Februar 2011

Gewalt gegen Kinder - Von der katholischen Kirche zu Okkult-Logen

Was in der Mißbrauchs-Debatte des letzten Jahres unbeachtet blieb

Was im letzten Jahr in der intensiven öffentlichen Debatte um sexuelle Gewalt gegen Kinder in kirchlichen Einrichtungen und in der Odenwald-Schule so gut wie keine Beachtung fand - auch nicht von dem Inhaber dieses Blogs, obwohl er sich sicherlich überdurchschnittlich mit der Thematik befaßte (siehe Rubrik "Seelenmord" hier auf dem Blog) -, das war, daß sich durch diese Debatte auch Überlebende ritueller Gewalt ermutigt fühlten, sich öffentlich zu äußern.

Erst jetzt, nachdem wir durch die letzten Beiträge hier auf diesem Blog für dieses Thema sensibilisiert sind, entdecken wir, daß sich auf der Internet-Seite von Norbert Denef, der seit dem letzten Jahr als Überlebender sexueller Gewalt besonders intensive und wichtige Aufklärung über dieses Thema betreibt, im letzten Jahr auch mindestens drei Überlebende ritueller Gewalt gemeldet haben und von ihren Erlebnissen berichtet haben (netzwerkB.org), etwa unter den Namen "Survivor", "Merzedes" und "Loja". Wir wollen hier die letztere herausgreifen. Sie schrieb dort mehrere Beiträge, beginnend mit dem 14. Mai 2010a:
Ich stelle in der kommenden Woche einen Besuchsantrag.
Ich möchte einem Verbrecher in die Augen schauen.
Ihr habt alle ganz grossen Mut.
Ich möchte auch mutig sein.Loja
Hier geht es offenbar, wie aus weiteren Beiträgen derselben Kommentatorin hervorgeht, um ihren Vater, den sie im Gefängnis besuchen will. Und einige Stunden später (14. Mai 2010b):
Ich suche nach einer Begleitung.
Es hat kaum einer Zeit.
Er bleibt eingesperrt den ganzen Lebensrest.
Ich möchte sehen und dann gehen.
Ganz stolz möchte ich gehen.
Er wollte mich tot machen.
Ich lebe mit vielen Bildern.
Einige sollen mal bunt werden.
Schwarze Kleider mag ich nicht.

Überlebende ritueller Folterungen bei Norbert Denef


Offenbar ist in der letztjährigen Debatte niemandem aufgefallen, daß es hier Überlebende gibt, die von noch viel schlimmeren Taten berichten, als "bloß" von sexueller Gewalt an Kindern, begangen von Einzeltätern. Hier ist von einem Mordversuch die Rede! Auch an den nächsten beiden Tagen schreibt "Loja" wichtige Beiträge (15. Mai 2010, 16. Mai 2010). Am 19. Mai 2010 schreibt sie:
ich möchte auch reden
wie das mädchen noemie
über die kleinen tiere
aber wo kann ich das erzählen
wo kann ich reden
kein mensch würde mir glauben
alle sagen bestimmt
loja du lügst
ich lüge nicht
ich bin erwachsen und weiß den unterschied von lüge und wahrheit
ich hatte die tiere lieb
sie waren noch so klein
nie durfte ich eins behalten
kein mensch würde mir glauben
ich möchte es erzählen
aber kein mensch würde mir glauben
loja
Wie wir aus anderen Berichten wissen (siehe die im Netz verfügbaren Filmdokumentationen, auf die wir in früheren Beiträgen verwiesen), mußten die seelisch und physisch gefolterten Kinder Tiere - und mitunter auch andere Menschen, andere Kinder - töten oder ihnen zumindest Schmerzen zufügen. Nach weiteren Wortmeldungen (20. Mai 2010a, 20. Mai 2010b) schreibt sie am 22.5.2010 dort in den Kommentaren:
wie bei deborah brannten kerzen
ich war gefesselt am pfahl
andere mädchen auch
auf einem tisch etwas lebendiges
es schreit
ich darf nicht schreien
wir müssen hinsehen
danach stellt sich zu jedem mädchen ein schwarzgekleideter mann
sein ding steht und wir nehmen es in unseren mund
jetzt habe ich geschrieben
die wahrheit geschrieben
jetzt geht es mir schlecht
ich habe überlebt
wenn ich weiter rede kann es besser werden
angst ist da loja
Und am 23. Mai 2010 schreibt sie:
bin frei
einige täter im gefängnis
ich muß noch das programm im kopf deinstallieren
ich gebe mir mühe
ein mädchen hatte bilder gestohlen
bilder von uns
es sind jetzt meine bilder
ich hebe sie auf
für menschen die wissen wollen loja
Offenbar spricht sie hier von mehreren Persönlichkeiten in sich selbst als multiple Erkrankte. Und sie spricht davon, daß sie von der Tätergruppe "programmiert" worden ist durch Psychotechniken. Und nein, es sind keine angenehmen Bilder, die Überlebende ritueller seelischer und körperlicher Folterungen und Morde in sich tragen als Erinnerung und die sie zu Therapiezwecken auf Papier malen. Wer diese Bilder nicht sehen möchte, wer sich mit diesem Thema nicht auseinandersetzen möchte, der wende sich eben anderen, angenehmeren Themen zu. Aber behandelt werden muß dieses Thema.

Gemalte Bilder ritueller Folterungen zu Therapiezwecken


Auf einem Satanisten-Forum sind vor drei Monaten Bilder eingestellt und diskutiert worden, die Überlebende ritueller seelischer und körperlicher Folterungen aus der Erinnerung heraus gemalt haben über die Taten, die an ihnen begangen worden sind, meistens schon als Kinder (Satanisten-Forum, 9.12.10). Die Kommentare zu diesen Bildern sind dort auf dem Forum zum Teil derart widerlich, herabsetzend, respektlos, daß schon allein an diesen Kommentaren und überhaupt an der Frechheit und Rücksichtslosigkeit, mit der sich Satanisten heute in der Öffentlichkeit - immer noch - äußern - und offenbar straflos äußern können -, erkennbar wird, welch einem riesigen großen gesellschaftlichen Problem unsere Gesellschaft mit dem bislang auch nicht ansatzweise gesellschaftsweit aufgebarbeiteten Thema Satanismus gegenübersteht. Im folgenden diese Bilder:






Links ist ganz offensichtlich die rituelle Gruppenvergewaltigung eines Kindes, das nackt auf einem Altar festgekettet liegt, dargestellt. Auf einem Altar, auf dem zugleich Blut fließt. Andere Personen schauen zu. Diese Vergewaltigung kann in irgendeinem deutschen Bundesland oder in irgendeinem europäischen Land stattgefunden haben (siehe unten).

Wie im Zusammenhang mit den Aufklärungsbemühungen zu dem Kindermörder Dutroux bekannt geworden ist, gibt es Verdachtsmomente, daß auch der belgische König, bzw. Angehörige der belgischen Königsfamilie an solchen Zeremonien teilgenommen haben. Auch Verdachtsmomente gegen bestimmte Adelsfamilien. Auch gegen Bankdirektoren (2).


Sich die Einzelheiten klar zu machen, die auf diesen Bildern dargestellt sind, ist nicht ganz einfach. Aber wer Filmdokumentationen und Bücher zu diesem Thema gelesen hat (s.a. 2), weiß so ungefähr, worum es auf diesen Bildern alles geht oder gehen kann.





Fotodokument von 1967 beweist: Satanismus mit Kindern findet statt


Diesen Bildern gegenüber kann die Verbreitung eines solchen Fotos wie des rechts gebrachten aus dem Jahr 1967 wohl nur als ein popkultureller Versuch der Verharmlosung von Satanismus und satanistischen Ritualen angesehen werden (Welt, 26.8.10):
Das Foto zeigt Anton Lavey, den selbst ernannten ersten Hohepriester der Satanskirche, der im Mai 1967 in San Francisco die satanische Taufe an seiner dreijährigen Tochter Zeena durchführt, während eine nackte Frau auf dem Altar liegt.
Aber immerhin macht es deutlich, daß es solche Zeremonien in der Tat nicht nur in der Phantasie von multiple erkrankten Klienten von Psychotherapeuten gibt.

Überlebende ritueller Gewalt namentlich bekannt: 72 in NRW, 63 in Rheinland-Pfalz ...



Über die Seite netzwerkB.org gelangen wir auch zu Berichten über umfangreichere Studien (1) zum Thema (s.a.: Stern.de, Psychologie heute, 7.1.11, Der Westen, 23.9.10a, b):
2005 ergab eine Befragung von Therapeuten alleine im Ruhrgebiet Hinweise auf 72 Fälle.
In einer schriftlichen Umfrage wurden 2008 1058 Therapeuten in Rheinland-Pfalz befragt, von denen 455 antworteten (43 %) (1, S. 8). Vergleichbare Studien wurden in Nordrhein-Westfalen und im Saarland durchgeführt mit einer ähnlichen Rückmelde-Quote (1, S. 45). 55 von diesen 455 (also 12 %) hatten Klienten mit Erfahrungen in ritueller Gewalt, und zwar insgesamt (mindestens) 63 Fälle. Von diesen hatten über die Hälfte - 36 - noch während der Therapie Kontakt mit den Tätern (1, S. 17)!! (Das stellt eine Gefahr sowohl für die Überlebenden wie für die Therapeuten dar.) 77 % von ihnen sind Frauen, 21 % sind Jugendliche, 2 % sind Kinder! Da also 80 % erst im Erwachsenenalter in therapeutische Behandlung gelangen, darf man gerne von den vergleichsweise wenigen Kindern und Jugendlichen hochrechnen auf eine Mindestzahl derzeit ungemeldeter Fälle, die noch regelmäßig mißhandelt werden!

36 % der Klienten mit Erfahrungen in ritueller Gewalt berichten von dem Mord an Menschen!!! (1, S. 20; siehe die von dort entnommene hier gebrachte Abb.). Bei 44 (77 %) fanden die Taten nach 1992 statt (- bei den anderen früher), also in den letzten 20 Jahren (1, S. 21), davon 16 mit der Erfahrung von Menschenopfern in den letzten 15 Jahren!!!! (Wobei natürlich mehrere die gleiche Opferung erlebt haben könnten.) (1, S. 23) 23 damit erfaßte Tötungsdelikte in Rheinland-Pfalz stehen 17 in Nordrhein-Westfalen und 2 im Saarland gegenüber (1, S. 47). Das sind insgesamt 42. Man rechne das hoch auf das gesamte Bundesgebiet (Bayern!, Thüringen!, Baden-Württemberg!, Niedersachsen!), auf Österreich, auf die Schweiz.

42 mutmaßliche Ritualmorde in nur drei Bundesländern


Als Tatorte werden Rheinland-Pfalz genannt aber auch viele andere Bundesländer, vor allem Nordrhein-Westfalen. Aber auch das Ausland: 3 mal Luxemburg, 2 mal Belgien, 2 mal Holland, 1 mal England (1, S. 26)!!!

Durchschnittlich waren die Überlebenden 9 Jahre lang den Mißhandlungen ausgesetzt, aber es gibt auch Fälle bis zu 40 Jahren (1, S. 29). Solche Datenerhebungen stoßen immer noch auf viel Widerstand:  Für die Studie in Rheinland-Pfalz hat sich kein Geldgeber finden lassen. Die Kassenärztliche Vereinigung verweigerte die Versendung der Fragebögen trotz zugesagter Übernahme der Portomehrkosten!

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  1. Wagner, Annelie; Bosse, Brigitte: Datenerhebung zur Situation ritueller  Gewalt in Rheinland-Pfalz. Erweiterte Replikation der Studie des Arbeitskreises  „Rituelle Gewalt in NRW“ 2005. (pdf., frei
  2. Fröhling, Ulla: Vater unser in der Hölle. Durch Inzest und den Mißbrauch in einer satanischen Sekte zerbrach Angelas Seele. Bastei Lübbe Taschenbuch, 6. Aufl. 2009 (Google Bücher)

1 Kommentar:

Stephen Boy hat gesagt…

Wissen Sie, was eine Projektion ist?
Wenn sie eine Therapie machen würden, dann wüßten sie es.

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