Mittwoch, 31. August 2011

Papst-Besuch - passende Worte zu ihm

Massenverbrechen an Kindern und Jugendlichen

Norbert Denef findet die richtigen Worte zum Papstbesuch (netzwerkB) (Hervorhebung nicht im Original):
netzwerkB empfindet es als eine Zumutung gegenüber den Betroffenen von sexualisierter Gewalt, wenn der Chef einer Organisation, die die  Massenverbrechen an Kindern und Jugendlichen zu verantworten hat, vor dem Deutschen Bundestag reden darf, währenddessen die Opfer per Gesetz zum Schweigen, in die Rechtlosigkeit und in die Hilflosigkeit gezwungen werden – das ist Salz in ihre tiefen, noch immer frischen Wunden.

netzwerkB wird den Abgeordneten des Deutschen Bundestages zum Zeitpunkt, wenn der Papst im Reichstag spricht, einen Ball „Verjährungsfristen aufheben!“ zuspielen.

Im Frühjahr 2010 wurden eine Reihe von Skandalen publik, die zuvor jahre- und jahrzehntelang vertuscht wurden. Jede Zeitung und jeder Sender hat über die Verbrechen an Kindern und Jugendlichen berichtet. In aller Regel kam es bis heute weder zu Strafverfolgungen noch zu Hilfen und Entschädigungen für die Opfer.

Aufgrund der existierenden Gesetzgebung bleiben die Opfer systematischer sexualisierter Gewalt in der Regel ihr Leben lang Opfer. Der Bundestag bekräftigt bis heute diese Rechtspraxis.

Mit diesen Verjährungsfristen wird ein real existierender Täterschutz betrieben.

Stattdessen müssen die zivilrechtlichen und strafrechtlichen Fristen nicht nur verlängert, sondern ganz aufgehoben werden, um Aufklärung, Anerkennung der Opfer und ein Recht auf angemessene Hilfe und Entschädigung sicherstellen zu können.

netzwerkB fordert:
  • Die Verjährungsfristen müssen aufgehoben werden! Und zwar rückwirkend, um die Verbrechen aufzuarbeiten, für das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Das Verschweigen, Verleugnen und Vertuschen muss ein Ende haben.
  • Die Betroffenen haben ein Recht auf lebenslange Hilfe und Unterstützung. Das Recht auf eine ordentliche Entschädigung darf nicht an den bestehenden Verjährungsfristen scheitern.
  • Wenn in Deutschland Täter oder deren Arbeitgeber nach internationalem Maßstab zu 1 Million Euro Entschädigung verurteilt werden, dann gibt es keine Versetzungen von Serientätern mehr in andere Schulen oder Kirchengemeinden. Auch die Prävention würde ernst genommen.
Der Bundestag wird aufgefordert, die zivilrechtlichen und strafrechtlichen Verjährungsfristen für sexualisierte Gewalt aufzuheben!

Dr. Marcella Becker, Norbert Denef, Susanne Schröder

Norbert Denef 2010 in Rom (Wiki) - Auf diesem Foto ist einmal ein Opfer groß und der Vatikan klein dargestellt: gut so!

Montag, 29. August 2011

Die katholische Lobby wäre einflußlos heute? - Ha, ha, ha!

Die Spaß-Kirchenkritik der derzeitigen Giordano-Bruno-Stiftung

Die derzeitige Berichterstattung in Vorbereitung auf den Papst-Besuch kann vieles sehr gut aufzeigen, was einem ohne diese Berichterstattung niemand glauben würde. Daß es überhaupt noch Katholiken gibt in Deutschland angesichts dieser Berichterstattung ist hochgradig erstaunlich.

Liest man nun den Newsletter der Giordano-Bruno-Stiftung, bzw. des oft interviewten Vordenkers der Atheisten in Deutschland, Michael Schmidt-Salomon (bzw. genauer: der humanistischen Naturalisten), gewinnt man den Eindruck, daß hier auffällig unernst "Spaß"-Kirchenkritik betrieben wird, ebenso wie schon vor einiger Zeit auffällig unernst "Spaß"-evolutionäres Denken gefördert worden ist. Das ist alles sehr auffällig und dazu angetan, die derzeitigen Verhältnisse eher zu stabilisieren als zu destablisieren und wirklich ernsthaft zu verändern angesichts des Ernstes der Vorwürfe, die gegenüber der katholischen Kirche heute zu erheben sind und erhoben werden und angesichtes der Bedeutung des heutigen evolutionären Denkens für unser Weltbild und für das Überleben der Völker insgesamt.

Katholische Lobby auf 90 Grad zerkochen

Diese ganze katholische Lobby sollte man in einen Topf stecken und auf 90 Grad zerkochen, daß nichts mehr von ihr übrig bleibt. Unsere 5 Cent zu dieser Debatte. Wer jedenfalls behauptet, daß die katholische Lobby keinen Einfluß auf die derzeitigen Politiker und die derzeitige Politik hätte, daß sie nicht über Milliarden Gelder verfügen würde, die sie einsetzen könnte und einsetzt, und daß sie nicht ebenso einflußreich sein könnte, wie einflußreichste Geheimdienste, der wird durch fast jeden Nachrichtenbeitrag in der derzeitigen Debatte zum Papst-Besuch eines anderen belehrt.

Wie atmet man doch schon auf, von einem Wowereit zu hören, daß er die Kritiker des Papst-Besuches "verstehen" könne! Nur allein ein solcher Satz muß ihm schon größte Mühe bereitet haben. Was für ein Wahnsinn!!!

- Gestern war im Inforadio Berlin ein längeres Interview mit David Berger zu hören, jenem homosexuellen Priester, der über Kirche und Homosexualität Bücher schreibt, und der mit anderen sagt, daß etwa die Hälfte aller katholischen Priester homosexuell sind, also nach den aktuellsten Anweisungen des Papstes gar nicht Priester sein dürften. Dann sagt er aber: das wird von der Kirchenführung bewußt toleriert, damit alle diese Priester  erpreßbar sind und gefügig gemacht werden können für den Fall, daß sie an irgendeiner Stelle ausscheren wollen. Das paßt zu allem, was man über jesuitisches Handeln unter Liberalen in Deutschland immer schon sagte, und was wir hier auf dem Blog niemals anders formuliert haben.

Ins Gesicht schreiende Unverschämtheit

Die katholische Kirche ist heute ein System unglaublicher, ins Gesicht schreiender Unverschämtheit und einer Umkehrung aller Werte in einem Umfang, der selbst ein Friedrich Nietzsche sprachlos gegenüber geworden wäre. Allein die Existenz der katholischen Kirche heute beweist, wie mächtig sie ist. Denn ein solches, aller Anständigkeit und Ehrlichkeit und Redlichkeit Hohn sprechendes Gebilde kann in einer modernen Gesellschaft wie der unseren nur überleben, wenn sie über ausgefeilteste Geheimdienst-Arbeit, Lobby-Arbeit ihre Existenz stabilisiert und absichert.

Und daß sich diese Lobby-Arbeit nicht auch tief in die Kreise der populärsten Kirchenkritiker in Deutschland hinein erstrecken würde, das wird erst noch zu beweisen sein.

Sonntag, 28. August 2011

"Der lindenumsäumte Tempelweg Preußens ...."


Ganz Berlin eine große Fußgängerzone ....

Wer die letzte öffentliche Lesung der Dichterin Agnes Miegel (1879 -  1964, Wiki), die auf Tonband aufgenommen worden ist (1), sich einmal angehört hat, der wird wohl nicht so leicht den Tonfall vergessen, die Stimmung, die Bewegtheit in der Stimme, mit denen bei dieser Lesung unter so vielem anderen auch vom "lindenumsäumten Tempelweg Preußens" vorgelesen wurde, "den jeder von uns einmal gehen mußte".

Worte und Stimmungen einer ganz anderen Zeit. Das gilt schon für die 1960er Jahre. Und dabei ist diese Zeit auch heute erst 100 Jahre her. - 100 Jahre, die in unserem Zeitempfinden vielleicht doch "länger" gedauert haben als bloß 100 Jahre?
Abb. 1: Die Neue Wache "Unter den Linden" in Berlin um 1900
Wenn man mit dem Klang dieser Stimme in der Erinnerung seither in Berlin "Unter den Linden" bummelt und spazieren geht, jenem "lindenumsäumten Tempelweg Preußens" nach den Worten Agnes Miegels, sucht man sie zumeist wohl vergeblich, jene Stimmung, die diese Dichterin zu solchen Worten hatte veranlassen können in Erinnerung an ihre eigene Kinder- und Jugendzeit um 1900.

Abb. 2: Das Zeughaus "Unter den Linden" in Berlin um 1900
Bevor der Miegel-Text im Zusammenhang gebracht werden soll, in dem diese Worte enthalten sind, soll zunächst ein Tonbeispiel gebracht werden, offenbar ebenfalls aus der letzten Lesung Agnes Miegels, um einen Eindruck von der Stimmung zu erhalten, den auch jener Text bei der Lesung erzeugen konnte (nur die ersten 50 Sekunden):


In dem Text, auf den es uns hier ankommt, spricht Agnes Miegel von ihrer Kindheit, und wie sie mit ihren auch vom Elternhaus und der gesellschaftlichen Umwelt geprägten Kinderaugen von Königsberg im "abgelegenen" Ostpreußen aus in die Welt hineinblickte und wie sie diese Welt erlebte und ersehnte. Dabei schreibt sie dann unter anderem (1):
... Und Ferne - was war Ferne? Ferne waren die Hochseedampfer im Hundegatt und an der Grünen Brücke. ...
Abb. 3: Siegesallee im Großen Tiergarten in Berlin um 1910
Und sie kommt von diesen auf "Schweden und Schottland, Holland und Dänemark" zu sprechen, auf die Städte Danzig und Memel, die mit diesen Dampfern zu erreichen waren oder von wo dieselben kamen. Und dann kommt sie auf Hamburg zu sprechen:
... Hamburg, das aus blinzelnden Feueraugen über die graue Nordsee blickt, von dessen Kai man mit Dampfern, groß wie eine Stadt, überall hinfahren konnte, wohin man sich sehnte - wenn man erst groß war! Aber wo man hinkam, so gewiß wie auf die Schulbank und an den Komunionstisch - das war Berlin! Berlin, tief im Land über Weichsel und Nogat, über Niederung und Heidesand, über Oder und Bruch - Berlin! Nicht das Sterntaler-Märchen, das auch so hieß, von dem wir uns abends im Winter, wenn draußen die Sterne in der eisigen Frostnacht funkelten, heimlich noch im Bett erzählten, jene immer helle Weihnachtsmarktstadt, wo jeder Arme Arbeit fand und auf den Reichen Kuchen und Braten warteten - nein, nicht jenes Berlin. Sondern das andere Berlin zwischen Brandenburger Tor und Wache, der lindengesäumte Tempelweg Preußens, den jeder von uns einmal gehen mußte, um vor der Siegesgöttin, die dort vor den Wolken ihr Viergespann lenkt, das heilige Feldzeichen erhoben, sich erschauernd als das Kind des Volks zu fühlen, das sie geführt. Um sich voll ergriffener Ehrfurcht zu fragen, wie man das eigne kleine Ich in der stummen Selbstzucht pflichterfüllten Alltags solchen Ruhms, solch strenger Größe wert erweisen könnte!
In dieser Welt wuchs ich, aus ihr kamen, die mich erzogen. Keinen andern Ehrgeiz, keine andre Aufgabe kannten sie als diese.
Abb. 4: Unter den Linden, Ecke Friedrichstraße um 1900
Wirklich, eine andere Zeit! Auch unsereiner kam in den 1980er Jahren noch fast so "gewiß" wie um 1900 auf Schulfahrten nach Berlin, um das "eigene kleine Ich" - unter anderem - mit einer Mauer zu konfrontieren, die sich damals durch Berlin zog und das gesellschaftliche Leben beiderseits tief und beängstigend voneinander schied. Also was für eine ganz andere Stimmung als jene von Agnes Miegel um 1900! - Und heute?

Agnes Miegel lernte "Unter den Linden" im Jahr 1900 übrigens auch ihre erste und einzige große Liebe ihres Lebens kennen, wie erst lange nach ihrem Tod bekannt wurde, nämlich den Balladendichter Börries Freiherr von Münchhausen, mit dem sich eben dort unter den Augen ihres altbacken-konservativen Vaters ein tief in ihr ganzes künftiges Leben eingreifendes uneheliches Verhältnis anspann.

Abb. 5: Unter den Linden, Cafe Bauer um 1900
Aber heute sucht man, wie gesagt, jene ergriffene oder auch nur gesellschaftlich lebensfrohe Stimmung der Zeit um 1900 "Unter den Linden" vergebens. "Promenieren"? Autos rasen vorbei und verbreiten eine Unruhe, die auch unter den zahllosen Touristen aus aller Welt keine Besinnung mehr wollen aufkommen lassen.
Abb. 6: Potsdamer Platz um 1900 / rechte Bildmitte: Mann mit Pickelhaube und Koffer ;-)

Berlin - Die Welt von gestern in Farbe

Doch nun ist ein neuer Bildband erschienen "Berlin - Die Welt von gestern in Farbe" (3, 4). In der gleichen Reihe mit ähnlich gestalteten Bänden zu "Bayern", "Venedig", "Wien", den "Alpen", "Steiermark", "Salzkammergut" oder "Niederösterreich". Und die hier gebrachten "kolorierten" Fotos sind so lebensnah, wirken so unmittelbar, daß man anhand ihrer zum ersten mal geradezu körperlich zu spüren meint die Ruhe des Lebens in einer Großstadt wie Berlin um 1900. "Verkehrsberuhigt" heißt es ganz richtig zu einem dieser Fotos im "Tagesspiegel". Wie eindrucksvoll: Eine ganze große Stadt "verkehrsberuhigt". Eine einzige große Fußgängerzone!

Abb. 7: Spree und Dom um 1900
Wie konnten nur damals schon Leute über "die Großstadt" klagen? Und was würden diese erst heute sagen? Jedenfalls: Man stelle sich Berlin einmal so heute vor - und man wird mit der dichten Bebauung in dieser Großstadtwüste schon eher versöhnt sein, bzw. den Stadtplanern des 19. Jahrhunderts weniger grollen, als man das bislang vielleicht getan und sie dabei für gänzlich übergeschnappt gehalten hat. 
Abb. 8: Das Brandenburger Tor um 1900 - voll war es auch damals schon ...
Etwa wenn man hört, daß es schon vor 1914 Pläne gegeben hat, das gesamte Tempelhofer Feld zu überbauen. Das war also auch schon damals geplant ... Aber die Stadtplaner von damals entschuldigt mehr als jene, die heute so etwas planen. Alle Straßen planten sie, ohne sich dessen bewußt zu sein, als Fußgängerzonen.

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1. Ostpreußen - Es war ein Land. CD: Es war ein Land von Agnes Miegel (Audio CD - Bublies 1986)
2. Agnes Miegel zum 85. Geburtstag am 9. März 1964. Hrsg. von der Landsmannschaft Ostpreußen, S. 11f (freie pdf.-Datei)
3. Christian Brandstätter (Hg.): Berlin – Die Welt von gestern in Farbe. Mit Texten von Philipp Blom. Brandstätter-Verlag, 160 Seiten
4. Lars von Törne: Kolorierte historische Fotos - Berliner Blütejahre. Tagesspiegel, 23.04.2011

Abb. 9: Bismarck-Denkmal vor dem Reichstag um 1900

Dienstag, 23. August 2011

"Intelligenznaturalismus" - - - und das Schaffen neuer Mentalitäten

Schleich dich, Du Biologist, Du!

Aus Sachsen sandte uns ein Blogleser schon letztes Jahr einen Zeitungsartikel zu per gelber Post. Vielen Dank noch einmal nachträglich! Damals fühlten wir uns "overnewst" und brauchten Abstand zur Thematik. Heute fällt er uns wieder in die Hände. Und der Artikel ist so liebreich um eine bestimmte Art von Worten und Begriffen herum gruppiert, daß wir zunächst einmal nur diese Begriffe selbst für sich sprechen lassen wollen. Sie, lieber Leser, dürfen dann raten, in welchem thematischen Zusammenhang dieser Artikel geschrieben worden ist und zu welchen Schlußfolgerungen er kommt:
... Biologismus, biologistisch, biologistisch, Naturalisierung, genetischer Detrminismus, Intelligenzbiologismus, Biologismus und Naturalismus, Intelligenznaturalismus, Reich der Determination, Biologismus, Intelligenzdefizit, erbbiologische Erklärung, die Naturalisierung des Anderen, Fremden ...
Und hast Du Dich durch dieses Wortbombardement hindurchgefressen, bekommst Du im letzten Satz hingerhergeworfen die Begriffsgruppe:
... migrante wie autochthone Bevölkerungsgruppen.
Aaaaaalso ...: Liiiiieber "Autochthone"! Liiiiieber "Migrant"! Deine Aufgabe: Schreibe einen Aufsatz, in dem die genannten Begriffe und Formulierungen in der Reihenfolge verwendet werden, in der sie oben gebracht worden sind. Vergleiche Deinen Aufsatz dann mit dem Text, dem wir sie entnommen haben.

Bitte nicht vorher gucken, --> hier jedenfalls ist der Text. Aus einer großen deutschen Tageszeitung von einem Professor an einer großen deutschen Universität, falls Dir diese Hilfestellung noch etwas nützt. Denn daß der Autor "nur" Soziologe ist, wird Dir beim Lesen auch überraschend erscheinen angesichts der auffälligen unvergorenen naturwissenschaftlichen "Informiertheit", die er aufzuweisen bemüht ist. Kennt er doch nicht nur Richard Lewontin und Stephen Jay Gould, sondern hat sogar schon einmal Begriffe wie "Epigenetik" und "neuronale Plastizität" gehört. Er kennt sogar, man höre und staune, einen solchen Buchtitel wie "Bell Curve".

Gut. Versuche gerne auch selbst, diese letztgenannten Namen und Begriffe in Deinen Aufsatz mit einzuflechten, falls Sie Dir etwas sagen. Gut. Und dann gib Dir am Ende selbst eine Note im neudeutschen Fach politisch-korrektes "Gut"-Sprech des "Neumenschen" oder korrektes politisches "Neusprech" des "Gutmenschen" ...

Es soll einmal auf Neue "organisiert" und "institutionalisiert" werden, um vorteilhafte Mentalitäten zu schaffen

Wenn Du Lust hast, denke dann noch über folgenden Satz nach und kreise die Begriffe ein, die Dir auffällig erscheinen: 
Es war stets die Mitgliedschaft in Organisationen, die die Mentalitäten erzeugt haben, die eine Gesellschaft braucht. Vielleicht müssen wir heute neue Institutionen erfinden oder die bestehenden verändern ...
Es soll also nach Meinung dieses Autochthonen oder dieses Migranten*) einmal aufs Neue "organisiert" werden. Es soll einmal aufs Neue  "institutionalisiert" werden. Als hätten wir noch nicht genügend - - - "Organisationen", - - - "Institutionen".Und stimmt denn der Satz überhaupt? Einfach einmal nur die lebendige Muttersprache einerseits und folgerichtiges wissenschaftliches Denken andererseits jeweils für sich selbst Mentalitäten prägen lassen, geht ja wohl scheinbar nicht ...

Und damit "Pfüat di!", Du ... Bestie .. der Intelligenz, Du, ähm, Du, .... Intelligenznaturalist, Du, ähm, ... Du, Du Intelligenzbiologist, Du, ähm, Du, Du ... Biologist, Du!!!!!

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*) - wer weiß das heute schon? - Vorname: Armin, Nachname: Nassehi. 

Montag, 22. August 2011

Priesterdiktatur in Chile: Die "Colonia Dignidad"

Lebt(e) die Organisation "Lebensborn" in Südamerika fort auf einem Territorium so groß wie das Saarland?

Alle schwafeln okkult von "Neuschwabenland". - Und niemand redet über die "Colonia Dignidad"? Hat nicht auch das "Methode"? - - - 

Nachdem wir uns hier auf dem Blog mit elitärem Satanismus, Gewalt und Folterungen, Mind control-Experimenten an Kindern und Erwachsenen und damit verbundener Eliten-Kontinuität über das Umbruchjahr 1945 hinweg beschäftigt haben, haben wir auch einen "Google Alert" für das Stichwort "Kinderschänder" eingerichtet. Und man bekommt über dieses Stichwort immer wieder, nun ... - - - "interessante" Nachrichten. Nachrichten, die auch viel mit Hintergrundpolitik zu tun haben, und denen man geradezu zwangsläufig nachgehen muß.

Nützlicher Nachrichtendienst "Google Alert"

Diese Woche wurden wir durch einen "Google Alert" auf die uns bis dato unbekannte "Colonia Dignidad" hingewiesen (Amerika21.de 1, 2, 3), ihren Gründer und Leiter Paul Schäfer, der wegen vielfacher sexueller Gewalt an Kindern in Chile verurteilt wurde, inzwischen gestorben ist, und dessen Stellvertreter Hartmut Hopp sich der Strafverfolgung in Chile entzogen hat und heute in Krefeld lebt, und derzeit offenbar von deutschen Strafverfolgungsbehörde immer noch auffällig wenig behelligt wird.

Da wir in Kommentaren hier auf dem Blog schon auf auch in unserer Zeit bestehende "Zuchtfarmen" in abgeschotteten (oft christlichen) Sekten hingewiesen worden waren, mußte durch diese aktuellen Berichte unsere Aufmerksamkeit geweckt werden.

Jesuitischer Beichtzwang, jesuitischer Zölibatszwang, jesuitischer Seelenmord

Und nachdem man insbesondere das folgende auf Wikipedia liest, natürlich noch um so mehr:
Im Dezember 2005 erfolgte eine weitere Anklage gegen Schäfer, nachdem die ehemalige Leiterin der Klinik der „Colonia“, Gisela Seewald, gestanden hatte, Kinder mit Elektroschocks gequält und unnötigen „psychiatrischen Behandlungen“ unterzogen zu haben, um sie gefügig zu machen.
(s. a. Wiki). Geködert wurden die Mitglieder damit, daß man versprach, man wolle so leben wie die "Urchristen", also kommunistisch. Es gibt zumindest auch Vermutungen, daß in dieser von der Außenwelt abgeschotteten Kolonie regelrecht "Menschenzucht" betrieben worden ist. Der Kölner Stadtanzeiger von 2004 schreibt:
... Gemballa berichtet von chilenischen Kindern, die in der deutschen Kolonie verschwunden sind. Es sollen vor allem Kinder mit "germanischen" Merkmalen gewesen sein. Adrian Bravo, Mitarbeiter des Krankenhauses der "Colonia", erzählt im Film von erfolgreichen Experimenten mit der künstlichen Befruchtung von Tieren. Für den WDR-Journalisten Gemballa gibt es einen weiteren Hinweis. daß auch Menschen in der "Colonia" durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden: Dr. Gisela Seewald, Ärztin im Koloniekrankenhaus, promovierte über dieses Thema. Auch bekannte Experimente des Sektenarztes Hartmut Hopp, der Jungen grundlos einen Hoden entfernt haben soll, passen in das Szenario.
Schon früher rankten sich Gerüchte um die vielen Kinder, die auf Bildern aus der "Colonia" zu sehen sind. Denn Schäfer verlangt von seinen Anhängern sexuelle Askese. Er verbringt die Nächte mit kleinen Jungen, während seine Gefolgsleute in Männer-, Frauen- und Kinderhäusern schlafen. Nur wenige Ehen werden von ihm zugelassen. Zusammen wohnen dürfen die Eheleute auch nach der Heirat nicht.
Mind control- und Menschenzucht-Experimente bis in die 1990er Jahre?

Das ist einfach nur Wahnsinn (siehe auch Teil 1 dieses Zeitungsberichtes). Diese "Kolonie" wurde von bigotten freikirchlichen, also protestantischen Christen geleitet. Aber da sie Jahrzehnte lang toleriert worden ist - und "genutzt" worden ist! (ebenso für Folterungen, wie um das Ansehen Chiles im Ausland zu heben!!!) - in einem so katholischen Land wie Chile mit einer so ausgeprägten Militärdiktatur, muß man doch vielerlei Merkmale dieser "Colonia Dignidad", dieser blasphemisch "Kolonie der Würde" genannten Sekte geradezu als "jesuitisch" empfinden: Beichtzwang! Zwangszölibat! Mönchs- und Nonnen-artiges Leben. Sexuelle Gewalt gegen Kinder! 

Im folgenden - als Einführung - das Video über und mit einem der Überlebenden dieser Priesterdiktatur und dieses Priesterterrors, ein fünfeinhalbminütiges Video mit keinerlei versöhnlichem Ende:


- - - Eigentlich hatten wir geglaubt, wir hätten uns im letzten halben Jahr erst einmal genug mit all diesen ganz und gar abstoßenden Themen beschäftigt. Aber immer wieder stößt man noch einmal auf etwas Neues, durch und durch Kennzeichnendes, Erhellendes, was so vieles andere bestätigt und auf das andere wieder neues Licht wirft. Ob es uns also gelingt, unsere Absicht zu verwirklichen, in solche Themen nicht mehr so tief einzusteigen, bleibe einstweilen dahingestellt. 

Denn was für ein bizzares, erschütterndes neues Thema ist dieses Thema "Colonia Dignidad". Insbesondere zusätzlich noch, weil in dieser Kolonie so auffällig parallel zum Dritten Reich "deutsches Kulturgut", "deutsches Volkstum" "vorbildlich" gepflegt worden ist und nach außen als vorbildlich hingestellt worden ist, sogar von Franz Josef Strauß gelobt worden ist ... Siehe auch: Youtube:
Eine TV-Dokumentation über das deutsche Sektenlager in Chile, seinen Anführer Paul Schäfer und die weltweiten Verstrickungen mit Geheimdiensten und Politik.
Da steckt wieder einmal unglaublich viel "im Busch". Der genannte Wikipedia-Artikel, Bibliothekskataloge und Amazon verzeichnen reichhaltige Literatur (1 - 8), die zur Beantwortung derselben einmal erneut ... durchforstet werden müßte ...

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1. Amnesty International: Colonia Dignidad. Deutsches Mustergut in Chile - ein Folterlager der DINA. Frankfurt a. M. 1977 (60 S.)
2. Waltemathe, Ernst: Stecken Pinochet und der Führer der deutschen Siedlung, "Colonia Dignidad" unter einer Decke? Zum Prozeß gegen STERN und Amnesty International. In: Sozialdemokratischer Pressedienst.(1988), H. 151 [10.08.1988], S. 3
3. Gemballa, Gerd: Colonia Dignidad. Ein Reporter auf den Spuren eines deutschen Skandals. Campus Verl., Frankfurt [u.a.] 1998 (zuerst 1988)
Umfang / Seiten 213 S.
4. Heller, Friedrich Paul: Lederhosen, Dutt und Giftgas. Die Hintergründe der Colonia Dignidad. Schmetterling-Verlag, Stuttgart 2006 (zuerst 1993 unter dem Titel "Von der Psychosekte zum Folterlager")
(Dokumentarischer Bericht über die Erhaltung der Colonia Dignidad als "Staat im Staate", als ABC-Waffen- und Waffenschmuggeldepot und als Territorium zur Folter und Vernichtung politischer Gegner des Diktators Pinochet.)
5. Vedder, Efraín: Weg vom Leben. 35 Jahre Gefangenschaft in der deutschen Sekte Colonia Dignidad. Ullstein, Berlin 2005, 2007
6. Schnellenkamp, Klaus: Geboren im Schatten der Angst. Ich überlebte die Colonia Dignidad. Herbig Verlag, München 2007
7. Martin Farkas [Regie, Kamera]; Matthias Zuber [Regie, Prod.]; Britta Buchholz [Drehbuch]: Deutsche Seelen. Leben nach der Colonia Dignidad [DVD-Video]. Zorro Film, 2010.
(Rüdiger war ein Kind, Aki zwei Monate alt und Kurt der Stellvertreter des pädophilen Sektenchefs. Sie kamen 1962 gemeinsam mit 500 anderen deutschen Sektenmitgliedern nach Chile und lebten über 40 Jahre weggeschlossen von der Welt. Der Film erzählt den Versuch, nach Jahrzehnten von Verbrechen wie Folter und Mord als Kollektiv weiter zu bestehen. Es sind deutsche Geschichten von Verdrängung, Sehnsucht, romantischem Schwärmen und Verzweiflung. Es ist ein Film über Schuld, Opfersein und dem Umgang damit. DEUTSCHE SEELEN - LEBEN NACH DER COLONIA DIGNIDAD zeigt konfliktreiche, persönliche Geschichten, die jedoch weit über das Persönliche hinaus etwas über die Funktions- und Wirkungsweisen totalitärer Systeme und deren Folgen für den Einzelnen erfahrbar machen.
Dokumentarfilm über das Innenleben der berüchtigten "Colonia Dignidad", einer sektenartigen Gemeinschaft deutscher Siedler in Chile, die 1961 gegründet wurde und in der heute noch rund 150 Mitglieder zu Hause sind. In Interviews offenbart sich ein System des Schreckens, das mit der Theorie einer vermeintlich übermenschlichen Liebe verschleiert wurde. Die Erfahrungen der Sekte verdichten sich im Film zur Parabel über geschlossene Gesellschaften, die damit verbundene Schuld und Sühne sowie die Beschädigung des Individuums durch Freiheitsentzug, Ideologie und Gewalt.)
8. Fröhling, Ulla: Unser geraubtes Leben. Eine Liebe in der Colonia Dignidad. Bastei Lübbe, 18. Februar 2011

Donnerstag, 18. August 2011

Lebendig sein - das revolutionäre Konzept der Zukunft

Inmitten eines Reiches von schattenhaft-glatten Menschen lebendig bleiben ...

Unser Blog fordert seit Mai 2008 "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!" Er fordert also Lebendigkeit im gesellschaftlichen Leben. Die Lobbykräfte, Hintergrundmächte und Geheimdienste können Lebendigkeit nicht schaffen. Sie könnten sie höchstens - zulassen. Und die so auffallende - mitunter außerordentlich beklemmende - Tatsache, daß selbst dieses "Zulassen" heute fast nirgendwo im öffentlichen Leben mehr geschieht, läßt einen auf viele Gedanken kommen, von denen einige im folgenden wiedergegeben werden sollen.

Was diese Kräfte schaffen können, das ist ja beispielsweise das, was Hollywood und Northcliffe, Hugenberg, Springer, Kirch, Murdoch, Mohn (Bertelsmann)*) immer schon getan und "geschaffen" haben: Einförmigkeit, "Plakatives", Stromlinienförmiges, Glattes, "Schemenhaftes". Eines der letzten allgemeiner bekannt gewordenen Beispiele hierfür war und ist ein gewisser - ähem - Freiherr von und zu Guttenberg. Die Art und Weise, wie er gefördert wurde (Stichwort "Julius B. Kerner") und wie zäh das Establishment an ihm hing (und hängt?) und wie es sich der Einsicht verweigert(e), daß er nicht mehr zu halten sein könne - trotz aller Chuzpe **), mit der solche Leute normalerweise gehalten werden -, und zwar schlicht weil das Internet eine Art unabhängige Weltmacht geworden sein könnte, die ihre "Kreise" mitunter doch noch stören könnte - alles dies kann belehren über die Art und Weise, wie diese Kräfte allein wirken und was sie allein "erschaffen" können: Lebendiges jedenfalls nicht.

Der neueste "Spiegel"

aus: Der Spiegel, 08.08.2011
Im neuesten "Spiegel" (1) wird dargelegt, wie die einst von dem Religionsdemographen und CDU-Politikberater Michael Blume und vielen anderen so hoch gelobte und gepriesene Familienpolitik der Ursula von der Leyen schlichtweg nichts von dem zuwege gebracht hat, was sie hatte zuwege bringen sollen und wie es so "zuversichtlich" von einem Michael Blume und so vielen unzähligen anderen vorausgesagt worden ist. (Damals - 2008 - bot Michael unserem Blog dieserhalben sogar noch ganz zuversichtlich eine Wette an) (s.a. GA-j!). Trotz umfangreicher Mehrausgaben ist die deutsche Geburtenrate gleich geblieben oder sogar gesunken (siehe Grafik rechts). Und keine Empörung regt sich mehr in Deutschland. Der "Spiegel", dieses moralisch seit Jahrzehnten durch und durch versumpfte Blatt, kann es der deutschen Öffentlichkeit sogar bieten, seitenlang inhaltslos darüber zu diskutieren, was wohl - oho, oho! - die Gründe sein könnten für die Erfolglosigkeit der vormaligen Krippen-Ministerin und ihrer vormals so auffällig übertrieben in den Himmel gelobten Politik.

Hey, diese Erfolglosigkeit in Sachen Familien- und Rentenpolitik hat in der bigotten, christ-katholischen CDU Jahrzehnte lange Tradition. Der folgenschwerste Irrtum der Regierung Adenauer auf dem Gebiet der Sozialpolitik: "Kinder kriegen die Leute von alleine". Der folgenschwerste Irrtum der Regierung Kohl auf dem Gebiet der Sozialpolitik: "Die Rente ist sicher". Der folgenschwerste Irrtum der Regierung Merkel auf dem Gebiet der Sozialpolitik: Elterngeld und Krippenpolitik wird die Geburtenrate heben.

Was fehlt, ist Lebendigkeit

- Was fehlt in der familienpolitischen Debatte - und auch sonst -, ist schlicht Lebendigkeit. Wo ist sie geblieben? Noch vor wenigen Jahren - 2008 - gab es sie in der familienpolitischen Debatte. Das ist jedem Beitrag unseres Blogs aus der damaligen Zeit zu entnehmen. Es kann genau datiert werden, wann diese Lebendigkeit einen ganz und gar lächerlichen Tod gestorben ist: In der berühmt-berüchtigten Julius B. Kerner-"Autobahn darf man nicht sagen"-Fernsehdiskussion mit Eva Herman. Seither ist die familienpolitische Debatte so steril, wie es der "Spiegel" heute wagen kann, sie der deutschen Öffentlichkeit anzubieten.

Und das drängt einem einen neuen Gedanken auf: Warum müssen Lobbymächte eigentlich Lebendigkeit so fürchten, daß sie noch nicht einmal einer Eva Herman einen anerkannten und respektierten Platz im öffentlichen Diskurs gewähren konnten? Daß sie noch nicht einmal einer Margot Käßmann einen solchen herausgehobenen Platz gewähren durften? Daß sich auch ein Oskar Lafontaine zurückziehen mußte? (Von seiner Frau Christa Müller ganz zu schweigen.)

(Ein Thilo Sarrazin übrigens hat niemals besonders intelligente Vorschläge auf dem Gebiet der Familienpolitik gemacht. Er hat hier nur sehr öffentlichkeitswirksam - und bis heute folgenlos - auf einen demographischen Ist-Zustand hingewiesen und diesen in Bezug gesetzt zu modernen humangenetischen Erkenntnissen. Aber auch er ist - vielleicht zu seinem eigenen "Glück" und zum "Glück" der Lobbymächte - im politischen Diskurs derzeit kaum noch präsent.)

"Fundis" nicht geeignet für "Realpolitik" im Sinne der Lobbymächte 

Die Antwort auf unsere Frage wird sein, daß jede Form der Lebendigkeit, mag sie sich auch noch so "partiell" äußern (vergangenheitspolitisch wie Margot Käßmann, familienpolitisch wie Eva Herman, sozialpolitisch wie Oskar Lafontaine), sehr schnell allzu viele Grundsatzfragen aufwirft bezüglich der Gestaltung der Lebensverhältnisse in unserer Gesellschaft insgesamt. Es hängt einfach alles mit allem viel zu sehr miteinander zusammen, als daß das "wohltemperiert" geschaffene und derzeit gehaltene, quasi-totalitäre, auf der stumpfen Passivität der Bürger beruhende, wohlaustarierte System der Lobbymächte und des damit verbundenen gesellschaftlichen Klimas nicht infrage gestellt wären, würde auch nur an einer bestimmten, grundlegenderen Stelle in diesem System "Lebendigkeit", "Widerborstigkeit", "Gegen-den-Strich-Bürsten" zugelassen, anstatt abgewürgt werden.

Die Grünen konnten - wie übrigens einst die Nazis - erst Regierungspartei werden, als in ihrer Partei alle widerborstigen "Fundamentalisten" zugunsten der stromlinienförmigen "Realpolitiker" an den Rand gedrängt worden waren. Von dieser Partei ist an keiner Stelle mehr irgendeine Lebendigkeit zu befürchten.

Aber um es noch einmal deutlicher zu sagen: Wenn man eine Eva Herman in der Öffentlichkeit lächerlich machen muß, damit das System nicht aus dem Gleichgewicht gerät, dann ist dieses System bei weitem nicht so stabil, wie das vielen entmutigten Menschen oftmals erscheinen mag oder wie es auch dem Establishment oft erscheinen mag.

Sand im Getriebe

Es könnte also die Hauptaufgabe all jener sein, die an einer grundlegenden Reform unserer Gesellschaft wirklich und mit tieferem Ernst interessiert sind, einer Reform, die zwangsläufig in eine (hoffentlich friedliche) Revolution münden müßte, sich einfach nur Lebendigkeit zu bewahren. Bleibst Du nämlich ein lebendiger Mensch, bleibst Du ein Sandkorn im Getriebe eines Systems, das vielleicht in näherer oder fernerer Zukunft nur wegen Deiner so absolut merkwürdigen Existenz plötzlich stillstehen muß, nicht mehr so leblos weiter "rattern" kann. Will heißen: Auf Dich allein kann es - letztlich - doch ankommen.

Und natürlich darauf, daß Du "viele" wirst. Möglicherweise wird es künftig auf diese wenigen, ganz, ganz wenig gewordenen "Lebendigen" ankommen. Und sie werden plötzlich merken, daß dieser Satz von ihnen tatsächlich gilt: Alle Räder - alle psychologischen Tricks und Finten des Establishments - stehen still, wenn es dein starker Arm will. Dazu mußt Du nicht "Partei" sein. Dazu mußt du nur eines sein: lebendig.

Das jedoch - nämlich: lebendig sein - ist nicht einfach. Es könnte erforderlich sein, daß man sein ganzes Herzblut daran hängen muß, um nur dies eine zu werden und/oder zu bleiben: lebendig.

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1. Dill, Benita; Elger, Katrin; Fuhrin, Katharina; Hickmann, Christoph; Schwennicke, Christoph: Kinderland ist abgebrannt. Der Spiegel, 08.08.2011
2. Lisa Erdmann: Warum Deutschland keine Lust auf Kinder hat. Der Spiegel, 28.07.2011
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*) Stichwort "Medienmogule" oder harmloser: "Medienunternehmer", "Politikberater".
**) vgl. auch den jiddischen Witz am Ende --> dieses Artikels.

Montag, 8. August 2011

Lernt die Jesuiten kennen, lest das Jesuitenblatt, den "Spiegel" ....

... "Pöbelnde Dunkelkatholiken" (... - aber nicht doch ....???!)

Nachdem man sich eine Weile mit der Lobbymacht katholische Kirche beschäftigt hat - so wie wir dies hier auf dem Blog seit eineinhalb Jahren intensiver tun -, nachdem man verstanden hat, daß - geradezu zwangsläufig - nicht nur die Freimaurerei sondern auch der Jesuitenorden und andere vatikantreue Katholiken und katholische Orden tief im Geheimdienstunwesen etwa der CIA und seiner Nazi-begeisterten  "Rattenlinien" verflochten sind, verflochten sein müssen, nachdem man so und so viele Dinge in diesem Zusammenhang auf sich hat wirken lassen, kann man das, was der Jesuitenpater Klaus Mertes im neuesten "Spiegel" von sich zu lesen gibt, nur als im tiefsten Sinne verlogen empfinden. (Titel-Thema dieser "Spiegel"-Folge ist übrigens wieder einmal das Thema "Burnout". Daß unsere ganze Gesellschaft psychisch so ausgebrannt ist, wird mit der Lobbymacht katholische Kirche auch nur vergleichsweise wenig zu tun haben ... - ?)

Man beginnt immer stärker hindurchzuspüren, daß der "Spiegel" selbst - wie wir das auch schon von der "Zeit" an früherer Stelle feststellen mußten - ein Blatt dieser bigott-christlich-katholischen Lobbymacht selbst ist. Etwa wenn man den besorgten Artikel über das Ansehen des katholischen Ministerpräsidenten Kretschmann in der gleichen Folge liest. Hey, nichts Neues, sagt man sich: Jesuitenschüler, Edelkatholik und Blödeljournalist Matthias Mattusek hat im "Spiegel" Jahre lang die Kulturredaktion katholisch-jesuitisch im Sinne des "Sacro pop" geleitet. Hey, diese Seilschaften sitzen tief im "Spiegel" drin, viellicht sogar von Anfang an, als der "Spiegel" auch alte Nazis anstellte und nationalsozialistische Verbrechen verharmloste und Verbrecher deckte und über Rattenlinen zeitverzögert aufklärte (siehe frühere Beiträge hier auf dem Blog).

Und wenn dann das Interview mit Klaus Mertes betitelte ist "Pöbelnde Dunkelkatholiken". Hey! Mit so einer billigen Masche glaubt ihr durchzukommen? Hey! - - - Ist ja schön, wenn jemand mal nicht von "pöblenden Kirchenkritikern" spricht ... Denn in der Tat "pöbeln" bekannte und Dunkelkatholiken schon seit Jahrzehnten, seit Jahrhunderten und lassen Gesellschaften psychisch "ausbrennen". Aber kann eine solche Aussage aus dem Munde eines Klaus Mertes auch nur in irgendeinem Sinne wahrhaftig gemeint sein? Kann es das sein?

"Einer der bewegensten Momente"

Und was soll das eigentlich heißen, wenn der Mertes - wie auch früher schon oft - redet von einem - - -, räusper, einem ...
"der bewegensten Momente"?
Und dann davon spricht, wie Überlebende sexueller Gewalt des Jesuitenordens ihm ihre Erlebnisse geschildert hätten. Aha ...
"bewegende Momente". 
"Bewegend"!!! Hat der Mann sonst nichts, was er in seinem Leben als einen "bewegenden Moment" bezeichnen könnte? Er stellt sich "bescheiden" als "Mitschweiger" dar, der viel zu lange nicht "Aufklärer" gewesen wäre und es sogar jetzt noch nicht genügend wäre. Ja, ja, die menschliche Schwachheit! Er spricht sogar von - - - "systematischer" Gewalt im Jesuitenorden (!!!!) (- endlich!!!!, es geht wohl nicht mehr anders!!!). Er spricht sogar von "sektenartiger Struktur" (!!!) (- endlich!!!, es geht wohl nicht mehr anders!!!). Und warum? Nur um auch nicht mit dem leisesten Hauch einer Andeutung zu fordern, daß eine solche verbrecherische Organisation, eine solche Psychosekte im tiefsten Sinne des eigentlichen Wortes endlich verboten wird. Daß ihr Vermögen vollständig eingezogen wird, um Therapien zu bezahlen. Ohne nicht sofort und auf der Stelle sich von seinem Priestergelübbde und seiner Zugehörigkeit zum Jesuitenorden loszusagen. Man kann diesen Klaus Mertes als im tiefsten Sinne, in allertiefstem Sinne heuchlerisch empfinden.

Bloß "menschliche Schwachheit" in einer der ältesten absoluten Monarchien auf Erden?

Jesuiten: Bedingungsloser Gehorsam, absolute Unterwerfung
Soll man das alles als "menschliche Schwachheit" durchgehen lassen? Als einen "bewegenden Moment"? Denn das ist jetzt offenbar die Argumentationsstrategie: Der Jesuitenorden ist zwar eine verbrecherische Psychosekte - aber nur Segmente desselben, nicht der Jesuitenorden als Ganzes. - - - Und das läßt ihm eine kritische Öffentlichkeit durchgehen? Der Jesuitengeneral ist neben dem Papst (und einigen anderen Anführern von priesterartig-hierarchischen Psychosekten) einer der letzten "absoluten Monarchen" auf dieser Erde. Er ist aber noch mehr. Das typischste Kennzeichen des Jesuitenordens ist ja: Keiner seiner Untergebenen bis in die Reihen der Novizen hinein darf den jeweiligen Vorgesetzten in der Hierarchie, dem er in bedingungslosem Gehorsam unterworfen ist, in der sogenannten "Gewissensrechenschaft" auch nur irgendetwas über sich selbst oder über seine Mitbrüder verschweigen, ohne schärfsten Strafen ausgsetzt zu sein. Nichts darf verschwiegen werden. 

Und genau dieser Umstand macht die sexuelle Gewalt im Jesuitenorden nicht nur zu einer Ordens-übergreifenden, systematischen, sondern schlankweg zu einer Methode "Schwarzer Pädagogik" selbst. Wie kann ich Menschenseelen leichter zerbrechen und gefügig machen als durch einen solchen systematischen  Seelenmord? Als durch eine solche moralische Versumpfung, wie sie sich auch an allzu vielen Orten des katholisch-jesuitischen "Sacro Pop" im Medienwesen kundtut?

Ist Klaus Mertes ein ... "humaner Aufklärer"? - - - Wirklich? - Ja?

Wie der Klaus Mertes eigentlich "tickt", auch und selbst dieser vorgeblich so "humane" "Aufklärer", wurde uns hier auf dem Blog zum ersten mal tiefer erkennbar, als wir merkten, daß sich dieser Jesuitenpater im Jahr 2008 völlig distanzlos in die Reihen der missionarischen Vorkämpfer der Rekatholisierungsbemühungen Rußlands gestellt hatte, genau so wie das seine Vorgänger auch im Kalten Krieg getan haben, als man das Berliner Canisius-Gymnasium als "letzte Bastion vor Moskau" betrachtete und die Schüler entsprechend "abhärtend" behandelte. Gegen das heutige aggressives Vorgehen des Jesuitenordens im Machtbereich der konkurrierenden russisch-orthodoxen Kirche, im Machtbereich eines anderen absoluten Monarchen, des Patriarchen von Moskau, glaubte sich letzterer offenbar nur noch dadurch wehren zu können, daß er den obersten Jesuiten Rußlands, der gerade aus Deutschland zurückgekehrt war, schlichtweg ermorden ließ (1).

Klaus Mertes zuckte nicht mit der Wimper und sprach aus diesem Anlaß von einer 
"zunehmenden Progromstimmung gegen christliche Gruppierungen, die nicht zur Orthodoxie" 
gehören. Redet so ein - - - "Aufklärer"? Auch jemand, der sich nur von anderen so nennen läßt, sich selbst aber - - - "bescheiden" nicht so nennen will? Wenn man dann liest, wie zeitgleich andere Katholiken und Jesuiten auf diesen Mord reagierten (1), erkennt man erst, wie sehr dieser Jesuitenorden noch heute von jenem aggressivsten, antireformatorischen, anti-orthodoxen Rekatholisierungs-Eifer und -Geist erfüllt ist, mit dem er einstmals gegründet worden war. Was hat sich eigentlich seitdem bei ihm verändert? Und - hey - sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist in diesem "Kampf für Gott", in dem man die Vortruppe ist, ein bewährtes Mittel. Hat man in ... Amyklai die Kämpfer nicht auch durch den mann-männlichen Eros zu jenen Kämpfern gemacht, die sie wurden ....? (... Amyklai ... Worauf man alles kommt, wenn man die Dinge einmal zu Ende denkt ...*))

Der Mertes ist ein Taktierer durch und durch. In so gut wie jedem Satz, den er in dem "Spiegel"-Interview äußert, kommt das zum Vorschein und könnte hier noch lang und breit erörtert und begründet werden. Leute, lernt die Jesuiten kennen. Lest das Jesuiten-Blatt, den  - - - "Spiegel".

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*) So nennt sich auch der Internetblog des bigott-katholischen, rechtskonservativen Internetbloggers Klaas Bähre (der sich Sacro pop-mäßig zur "Blogger-Bohème" rechnet und als Angehöriger derselben wahrgenommen werden möchte ).

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1. Bading, Ingo: Ermordet im Kampf für den "rechten Glauben" - Jesuiten in Rußland heute. Auf: GA-j!, 12.3.2010

Freitag, 5. August 2011

Okkulte Priesterdiktatur für den "deutschen Raum"

Und Ausrottung des "verhurten Gesindels"

- Zu Friedrich Hielschers Buch "Das Reich" aus dem Jahr 1931

Der rechtskonservativ-okkulte Kriegshetzer, der Faschismus-Verherrlicher und Menschheitsverbrecher Friedrich Hielscher starb - leider - einen viel zu späten und friedlichen Tod im Jahr 1990 als tatteriger alter Greis. Er landete 1946 nicht am Galgen. Seine elitären Schreibtischtäter und Kollegen, die alle ebenfalls nicht gerecht bestraft worden sind, werden wissen warum.

NKWD-Offizier - Vorbild aller Totalitären
Gleich im ersten Satz des kriegs- und diktatur-verherrlichenden Buches von Friedrich Hielscher "Das Reich" von 1931 ist die Rede von "Herren": "Keiner der heutigen Herren des deutschen Raumes weiß, was zu tun ist." Und es ist kalt-abstrakt "geopolitisch" von "deutschem Raum" die Rede. So wie das Buch selbst den kalt-abstrakten Titel "Das Reich" trägt. Wobei der Verfasser - zunächst - noch offen läßt, ob er mit diesem Buchtitel des Jahres 1931 womöglich genau jenes "Schwarze Reich" meint, das dann "E. R. Carmin" im Bertelsmann-Bestseller nach 1994 noch einmal in anderer Form nicht prophetisch, sondern rückblickend zur Erläuterung gebracht hat (verlegt vom Psychosekten-Guru und Fraternitas Saturnis-Großmeister Ralph Tegtmeier). Im hinteren Teil des Buches von Hielscher wird es dann aber ausreichend klar, daß von Identischem die Rede ist wie bei E. R. Carmin. Abstrakt muß man reden, wenn man "Herren" der großen "Masse", dem "Gesindel" gegenüberstellt, welches man für beliebig austauschbar hält, oder dessen "Vernichtung" man als "Herr" gerne - - - "zuversichtlich" "bejaht". Nein: verherrlicht.

Der erste Beitrag hier auf dem Blog über den grauenvollen okkulten Kriegshetzer Friedrich Hielscher war zunächst nur aufgrund des Studiums von  Sekundärliteratur erarbeitet worden (1). Der dort erarbeitete Eindruck soll in diesem Beitrag überprüft und abgesichert werden anhand der Originalliteratur selbst. Das 380 Seiten starke Buch des Friedrich Hielscher "Das Reich" von 1931 (2) ist vergleichsweise gut ausgestattet und groß gedruckt. So wie sich das für einen "Herren" gehört. Bestimmt keine "Volksausgabe". Bestimmt keine "Massenauflage". Nein, allein für bürgerliche Eliten bestimmt oder für solche "barfüßigen Propheten", die sich von ihnen großzügig aushalten lassen. (Ein solcher nämlich scheint Hielscher gewesen zu sein.)

Die Masse interessiert nicht. Sie ist sowieso verloren. Damit paßt es übrigens besonders gut zusammen, daß der Autor zugleich auch sehr deutlich mit dem Kommunismus, mit der Enteignung alles Eigentums und mit elitärem Anarchismus sympathisiert. Also ein grauenerregender "Salon-Bolschewist". Ein Totalitarist reinsten Wassers.

Eigentlich ein Fall für den Irrenarzt, möchte man sagen, wenn man dann nicht erfährt, daß "berühmte" Leute mit ihm als Ihresgleichen umgingen. Und daß Autoren der "Jungen Freiheit" ihm in ihrem okkulten Verlag und Buchversand ein neues Forum geben.

"Diese Zuversicht, welche die kommende Vernichtung bejaht"

Was bewirbt man, wenn man für Friedrich Hielscher Werbung macht? Sein Buch enthält in den ersten Kapiteln eine einzige riesige große Ansammlung von hohlen Phrasen. Auf den ersten Blick wundert man sich selbst, daß so etwas überhaupt möglich sein soll. Aber wohin man schaut: Worthülsen. Welkes, raschelndes Laub. Taube, hohle Nüsse. Schon das Inhaltsverzeichnis hat nichts als Worthülsen, nichtssagende - aber zugleich hochtrabend klingende - anzubieten. Die Hauptkapitel heißen: 
"Die Verwandlung, Die Zusammenhänge, Die Tatsachen, Die Aufgaben, Das Amt."
Wissen Sie jetzt mehr, lieber Leser? Außer daß das alles sehr hochtrabend klingt. Und außer daß es zu einer "gediegenen" Ausstattung paßt? Erwarten Sie, daß unter solchen Überschriften Kriegs- und Diktaturverherrlichung reinsten Wassers sich verbirgt? Zu jedem Hauptkapitel gehören jeweils drei ebenso nichtssagenden Unterkapitel (das mag irgendeinem zahlenesoterischen Muster folgen oder auch nicht ...):
"Die Unsicherheit, Die Erwartung, Der Funke", "Die Herkunft, Die Gestalt, Das Wesen", "Der Hexenkessel, Der Stoff, Das Kraftfeld", "Der Kreis, Der Weg, Die Freiheit", "Die Ordnung, Die Vollendung, Der Sinn der Erde". 
Wissen Sie nun mehr, lieber Leser? Wenn man davon noch nicht erschlagen ist, dann ist man es, nachdem man in einigen dieser Kapitel herumgeschmökert hat. Wir mußten es allerhand Wochen liegen lassen, bevor wir wieder einigermaßen gelassen hineinschauen konnten, um den vorliegenden Aufsatz endlich abschließen zu können. Man hört solche Worthülsen wie "Der Kreis", "Die Ordnung" und "Der Hexenkessel". Man erinnert sich an sonstiges okkultes Schrifttum jener Zeit. Und man denkt sich seinen Teil zu all dem. In Okkultlogenkreisen der damaligen Zeit waren diese Begriffe jedenfalls gängige Münze und gehörten zur allgemeinen Phrasendrescherei dazu.

Keine "Sentimentalitäten": "Wer die Gegenwart schont, verspielt die Zukunft ..."

Schlagen wir also nun einmal ein paar Seiten auf. Im Kapitel "Der Hexenkessel" lesen wir auf Seite 308:
Die wahllose Vermischung der Geschlechter reibt die jungen Menschen auf? Eine Jugend, die sich nicht in der Hand hat, ist überflüssig; und je rascher sie verhurt, um so weniger belastete Kinder vermag sie in die Welt zu setzen. Die Abtreibung vergiftet die Dörfer? Ein Muttertum, das sich selbst verneint, ist wertlos. Wozu soll es seinen mangelnden Lebenswillen an kraftlose Kinder vererben? Wo die Menschen nach Abtreibung schreien, da soll man sie noch bestärken; so rottet sich das Gesindel selber aus.
Uff. Kann man solche Sätze aus "Mein Kampf" auch zitieren? Wir haben es niemals gründlich gelesen und wissen es vorderhand nicht. (Nicht daß wir damit Adolf Hitler verharmlosen wollen ...) Das "Gesindel". Es soll sich selbst ausrotten. Hauptsache "die Herren" behalten die Macht über - - - "den deutschen Raum". Die Herrlichen. Ähnlich auf Seite 368. Um die letzten Kräfte des von Hielscher hochtrabend verabscheuten "westlichen, kapitalistischen Geistes" in Deutschland zu zerstören, darf man die vorausgesetzte Mißwirtschaft dieses Geistes in Deutschland nicht abzustellen versuchen:
(....) Dafür geht das Geschlecht dieser Zeit zugrunde; aber seine Enkel werden leben. Wer die Gegenwart schont, verspielt die Zukunft. Man soll den Unternehmern nicht in den Arm fallen, soll die staatliche Mißwirtschaft nicht bessern. Man soll die Gegenwart sich selbst überlassen.
Das hätte Josef Stalin mit Bezug auf die westlich-kapitalistischen Länder nicht anders formulieren können: Der Kapitalismus soll an seinen inneren Widersprüchen zugrunde gehen ... So denken Leute, die immer nur Vernichtung im Kopf haben. Und nicht nur so mancher "Vatikantreuer", sondern natürlich auch der sonstige typische westliche Kapitalist in der Wallstreet und anderswo wird mit diesen Worten sehr wohl einverstanden sein: Wer in der Gegenwart sich selbst überlassen wird, kann getrost auch auf die Zukunft hoffen. Ein schönes gegenseitiges In-die-Hände-Spielen elitär-"feindlicher Brüder".

Shintopriester und Hochkirchler - wirken sie an der "vollendeten" totalitären Priesterherrschaft in Deutschland und der Welt mit?

Hielscher schreibt über den "Hexenkessel Berlin" seiner Zeit (Seite 311):
Der Mann, der uns um Mitternacht in der Weinstube gegenüber sitzt, hat gestern mit einem tibetanischen Geistlichen über die niemals aufhörenden Wiederverkörperungen Buddhas gesprochen; jener Herr dort gehört der Hochkirche an und will vergeblich seine Gedanken von dem Gespräch ablenken, das ein Russe aus Nowo-Sibirsk mit einem Chinesen auf Deutsch führt. (...) Täglich liegen in Berlin die Inder im Kleinkriege mit den britischen Spitzeln. (...) Wer einen Schintopriester sucht, wird ihn in Berlin ebenso finden wie einen Großkaufmann aus Chile. 
Ein Großkaufmann aus Chile und ein Shintopriester aus Japan verkaufen in gleicher Weise ihre Waren in Berlin? So wie die einen Waren aus Südamerika einführen, führen die anderen okkultes Geistesgut aus Japan und Asien ein? - ??? Wem Friedrich Hielscher im Jahr 1931 in elitären Berliner Weinstuben alles begegnet. Und wen er dabei für erwähnenswert hält: Tibetanische Geistliche, Angehörige der englischen Hochkirche, britische Spitzel, Inder. Chinesen, Russen. "Herren" des "deutschen Raumes"? In dem "das Gesindel" selbst sowieso schon "verhurt" ist und zum Aussterben verdammt?

Dann jedenfalls kommt Hielscher auf jene "Harten", "Unbesiegbaren" in diesem Berliner "Hexenkessel" zu sprechen, mit denen er sich selbst in Berliner Weinstuben zu verabreden scheint, zu denen er natürlich zunächst einmal sich selbst zählt. Dann Ernst Jünger, Franz Schauwecker, etc. pp., also jene "eigentlichen", vorherbestimmten, "wahren" "Herren des deutschen Raumes" (S. 312):
Es gibt keine Versuchung, die sie nicht kennen, keine Fremde, die ihr Fuß nicht durchlaufen hat, keinen Zweifel, den sie nicht zuende gedacht, kein Gefühl, dessen Tiefe sie nicht erprobt hätten.
"Die harten Gesichter befehlen über das geheime Heer"

Man spürt - sensibilisiert für so manches inzwischen - vieles durch. Allerhand "Ekeltraining". Und als Rest bleibt hohle Phrase. Natürlich redet er der Eitelkeit so manches rechtskonservativen oder "anarchischen" unreifen Jünglings nach dem Munde. Solche Jünglinge wird es auch heute noch zahlreich unter Rechtskonservativen und unter Autoren der "Jungen Freiheit" geben ... Dann eine Seite weiter:
Nicht die verschwärmten, sondern die harten Gesichter befehlen über das geheime Heer.
Geheimes Heer ... Zu nichts geringerem werden hier die völkischen Okkultlogen hinter allen rechtskonservativen und völkischen Gruppierungen und Parteien jener Zeit, die Hielscher vor allem im Blick hat. Einige Sätze später ebenso geheimbündlerisch:
Die Edelsten arbeiten in der Stille.
Diese "Harten", "Unbesiegbaren", "Edlen", die jede Art von Ekeltraining hinter sich haben, diese "Herren" sind nun - und das ist dann schon auffallend in einem rechtskonservativen Buch des Jahres 1931 - in gar keiner Weise herkunftsmäßig oder "rassisch" bedingt.

Auf den Grad der Einweihung kommt es an im "deutschen Raum", nicht darauf, daß man  deutsches "Gesindel" ist

Hielscher in der Zeitschrift "Das Reich" 1930/31 (Auszug)
Wie überhaupt "Das Reich" in keiner Weise den Rassegedanken seiner Zeit vertritt. Hielscher argumentiert hier wie die christlichen Weltreligionen, nach denen allein der Geist - oder konkreter: irgendeine "Einweihung", eine "Taufe", ein "Ritual" - das Sein und die Identität des Menschen und von Gesellschaften, bzw. von Priesterschaften und Männergeheimbünden bestimmt. In dem allein sakrale Orte und Gegenstände (Reichskleinodien etwa), sakralisierte "Priester des Geistes" einen geopolitischen "Raum" zu einem sakralisiert "deutschen" machen. Bestimmt jedenfalls nicht aussterbendes "verhurtes" "Gesindel" auf den - - - abtreibenden Dörfern. Hielscher sagt (S. 331):
Wer vermöge eines ungebrochen in ihm wirkenden Glaubens Rasse hat, der redet nicht davon. Wer von Rasse redet, hat sie nötig. Er vermißt an seiner Erscheinung die Merkmale jenes sieghaften, befehlenden Wesens und steigert sie eben darum zu Ursachen der Haltung hinauf, die ihm fehlt.
Und "Gesindel" kann natürlich niemals etwa eine "Haltung" zurückgewinnen, die ihm womöglich - in den Augen Hielschers - fehlt ... Womit  Hielscher übrigens sich und seine Freunde nur mal eben sogar über die Propheten des NS-Herrenmenschentums und aller weniger eingeweihten völkischen Okkultlogenbrüder stellt, denen ja der Appell an die Herkunft als Deutscher sehr wichtig war. Kein Wunder, daß er angesichts dessen besonders dafür geeignet war, im Bereich des sich hier formierenden, lange Kriege führenden "schwarzen Reiches" "leitende", "priesterliche" Funktionen zu übernehmen.

Hielscher zeigt offen die typische Frauenverachtung von Männergeheimbünden und "Geheimpriesterschaften"

Wenn Hielscher dann über die Frauen redet, redet er wie ein echter männerbündlerischer Priester monotheistischer oder buddhistischer Prägung seit Jahrhunderten über Frauen redet,  voller impliziter Verachtung und Herabsetzung (S. 364):
Wie die Frau um des Mannes willen, so ist der Mann um des Werkes willen da; und wie keine Frau zum Reiche gehört, die nicht um des Mannes willen lebt, so steht jeder Mann außerhalb des Reiches, der nicht sein ganzes Sein in das Werk hineintut.
"Der Sinn der Erde", das "Reich" (das schwarze, totalitäre), wird also nur jener Frau erfahrbar, die "um des Mannes willen" lebt. Die seine Dienerin ist. Perfide-abartig. Reiner Wahnsinn. Wenn sich heute Rechtskonservative über Frauen bei der Bundeswehr aufregen, dann schwingen auch solche - - - "Ressentiments", Vorbehalte, den Frauen mißtrauenden Instinkte mit. Und im nächsten Satz wird dann schon wieder weiter männerbündlerisch geheimnisvoll geunkt (S. 364):
Man kann von den Werken, die auf Erfüllung warten, mit jener Offenheit reden, der Bismarck seine Siege verdankt, die die uneingeschränkte Wahrhaftigkeit in der Darstellung des Zieles mit der ebenso unbegrenzten Verschwiegenheit über die angewandten und anzuwendenden Mittel verbindet.
Hier sollte man Hielscher einmal beim Wort nehmen. In seinem Buch stellt er tatsächlich seine Ziele mit uneingeschränkter Wahrhaftigkeit dar. Wenn man Männergeheimbünden angehört, hat man sicherlich Grund, so zu reden und sich einen Bismarck in dieser Weise auf die Fahnen zu schreiben. Bismarck hat jedoch niemals mit den Mitteln und Methoden von Geheimbünden und geheimen Eidverpflichtungen und Droheiden gearbeitet. Auch hat er "Dreißigjährige Kriege" für Europa vermieden, statt sie prophetisch zu verherrlichen. Niemand steht einem Bismarck innerlich ferner als ein Friedrich Hielscher.

"Wenn der Westen gegen Rußland losschlägt ..."

Friedrich Hielscher kann aber nach all den bisher genannten Gemeinplätzen auch sehr konkret werden in der Nennung seiner Ziele. Wenn er über die außenpolitischen Verhältnisse seiner Zeit rund um den "deutschen Raum" redet, dann korrespondiert, bzw. kontrastiert das in vielfältiger Weise zu dem, was Erich Ludendorff zur gleichen Zeit über rechtskonservative Kriegshetze und "hirnverbrannte nationalsozialistische Außenpolitik" gesagt hat (in "Weltkrieg droht auf deutschem Boden", 1930). Und es ist in fast jedem Wort, in jeder Phrase eine der der exaktesten Illustrationen dessen, wovor Ludendorff damit also offensichtlichst zu warnen Grund hatte. Hielscher (Seite 368, Hervorhebungen nicht im Original):
Wer die nötige Geduld besitzt, bereitet sich für den Augenblick vor, in dem der Westen den gegen ihn heranwachsenden Gefahren entscheidend wird zuvorkommen wollen, den Augenblick, in dem er gegen Rußland losschlägt, weil er es als den schlimmsten Feind betrachtet. Dann wird Deutschland zum Schlachtfelde, und wie im Ersten Weltkriege der Reichsraum zum Orte der Entscheidung. (...)
Die Entscheidung, die sich hier vorbereitet, bedeutet die vollkommene Vernichtung der heutigen Ordnungen und Güter; und es ist an der Zeit, mit jenen hoffnungslosen Gedanken aufzuräumen, die noch retten wollen, was zu retten ist. Es ist nichts mehr zu retten. (...)
Die Vernichtung dessen, was heute besteht, ist sogar notwendig. Denn daß der Westen die Entscheidung gerade in dem Raum zwischen Rhein und Weichsel sucht, liegt an dem Rang, den dieses Gebiet innerhalb der - westlichen - Weltwirtschaft besitzt. (...) Darum setzt der Untergang des Westens die Vernichtung dessen voraus, was heute Deutschland heißt. (...)
Die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges werden gering vor dieser Zukunft. 
Das Ziel des Dreißigjährigen Krieges unter dem okkultgläubigen General Wallenstein war es, ganz Deutschland wieder katholisch zu machen. Auch das Ziel dieses neuen, von Friedrich Hielscher angekündigten Krieges ist, wie wir noch sehen werden: totalitäre Priesterherrschaft. Hielscher weiter:
Wer von dem Werke, das ihm obliegt, die Erhaltung und Bewahrung überkommener Dinge erwartet, zeigt nur, daß er die Größe der Verwandlung nicht erkannt hat, in der die Völker seit 1914 stehen. (...)
Zerschlagen muß das Eigentum werden. (...) Zerschlagen muß die ständische Haltung werden. (...) Zerschlagen muß die Möglichkeit der kolonialen Ausdehnung werden.
Wer sich mit den zeitgleichen Stellungnahmen des Okkultlogen-Kritikers Erich Ludendorff beschäftigt hat, für den kann es wohl kaum einen Zweifel daran geben, daß Erich Ludendorff zu diesem Buch Stellung genommen hätte, wenn er auf dasselbe aufmerksam gemacht worden wäre. Denn es paßt wie "Faust auf Auge" zu viel zu vielem, was Ludendorff behandelt hat. Offenbar ist dieses Buch "Das Reich" aber nur in kleiner Auflage in einem bewußt nur begrenzten Leserkreis herumgereicht worden. - Denn was ist hier denn gerade worden: Es muß nicht nur der Wunsch oder Wille zur kolonialen Ausdehnung zerschlagen werden (was ein Bismarck nicht nötig hatte, da er und seine Generation diesen Wunsch und Willen gar nicht hatten), sondern sogar: die Möglichkeit dazu! Das kann nichts anderes heißen als: Deutschland, der "deutsche Raum" soll ein Klein- oder Mittelstaat auf der Größe der Beneluxländer werden. Eine Bananerepublik wie jene, die Deutschland heute ist. Was sonst? Sogar noch kleiner, mittelmäßiger und einflußloser als es heute schon geworden ist durch jenen von Hielscher prophetisch verkündigten totalitären Krieg.

Friedrich Hielscher als alter Mann, 1980
Hielscher weiter:
Man darf gewiß sein, daß die allernächsten Jahre diese Vernichtung vorbereiten und fördern werden. (...) Es wird nicht fünf Millionen, sondern fünfundzwanzig Millionen Arbeitslose geben. Es wird nicht mehr Haß und Hoffnung geben, sondern nur noch Verzweiflung und Zuversicht.
Diese Zuversicht, welche die kommende Vernichtung bejaht, glaubt an das unvernichtbare ewige Wesen des Reiches. (...) Das kriegerische Herz (...) freut sich der zeitlichen Vernichtung als der Bürgschaft seiner unüberwindlichen Gewalt.
Der Untergang, dem sich die Deutschen (...) heute aussetzen, führt die Freiheit herauf (...), welcher als erwünschtes Werkzeug der Westen selber dient, dessen Griff über die Erde das Zeitalter der großen Kriege des Reiches ermöglicht.
"Erwünschterweise" "ermöglicht" "der Westen" - sozusagen: "endlich" - "das Zeitalter der großen Kriege des Reiches", damit "Das abenteuerliche Herz" (siehe unten) sich endlich wieder kriegsfreudig im Kampfe tummeln kann. Was für ein Wahnsinn. So die letzten Sätze dieses Kriegshetzers im vorletzten Hauptkapitel seines Buches "Das Reich" von 1931. Daß so viele Millionen Menschen in und nach dem Zweiten Weltkrieg sterben mußten aber ein Kriegshetzer, Kriegsverherrlicher und Zombifizierer reinsten Wassers wie dieser Friedrich Hielscher noch viele Jahrzehnte nach 1945 einen friedlichen Lebensabend haben konnte (siehe Foto), läßt einen erneut einen Blick werfen in die Abgründigkeit der Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Niemanden möchte man so sehr das Schicksal jener Vernichtung wünschen wie jenem, der es Millionen Menschen, die er zugleich als aussterbenswertes "Gesindel" verachtete, prophetisch verkündet und verherrlicht hat.

Oslo und das Köcheln mit neuen "Strategien der Spannung"

Inszenierung eines islamkritischen, christlich-bigotten Rechtskonservativismus

Nachdem man den "Fall Anders Behring Breivik" einige Zeit auf sich hat wirken lassen (Wikip.), soll auch hier auf dem Blog  etwas dazu gesagt werden. Schon die Tatsache, an wie vielen Stellen man versucht, diesen Anschlag politisch-propagandistisch auszuschlachten, ja, wie das geradezu allseitig "erwartet" wird, insbesondere sogar von Freimaurerlogen und christlichen Rechtskonservativen selbst (geradezu wie im "vorauseilenden Gehorsam"), ist doch ein deutlicher Hinweis darauf, daß dieser Anschlag dem bekannten geheimdienstlichen Prinzip der "Strategie der Spannung" folgt. Normalerweise würde man über eine solche Tat einfach nur entsetzt sein. Und den Mund halten. So haben aber viel zu viele Menschen gar nicht reagiert. Eine solche Tat - und noch dazu so schnell und geradezu lüstern-reflexhaft - mit den politischen Hintergründen des Täters zu erklären - oder auch nur die Erwartung auszusprechen, daß so etwas geschehen könnte -, würde sich normalerweise ganz von selbst verbieten. Daß man so aber nicht reagiert, ist schon ein allzu deutlicher Hinweis.

Außerdem ist die ganze "Inszenierung" des politischen Hintergrundes des Täters viel zu plakativ, viel zu billig, viel zu "gemacht". Es sieht doch alles viel zu deutlich danach aus, daß hier bewußt "Fährten" ausgelegt worden sind, als daß einem anderes noch gar zu wahrhaftig erscheinen könnte.

Wozu aber dient diese "neue" Strategie der Spannung? "9/11" verliert seine psychologische "Faszination" und Wirkungskraft. Die "Achse des Bösen" ist derzeit auch nicht mehr das, was sie einmal war. In islamischen Staaten gibt es Revolutionen, die ein klares Feindbild verwischen. Man braucht also ein neues "Feindbild". Eine neue - - - "Achse des Bösen". Aber was nehmen wir da bloß?

Wir brauchen eine neue "Achse des Bösen" ...

Warum nicht ganz gerissen sein und jene bigott-rechtskonservativen Eliten selbst aufs Korn nehmen, die diese vormalige "Achse des Bösen" vormals überhaupt erst als solche formulierten? Warum nicht sie als Feindbild nehmen? Wo doch "Verschwörungstheorie" schon - und viel zu weit verbreitet - gar nicht mehr nur als "Theorie" genommen wird? Sondern als Tatsache.

Den Eliten selbst würde es schaden, wenn jetzt rechtskonservative "Tempelritter" wegen einer solchen Einordnung in eine "falsche", "schiefe" Ecke geraten würden? Waren die eigentlichen Eliten jemals wirklich "islamfeindlich"? Da lachen ja die Hühner. Sie benutzten den Islam nur, weil sie den Kommunismus nicht mehr hatten. Viel mehr ging es ihnen darum, Gesellschaften unter "Strom", unter "Spannung" zu stellen. Für die eigentlichen großen monotheistischen Lobbykräfte stellte der Islam niemals eine große Gefahr dar. Und das wußten sie auch. Die monotheistischen Eliten in den USA, in Europa und weltweit haben noch nie etwas Dezidierteres gegen den Islam gehabt. Bzw. das, was vielleicht aus katholischer Sicht Bundeswehr-Tempelritter in Afghanistan und andernorts gegen "den Islam" tun können, das tun sie sowieso und auch weiter. Auf solche "humanitären" Aktivitäten ist ja das neu geschaffene "Feindbild" in sorgsamster Weise keinesfalls  ausgedehnt worden.

Das haben die Feindbild-"Stylisten" ja so weit schon ganz gut hingekriegt.

Und unser Blog sollte mitachen? - Spinnt ihr?

In all diesen Zusammenhängen mußte es aber gerade diesen Blog sehr eigenartig berühren, daß das hier neu "geschaffene" Feindbild die von uns - erst seit dem Bekanntwerden des jesuitischen Seelenmordes im letzten Jahr intensiver - aufs Korn genommenen  bigott-christlichen Rechtskonservativen sind. Und gerade deshalb berührte es uns ja noch einmal so eigenartig, daß an mehreren Stellen im Netz geradezu in "Echtzeit" auf unseren Blog Bezug genommen wurde in dem zynischen Sinne: Na, da hat ja der Bloginhaber wohl doch einmal unerwarteterweise recht gehabt, oder wie? ("Ich bin ein großer Fan ihres Blogs ..." Bla, bla.)

Und man wollte so ganz billig von uns Zustimmung dazu haben. Und erwartete, wir würden gleich und sofort reflexhaft aus diesen neuen "Zug" aufspringen. - Wir sagten es schon und wiederholen es hier: Haut bloß ab. Haut bloß ab. Haut bloß so weit wie möglich ab, so weit ihr nur immer könnt. Uns eure billig-zynischen Erwartungen zu unterstellen, sagt uns viel zu viel über euch, als daß wir es hätten wissen wollen. Denn dieses zynische Um-den-Bart-Streichen "Was sagen Sie denn dazu?" ist zutiefst bösartig, kommt uns jedenfalls zutiefst bösartig vor.

Geradezu so, als ob man uns jetzt mit in diese neue "Feindbild"-Formulierung, "Feindbild"-Stilisierung mit hineinnehmen wollte. 

In den letzten zehn Jahren hat sich manches geändert

Aber es hat doch den Anschein, daß all dies - nicht nur uns gegenüber - nicht so ganz 100 % geglückt ist, wie man sich das wohl mancherorts erwartet hatte. Die Menschen weltweit denken in der Regel immer noch nicht so zynisch wie Geheimdienste ihnen das unterstellen. Auch sind sie emotional inzwischen schon ein wenig mehr immunisiert und spüren die Manipulation heute schon etwas besser heraus als noch vor zehn Jahren.

Eines ist klar: Auch wir selbst nahmen "die" christlich-bigotten Rechtskonservativen verstärkt ins Visier, weil uns klar geworden war, daß sie künftig mehr als bisher eine Schlüsselrolle im öffentlichen Leben und im öffentlichen Bewußtsein spielen werden. Wenn fortgeschrittene Gesellschaften derartig immer näher dem demographischen und sozialen Kollaps entgegengehen wie die derzeitigen der Nordhalbkugel, dann werden nach und nach immer mehr Menschen hellhörig, sehen Zusammenhänge, die sie zuvor nicht gesehen haben und werden reservierter gegenüber bisherigen gesellschaftspolitischen - - - "Rezepten". Und es kann dann durchaus sein, daß sie sich an globalisierungskritischen, "rechtskonservativen" Werten und Ideologie-Elementen stärker orientieren werden, als sie das bisher getan haben. Bzw. daß sie sich in diesem Bereich genauer umschauen werden.

Und genau einem solchen Zukunftsszenario soll offenbar der Anschlag von Oslo und seine ideologische Einordnung vorbauen. Hier soll ein neues Feindbild geschaffen werden. Eine neue "Strategie der Spannung" aufgebaut werden. Die vorgebliche "demokratische Mitte" soll immunisiert werden gegen "Rechtskonservative". Und jene gegen diese, um sie früher oder später geradezu bürgerkriegartig gegeneinander führen zu können. (Gerade in rechtskonservativen Kreisen wird von künftigen "Bürgerkriegen" auffallend viel geunkt in sich selbst erfüllenden Prophezeiungen.) Und gerne wirft man da Tempelritter und Freimaurer mit in den Topf hinein. Das, so glaubte man, macht die Sache glaubwürdiger. Gibt dem ganzen einen neuen "interessanten Touch".

Werden weitere "massenpsychologische" Experimente folgen?

Die Zukunft wird zeigen, ob man sich damit verrechnet hat oder nicht. Und wenn ja, wie stark. Aber schon die ersten Reaktionen der europäischen und weltweiten Öffentlichkeit werden nicht im vollen Umfang dem entsprochen haben, was man sich von diesem Anschlag möglicherweise als emotionale Rekationen erwartet hatte. Man wird möglicherweise doch merken, daß man sich das alles noch ein wenig zu einfach ausgedacht hatte. Unverfroren genug. Aber nicht wirklich ausreichend gerissen. Zu Zeiten von "9/11" klappte das noch irgendwie besser.

Aber vielleicht handelte es sich auch nur um einen von vielen Versuchsballons. Nur eine "Generalprobe". Und die eigentliche Aufführung, bei der dann erst das ganze Arsenal der emotionalen Aufpeitschung durch die Medien kommen wird, folgt vielleicht erst noch. So lange die Gegner der christlich-bigotten "Neuen Weltordnung" noch insgesamt so instinktlos-unorganisiert sind wie heute, wird man diesbezüglich noch mit allerlei "Experimenten" der Mental Hit Men zu rechnen haben. 

Donnerstag, 4. August 2011

Schlacht mit Holzknüppeln in der Ostsee-Region, 1200 v. Ztr.

Vorbemerkung: Dieser von uns vor drei Jahren erstellte Blogbeitrag erhält neue Aktualität durch neue Veröffentlichungen (siehe 1, 2). Insbesondere liegen jetzt offenbar eindeutigere zeitliche Datierungen vor, die auf 1200 v. Ztr. (nicht 1300 v. Ztr.) hinweisen.

Die vielen gefunden Bronzen geben heute schon ein weniger "primitives" Bild als noch vor drei Jahren (Presse, 25.5.11)
 

 




Der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet von den germanischen Stämmen seiner Zeit (1. Jhdt. n. Ztr.), daß bei diesen nur die Wohlhabenden über Metallwaffen verfügt hätten, und daß die einfachen Krieger Holzknüppel benutzt hätten. Lange Zeit war der keulenschwingende "Bühnengermane" der Wagner-Opern als eine schwülstige Übertreibung angesehen worden. Ihm waren die "edlen Germanen" gegenüber gestellt worden, die natürlich "niemals" mit Holzkeulen gekämpft hatten. Nun, heute bekommen wir jenes differenzierte Bild, das der Wahrheit am nächsten zu kommen scheint. Sie haben schlicht mit beidem gekämpft: Mit Holzkeulen ebenso wie mit Bronzewaffen!

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