Samstag, 30. April 2011

Rudolf Steiner Zeuge satanistisch-ritueller Folterungen und Morde (II)

Rudolf Steiner - Gegner oder Förderer der okkulten Kräfte innerhalb des Nationalsozialismus?

Es gibt viele Behauptungen und Unterstellungen in dem okkult-anthroposophischen Buch "Speer des Schicksals", die zwischenzeitlich hatten falsifiziert werden können. Besonders solche aus dem ersten Drittel des Buches. (13.8.14: Diese beiden Sätze sind nicht mehr aktuell. Die Jugendfreunde Hitlers berichten von Hitlers umfangreichen okkulten Interessen in Wien, so dass auch das erste Drittel des Buches nicht gänzlich unwahrscheinlich sein muss.) Im folgenden sollen deshalb nur Angaben, Behauptungen und Unterstellungen behandelt werden, die parallele Entsprechungen in dem doch sicherlich ganz unabhängig entstandenen Okkult-Roman von Wilhelm Landig haben oder in vielfältigen anderen Büchern und Aufsätzen über Okkultgesellschaften. Diesen Angaben wollen wir deshalb nicht von vornherein alle Plausiblität absprechen. Zumindest so lange nicht, so lange uns keine einigermaßen klare Falsifikation bekannt geworden ist.

Abb. 1: Die satanistische Agapé-O.T.O.-Loge in den USA arbeitet mit einem Speer
Einleitend ein Foto, das rechts Jack Parsons zeigt, der 1942 von Obersatanist Aleister Crowley zum Leiter der satanistischen Agapé O.T.O.-Loge in den USA ernannt worden ist. Deutlich zu sehen ist links ein Speer. In der Mitte eine Frau. Auf Aleister Crowley und auf Frauen als "Medien" in okkulten "Seancen" werden wir in diesem Beitrag zu sprechen kommen. (Von dem "Speer" ganz abgesehen, dem okkult-verblödeten Symbol des Phallus und - des Blutopfers.)

Sollten die in den dem Buch "Der Speer des Schicksals" behandelten Ereignisse nicht so stattgefunden haben, wie in ihm geschildert, bzw. nicht mit jenen Personen, die dort jeweils erwähnt sind, so können diese Ausführungen dennoch zumindest die Phantasie anregen dahingehend, was möglich und denkbar gewesen ist und was - insbesondere - okkultgläubige Anthroposophen wie Walter Johannes Stein, Trevor Ravenscroft oder ihre Leser für plausibel zu halten fähig sind. Man gewinnt doch den Eindruck, dass vieles davon die Wiedergabe dessen ist, was sie selbst in okkulten Logen und Vereinigungen mitgemacht haben. Etwa in Vereinigungen wie dem Ordo Templi Orientis oder ähnlichen.

Menschen "aus dem Osten" führen satanistische Rituale in München durch 
- Thule-Gesellschaft, Frühjahr 1919

Für das Frühjahr 1919 führt Stein (immer laut Ravenscroft) gleich vier Menschen "aus dem Osten" als Mitgestalter des Geschichtsverlaufs ein - mit Alfred Rosenberg sogar fünf, mit Rudolf von Sebottendorff sechs (2, S. 118f):
Dietrich Eckart und ein kleiner innerer Kreis von Thuleleuten waren auf die baldige Ankunft des deutschen Messias durch eine Reihe von spiritistischen Séancen vorbereitet worden, die zusammen mit zwei berüchtigten russischen Emigranten, den Generalen Skoropadski und Bishupski, stattfanden. 
Skoropadski hatte 1917 bis 1919 den ukrainischen Freiheitskampf gegen Moskau angeführt (siehe Wikip.).
Diese beiden russischen Generale waren wegen ihrer heftigen antisemitischen und antibolschewistischen Haltung in ganz Bayern bekannt und verschafften später Hitler das Geld, den Völkischen Beobachter zu kaufen, dessen erster Chefredakteur Dietrich Eckart wurde.

Das Medium, dessen sie sich dabei bedienten, eine einfache und unwissende Bauersfrau, war von Dr. Nemirowitsch-Dantschenko entdeckt worden, einer zwielichtigen Person, die sich als "Presseagent" für die vielen Weißrussen betätigte, die sich in Bayern niedergelassen hatten.
Wenn die Frau sich in tiefer Trance befand, entstiegen ihrer Vagina ektoplasmische Köpfe und Gestalten - wie eine Art Geistergeburten aus der Unterwelt. Aber nicht diese Emanationen waren für den okkulten Kreis, der den Körper dieses armseligen Weibes so schamlos ausnutzte, von Bedeutung, sondern die Stimmen, die aus ihr sprachen, wenn aus tiefer Bewußtlosigkeit poetische Worte in vielen fremden Sprachen über ihre Lippen drangen.
Abb. 2.: Dietrich Eckart
Alles klar. Völlig okkulter Schwachsinn. Ähnliches findet man auch bei Hermann Rehwaldt "Die unsichtbaren Väter". Dass es Leute gibt, die an einen solchen Schwachsinn glauben, steht ja außer Frage. Ob auch ein innerer Kreis von Thule-Leute dazu gehörten? Kann man es definitiv ausschließen? Hören wir weiter:
Dietrich Eckart war bei diesen regelmäßigen Séancen Zeremonienmeister, aber ein deutscher Flüchtling aus Moskau, Alfred Rosenberg, übernahm die Aufgabe, die ständig wechselnden Geister zu befragen, die vorübergehend das Medium mit Beschlag belegt hatten.
Den Beziehungen Alfred Rosenbergs zu okkulten Kreisen wäre auch noch einmal gesondert nachzugehen. In seinem "Mythos des 20. Jahrhunderts" ist wie  auch bei Steiner-Anhänger Stein (in dem hier behandelten Buch) von einem "5. Evangelium" die Rede und bezieht sich Rosenberg auf Hermann Wirth. Hören wir weiter:
Und es war auch Alfred Rosenberg, der Prophet des Antichrist ...
- was ja in dieser Kurzfassung sehr katholisch formuliert klingt ... -
... der Protokolle der Weisen von Zion, der es wagte, das Untier der Offenbarung anzurufen - den luziferischen Leviathan, der sich Hitlers Körper und Seele bemächtigt hatte.
Also eine Anrufung Satans persönlich durch Alfred Rosenberg. Klingt wie Humbug. Und ist mit viel Stirnrunzeln zur Kenntnis zu nehmen. Eher könnte man sich wohl Walter Johannes Stein oder Rudolf Steiner selbst bei einem solchen Ritual vorstellen. Woher will er es sonst alles so genau wissen? Weiter:
Nach Aussage Konrad Rietzlers, eines der frühesten Mitglieder der Thulegruppe und späterhin der literarische Herausgeber ihrer geheimen Publikationen, waren sämtliche Anwesenden entsetzt über die mächtigen Kräfte, die sie freigelassen hatten. Die Luft im Zimmer wurde stickig und unaushaltbar, und der nackte Körper des Mediums wurde durchscheinend in einer Aura ektoplasmischen Lichtes.
Aber hallo! 
Rolf Glauer
also Freiherr von Sebottendorff
der Gründer der Thulegesellschaft, wollte in panischer Angst aus dem Zimmer stürzen, aber Eckart griff ihn am Arm und warf ihn zu Boden. Keiner hatte die Geistesgegenwart, die rätselhaften Äußerungen niederzuschreiben, die aus dem Munde des Mediums hervorgingen.
Es folgen noch weitere Schilderungen, die wir hier übergehen wollen.

Ein weiteres satanistisches Ritual in München, auch mit westlichen Hintergründen
- Thule-Gesellschaft, 1923

Abb. 3: Während des 3. Reiches
Während das eben geschilderte satanistische Ritual noch ohne die physische Anwesenheit Hitlers ausgekommen sein soll, schildert Ravenscroft ein zweites, bei dem Hitler auch physisch anwesend gewesen sein soll.  Es soll stattgefunden haben, bevor Dietrich Eckart im Dezember 1923 starb. Für dieses zweite satanistische Ritual werden nun auch zahlreiche okkulte Personen und Organisationen des europäischen Westens - insbesondere Englands und Frankreichs - als Vorläufer, Ideengeber und als jene genannt, die das dafür notwendige okkulte Umfeld bildeten (2, S. 165):
Eckarts "Tat", bevor er starb, war es, Hitler in ein ungeheuerliches, sadistisches und magisches Ritual einzuweihen (...).

Eine etwa an dieser Stelle erfolgende Beschreibung dieses Rituals, mit dem Hitlers okkulte Zentren in Anwesenheit der Mitglieder der Thulegruppe geöffnet wurden, könnten einem Leser ohne jegliche Kenntnis der Geschichte und Gebräuche der rituellen Magie nur schwer verständlich, wenn überhaupt glaubwürdig erscheinen.
Anfang der 1970er Jahre, als diese Worte veröffentlicht worden sind, waren der Öffentlichkeit im Grunde keine Überlebenden satanistischer ritueller Gewalt bekannt und war die durch diese Gewalt erzeugte Krankheit der multiplen Persönlichkeitsstörung von der Wissenschaft noch wenig untersucht worden, geschweigen denn offiziell anerkannt worden. Wenn Ravenscroft dann dennoch satanistische Rituale so schildert wie sie auch Überlebende ritueller Gewalt schildern, sind das wieder zwei weitgehend unabhängig voneinander getroffene Aussagen.

Ravenscroft will um der Glaubwürdigkeit willen zunächst die "okkulte Struktur der Thulegesellschaft" schildern, d.h. ihre Aktivität in den einzelnen Graden und 
die Art und Weise, durch die ihr geheimer innerer Kern dazu kam, eine so grauenhafte Form von "astrologischer Magie" auszuüben.
Die Vorgeschichte dieses zweiten Rituals

Ravenscroft sagt dann (2, S. 168):
Nur ein kleiner Kern, dem Eckart Anweisung gegeben hatte, zugegen zu sein, war zu einem etwas umfassenderen Wissen über okkulte Zusammenhänge gelangt. Sie waren Mitglieder in den verschiedensten Logen, Bewegungen und Gesellschaften, die alle mehr oder weniger eng mit dem im neunzehnten Jahrhundert neu erwachten Interesse für orientalische Philosophie und rituelle Magie verknüpft waren. Die Existenz dieses festen inneren Kerns der Thulegesellschaft war den gewöhnlichen Mitgliedern, die die baldige Ankunft des deutschen Messias erwarteten, unbekannt.
Abb. 4: Theosoph. Gesellschaft - Symbol
Hier nennt Ravenscroft (bzw. Stein) zumindest einmal die vielen "Logen, Bewegungen und Gesellschaften", in deren Umfeld auch sein Buch selbst eingeordnet werden muß - allerdings immer noch nicht mit konkreten Namen. Das offizielle Symbol und Siegel der "Theosophischen Gesellschaft" (siehe rechts) zeigt vielleicht sehr gut auf, welch ein Mischmasch an okkulten Gesellschaften und Logen hier zusammen gekommen sein kann. Es beinhaltet schon im Jahr 1874 auch ein Hakenkreuz (Wikip.).

(Daß völkische Kreise noch ein zweites mal ganz unabhängig vom völkischen Okkultismus auf die Idee gekommen sein sollen, das Hakenkreuz als identifizierendes Symbol zu benutzen, erscheint angesichts dessen ja doch mehr als unwahrscheinlich. Ebensowenig daß es unbeabsichtigt aus okkulten Kreisen in nichtokkulte Kreise übergewechselt wäre. Und das brächte dann doch auch weitreichende Schlußfolgerungen mit sich.)

Aber weiter (2, S. 171):
Der innere Kern der Thulegruppe bestand nur aus Sataniten, 
- Satanisten-
die sich der schwarzen Magie verschrieben hatten. Das will sagen, daß sie sich ausschließlich damit beschäftigten, mit Hilfe von Ritualen ihr Bewußtsein zur Wahrnehmung böser und nicht-menschlicher Intelligenzen im Universum zu trainieren und eine Möglichkeit herauszufinden, mit diesen Intelligenzen zu kommunizieren. 
Diese Behauptung der Anwendung schwarzer Magie weist ja Wilhelm Landig, was die Thule-Gesellschaft betrifft, zurück und erhebt sie stattdessen gegenüber Rudolf Steiner. Ravenscroft (2, S. 172):
Die Anhänger der rituellen Magie, ob weiß oder schwarz, suchen ihr Bewußtsein auf einen Zustand zu erweitern, den sie das "Astrallicht" der planetarischen Sphären nennen. Zweck ihrer magischen Riten ist es, die kosmischen Kräfte zu kanalisieren.
Abb. 5: Aleister Crowley
Aleister Crowley als Ideengeber der Thule-Gesellschaft

Wir bringen hier nur die allerwesentlichsten Auszüge aus den weitschweifigen Ausführungen Ravenscrofts (2, S. 173):
Die Form der rituellen Magie, durch die Dietrich Eckart seinen Adepten Adolf Hitler weiterhin einweihte, ähnelte der grauenhaften sexuellen Magie Aleister Crowleys und war teilweise von ihr beeinflußt.
Aleister Crowleys Loge "Astrum Argentinum" war das Endergebnis einer kurzen und höchst zweifelhaften Renaissance der astrologischen und zeremoniellen Magie.
Daß diese Renaissance zwar bestimmt zeifelhaft - aber gewiß nicht kurz war, ist uns ja inzwischen hier auf dem Blog schon bekannt geworden und war Ausgangspunkt der Beiträge zum Thema. Und das sollte W. J. Stein Trevor Ravenscroft nicht ebenfalls gesagt haben? Wie kann sich Ravenscroft all dieser Dinge eigentlich Anfang der 1970ere Jahre selbst so sicher sein, ohne sie erlebt zu haben? Ravenscroft schreibt weiter (2, S. 176):
Crowley fand nach und nach den Weg zu jener Art von schwarzer Magie zurück. (...) Seine Studien konzentrierten sich auf alle Formen sexueller Magie, und 1912 hatte er den neunten Grad einer obskuren heimlichen Loge in Berlin erreicht
Abb. 6: Aleister Crowley in Aktion
so "obskur" und "heimlich", daß sie damals von keinem geringeren als Stein-Freund Rudolf Steiner höchstselbst geleitet wurde ...
- "Ordo Templi Orientis" -, die sich ausschließlich mit sexueller Magie befaßte. Er arbeitete sich mit Hilfe von autosexueller Magie - einer Art magischer Masturbation - hoch und erreichte die höchsten Grade, in denen die sexuelle Handlung den zentralen Platz der Zeremonie einnahm, und die Teilnehmer ein "Lebenselexier" tranken, das aus männlichen und weiblichen Sekreten gemischt war.
Aber hallo! Die "Fraternitas Saturni" läßt grüßen und ihr Ekeltraining-Logenegregor schwebt im Geiste über uns ... Und so ganz nebenbei erfahren wir über den angeblichen mittelalterlichen Crowley-Vorgänger Landulf (2, S. 178):
Zu Landulfs Magie gehörten indessen auch Menschenopfer.
Abb. 7: Aleister Crowley in Aktion
Rudolf Steiner geistig anwesend bei satanistischen Ritualen

Und diesen Menschenopfern hingen nun dementsprechend auch die Thuleleute in ihren Ritualen an. Ravenscroft (2, S. 179):
Ganz abgesehen von den 300 oder mehr politischen Morden, die zwischen 1919 und 1923 begangen wurden, gab es im Gebiet von München auch eine große Anzahl von Menschen, die unter mystischen Umständen verschwanden und als vermißt gemeldet wurden. Und gerade unter diesen Vermißten, bei denen es sich meist um Juden oder Kommunisten handelte, sind die "Schlachtopfer" zu suchen, die nach den Riten der astrologischen Magie vom inneren Kreise um Dietrich Eckart und der Thulegruppe umgebracht wurden. Obwohl eine Reihe von Büchern erschienen ist, die andeuten, daß solche Rituale stattgefunden haben, liegen keine endgültigen Beweise darüber vor, daß diese unglücklichen Opfer mit solch magischen Einweihungsriten zu Tode gequält wurden. Doch es gibt Hinweise anderer Art ...
Aber hallo!
... von einem heimlichen Kreis von Gralseingeweihten, die fähig waren, diese Rituale in jener höheren Form der Bewußtheit zu sehen, die unter Okkultisten als Astralprojektion bekannt ist.
Hier handelt es sich also ebenfalls um eine Loge oder um einen Orden. Und das ist nun wohl die Erkenntnisform, anhand der das ganze Buch "Speer des Schicksals"  von Seiten von Gralseingeweihten" geschrieben worden ist.*) Denn was erfahren wir weiter?
Das geistige Haupt dieser Eingeweihten (...) war ein Mann namens Dr. Rudolf Steiner.
Nachdem also satanistische Menschen aus dem Osten sich über Hitler hergemacht haben, nachdem Menschen aus dem Westen wie Aleister Crowley das ihre dazu getan haben, gehen andere Menschen aus dem Westen auf - - - "Beobachterposition" (- "astralprojektive", versteht sich!)! Und in einer Anmerkung dazu wird erklärt, daß Adolf Hitler und Dietrich Eckart Steiner als den größten Gegner der Nazipartei angesehen haben sollen, weshalb die Thule-Leute, wie später weiter ausgeführt wird, auch einen Mordanschlag auf Rudolf Steiner in München verüben wollten, den aber glücklichereweise W. J. Stein verhindern konnte. Nicht verhindern konnte er, daß sie das Anthroposophen-Zentrum in Dornach in der Schweiz angezündet haben (angeblich!). Und Ravenscroft schreibt jetzt in der Ich-Form weiter:
Und von einem seiner nächsten Mitarbeiter, Dr. Walter Johannes Stein, erfuhr ich zum ersten Male von den Grausamkeiten, die zu der rituellen Magie gehörten, mit der Dietrich Eckart das Innere Adolf Hitlers öffnete, um ihn zur Kommunikation mit den "Mächten" zu befähigen. 
Abb. 8: Der rekrutierte "Führer"
Es ist jedenfalls ganz klar, daß noch heute Menschen so denken. Daß noch heute Menschen versuchen, auf ähnliche Weise "Macht" und "Einfluß" zu gewinnen, daß es elitären Satanismus gibt. Ravenscroft weiter:
Hier soll kein Versuch gemacht werden, detailliert darauf einzugehen: Es möge genügen, wenn angedeutet wird, daß sie unsagbar sadistisch und gräßlich waren. In mancher Beziehung noch um vieles entsetzlicher als die Behandlung, die jenen Männern widerfuhr, die versuchten, Hitler zu ermorden und dafür langsam mit Klaviersaiten stranguliert wurden, die von den Fleischhaken eines Schlachthauses in Berlin herunterhingen.
(Dieser Hinweis auf die Strangulierung der Mittäter des 20. Juli 1944 im Auftrag Hitlers sollte nicht unbeachtet bleiben. Man darf tatsächlich fragen: Wo hatte Adolf Hitler diese ja gut bezeugte Grausamkeit her?) Und später (2, S. 190):
Wir haben kurz die anfechtbaren und ganz und gar unzulässige Art beschrieben, in der Adolf Hitlers Zentren unter Anleitung Dietrich Eckarts und des innersten Kreises der Thulegruppe durch obszöne und sadistische Einweihungsrituale geöffnet wurden.
Und mit Bezug darauf ist eine Seite später noch einmal von den "primitivsten Sexualinstinkten" die Rede. Und aus der mittelalterlichen Geschichte ist nach Ravenscroft-Stein auch ein Sohn bekannt, der während dämonischer Rituale empfangen worden sein soll (2, S. 194). Auch in der früheren Inkarnation von Walter Johannes Stein spielt die Beschneidung und die Vorhaut von Jesus Christus und das dabei getätigte erste "Blutopfer" von Jesus Christus eine ziemlich magische Bedeutung. Frei von sexualmagischen Vorstellungen sind die Anthroposophen Stein und Ravenscroft ganz bestimmt auch selbst nicht (2, S. 221). - Eine bestimmte adlige Blutlinie sollte nach Stein (2, S. 226)
der Kreis von Eingeweihten werden, den Hitler als seine größten Feinde bezeichnete, weil sie die wahren geistigen Gegner des nazistischen Regimes in Deutschland waren.
Adolf Hitler "zum Wohle der Menschheit"
 
Aber Hitler war beschützt von noch höheren, wohltätigen Mächten (2, S. 231):
So war es zu erklären, daß die Kräfte der schwarzen Magie die Person des Führers vor seinen Widersachern bewahrten. Was aber Albrecht Haushofer verwunderte, war die Entdeckung, daß noch höhere und wohltätige Mächte sich also der bösen Kräfte bedienten, um ihre eigenen moralischen Ziele und Absichten zum Wohle der Menschheit durchzusetzen.
Das ist ein sehr verräterischer Satz. Sprich: Adolf Hitler diente aufgrund seiner satanischen Ausrichtung dem Wohle der Menschheit. Aber hallo! Hier wird wieder klar, daß mit Okkultismus jedes Verbrechen rechtfertigbar wird. Satanisten als "Brüder der Tugendhaften" ...

Die internationale "Leuchtende Loge", "Vril"

Auch im Leben Karl Haushofers versuchen Ravenscroft-Stein dann (2, S. 233)
den esoterischen Strom des Satanismus aufzuspüren.
Obwohl es noch Menschen gibt, die in der Einweihung höher stehen als Haushofer - Friedrich Hielscher etwa (siehe unten) - wurde Haushofer nach Stein-Ravenscroft (2, S. 251)
die führende Persönlichkeit  in einer heimlichen Gesellschaft, die in Berlin gegründet wurde und sich "Vril" oder die "Leuchtende Loge" nannte. Zu diesem exklusiven satanistischen Kreis hatte nur Zutritt, wer einen bestimmten höheren Grad der Einweihung in Die Heimliche Lehre ...
- das ist die Lehre vom untergegangenen Atlantis, den Ariern, Tibet und ähnlichem -
... nachweisen konnte.
Internationale okkulte Logentreffen während des "Dritten Reiches" in Berlin

Und das folgende liest sich wie ein Auszug aus dem Roman "Götzen von Thule" von Wilhelm Landig, nur daß Landig eine solche Versammlung - vertuschend - in die Arktis verlegt anstatt nach Berlin:
Die Leuchtende Loge sammlte ihre Mitglieder nicht nur aus den führenden okkulten Bewegungen Europas, sondern zog auch Eingeweihte aus allen Gegenden der Welt an sich, so aus Tibet, Japan, Indien, Kashmir, Turkestan und Ceylon. In der Hauptniederlassung der Gesellschaft in Berlin saßen tibetische Lamas, japanische Buddhisten und Angehörige anderer orientalischer Sekten Schulter an Schulter zusammen mit früheren Studenten von Gurdjieff, Mitgliedern verschiedener obskurer Rosenkreuzerorden, früheren Angehörigen der Pariser Loge der "Golden Dawn" und zweifelhaften Personen von Aleister Crowleys "Ordo Templi Orientis".
Etwas später berichtet Stein-Ravenscroft, daß diese "Leuchtende Loge" (2, S. 252)
eines Tages vom Reichsführer SS übernommen und dem Okkulten Büro der Nazis, der Organisation "Ahnenerbe" angegeliedert
wurde.

Abb. 9: "Vril" ist kein Phantom
Die Vril-Gesellschaft (s. Wikip.) scheint es ebenfalls heute noch zu geben und nennt sich auch "Alldeutsche Gesellschaft für Metaphysik". Und damit in Zusammenhang steht heute auch eine "Baphometische Gesellschaft" in Wien (wo man sich auch intensiv mit allen Fragen dieses Beitrages hier befaßt, und wo langhaarige Frauen als "Medien" und "Geheimagentinnen" gefeiert werden). Auf Wikipedia heißt es zu dem den Vril-Kult auslösenden Buch von Bulwer-Lytton "Die kommende Rasse" unter anderem (Wikip.):
Von Bulwer-Lyttons Buch erschienen in Deutschland zwischen 1874 und 1924 insgesamt vier Übersetzungen, darunter eine, die 1922 der Anthroposoph Guenther Wachsmuth auf den Wunsch Rudolf Steiners hin besorgt hatte.
... Ach ja! Und wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo der Steiner her. Also wird man doch auch Rudolf Steiner als einen Anhänger - oder zumindest Sympathisanten - der "Geheimen Lehre" ansprechen müssen. Und allerhand Anthroposophen mehr. Denn auch Guenther Wachsmuth war ja nun nicht gerade eine der einflußlosesten Persönlichkeiten in der Geschichte der anthroposophischen Bewegung. Warum hat W. J. Stein auch das offenbar Ravenscroft nicht erzählt oder Ravenscroft selbst zumindest recherchiert? - Aber folgen wir weiter dem dennoch ziemlich gut informierten - und, wie wir hier wieder sehen: mitunter doch auch durchaus gut informierenden - Ravenscroft (2, S. 262f):
Drei Jahre nach dem ersten Kontakt mit den Eingeweihten von Agarthi und Schamballah wurde eine tibetische Gemeinde mit Zweigniederlassungen in Berlin, München und Nürnberg in Deutschland gegründet. (...)

Adolf Hitler führte regelmäßige Gespräche mit dem tibetischen Führer in der deutschen Hauptstadt, einem Manne mit erprobten hellseherischen Fähigkeiten, der in die Zukunft schauen konnte. Es waren Gerüchte im Umlauf, daß er den genauen Tag vorausgesagt habe, an dem Hitler Reichskanzler werden und der Zweite Weltkrieg beginnen würde.
Die "tibetische Gruppe" in Berlin

Solche Dinge konnte ja der Hellseher Hanussen auch. Aber natürlich kann das auch ein Hinweis darauf sein, wer noch so alles mitgeholfen hat, Adolf Hitler an die Macht und den Zweiten Weltkrieg in Gang zu bringen. In den völkischen Okkultlogen, denen auch viele vormals deutschnationale Politiker wie Alfed Hugenberg oder Werner Best angehörten, hat auch der östliche Okkultismus Einfluß gehabt. Das scheint jedenfalls auch Stein mit diesen Andeutungen sagen zu wollen:
Die tibetische Gruppe, die auf direkte Anregung von Professor Karl Haushofer aufgebaut worden war, verkündete eine Lehre, für die sich Reichsführer SS Heinrich Himmler begeisterte.  
Eine Lehre, die Rudolf Steiner 1922 selbst ins Deutsche übersetzen ließ!!! Wer ist hier eigentlich Täter und wer nur "astralprojektierender" "Beobachter"?
Himmler errichtete eine okkulte Schule in der Berliner Niederlassung, und viele der führenden Mitglieder der Totenkopf-SS, des Sicherheitsdienstes und der Gestapo wurden zu Kursen in Meditation, Transzendentalismus und Magie kommandiert.
Das ist mehr als glaubhaft, da von vielen anderen Seiten bestätigt. In der SS wurden - wie in den Seminaren des Ralph Tegtmeier von heute - auch östliche Kampfsportarten wie das Jiujitsu gelehrt.
In diesem Institut ließ Himmler sich auch dazu überreden, das nationalsozialistische Okkulte Büro Ahnenerbe zu gründen. Ahnenerbe bezog alle Mitglieder von Crowleys ominösem Templerorden sowie der Vril- und Thulegesellschaft in den schwarzen Orden der SS ein. 
Abb. 10: F. Hielscher heiratet (1940)
Friedrich Hielscher, Mitglied eines weltumspannenden Ordens?

Hier ist also tatsächlich auch der O.T.O. selbst genannt. Über den neuheidnischen "Konservativen Revolutionär" und Gesprächspartner nicht nur Ernst Jüngers, sondern auch Martin Bubers und des Jesuitenpaters Friedrich Muckermann, nämlich Friedrich Hielscher (siehe unten) berichtet uns Ravenscroft-Stein (2, S. 265):
SS-Oberst von Sievers, der Chef der Organisation Ahnenerbe (...) ging
- 1947, als Anhänger (!) Friedrich Hielschers -
ohne Reue zum Galgen. Sein letzter Besucher in der Todeszelle war ein gewisser Friedrich Hielscher gewesen, eine der mystischsten Gestalten des zwanzigsten Jahrhunderts. Er war nämlich der erste gewesen, der auf die Idee verfallen war, eine Gesellschaft zum "Studium des Erbes der Vorfahren" ins Leben zu rufen.

Hielscher, ein Eingeweihter noch höheren Ranges als Haushofer und diesem im Wissen über die Heimliche Lehre weitaus überlegen, trat niemals in die Nazipartei ein. Als Mitglied eines weltumspannenden Kults von höherer Ordnung 
dem also gerne auch Hielscher-Freunde und -Gesprächspartner angehörten
betrachteten viele führende Nazis ihn als ihren geistigen Lehrer und Beichtvater. Von Sievers, Heydrich und Kaltenbrunner waren ihm ergeben. Heinrich Himmler sprach flüsternd voller Ehrerbietung von ihm und hielt ihn für eine der wichtigsten Personen in Deutschland, die gleich nach Adolf Hitler selber kam.

Als Haushofer bei den Nazis in Ungnade fiel, suchte der Führer in allen okkulten Fragen Rat bei Friedrich Hielscher, insbesondere was das Milieu, die Ausbildung und die panreligiösen Riten in den Ordensburgen betraf (...). 
"Panreligiöse Riten in den Ordensburgen" - das lassen wir uns auch gerne auf der Zunge zergehen. Solche panreligiösen Riten wurden ja auf der Wewelsburg noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg "zelebriert", wohl gerne auch nach Regieanweisungen eines Friedrich Hielscher?:
Hielscher war es auch, der das "Ritual der erstickenden Luft" entwickelt hatte, bei dem auserwählte Mitglieder der SS den teuflischen Mächten unverbrüchliche Treue gelobten.
Zu diesem ziemlich satanistisch klingenden Ritual erhalten wir gleich noch eine genauere Erläuterung. Zunächst bringen wir diesen Textabschnitt zum Abschluß:
Wenn die Nazis den Krieg gewonnen hätten, wäre Hielscher vielleicht der oberste Priester einer neuen Weltreligion geworden, die das Kreuz durch das Hakenkreuz ersetzt hätte.

Direkt vor den Augen der Wachen vor den Todeszellen (...) kniete Wolfram von Sievers ehrfürchtig nieder, während Hielscher die Worte einer schwarzen Messe anstimmte, eine letzte Hymne an die Mächte des Bösen, die seine Seele auf der anderen Seite des Grabes erwarteten. 
Und der Kreis von Friedrich Hielscher soll im Dritten Reich "Widerstand" geleistet haben, wenn Hielscher so gut mit jemandem befreundet war, der - wie Okkultgläubiger Rudolf Heß! - "nichts bereute"?


Rituelle Nahtod-Erfahrungen werden von Steiner-Anhängern und Freimaurern positiv gesehen

In den folgenden Ravenscroft-Ausführungen über den "Tempelschlaf" der Alten Ägypter - und damit sicherlich zugleich auch über ein typisches Freimaurer-Ritual - werden Rituale beschrieben, die Ravenscroft-Stein offenbar selbst durch und durch positiv sehen, woraus klar hervorgeht, daß sie selbst - wer hätte auch anderes gedacht! - satanistische Praktiken befürworten (2, S. 283):
(...) Hier erlitt der Kandidat eine Art rituellen Todes. In Grabgewänder gekleidet und in ein Grab gelegt, wurde sein "Ich" in einen Zustand versetzt, in dem es in Bezug auf seine körperlichen Bedürfnisse wie auf eines Messers Schneide zwischen Leben und Tod balancierte.
Das ist mehr als "Ekeltraining". Das ist ganz klar ein satanistisches Ritual!
Am Schluß der ganzen gefährlichen Prozedur trat der Hierophant (der Hohepriester) vor und rief den eben noch Begrabenen zu einer Art ritueller Auferstehung. Die neu eingeweihte Seele hatte eine Art mystischen Todes erlitten, so daß alle körperlichen Prozesse einschließlich des Stoffwechsels ausgesetzt hatten.
Das ist genau das, was heute "traumabasierte Bewußtseinsprogrammierung" genannt wird, und was viele Überlebende satanistischer Folterungen und Mind control-Programmierungen durch den CIA erlebt haben. Und gleich noch ein nächstes Zitat (2, S. 284):
Das letzte der groben Einweihungsrituale, das höchst gefährlich und dabei keineswegs immer erfolgreich war, bestand darin, daß der Suchende vollkommen unter Wasser getaucht wurde und oft dem Ertrinken nahe war.
Klar, das geschah alles "nur" in Ägypten und im Leben Jesu Christi - nach der okkult-verblödeten Darstellung von Ravenscroft, bzw. Stein. Aber gewiß mehr als naheliegend, daß man sich so oder ähnlich auch das schon oben erwähnte "Ritual der erstickenden Luft" des Friedrich Hielscher wird vorstellen müssen. Und das nannten Ravenscroft-Stein selbst ein satanistisches. Wo sind noch Unterschiede?

Die Wewelsburg schildern Stein-Ravenscroft als in einer Weise eingerichtet, als hätten sich die Erbauer nach den Reliquien-Reinkarnations-Lehren von Steiner, Stein, O.T.O. usw. gerichtet genauso wie sie im Buch "Speer des Schicksals" dargestellt werden. Die Wewelsburg also quasi ein zweites, "ergänzendes" "Dornach"? Widerstand Steiners (oder Friedrich Hielschers) gegen den okkulten Nationalsozialismus? Oder nicht vielmehr dessen geistige "Krönung" ...?

Friedrich Hielscher und die Wewelsburg

Auf Wikipedia heißt es zu dem neuheidnischen Vordenker der "Konservativen Revolution" Friedrich Hielscher (in 2, S. 265 falsch "Heilscher"):
Wegen seiner Freundschaft zu einigen Verschwörern des 20. Juli 1944 wurde Hielscher nach dem Attentat verhaftet, kam jedoch aufgrund des Einsatzes seines Freundes Wolfram Sievers, dem Reichsgeschäftsführer des SS-Ahnenerbes, wieder frei.
Hielscher glaubte an die Wiedergeburt. Über Hielscher erfahren wir (11):
Von den Vertretern des Christen- und des Judentums wurde Hielscher mit seiner heidnischen Religion ebenfalls ernst genommen. In der Berliner Singakademie debattierte er mit dem evangelischen Theologen Günther Dehn und dem Jesuiten Erich Przywara, in Aachen mit dem Jesuiten Friedrich Muckermann und in der evangelischen Zeitschrift Eckart mit dem Studentenpfarrer August Ferdinand Cohrs. Mit seiner Reichstheologie setzten sich Muckermann und Przywara auch in konfessionellen Zeitschriften auseinander. Zu Vertretern aller dieser Religionen, bspw. zu seinem Freund Pietschke (1900-1945), zu dem exkommunizierten Katholiken Joseph Wittig (1879-1949), zu Cohrs, zu Jesuiten, zum jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber und anderen hatte Hielscher teilweise bis zu ihrem Tod persönliche Kontakte.
Abb. 11: F. Hielscher - Zeuge in Nürnberg
Und außerdem:
Ein Ausweg eröffnete sich, als sein Anhänger Wolfram Sievers Mitarbeiter des "SS-Ahnenerbes" (AE) wurde, das sich mit germanischer Brauchtums- und Vorgeschichtsforschung befaßte. Ab Mitte der 30er Jahre verschaffte er Gertrud und Friedrich Hielscher und anderen Männern seiner Gruppe Stellen in dieser Institution und stellte Hielscher und andere während des Krieges zeitweise "unabkömmlich" (uk), womit er nicht nur ihren Lebensunterhalt, sondern auch ihre Widerstandstätigkeiten sichern konnte. Als aber Himmler dem Ahnenerbe 1942 völlig unerwartet auch das "Institut für Wehrwissenschaftliche Zweckforschung" unterstellte, verstrickte sich vor allem Wolfram Sievers damit in die Verbrechen des Regimes. Er blieb nämlich auf seinem Posten, weil Hielscher ihn und seine Befugnisse weiter für seine Widerstandsgruppe nutzen wollte. Daß Sievers sich wegen des angestrebten Gesamtziels der Gruppe, nämlich dem Sturz des NS-Regimes, nun mitschuldig an dem Tod von Menschen machte, erfuhren die meisten Angehörigen des Kreises erst nach dem Krieg. Hielschers Kreis engagierte sich in einem eigenen Widerstand. Hielscher überzeugte dabei einige seiner Anhänger, in NS-Organisationen einzutreten, um von innen heraus gegen die Partei zu arbeiten. Durch Zusammenarbeit mehrerer Frauen und Männer des Kreises, die u. a. im "Amt Ausland/Abwehr" des Oberkommandos der Wehrmacht, im Ahnenerbe und im "Reichssicherheitshauptamt" arbeiteten, konnten Menschen, die der KPD angehörten und/oder aus einer jüdischen Familie stammten, u.a. Fritz Heinsheimer, Karl August Wittfogel und dessen Frau Olga, Alfred Kantorowicz und Therese Richter, gerettet werden. Die Widerstandsgruppe versuchte Kontakt zu den Alliierten herzustellen, hatte auch Kontakte zu Axel von dem Bussche, Werner von Haeften und Claus Graf Schenk von Stauffenberg und arbeitete eng zusammen mit anderen Widerständlern wie Theodor Haubach, Hans Jürgen Graf von Blumenthal, Fritz Dietlof Graf v. der Schulenburg, Ferdinand Freiherr von Lüninck und Adolf Reichwein. (...)


Während des Sievers-Prozesses, der ihn persönlich stark mitnahm, verkündete er seine Absicht, sich von jeglicher politischer Arbeit zurückziehen und zukünftig nur noch in religiöser Hinsicht wirken zu wollen. Sievers wurde 1948 zum Tode verurteilt und gehängt.
Das Thema völkischer Okkultismus ist, wie man sieht, ein uferloses. Man gerät von einem Thema, einer Organisation, einem Personenkreis zum nächsten. Davon darf man sich jedoch nicht abschrecken lassen. Denn der völkische Okkultismus war einflußreich. Und er war unheilvoll. Das ist schon allein am Fall Rudolf Heß heute zu sehen und wissenschaftlich manifest (16). Und noch heute sind viele in ihm versumpft. Und wie immer gewiß mehr Menschen und in elitäreren Kreisen, als das öffentlich bekannt wird.

Völkischer Okkultismus ist einflußreich und ist gefährlich

Und er ist auch sicherlich jederzeit wieder für eine größere Öffentlichkeit stärker geschichtlich "aktivierbar", wenn - - - wie man in diesen Kreisen so gerne orakelt: "unsere Zeit kommt". Denn im Umkreis der geistigen Erben manches "nationalkonservativen", völkischen Okkulten  nimmt man den "Untergang des Abendlandes" gerne als zwangsläufig gegeben hin, will aber doch selbst immer irgendwie "heroisch" mit "dabei" sein, so sinnlos das letztlich alles auch sein mag. Nach dem Motto: "Ich war dabei, als Troja fiel. Gruselig wars, unglaublich viel Macht und Einfluß hatte ich auf das Geschehen ... Mehr kann ich von einem erfüllten Leben wirklich nicht verlangen. Wenn es auch der Öffentlichkeit zu meinen Lebzeiten niemals enthüllt werden darf. Alles zur Ehre der 'höheren Mächte', deren 'Gebote' und deren 'Wege' zum Ziel wir kleinen Menschen nicht hinterfragen dürfen."


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*) Wer es nicht gleich versteht, dem sei es hier noch einmal erläutert. An der hier gekennzeichneten Stelle ist auch der Grund genannt, weshalb wir hinter die Behauptung des Titels dieser beiden Beiträge kein Fragezeichen gesetzt haben: Wenn ich okkultgläubig bin und behaupte, "Astralprojektion" und "Fernwahrnehmung", sowie sehr präzise Erinnerungen an frühere "Reinkarnationen" seien möglich, dann muß ich mir von jedem unterstellen lassen, bei allem möglichen als "Beobachter" dabei gewesen zu sein. Es gibt kein Kriterium, anhand dessen eine solche okkult-"wissenschaftliche" Aussage falsifiziert werden könnte. (Wenn aber dann noch zusätzlich das verantwortliche Handeln gar nicht solchen unterstelltermaßen gewonnenen Erkenntnissen entspricht, dann ergeben sich daraus Schlußfolgerungen - so oder so.) - Als ein weiterer, weniger zynischer Grund kann dafür genannt werden, daß wir ja hier auf dem Blog schon von mancherlei Hinweisen gehört haben darauf, daß Rudolf Steiner selbst und zahlreiche Menschen aus seinem Umkreis in der einen oder anderen Weise mit Satanismus in Berührung gekommen sein müssen. Daß sie diesbezüglich jedenfalls Kenntnisse und Interessen aufweisen, die der Durchschnittsbürger in dieser Dichte nicht hat. Kenntnisse und Interessen, von denen der Durchschnittsbürger auch gar nicht von sich aus und ohne Anlaß auf die Idee kommen würde, sich über solche Gedanken zu machen. Und zu diesen Durchschnittsbürgern kann hierbei auch die überwiegende Mehrheit - beispielsweise - der gläubigen Christen, gezählt werden, die als Monotheisten sogar an einen Gott glauben, der per Definitionem die Existenz Satans voraussetzt. ("Es gibt keinen Gott außer Gott." Ergo sind alle anderen Götter, außer dieses einen - Satan.) Die Behauptung des Titels ist also auch jenseits allen Zynismus mehr als naheliegend. - Und drittens klingt immer wieder hindurch - auch in dem vorliegenden Beitrag -, daß man sich in Steiner-Kreisen mit vielerlei satanistischen oder Satanismus-ähnlichen Ritualen gerne auch positiv identifiziert. (Da gibt es wiederum wenige Unterschiede zur Freimaurerei.) Viele Gründe also - und gewiß noch nicht in Vollzähligkeit -, um auf ein Fragezeichen am Ende der Behauptung des Titels zu verzichten. Die Provokation, die in dieser Vorgehensweise liegt, ist bewußt gesetzt.
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  1. Bading, Ingo: Das Dritte Reich - gesteuert von einem "geheimen Orden globaler Satanisten"? Zum Buch von Trevor Ravenscroft "Der Speer des Schicksals" (1972). Auf: GA-j!, 4.3.2011
  2. Ravenscroft, Trevor: Der Speer des Schicksals. Das Symbol für dämonische Kräfte von Christus bis Hitler. Edition Sven Erik Bergh. 1974 (Englische Erstausgabe 1972; Google Bücher)
  3. Ravenscroft, Trevor: Die heilige Lanze. Der Speer von Golgatha. Universitas Verlag, 1988, 3. Aufl., 1996
  4. Wagner, Arfst: Nationalokkultismus  Über die Spiritualität des rechten Untergrunds. Lohengrin-Verlag    
  5. Trimondi: Buddha - Hitler ... 
  6. Landig, Wilhelm: Götzen gegen Thule. Ein Roman voller Wirklichkeiten. Hans Pfeiffer Verlag, Hannover 1971 (frei zugänglich auf Scribd)
  7. Landig, Wilhelm: Wolfszeit um Thule. Volkstum-Verlag, Wien 1980
  8. Landig, Wilhelm: Rebellen für Thule. Das Erbe von Atlantis. Volkstum-Verlag, Wien 1991
  9. Wilhelm Landig Interview - Ein Zeitzeuge berichtet (Google Video) (aufgenommen vor 1997, veröffentlicht 2008) 
  10. Bading Ingo:Wie kam Stalin in die Mitte Europas? - Kriegsziele der westlichen Demokratien seit 1941. Magisterarbeit, Mainz 1993
  11. Ina Schmidt, Der Herr des Feuers. Friedrich Hielscher und sein Kreis zwischen Heidentum, neuem Nationalismus und Widerstand gegen den Nationalsozialismus. SH-Verlag, Köln 2004 (s.a. --> Netzseite)
  12. Michelet, J. Satanismus and Witchcraft. London 1928 
  13. Summers, M.: Witchcraft and Black Magic. 1946
  14. King, Francis: Ritual Magic in England. Spearman 1970
  15. King, Francis: Sexuality, Magic & Perversion. Spearman 1971
  16. Schmidt, Rainer F.: Rudolf Heß – „Botengang eines Toren“? Der Flug von Rudolf Heß nach Großbritannien vom 10. Mai 1941. Düsseldorf 1997

Freitag, 29. April 2011

Rudolf Steiner Zeuge satanistisch-ritueller Folterungen und Morde

Rudolf Steiner - Gegner oder Förderer der okkulten Kräfte innerhalb des Nationalsozialismus?

Davon, daß die deutschen Anthroposophen vor oder nach dem Jahr 1933 besonders entschieden den Nationalsozialismus bekämpft hätten, findet man wenig oder nichts im Schrifttum von Anhängern und Gegnern der Anthroposphie (s. Google). Im Gegenteil. Es gibt mancherlei Schrifttum, das den Anthroposophen vor wie nach 1945 eine allzu große Nähe zum Nationalsozialismus und seinem Rassegedanken vorwirft. Mit vielen guten Belegen. Wer magisch-okkult denkt, bei dem ist sowieso immer so gut wie "alles möglich". Der kann sich selbst als "den größten Gegner Adolf Hitlers" feiern und nur kurze Zeit später Adolf Hitler als ein "Wohl für die Menschheit" bezeichnen. Sie glauben nicht, daß das möglich ist? Aber es würde das genau jenem Satz entsprechen, den uns abtrünnige Logenmitglieder der satanistischen Okkultloge "Fraternitas Saturni" vor allerhand Wochen auf der inzwischen wieder aus dem Netz genommenen Internetseite Okkult.info anonym "ins Stammbuch" geschrieben haben, und der da so verräterisch lautete:
Sind nicht jene, die die Welt verderben, die Brüder der Tugendhaften?
Ja, ja. Adolf Hitler, Josef Stalin, Winston Churchill ... - "Brüder der Tugendhaften"! Aber gewiß! Und wem das nicht genügt als Beleg für diese Art von Denken, die in okkulten Kreisen vorherrschend sein kann, der lese doch einmal den Okkult-Roman "Speer des Schicksals" (1 - 3), der von seinem Autor quasi als ein Sachbuch "okkulter Wissenschaft" präsentiert wird. Dessen Autor aber in einem Augenblick nüchterner Klarheit erkannt zu haben scheint,  daß vorheriger Drogengenuß die kritiklose Aufnahme des Inhaltes seines Buches mehr als "erleichtern" könnte ...

Abb. 1: Rudolf Steiner
Zwar wurde die Anthroposophie - wie die Freimaurerei - in Deutschland 1935 verboten. Ähnlich wie die Freimaurerei aber nur sehr halbherzig. Viele Anthroposophen arrangierten sich mit dem NS-System erfolgreich. Rudolf Heß galt als "Protektor" der Anthroposophen. Das war bei ihnen nicht anders als bei den Freimaurern. Und viele fanden gute Überlebensbedingungen in diesem Staat. Und zwar besonders auch in der Nähe oder innerhalb deutsch- und germanentümelnder völkisch-okkulter Logen, die sich - zumindest äußerlich - in Gegensatz zur sogenannten internationalen "Entente-Freimaurerei" gestellt hatten.

Ihre "Geheime Lehre" vom untergegangenen Atlantis, einer "kommenden Rasse" und ähnlichen Dingen teilten die Anthroposophen nicht nur, sondern halfen sie verbreiten, wie wir im zweiten Teil noch hören werden.

Andererseits: Eingeweihte okkult-esoterische Kreise innerhalb der Anthroposophie vertreten noch in den 1970er Jahren dezidiert die Meinung, Rudolf Steiner und seine Freunde hätten die okkulten Nazionalsozialisten sehr zielgerichtet als vom Teufel stammend erkannt und als solche bekämpft (1 - 5). Und zwar insbesondere die okkulten Kreise der "Thule-Gesellschaft" um Adolf Hitler, darunter vor allem Personen wie: Rudolf von Sebottendorff, Dietrich Eckart, Alfred Rosenberg, Karl Haushofer, sowie Leute im "okkulten Büro" der SS, dem "Ahnenerbe" wie Wolfram Sievers oder der neuheidnische Religionsgründer Friedrich Hielscher.

Warum haben sich diese eingeweihten okkulten Kreise innerhalb der Anthroposophie dann aber noch nie mit diesem okkulten Widerstand gegen den okkulten Nationalsozialismus vor der Öffentlichkeit lautstark gebrüstet? Weil die Öffentlichkeit noch nicht genügend Drogen nimmt, damit sie die Glaubwürdigkeit des Berichteten kritiklos akzeptiert, wie sich Trevor Ravenscroft am Anfang seines Buches so freimütig wünscht? Warum behandeln sie diese ganze Thematik allein unter so kryptischen, wenig aussagereichen Buchtiteln wie "Speer des Schicksals"? Warum heißt genau dieses Buch nicht: "Der Widerstand Rudolf Steiners und seiner Anhänger gegen die okkulten Kräfte innerhalb des Nationalsozialismus". Denn genau dies ist es, was in diesem Buch zur Darstellung kommen soll.

Stillhalteabkommen zwischen konkurrierenden Geheimgesellschaften


Abb. 2: Walter Johannes Stein
Die Merkwürdigkeit, daß das bis heute nicht geschehen ist, läßt einen tiefergehende "Gesetzmäßigkeiten" erahnen: Okkulte Geheimgesellschaften haben sich alle auch dicht im Umkreis der SS und der NSDAP bewegt, und zwar sowohl in leitenden Positionen, als Mitläufer, als auch als Spitzel, als "Beobachter", als magisch-okkulte "Botschafter" und "Ratgeber". Diese okkulten Geheimgesellschaften waren: Freimaurer-Logen, katholische Geheimpriesterschaften (wie etwa der Jesuitenorden), tibetisch und budhistisch orientierte Priesterschaften und Geheimsekten und gerne auch die russisch-orthodoxe Priesterschaft unter dem Patriarchen von Moskau. Alle diese Priesterschaften konkurrieren seit Jahrhunderten weltweit miteinander im Schäfchenfang und in der Erweiterung von Einflußsphären. (Und natürlich umlagern und durchfilzen sie auch fast alle anderen staatlichen Machtzentren in der Welt als jene einflußreiche Lobbygruppen, die sie nun einmal sind, da Menschen nirgends so manipulierbar sind, wie auf dem Gebiet des Religiösen.)

Keine dieser Geheimgesellschaften würde heute noch in der Form bestehen können, in der sie besteht und mit jener Macht, die sie heute noch - oder erst recht - besitzt, wenn sie in diesem Konkurrenzkampf gegeneinander die jeweils anderen, konkurrierenden Priesterschaften allzu deutlich vor der Öffentlichkeit bloßgestellt hätten. Zwar bespitzeln sie sich alle gegenseitig und versuchen sich gegenseitig zu unterwandern, bekämpfen einander aber in der Öffentlichkeit auffallend wenig oder wenn dann höchstens sehr ... "stilisiert".

Denn sie wissen: Wenn wir über die anderen Geheimgesellschaften Geheimnisse ausplaudern, plaudern die anderen Geheimnisse über uns aus. Daraus ergibt sich für alle diese okkulten Geheimpriesterschaften untereinander ein bestandserhaltendes Stillhalteabkommen, was Ausplauderei okkulter Geheimnisse und - oho, oho! - "Machtmittel" - natürlich magisch-okkult-ritueller Art - betrifft. (Natürlich gilt Paralleles auch für die angeblich "nationalstaatlich"-souveränen offiziellen "Geheim-" und "Staatssicherheitsdienste". Auch sie halten vor der Weltöffentlichkeit zusammen wie Pech und Schwefel. Nur selten einmal kommt es aufgrund von zu übereifriger Konkurrenz zwischen ihnen diesbezüglich zu "Pannen" ...)

Zusammenhalten vor der Öffentlichkeit wie Pech und Schwefel 


Abb. 3: Trevor Ravenscroft
Dieses Stillhalteabkommen mag dadurch bestärkt werden, daß sich alle diese Priesterschaften in den höheren Graden der gleichen okkulten Mittel bedienen. Nämlich der Magie, der Kabbalistik und der okkulten Verblödung. Das eigentliche Geheimnis bei all dieser Geheimnistuerei ist nur die Verblödung. Sie muß geheim gehalten werden, denn sonst würde man ja ausgelacht werden. Und kein "erhabener" Magier und Priester hat das besonders gern.


Wobei sich die Priesterschaften natürlich selbst jeweils als die "Weißmagier" ansehen und alle anderen konkurrierenden Priesterschaften als "Schwarzmagier". Und um die "Schwarzmagier" wirksam zu bekämpfen, muß man sich - leider, leider! - auch selbst immer wieder einmal der "schwarzen Magie" bedienen und sie deshalb natürlich auch beherrschen, bzw. an diesen Ritualen als Spitzel teilnehmen - und sei es auch nur - wie manche Steiner-Leute vorgeben - über Fernwahrnehmung. Dazu im zweiten Teil mehr. Wie also wäre man nicht selbst beschädigt, wenn man die okkulten "Herrschafts-Mittel" der anderen öffentlich bekannt machen und bloßstellen würde? Zumal man in den anderen selbst auch mit drinsitzt, sie unterwandert hat und zur eigenen Machtausübung "nutzt" oder zu nutzen versucht?

Brauchen nicht die Priester der großen Weltreligionen alle die "satanischen Kräfte"? Würde ohne sie nicht ihr Weltbild zusammen brechen? Also darf man sie auch nicht gar zu sehr verraten. Denn, wie gesagt, jene, die die Welt verderben, sind ja die Brüder der Tugendhaften. Gott kann ohne Satan gar nicht existieren. Gott benutzt Satan, Satan benutzt Gott.

Anzeichen dafür, daß sogar konkurrierende Geheimpriesterschaften der großen Weltreligionen einander zur Hilfe eilen können, um sich gegenseitig vor - alle zugleich beschädigender - Bloßstellung zu bewahren, meinten wir ja auch in den Vorgängen rund um die "schalkhaften" - und darum unglaubhaften - Unterstellungen freimaurerischen Satanismus' von Seiten des - durch den Jesuitenorden geförderten - antiklerikalen Freimaurers Léo Taxil erkennen zu können (siehe voriger Beitrag).

Von dieser Art der "Taktiererei" wird man sicherlich noch manches in den Beziehungen konkurrierender Geheimpriesterschaften zueinander entdecken, wenn man dies einmal genauer verfolgen würde. Wenn sich etwa ein Josef Ratzinger mit einem Jürgen Habermas 2004 zu einem freundlichen, philosophisch-religiösen Gedankenaustausch trifft, dann deutet auch das auf gewisse tiefergehende Gemeinsamkeiten zweier "Priesterschaften" hin, die gar nicht derart viel voneinander trennen mag, als wie ahnungslose Nicht-Eingeweihte immer "naiverweise" vorausgesetzt haben. (Viele Vordenker der Frankfurter Schule waren Rabbinersöhne ... und/oder fühlten sich mancher säkularen "Priesterschaft" verbunden, bzw. sicherlich auch als deren "Repräsentant" oder "Sprecher" ...)

"Die Führer der westlich-okkulten Logen schwiegen über den Okkultismus des Nationalsozialismus"


Aber Trevor Ravenscroft (bzw. Walter Johannes Stein) spricht genau die von uns hier unterstellten Zusammenhänge auch selbst recht offen aus, wenn er von den "Führern der westlich-okkulten Logen" spricht, die etwas über die okkulten Hintergründe des Nationalsozialismus wußten und sogar etwas "mit der westlichen Machtpolitik zu tun hatten" (2, S. 265):
Diejenigen, die etwas wußten, schwiegen. Die Führer der okkulten Logen und geheimen Gesellschaften, die irgendwie mit der westlichen Machtpolitik zu tun hatten,
- wie etwa Walter Johannes Stein, der Berater Winston Churchills, wie etwa Aleister Crowley, der Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes, wie jene okkult-informierten Geheimdienstmitarbeiter, die Rudolf Heß nach England lotsten ...
konnten ja nichts gewinnen, wenn sie die teuflische Natur des Nationalsozialismus bloßstellten. 
Es wäre ja dann Adolf Hitler nicht weiter zum "Wohl der Menschheit" - siehe zweiter Teil - an der Macht geblieben und man hätte nicht seine eigenen "Machtspielchen" mit ihm treiben und die Welt in einen Zweiten Weltkrieg stürzen können - zum "Wohle der Menschheit" und Europas. Wie auch sonst hätte man denn so einfach einen Rudolf Heß am "Narrenseil des Okkultismus" durch die Welt führen können. Und sicherlich auf ähnliche Weise noch so manchen anderen okkult verblödeten Politiker in Deutschland und der Welt? Ravenscroft (bzw. Walter Johannes Stein) weiter:
Eine ernsthafte öffentliche Untersuchung der okkulten Riten und übersinnlichen Erkenntnisse hätte geistige Tatbestände enthüllen können, die unter allen Umständen vor den breiten Massen geheimgehalten werden sollten.
Auf die genauere Erläuterung der Gründe dafür verzichtet der Autor Ravenscroft. Er rechnet ja mit okkult verblödeten Lesern, die die Dinge nicht hinterfragen. Er denkt selbst in den Kategorien von elitärem Geheimwissen, das vor den "dummen", "breiten Massen" geheimgehalten werden muß. Denn sonst wäre ja mit all den Okkult-Verbrechen sehr bald Schluß. Übrigens ist hier von nichts geringerem die Rede als von der Vertuschung von Verbrechen.

Westlich-freimaurerische Kräfte fördern die Mordlust des Nationalsozialismus


Abb. 4: Churchill und Eden auf dem Weg zum Parlament am 3.9.1939
Daß westlich-freimaurerische Kräfte den mordlüsternen Nationalsozialismus gefördert haben, behauptet jedoch Stein-Ravenscroft dann ebenso unverhüllt. Und zwar, als die Rede auf den sogenannten Röhm-Putsch kommt (2, S. 307):
Und nun - während der Krise des Jahres 1934 - kam Anthony Eden, der englische Außenminister, der die Tradition der konservativen Partei fortsetzte, Freimaurerei mit machtpolitischen Fragen zu vermengen
- was Karl Heise ja in "Entente-Freimaurerei" und "Okkultes Logentum" ständig kritisiert mit der Rückendeckung von Rudolf Steiner -
zu Beratungen mit Adolf Hitler nach Berlin. Er war mit der besonderen Aufgabe nach Deutschland geschickt worden, durchzusetzen, daß die nominelle Stärke der SA um zwei Drittel herabgesetzt würde. Wir wollen hier keineswegs andeuten, daß eine Art freimaurererischer Verschwörung stattgefunden habe
- was sonst will der Autor damit tun?:
sondern ganz einfach zu zeigen versuchen, wie das Gesetz des Karma auch auf internationaler Ebene wirksam wurde.
Aber hallo! Und das "Gesetz des Karma" ist ja ganz etwas anderes als eine "freimaurerische Verschwörung", von der somit auch Walther Johannes Stein ebenso wie Karl Heise und Rudolf Steiner wußte, und in die er - ebenso wie jene - in der einen oder anderen Weise involviert gewesen ist. Und sei es auch nur in der Weise, wie es durch das Buch "Speer des Schicksals" dargestellt werden sollte. Nämlich als Gralsritter des 20. Jahrhunderts, die im Geiste und über ihren "Astralleib" die satanistischen Rituale rund um Adolf Hitler "überwachten" und dennoch vor der Öffentlichkeit darüber schwiegen!

Abb. 5: Eden und Churchill unter ihresgleichen: "Prost!"
Der Genauigkeit halber sei angefügt, daß Eden 1934 Minister für den Völkerbund war. Und wer die Kriegszielpolitik Großbritanniens in den Jahren 1939 bis 1942 anhand der Akten des Foreign Office in London studiert (10), weiß, wie sehr Anthony Eden und alle seine Mitarbeiter vor Haß trieften nicht nur gegenüber dem Nationalsozialismus, sondern gegenüber "dem Deutschen" an sich. Denen sie deshalb auch nichts so sehr an den Hals wünschten als den Völkermörder Josef Stalin: "Und Prost! Auf unseren Sieg!" (siehe Foto).

Steiner-Priester gegen Thule-Priester


All das sagen wir deshalb: Bei genauerem Studium des okkulten Buches "Speer des Schicksals" von Trevor Ravenscroft (englisch 1972, deutsch 1974), bzw. des darin vor allem behandelten Wiener Anthroposophen und Churchill-Beraters Walter Johannes Stein wird uns bewußt, daß dieses Buch sich geradezu wie ein Pendant, ein Gegenstück liest zu dem ein Jahr zuvor erschienen Okkult-Roman "Götzen gegen Thule" des vormaligen Wiener SS-Offiziers und Okkultisten Wilhelm Landig (6 - 9). Das erstgenannte Buch liest sich wie eine (okkulte) Antwort auf das letztgenannte.

Denn die Hauptfigur des Okkultbuches "Speer des Schicksals", der jüdische Anthroposoph, Waldorf-Schulen-Lehrer und Freund Rudolf Steiners, Walter Johannes Stein, spricht den okkult-esoterischen Kreisen innerhalb des Nationalsozialismus und der SS, die von Tibet aus gesteuert wären, ebenso große geschichtliche Bedeutung zu wie Wilhelm Landig. Er stellt ihre geschichtliche Bedeutung - ebenso wie Wilhelm Landig - nicht als lächerlich hin. Sondern ganz im Gegenteil. Nur daß er sie - im Gegensatz zu Landig - nicht als "weißmagisch" kennzeichnet, sondern als satanisch, luziferisch und damit "schwarzmagisch". Andererseits: Ist es nicht Wilhelm Landig, der am Ende eines seiner beiden Folgebände zu "Götzen gegen Thule" umgekehrt Rudolf Steiner als schwarzmagisch und satanisch kennzeichnet - eben als einen jener "Götzen gegen Thule" - und dagegen die esoterischen Kreise in der SS, die "Thule" verteidigen, als weißmagisch?

Abb. 6: Wilhelm Landig
Zwei Okkult-Priesterschaften wider einander! Was für ein herrlicher Schlagabtausch zwischen diesen beiden Okkultgruppierungen, einerseits die traditionell als  westlich, "jüdisch-freimaurerisch"(-anthroposophisch) gekennzeichnete und andererseits eine arisch-tibetische! Und beide sind in völlig der gleichen Denkungsart befangen, den gleichen Gedankenkonstrukten, im gleichen Gedankengebräu. Beide halten sich gegenseitig keineswegs für verblödet, sondern nur im Bann der "falschen" Mächte. (- Und wenn sie ganz eingeweiht sind, halten sie sich auch wieder für "Brüder" ... Siehe oben.) Und die eine überwacht die andere. Walter Johannes Stein scheint sich - wie auch Rudolf Steiner - geradezu deshalb in den tibetischen Okkultismus eingearbeitet zu haben, und ihn sogar selbst zu vertreten, um ihn um so besser verstehen und kontrollieren, bzw. auch beeinflussen zu können. Er arbeitet eben genauso wie das ein ordentlicher Geheimdienstmann und Okkultist tun soll. Er kann jederzeit in die Rolle des Erforschten, Ausgespähten schlüpfen.

Nur stilisierter Kampf gegeneinander vor der Öffentlichkeit


Aber was ist nun zusätzlich das Merkwürdige sowohl dieser okkulten Anhänger und Verteidiger des "Dritten Reiches" wie der okkulten Gegner desselben? Beide hier genannten Veröffentlichungen gehen außerordentlich sparsam mit dem Preisgeben von okkultem Wissen und Hintergrundwissen um. Ja, sie dienen sogar eher der Vertuschung desselben, der Irreführung über dasselbe, als zu seiner Enthüllung.  All das geschieht mindestens ebenso sparsam und "orakelhaft"-andeutend wie dies in einem solchen Bestseller wie "Das schwarze Reich" geschieht. Auch in ihm wird über viele hundert Seiten ständig über okkulte Hintergründe der Zeitgeschichte gesprochen, ohne daß es jemals irgendwo wirklich 100-prozentig konkret werden würde.

Vielleicht sagt Landig alles, was er weiß, weil er gar nicht einmal besonders viel mehr weiß. (- Vielleicht!). Er kommt einem auf den ersten Blick vor wie jemand, der vor 1945 von manchem etwas mitbekommen hat. Und der sich dann als vorgeblicher Anhänger der Ludendorff-Bewegung, als den er sich in seinem Altersinterview darstellt, dann vieles weitere zusammengereimt hat, glaubte zusammenreimen zu können. Der aber nach 1945 den Zugang zu diesem vorherigen Wissen ganz verloren hat. Der also irgendwie kein wirklich dauerhaftes Hochgradmitglied einer der invovierten völkischen Okkultlogen gewesen zu sein scheint.

Viel mehr Hintergrundwissen vorhanden, als preisgegeben wird


Von dem Anthroposophen Walter Johannes Stein hinwiederum, der in der geistigen Tradition von Rudolf Steiner und Karl Heise steht, können wir mit großer Bestimmtheit sagen, daß er wesentlich mehr weiß, als er sagt (bzw. als er Trevor Ravenscroft gesagt haben mag). Das wurde uns ja schon blitzartig deutlich anhand des im vorletzten Beitrag gebrachten Zitates aus dem Jahr 1921, das wir an dieser Stelle noch einmal wiederholen wollen (aus Karl Heise, Okkultes Logentum, 1921, S. 88):
Im Ordo Templi Orientis wird der Christusimpuls verwaschen bis zur Unkenntlichkeit, der Artus- und Gralskult wird verfälscht, die Heilige Lanze des Longinus wird "als Phallus-Lingam" oder sexuelles Symbolum zu gänzlicher Geistlosigkeit entehrt, der Heilige Kelch wird zur Yoni oder zum Menstruationsorgan entweiht und das Kreuz ebenfalls aller Heiligkeit entkleidet, dabei aber damit brilliert, daß man ein Johanneisches Christentum verbreite, das aber, obschon es den Mithraskult an Stelle des Christusimpulses zu setzen sich bemüht, - selbst von den Mithrasmysterien nicht die leiseste Spur weiß.
Aus diesem Zitat geht hervor, daß im Umkreis von Rudolf Steiner, Karl Heise, des Ordo Templi Orientis und noch mancher anderen völkischen Okkult-Loge schon im Jahr 1921 der Kult um den "Speer des Schicksals" und den ganzen anderen Quark, der Walter Johannes Stein wichtig ist - und wie in "Speer des Schicksals" berichtet, viel früher schon Rudolf Steiner -, "gängige Münze" war. Das war nichts, was Walter Johannes Stein in jenen Jahren - in phantastischer, erfaselter, einsamer "Zwiesprache" sowohl mit Adolf Hitler und sich selbst - erst nach und nach über okkulte "Erkenntnis"-Wege erkennen mußte. Dazu mußte Stein nur ein paar Abende gesprächsweise mit Leuten wie Rudolf Steiner oder Karl Heise verbringen, dazu mußte er nur Mitglied des O.T.O. oder ähnlicher Okkultlogen werden, dann konnte er dieses ganze Gedankenbräu schon in sich hineinsaugen, als wäre er ein nasser Schwamm. Und am nächsten Tag konnte er dann in den nächsthöheren Grad der gemeinsamen Okkultloge, irgendeiner Abspaltung vom O.T.O., einer "verbessererten Version" desselben, aufsteigen.

Aber warum sagt er dies dann nicht auch so klar, wie uns dies anhand dieses einen Zitates klar werden muß? Nun, er hat ja auch einen Verschwiegenheits-Eid geleistet. Wie alle oder viele dieser orakelnden Okkult-Autoren.

Einzelpersonen statt Okkultorganisationen werden in den Vordergrund gestellt


Dieser eine Satz aus einer Schrift aus dem Jahr 1921 stellt das Buch "Speer des Schicksals" als etwas "Gemachtes", "Vorgemachtes" bloß. Stein weiß alles viel besser, als er es sagt. Er könnte gewiß auch noch viel mehr Literatur nennen, aus der er sein okkultes "Geheimwissen" über magische Speere, Lanzen, Kelche, Tische, Steine und viele andere Reliquien und "Reinkarnationen" ihrer Besitzer gewonnen hat. (Von magischen Kamelen und der abgeschnittenen Vorhaut Jesu Christi' ganz zu schweigen.) Er nennt sie aber nicht, sondern schreibt nur (2, S. 129):
Der Speer des Longinus spielte während der ersten beiden Jahrzehnte des zwanzigsten Jahrhunderts außer in Adolf Hitlers und Walter Johannes Steins Leben eine zentrale Rolle im Leben dreier Männer.
Abb. 7: Prinz-Albrecht-Str., Berlin
Und er nennt dann: Houston Steward Chamberlain, Kaiser Wilhelm II. (aber hallo!) und General Helmut von Moltke. Es scheint, als stünden für den Okkult-Verblödeten W. J. Stein diese Personen jeweils vornehmlich "stellvertretend" als Repräsentanten für bestimmte geschichtliche Einflußkräfte. Als historische Tatsache kann diese Angabe - wie so vieles andere zumindest des ersten Drittels dieses Buches - nicht genommen werden. Es macht nicht - was anstelle dessen viel naheliegender wäre - darauf aufmerksam, daß hier eine breite, okkulte, geistige, größtenteils geheime Strömung abgehandelt wird, der dann natürlich auch die genannten Personen zugehören müßten - ebenso wie ihre "Gegner". Sondern es wird immer nur von wenigen "repräsentativen" Einzelpersonen gesprochen und vergleichsweise zurückhaltend über etwaig dahinter stehende Geheimorganisationen. - Und warum?

Sexualmagie mit Speeren - von Parzifal bis Hitler?


Sogar von der "phallischen Entweihung" jenes Speeres, der - nach der Beschneidung Christi - während der Kreuzigung Christi ein weiteres (magisch-rituell gedeutetes) "Blutopfer Christi" brachte, wissen Stein und Ravenscroft - wie Heise und sicherlich Steiner (2, S. 193):
Mit genialer dramatischer Intuition schuf Richard Wagner aus der Klingsorfigur einen Zauberer der schwarzen Kunst, der den Schicksalsspeer als mächtigen phallischen Stab schwang.
In "Speer des Schicksals" finden sich weitere auffällige "Stilisierungen". Fast alle okkulten Vorgänge, die nach Stein (und auch nach Landig!) entscheidend mit dem Dritten Reich zu tun haben, werden rund um die Person Adolf Hitler gruppiert. Nach Stein kreist fast alles um diesen "dämonischen", satanischen Führer. Die SS und Heinrich Himmler werden nur als eine NS-Gruppierung unter mehreren behandelt. Wo sich uns doch schon längst die Vermutung aufgedrängt hat, daß die eigentliche Okkultleitung des Dritten Reiches in ihrem Kern - so sie tatsächlich vorhanden war - gar nicht unbedingt im engeren Umfeld von Adolf Hitler gesucht werden braucht. Sondern vor allem innerhalb des Reichssicherheitshauptamtes der Gestapo und der SS. Diese sind ja auch nach 1945 so auffällig von Strafverfolgung verschont geblieben.

Saß die Okkultleitung des Dritten Reiches im Reichssicherheitshauptamt?


Abb. 8: Prinz-Albrecht-Str., Berlin
Vom Reichssicherheitshauptamt aus wurden - wahrscheinlich - viele der wichtigeren politischen Entscheidungen des Dritten Reiches - natürlich dann immer auch auf dem "Umweg" über den von den Okkultlogen dafür rekrutierten "Führer" - angebahnt. Und dies geschah gerne auch in Abstimmung mit ausländischen Geheimdiensten. (Von den vielen nicht nur von Landig, sondern auch von Ravenscroft behaupteten ausländischen Besuchern ritueller Versammlungen in völkischen Okkultlogen in Berlin werden wir im zweiten Teil dieses Beitrages noch erfahren.)

Sei es die Finzanzierung der NSDAP durch internationale Banken und Unternehmensgruppen, sei es der Röhm-Putsch, sei es die Blomberg-Fritsch-Krise, sei es die "Peace in our time"-Reise Chamberlains nach Berchtesgaden und dabei das Ausbremsen des deutschen militärischen Widerstandes, sei es der Einsatz der Einsatzgruppen im osteuropäischen Ausland während des Krieges, sei es der Englandflug von Rudolf Heß 1941, sei es die "Regie" des Kriegsablaufes über die "Abwehr West" (Alexis von Roenne, General Speidel) und die "Abwehr Ost" (General Gehlen), sei es die Unterwanderung des deutschen Widerstandes vor und nach dem 20. Juli 1944 durch Leute wie den neuheidnischen Gesprächspartner Martin Bubers und des Jesuitenpaters Friedrich Muckermann Friedrich Hielscher (11).

Bei all diesen Ereignissen war Hitler zumeist viel mehr der Geschobene, als die von sich aus selbst antreibende Kraft. Adolf Hitler in das Zentrum der Okkultkräfte des Dritten Reiches zu stellen, so wie es Stein gar zu auffällig tut mit allen möglichen phantastischen, allzu deutlich erfaselten, erfundenen Geschichten  - und zusammen mit Dietrich Eckart, Haushofer, Rosenberg, Göring - ist der Kern der Stein'schen Strategie des Verdeckens und Irreführens. Da sind Stein und Ravenscroft bestimmt nicht die ersten, die alle Schuld "dem Führer" zuschanzen wollen.

Immer noch werden also die okkulten Kräfte im Reichssicherheitshauptamt und im Gruppeleitersaal der Wewelsburg, von denen ja im Jahr 1972 auch noch viele lebten, ohne jemals vor einem deutschen Gericht gestanden zu sein, von Stein, bzw. Ravenscroft "gedeckt". Immer noch vertuschen sie Verbrecher und Verbrechen. Die Aufmerksamkeit wird auf den toten Hitler abgezogen, anstatt klar auf das Reichssicherheitshauptamt und die "Abwehr" hingelenkt.

Winston Churchill, der "Einiger Europas" in der Nachfolge Karls des Großen


Was sollte man von dem Anthroposophen Walter Johannes Stein anderes erwarten? Der sich in seiner erfaselten - oder tatsächlichen - anthroposophischen Okkultverblödung als eine "Wiedergeburt" des nächsten politischen und religiösen Beraters Karls des Großen ansah, eines im Antagonismus zur katholischen Hierarchie stehenden "Gralsritters" (sprich der sich selbst als "Wiedergeburt" eines führenden "theosophischen Freimaurers" des Frühmittelsalters deutete). Und der von sich behauptete, den Karlspreis-Träger Winston Churchill über die dämonisch-satanischen Okkultkräfte des Dritten Reiches aufgeklärt zu haben.

Abb. 9: Der "Speer des Schicksals"
Jenes Winston Churchill, der angeblich - wie Karl der Große - Kriege zur "Einigung Europas" unter der Fahne des "gottgefälligen" Christentums führte und der dann schließlich den "Speer des Schicksals" ebenso wie die Atombombe in seine Macht bekam. (Heute übrigens auch für 300 Euro als gut gearbeitete Replik zu haben, siehe rechts!)

Im Literaturverzeichnis dieses Buches finden sich nur wenige Buchtitel zu den Themen Magie und Satanismus (12 - 15). Karl Heise oder vergleichbare Bücher sind nirgendwo zitiert. Zumindest im Text des Buches gibt es nirgendwo einen Hinweis darauf, daß der "Speer des Schicksals" schon in den frühen 1920er Jahren in Okkultlogen als eine vielgenannte Okkult-Reliquie angesprochen worden war. Das soll also eher verborgen als aufgedeckt werden. Und auch Wilhelm Landig stellt seine "Enthüllungen" nur in Andeutungen in die konkreten Zusammenhänge des zeitgenössischen Okkultismus seit 1900.

Glanzlichter der "emanzipatorischen" Anthroposophie


Dadurch schweben beide "Tatsachen-Romane" steril im luftleeren Raum und sollen viel mehr dafür werben, sich mit einer der beiden einander befehdenden "mysteriösen", "dunklen", "geheimnisvollen", "einflußreichen" Geschichtskräfte zu identifizieren, selbst in diesen geschichtlichen, okkulten Auseinandersetzungen "Partei zu ergreifen", anstatt schlicht über das Abstoßende, Entmenschlichende von Okkultverblödung, wo immer sie auftritt aufzuklären. Sei sie nun äußerlich Pro oder Kontra Nationalsozialismus, bzw. Totalitarismus.

Abb. 10: Dokumentation (2009)
Daß übrigens gerade Okkultverblödung besonders geeignet wäre, eine echte, freie, aufgeklärte, offene, demokratische und einwandfrei rechtsstaatliche Gesellschaft herbeizuführen - anstatt die bestehende "gelenkte" und "manipulierte Demokratie" unter verdeckter Priester- und Geheimdienstherrschaft -, das zu behaupten, werden heute sowieso nur noch die wenigsten Menschen die Stirn haben. Bekannte Leute im Umkreis der Anthroposophie wie etwa die drei RAF-Anwälte Otto Schily, Horst Mahler und Hans-Christian Ströbele*) könnten zur Bestätigung einer solchen These jedenfalls nicht herangezogen werden.

(Im zweiten Teil wird vieles von dem in diesem ersten Teil Behaupteten, Angedeuteten anhand von  Auszügen und Zitaten aus "Speer des Schicksals" weitergehend belegt und erläutert.) 


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*) Der erstere stammt mit seinem Bruder aus einer  einflußreichen Familie unter den Anthroposophen. Horst Mahler war eng mit dem Anthroposophen-Priester Werner Haverbeck und dessen noch lebender Frau befreundet, jenes ehemaligen Nationalsozialisten, der das Buch "Steiner - Anwalt für Deutschland" herausgebracht hat und der bis an sein Lebensende an einen "arischen Jesus" geglaubt hat. Mahler selbst ist von der Dialektik Hegels fasziniert, von der auch viele Okkultgläubige fasziniert sind, weil ja Satan und Gott ebenfalls so herrlich "dialektisch" aufeinander bezogen sind. Und Hans-Christian Ströbele hat eine anthroposophische Mutter, unterstützt Homöopathie und ist freundlicher Vertrauensmann der Geheimdienste im deutschen Bundestag. Alle drei auch sonst gesellschaftlich-emanzipatorische Glanzlichter  der deutschen Nachkriegsgeschichte vom wirklich Allerfeinsten, die schon als RAF-Gründer oder -Anwälte wesentlich mehr über die Machenschaften von Geheimdiensten erfahren haben müssen, als man jemals aus ihrem Mund kritisierenderweise gehört hätte. Auch ihre "emanzipatorische" Hauptleistung ist: Schweigen über das Wesentlichste, während man über vieles weniger Wesentliche gerne viel und weitschweifig reden kann.
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  1. Bading, Ingo: Das Dritte Reich - gesteuert von einem "geheimen Orden globaler Satanisten"? Zum Buch von Trevor Ravenscroft "Der Speer des Schicksals" (1972). Auf: GA-j!, 4.3.2011
  2. Ravenscroft, Trevor: Der Speer des Schicksals. Das Symbol für dämonische Kräfte von Christus bis Hitler. Edition Sven Erik Bergh. 1974 (Englische Erstausgabe 1972; Google Bücher)
  3. Ravenscroft, Trevor: Die heilige Lanze. Der Speer von Golgatha. Universitas Verlag, 1988, 3. Aufl., 1996
  4. Wagner, Arfst: Nationalokkultismus  Über die Spiritualität des rechten Untergrunds. Lohengrin-Verlag    
  5. Trimondi: Buddha - Hitler ... 
  6. Landig, Wilhelm: Götzen gegen Thule. Ein Roman voller Wirklichkeiten. Hans Pfeiffer Verlag, Hannover 1971 (frei zugänglich auf Scribd)
  7. Landig, Wilhelm: Wolfszeit um Thule. Volkstum-Verlag, Wien 1980
  8. Landig, Wilhelm: Rebellen für Thule. Das Erbe von Atlantis. Volkstum-Verlag, Wien 1991
  9. Wilhelm Landig Interview - Ein Zeitzeuge berichtet (Google Video) (aufgenommen vor 1997, veröffentlicht 2008)
  10. Bading Ingo: Wie kam Stalin in die Mitte Europas? - Kriegsziele der westlichen Demokratien seit 1941. Magisterarbeit, Mainz 1993
  11. Ina Schmidt, Der Herr des Feuers. Friedrich Hielscher und sein Kreis zwischen Heidentum, neuem Nationalismus und Widerstand gegen den Nationalsozialismus. SH-Verlag, Köln 2004 (s.a. --> Netzseite)
  12. Michelet, J. Satanismus and Witchcraft. London 1928
  13. Summers, M.: Witchcraft and Black Magic. 1946
  14. King, Francis: Ritual Magic in England. Spearman 1970
  15. King, Francis: Sexuality, Magic & Perversion. Spearman 1971

Dienstag, 26. April 2011

Léo Taxil - Der "Schalk" von 1897

Oder: Ist freimaurerischer Satanismus nur ein "Witz"?

Vor dem Hintergrund der Zeugenaussagen zu rituellem Satanismus der letzten Jahrzehnte, mit dem immer wieder auch die Freimaurerei in Zusammenhang gebracht wird, zum Teil auch völkische Logen und Orden, zum Teil auch der Jesuitenorden (Cathy O'Brien) (siehe frühere Beiträge hier auf dem Blog) nehmen sich die "schalkhaften" antiklerikalen, antifreimaurerischen Bücher des sich selbst an seinem Lebensende als Schelm und Schalk bezeichnenden Franzosen Léo Taxil (1854–1907) außergewöhnlich merkwürdig aus (1 - 12). (S.a.: Wikip., Esowatch, Chick, Clubconspiracy.com.) (Wir waren im letzten Beitrag zum Thema Elitärer Satanismus auf diese Thematik gestoßen.)

Leo Taxil in den 1880er Jahren
Léo Taxil (s. Foto links) hat seine Mitmenschen nach eigener Aussage Zeit seines Lebens zum Narren gehalten (für das folgende insbesondere: 12). Als Linksradikaler schrieb er Witzblätter und antiklerikale Aufsätze und Schriften. Ab 1884 spielte er dem Papst aber dann sogar in einer persönlichen Audienz - ebenso unzähligen Kardinälen und Bischöfen - den reumütigen Sünder vor, der in die katholische Kirche zurückgekehrt sei und der von nun ab mit ihr zusammen die Freimaurerei bekämpfen wolle. In Rom wurde Taxil vom Papst persönlich, von Kardinälen und insbesondere auch von den Jesuiten daraufhin gedrängt, wie er berichtet, die Öffentlichkeit über den von ihnen unterstellten Satanismus in der Hochgradfreimaurerei aufzuklären.

Also über das, was Léo Taxil in der Folge "Palladismus" nennen sollte: unterstellte sexualmagische Riten, Orgien und Schwarzen Messen innerhalb der Hochgrade ("Areopage") der Freimaurerei (siehe hier).

Welche Rolle spielte der Jesuitenorden in der "Taxil-Angelegenheit"?

Der Jesuitenorden spielt bei all dem eine besonders merkwürdige Rolle. Einerseits gehörte er zu jenen, die die Glaubwürdigkeit der "Bekehrung" von Taxil von Anfang an am lebhaftesten propagierten - und damit zugleich die anti-freimaurerischen Werke von Taxil (12, S. 67f). Andererseits gehörten die Jesuiten auch zu jenen, die zu jenem Zeitpunkt (1897), als der "Schalk" Taxil von sich behauptete, seine ganze katholische Bekehrung und sein ganzer aufsehenerregender Anti-Freimaurer- und -Satanismus-Kampf sei nur ein Schwindel, ein Ulk gewesen, ihren Pater Hermann Gruber S. J. nach vorne schoben, der von sich behauptete, diesen Schwindel ebenfalls schon früh gemerkt zu haben (6, 7), obwohl er zuvor viel dafür getan hatte, daß die Werke von Taxil in deutscher Sprache erscheinen konnten. Gruber war es dann auch, der eine ausführliche Darstellung von den ganzen Geschehnissen rund um Léo Taxil verfaßte, also sozusagen damit auch eine Art Deutungshoheit über den Fall Léo Taxil erhob.

Jener katholische deutsche Pfarrer jedoch, Joseph G. Findel, der den Taxil-Schwindel als erster als solchen benannt hatte, hatte zugleich auch behauptet, die Jesuiten selbst hätten hinter demselben gestanden (12, S. 84f), was nach dem Berichteten ja nun auch wirklich naheliegend ist. Andererseits haben die von Taxil mit diesen "Schwindeleien" angegriffenen Freimaurer sich auffälligerweise damals kaum gegen all die sehr konkreten Vorwürfe von Seiten Taxil's und der katholischen Kirche gewehrt. Sie haben also auch nicht die Jesuiten wegen ihres Taxil-Antifreimaurerkampfes besonders kritisiert. Später jedoch - und das schon seit vielen Jahrzehnten - höhnten und höhnen sie in Bausch und Bogen über die "Schwindeleien" des Léo Taxil, und daß die katholische Kirche ihnen zwölf Jahre lang geglaubt hätte, und daß die typische Art der Kritik an der Freimaurerei sei.

Welche Rolle spielten andere Okkultgläubige in der Taxil-Angelegenheit?

Aus dem Besitz des Gründers der freimaurerischen, satanistischen Loge "Golden Dawn", aus dem Besitz von William Wynn Westcott hinwiederum, ist eines der von Taxil herausgegebenen wichtigeren Bücher erhalten geblieben, die mit handschriftlichen Kommentaren von Westcott übersät sind (12, S. 84). Also in den satanistischen Logen der damaligen Zeit hat man sich mit Taxil durchaus sehr intensiv beschäftigt. Man scheint ihn also ernst genommen zu haben.

Was man von all dem halten soll, wagt man derzeit noch nicht mit letzter Gewißtheit zu sagen. Zumal der Fall Léo Taxil in der wissenschaftlichen Literatur auch noch nicht besonders gut aufgearbeitet ist (12, S. 311). Die ausführlichste und aktuellste deutschsprachige Arbeit, eine Doktorarbeit, die wir hier vor allem benutzen, stammt von Alexander Knorr und ist frei im Netz zugänglich (12).

Auffällig ist vielleicht auch folgendes: Die Werke von Léo Taxil, insbesondere auch über Frauen als Freimaurer, erschienen in einer Zeit, als die okkulte Theosophische Bewegung viele Aspirationen in Richtung Freimaurerei hegte, und als diese eben auch von zwei Frauen und Freimaurerinnen, von H. P. Blavatsky und Annie Besant geleitet wurde, bzw. als es auch einen Machtkampf zwischen beiden gegeben hat. Da die Schriften von Taxil nun auch einen solchen Machtkampf zwischen zwei führenden Freimaurerinnen enthalten, drängt sich doch die Frage auf, es da Zusammenhänge gibt. Dieser Frage ist aber offenbar in der Literatur - soweit übersehbar - noch nicht nachgegangen worden.

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