Mittwoch, 30. November 2011

Über diesen Blog (veralteter Vorstellungstext)

[Hier wird die veraltete Blogvorstellung dokumentiert, wie sie bis 18. April 2014 in der rechten Randleiste zu sehen gewesen ist:]

Dieser Blog weiß mit den Erkenntnissen der Evolutionären Anthropologie und Humangenetik, daß die Humanevolution bisher immer in Völkern stattgefunden hat und - ganz offensichtlich - auch künftig stattfinden wird.

Die öffentliche Debatte rund um das Buch von Thilo Sarrazin"Deutschland schafft sich ab" bewegte sich sowohl in ihrem rationalen wie in ihrem emotionalen Kern rund um diese sowohl natur- wie kulturwissenschaftliche Erkenntnis.

Wenn biologische Korrektheit in Widerspruch gerät zu politischer Korrektheit - wer muß sich korrigieren? Sagen wir es so: Konsequent vertretener Evolutionärer Humanismus (EH) ist unausweichlich unkorrekt bezüglich dessen, was heute als "politisch korrekt" gilt. Unter anderem deshalb, weil die Natur, Evolution und Humanevolution selbst sich nicht an heutige "politische Korrektheiten" gehalten haben.

Insofern sollte gefragt werden, inwiefern eigentlich heutige "politische Korrektheiten" wirklich so korrekt sind. Die Tatsache, daß der Begriff "politische Korrektheit" schon seit Jahrzehnten nur noch anzüglich und in Anführungszeichen benutzt wird, sollte eigentlich schon Hinweis genug sein.

Heute erkennen wir von Tag zu Tag besser, daß sogenannte politische Korrektheit direkt in die "Controlled Demolition" moderner, fortschrittlicher Gesellschaften führt.

Evolutionärer Humanismus muß deshalb folgerichtig nicht nur Religions-, sondern auch Ideologiekritik einschließen. Er weiß spätestens seit K.-H. Deschner und Colin Goldener, Robert Trivers, Richard Dawkins, Noam Chomsky, Kevin MacDonald, James Watson und vielen anderen, daß er auch Hintergrundpolitik- und Lobbymächte-Kritik mit einschließen muß.

Es besteht zudem mancher Anlaß dafür zu vermuten, daß die Weltall-Entstehung und die Evolution zielgerichtet erfolgt sind. Was inzwischen auch Richard Dawkins für möglich hält (siehe letztes Kapitel von "Ancestor's Tale").

Wenige andere Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaft werden heute von allen globalisierenden Priestern und Ideologen mehr gefürchtet, als diese. Denn wenn die Evolution in sich selbst ein Ziel hat, wenn sie einen Sinn hat, dann brauchen wir keine Priester und Ideologen mehr, um uns und unsere Gesellschaft über den Sinn oder Unsinn unseres Seins zu verständigen. Dann brauchen wir ein naturalistisches Philosophieren, das diese Zielgerichtetheit der Evolution sinnvoll vor der Gesamtheit des menschlichen Erfahrungshintergrundes deutet.

Multikulturelle Gesellschaften sind jene Gesellschaften, die weltweit am schlechtesten funktionieren (Robert Putnam). Humanevolution findet auf mehreren Ebenen statt. Nicht nur auf der individuellen Ebene, sondern auch auf der Gruppenebene. Dies erkennt die Humangenetik derzeit ständig besser und wird durch die Soziobiologie theoretisch erfaßt.


Dieser Blog richtet sich gegen das von Lobbymächten bewußt aufrecht erhaltene "Wissensgefälle" zwischen "Eliten" und Volk. Er richtet sich wider die zahlreichen ideologischen Selbstmordprogramme der gegenwärtigen intellektuellen Eliten.

Zorn ist spätestens seit Georg Schramm's Occupy-Rede an der Zeit. Und nicht nur aus den Gründen heraus, die Georg Schramm nennt.

(Weitere Auführungen zu Zielsetzungen dieses Blogs, bzw. des kommenden, machbaren gesellschaftlichen Aufbruchs hier.)

Montag, 28. November 2011

Wie sieht die "Religion der Zukunft" aus?

Anhänger der christlichen "esoterischen Fantasy-Religion" machen "kritische Anmerkungen" über Anhänger heidnischer "esoterischer Fantasy-Religionen" ...

Die Evangelische Zentrale für Weltanschauungsfragen (EZW) veranstaltet im Februar 2012 in Berlin eine viertätige "Studientagung", bzw. "Bibelwoche" "für Interessierte an Weltanschauungsfragen". Und zwar zum Thema: "Glaubenswut und Heidenspaß". Als Referentin wird eine Claudia Knepper genannt.Und dies sind die Themen und Fragen, die behandelt werden sollen:
Wird die Religion der Zukunft eine Mischung aus Fantasy, Germanenkulten und esoterischen Heilsbringern?

Welche neuen "Religionsformen" spielen eine Rolle in unserer Gesellschaft bis hin zur rechten Szene?

Welche kritischen Anmerkungen können und müssen sich aus dem christliche Glauben geben?

Diesen Fragen wollen wir in Besuchen, Vorträgen und Diskussionen nachgehen.
Da stellen sich uns hier auf dem Blog einige Fragen: Der Begriff "Heidenspaß" ist in den letzten Jahren vor allem von der Giordano-Bruno-Stiftung benutzt worden ("Heidenspaß statt Höllenqualen"). In dieser besteht zwar eine Neigung, den evolutionär entstandenen genetischen und kulturellen Unterschieden zwischen den Kulturen und Völkern Rechnung zu tragen. Aber hier vertritt man, wenn überhaupt, dann bestenfalls eine philosophische (naturalistische) Religiosität im Sinne eines Giordano Bruno oder eines Ernst Haeckel. Und bestimmt gerade nicht "eine Mischung aus Fantasy, Germanenkulten und esoterischen Heilsbringern".

Worauf zielen diese Worte der EZW?

Warum soll "die Religion der Zukunft" ausgerechnet, ausgerechnet - - - "eine Mischung aus Fantasy, Germanenkulten und esoterischen Heilsbringern" sein? Sieht die "Evangelische Zentrale für Weltanschauungsfragen" Trends, die auf eine solche Zukunft hindeuten? Und wenn ja, welche? Und wo? Zum Beispiel hier auf dem Blog hoffen wir ebenfalls sehr stark auf eine zukünftige Religiosität, die die Unterschiede der Kulturen und Völker voll in Rechnung stellt und zugleich mit ihnen human umzugehen weiß, unter anderem dadurch, daß sie all die globalisierenden Kriegshetzer, Völkermörder und Installierer ideologischer gesellschaftlicher Selbstmordprogramme bloßstellt und entlarvt. 

Aber eine solche Religiosität soll ja wohl bestimmt nicht "eine Mischung aus Fantasy, Germanenkulten und esoterischen Heilsbringern" sein. Gerade das ja nicht! Gerade dagegen schreiben wir ja seit über einem Jahr an.

Nun gut. Eine solche Mischung findet man - vielleicht! -  in solchen Kreisen und Verlagsprogrammen wie denen des "Kopp-Verlages". Zielt darauf die hier gewählte Thematik? Einer solchen Mischung sind natürlich haufenweise kritische Anmerkungen sehr dringlich. Und wir machen sie hier ständig. Aber kritische Anmerkungen ausgerechnet aus dem "christlichen Glauben" heraus? - ??? Der doch ebenso wie die von ihm kritisierten Religionen "Fantasy" und "esoterische Heilsbringer" bietet?

Von christlicher Seite ist so etwas immer ein sehr zweifelhaftes Anliegen. Nämlich wenn eine esoterische Sekte zu einer anderen esoterischen Sekte "kritische Anmerkungen" macht. Nur aus einem konsequent naturalistischen Weltbild heraus werden solche kritischen Anmerkungen glaubwürdig.

Über Schlachtfelder zu Gott: Das okkult-satanistische Völkerschlachtdenkmal in Leipzig

Der Reigen der okkult-freimaurerisch-anthroposophisch-satanistischen Veröffentlichungen des MdG-Verlages rund um das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig

Die freimaurerischen Hintergründe des Völkerschlachtdenkmals von Leipzig, die im letzten Blogbeitrag behandelt worden sind, sind durch das Buch "Testament der Freimaurer" öffentlich bekannt geworden (5 - 13). Es ist seit 1993 in vier, stetig erweiterten Auflagen erschienen und auch ins Englische übersetzt worden. Wenn man sich die okkult-freimaurerisch-anthroposophisch-satanistischen Hintergründe dieses Buches ansieht, wie sie sich in den Personen seiner Autoren widerspiegeln und in den sonstigen Veröffentlichungen des Verlages, in dem es erschienen ist,  könnte einem noch manches von jener "geistigen Welt" "spürbar" werden, die offenbar durch das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig hatte verkörpert werden sollen.

Abb. 1: "Testament der Freimaurer"

Das Buch erscheint im MdG-Verlag in Leipzig, geleitet von einem Daniel Heinrich. (Wofür die Abkürzung "MdG" steht, kann derzeit nicht geklärt werden. Vielleicht "Mittler des Geistes"?) Nach einem Branchenverzeichnis beschäftigt sich die "MDG-Verlags- und Projektgruppe" mit: "Magie, Geisteswissenschaft, Orden, Rosenkreuzer, Okkultismus, Esoterik, Freimaurer, Logen".  

MgD-Verlag - Rituellen Satanismus im Sinne von Rudolf Steiner

Unter den vielen Schriften und Reprints von und über die Templer, die Rosenkreuzer, die Freimaurer finden sich auch zwei Schriften, die besonders aufhorchen lassen, nämlich über die Vril-Kraft. Ein diesbezüglicher Buchtitel von Bernhard Linde spielt deutlich ins Satanistische: "Vril - Ahriman, Luzifer und die Vril-Kraft" (23).

Und da die meisten Autoren dieses Verlages Anthroposophen zu sein scheinen, die sich zugleich für die Freimaurerei interessieren, wird es wohl von besonderem Interesse sein, daß in dieser Schrift der rituelle Satanismus im Sinne von Rudolf Steiner in praktischer ritueller Arbeit weiterentwickelt wird. Stehen für dieses Programm auch die anderen anthroposophischen Autoren dieses Verlages? Und zwar auch dann, wenn sie sich mit dem "Heiligen Gral der Freimaurer", mit dem "größten Freimaurertempel der Welt" in Leipzig beschäftigen?

Ritueller Satanismus wird in Auseinandersetzung mit der okkulten Vril-Kraft als wünschenswert angesehen. Beide Autoren des Buches "Testament der Freimaurer", die auf der Verlagsseite auch Führungen im Völkerschlachtdenkmal anbieten, sind 1949 geboren. Beide sind offenbar okkultgläubige Anthroposophen. Und höchstwahrscheinlich wird die Nähe zur Anthroposophie auch für die anderen Mitarbeiter des Verlages gelten, bzw. für den Verlagsinhaber selbst, der den gleichen Familiennamen trägt wie Frank Heinrich und wie eine weitere Autorin des Verlages.

Abb. 2: F. Heinrich
Auf Freimaurerwiki heißt es über den Autor Frank Heinrich (wie auch sonst in diesem Beitrag Hervorhebungen nicht im Original):
Geb. 1949 in Leipzig, 1974 verließ er die DDR und wohnte danach in Hamburg, Studium der Anthroposophie und des Okkultismus, Teilnahme an verschiedenen esoterischen Hamburger Lesekreisen, Kunsthandwerker, Innenarchitekt und Restaurator, Gründung der Künstlergemeinschaft und der Jugendstil-Manufaktur „Trymonia“ im Jahre 1987, seit 1992 wieder in Leipzig ansässig.
Und zusätzlich auf Amazon:
Er hat sich dem Studium und dem Kunsthandwerk des Jugendstils zugewandt und als Restaurator auch im sakralen Bereich gearbeitet. Auf dem autodidaktischen Weg über die aktiv ausgeübte bildende Kunst fand er Zugang zu der Geisteswissenschaft.
(Mit "Geistwissenschaft" wird die Lehre von Rudolf Steiner bezeichnet.) Wenn man nun den folgenden Auszug aus dem Vorwort der Biographie von Frank Heinrich über Clemens Thieme, den Erbauer des Völkerschlachtdenkmales liest und bedenkt, wie stark okkultgläubige Steiner-Anhänger in den Kategorien von Reinkarnation und Wiedergeburt denken - auch auf der Verlagsseite selbst, wie wir noch hören werden - könnte man vermuten, daß sich der "Restaurator im sakralen Bereich" Frank Heinrich selbst als eine Art Reinkarnation des Erbauers des Völkerschlachtdenkmals von Leizpig ansieht, für dessen Restaurierung er sich einsetzt, und die man mit dem Kauf seines Buches mitfinanziert. Über Thieme schreibt er (11):
Viele Freimaurer nennen ihn einen humanistischen Bruder und sein Bauwerk, das Völkerschlachtdenkmal, einen humanistischen Tempel. Dagegen ist nichts zu sagen, aber das Denkmal ist wesentlich mehr. Manche bezeichnen ihn auch als einen neuen Hiram, der mit dem Bau des Völkerschlachtdenkmals sogar den salomonischen Tempelbau in den Schatten stellte. Meiner Meinung nach wollte Thieme keinen zweiten salomonischen Tempel bauen, sondern der gesamten Menschheit, entsprechend des Zeitgeistes, die Möglichkeit bieten, sich dem Göttlichen zu nahen. Ähnlich wie sein Zeitgenosse R. Steiner, nur eben anders, schuf er die Verbindung zwischen Mensch und Gott in seinem Bauwerk. Thieme wird sich selbst dazu äußern und seine Äußerungen sind unmißverständlich.
Das Völkerschlachtdenkmal als Möglichkeit für die gesamte Menschheit, sich dem Göttlichen zu nahen. Will heißen: Über Schlachtfelder, über Völkerschlachten zu Gott! Das ist natürlich schon für sich ein recht satanistischer Gedanke. Oder was soll man sich sonst dabei denken? Warum sonst gerade auf einem - - - Schlachtfeld den "größten Freimaurertempel der Welt" erbauen? Und warum gerade im Herzen Deutschlands?

Frank Heinrich - Über Schlachtfelder zu Gott

Über den Autor Rolf Karl-Heinz Affeldt, geboren 1949 in Duisburg, heißt es auf Amazon, daß er lange Jahre als provinzialrömischer Archäologe gearbeitet hat und Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft ist. Ein weiterer Autor des MdG-Verlages ist zum Beispiel auch ein Wolfgang Wallner-F.. Er könnte zur Kennzeichnung der geistigen Welt dieses Verlages ebenfalls recht dienlich sien. Er hat das völlig okkulte Buch geschrieben "Elihu - Hinterlassene Aufzeichnungen aus der Ewigkeit" (2004, 2008). Darin wird darüber raisonniert, ob der Autor oder Leser eine Inkarnation des Elihu in der Bibel ist, wobei die Bibel als tatsächliches "Wort Gottes" angesehen wird.

Auf Amazon wird der Klappentext seines okkulten Buches "Joseph - Der Weg zum Graal" (2007) wiedergegeben, der schon ziemlich deutlich nach freimaurerischer "Logensprache", insbesondere einer "Saturnloge", einer satanistischen Loge klingt (siehe Hervorhebungen, die aber nicht im Original enthalten sind):
Irgendwann kann es sein, dass er einfach da steht. Du kannst ihn beachten, oder Du lässt es sein.
Der Hüter der Schwelle.
Bei Joseph ist es eine Statue.
Saturn?
Und er übertritt die Schwelle.
Und dahinter?
Ein leeres, verstaubtes Theater?
Und keine Zweitbesetzung für die Rolle des Lebens.
Da ist auch Luzifer, der eine unbändige Sehnsucht verspürt. Eine liebevolle Sehnsucht nach seiner Heimat, nach Gott.
"Joseph - Der Weg zum Graal" ist der außergewöhnliche Bericht über eine außergewöhnliche Reise. Eine Reise, die überall und jederzeit beginnen kann.
Auch für Dich!
Gut, wenn Du sie antrittst.
Es scheint sich um eine ähnliche "Reise" zu handeln, wie sie der "Initiant" antritt, wenn er sich von einer Freimaurerloge aufnehmen läßt. Wobei ja  insbesondere auch der "Hüter der Schwelle" eine Rolle spielt. Die satanismus-nahe, freimaurerähnliche Saturn-Loge "Fraternitas Saturnis" wird gelegentlich im Internet ebenfalls als "Hüter der Schwelle" bezeichnet. Zwei Amazonrezensenten meinen weiterhin, es handele sich bei dem Buch "Joseph - Der Weg zum Graal" um eine phantastische, esoterische Abenteuerreise durch Raum und Zeit im Sinne von Dan Brown oder Paulo Coelho, sie würde aber auf Möglichkeiten beruhen, die die Quantenphysik und Quantenverschränkung erlauben würden (!!!).

Wolfgang Wallner-F. - So könnte auch ein Waldorfschulen-Lehrer reden ...

Auf der Verlagsseite heißt es über den Autor dieser beiden okkulten Bücher:
Wolfgang Wallner F. wurde in Österreich, in Krems an der Donau, geboren, und übersiedelte im fünften Lebensjahr mit seiner Familie nach Wien.  Um die Welt kennen und verstehen zu lernen, betrieb er selbständig verschiedene Studien, z. B. in den Gebieten Zellbiologie, Relativitätstheorie,  Quantenphysik, Kosmologie, Psychologie und Philosophie, 
... so ähnlich könnte wohl auch ein Waldorfschulen-Lehrer reden ...
um endlich darauf zu kommen, daß auschließlich die eigene Psyche den Dingen Wert oder Unwert gibt. Die Beschäftigung mit der Bibel, mit östlichen Philosophien aber auch mit Teilen der Alchemie (C.G. Jung), mit Meister Eckehart, Jakob Böhme, Martin Buber und anderen Denkern und Dichtern führte geradewegs zu dem Auffinden der Disketten und damit zu "Elihu".
.. Führte also geradewegs dazu, sich als Inkarnation eines jüdischen Propheten zu empfinden.

"Vril oder eine Zivilisation der Zukunft"

Und nach diesen "einführenden" Eindrücken nun zu "Vril"-Thematik. Der Verlag hat eine Neuerscheinung in Planung und schreibt dazu:
Um 1900 übersetzte Herr Dr. Wachsmuth, auf Anraten von Dr. Rudolf Steiner, das Werk des berühmten englischen Okkultisten und Rosenkreuzers: Edward Bulwer-Lytton "The coming Race", "Die kommende Rasse - die Vril-Gesellschaft". Leider ist seine Übersetzung nicht sehr glücklich, wenn man es dezent ausdrücken will. Er hat nachweislich einige Textpassagen überhaupt nicht übersetzt und bei anderen deren Sinn völlig verdreht. Durch Zufall sind wir darauf aufmerksam geworden, weil Herr Herge Noordendorp sich erneut mit diesen Werk beschäftigte, um einige Fragen unsererseits klären zu helfen. Wir haben uns deshalb entschlossen, zusammen mit Herrn Herge Noordendorp, der eine neue Übersetzung aus dem englischen Urtext vorahm, dieses Werk von E. Bulwer-Lytton zu veröffentlichen.
Herge Noordendorp ist "Meister" des japanischen, esoterischen "Reiki". Aber schon im Jahr 2000 ist in diesem Verlag eine Schrift über das "Vril" erschienen von dem Autor Bernhard Linde. Auf der Verlagsseite heißt es:
Bernhard Linde berichtet über einen Ritus und die darin enthaltenen Aussagen gewisser übersinnlicher Mächte. Eine Wesenheit tritt auf, welche sich nicht, trotz mehrfacher Versuche der Mysten, zu erkennen geben will. Die Wesenheit spricht mittels einer alten Bildersprache und am Ende, nachdem diese Sprache bewußt erkannt wird, ist deutlich: hier spricht die Vril-Kraft.
Wir haben es also mit außerordentlich "spannenden" (!!!) Dingen zu tun!!! Das ebenfalls mitgeteilte Vorwort aus dem Jahr 2000 ist in seiner Gesamtheit sehr lehrreich, hier sollen nur wesentlichste Ausschnitte gebracht werden:
Wir sind der Meinung, es reicht eben in unserer heutigen Zeit nicht, sich nur auf das Studium der Schriften Steiners allein zu konzentrieren und das persönlich erworbene Wissen dadurch anzuhäufen, sondern zu aller erkenntnistheoretischen Forschung, zur Meditation etc. nach den Vorgaben Rudolf Steiners gehört auch, wenn das Bedürfnis danach vorhanden ist, eine symbol-kultische Betätigung.
Also alles das, was die Anthropophen so energisch in ihren Auseinandersetzungen mit den Brüdern Guido und Michael Grandt bestritten haben - hier soll es sogar halbwegs öffentlich wiederbelebt werden!!! Wie kann der WdG-Verlag den Anthroposophen nur so in den Rücken fallen!

"Widersachermächte Ahriman und Luzifer"

Die weitere Rechtfertigung dafür, daß man im Sinne Rudolf Steiners rituellen Satanismus praktizieren müsse oder solle, gewährt einen tiefen Blick in das zutiefst verworrene, verblödete Denken von Okkultgläubigen, die rituellen Satanismus praktizieren:
Die in unserer Zeit stark wirkenden Widersachermächte Ahriman und Luzifer können aus Steiners Schriften erforscht und ihre Wirkungsweise in unserer Zeit erkannt werden. Wohin auch unser geistiges Auge blickt, überall sind diese beiden Mächte aktiv und versuchen das Erdenschicksal in ihrem Sinn zu beeinflussen. Es ist eine Frage, auf welcher Ebene ich mich selbst als forschender Anthroposoph befinde und wie ich an das Erkennen dieser Widersachermächte herangehe.

Versuche ich allerdings bewußt, zum Beispiel durch symbol-kultische Arbeit, mir einen Weg in die geistige Welt zu bahnen, dann werden diese Widersachermächte aufmerksam, und sie werden alles versuchen, um den Menschen den Weg in die geistige Welt zu verbauen beziehungsweise zu vernebeln. Sie zeigen sich in verschiedenen Formen und sprechen eine scheinbar christliche Sprache, die wir aus alten Texten (zum Beispiel in der visionären Begegnung des Franz von Assisi mit „Christus“) kennen.

Es ist sehr schwer, auf dieser Ebene die Spreu vom Weizen zu trennen, und leidvoll, schmerzlich mußten wir oft den Umstand erfahren, daß wir Rudolf Steiner nicht mehr befragen und ihn bei der Deutung der gegebenen Texte nicht mehr um seine Hilfe bitten können. So blieb und bleibt uns nur das Studium seiner Schriften.

Das Bedürfnis der Mitglieder dieser symbol-kultischen Abteilung machte es möglich, anhand von Steiners Angaben zur Wirkungsweise der vier Erzengel Uriel, Raphael, Gabriel und Michael einen speziellen Kultus auszuarbeiten, der in der Vergangenheit mehrere Jahre intensiv praktiziert wurde. Die Ausarbeitung und ständige Überprüfung des Kultus-Textes geschah über einen Zeitraum von circa sieben Jahren. Erst dann wurde dieser Text zur Grundlage einer symbol-kultischen Arbeit.

Atavistische Erinnerungen brechen in dieser symbol-kultischen Arbeit hervor, gespickt mit Aussagen sogenannter christlicher Engel wie Uriel, Raphael und Michael. Innerhalb des symbol-kultischen Arbeitszweiges war eine Persönlichkeit von diesen Wesen auserkoren worden, diese Nachrichten zu empfangen und weiterzugeben. Diese Persönlichkeit war bei vollem Bewußtsein und nicht, wie wir dies aus den Beschreibungen Rudolf Steiners wissen, stehend in einem alten medialen Bewußtseinszustand. Die empfangenen Texte sind zweideutig und bedürfen einer umfangreichen Überprüfung, die in der Vergangenheit schon erfolgte.

Wir wissen, daß es innerhalb der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft Tendenzen gibt, derartige Versuche, wie wir sie unternommen haben, abzulehnen. Berührungsängste und Empfindlichkeiten spielen da eine sehr große Rolle. Dessen ungeachtet sind aber die Persönlichkeiten dieser symbol-kultischen Arbeit anderer Ansicht und meinen, daß auch dieser Weg eine Berechtigung hat. Rudolf Steiner hat oft hervorgehoben, daß keinerlei Gefahren für die Persönlichkeit bestehen, wenn sie mit vollem Bewußtsein an derartigen Handlungen teilnimmt. Ständig muß auch die moralische Entwicklung der Teilnehmer wachsen; so wird eine Gefährdung der Persönlichkeiten ausgeschlossen. 
Das deutet schon ein wenig an, daß ritueller Satanismus tatsächlich eine "Gefährdung der Persönlichkeit"  mit sich bringen kann. Weiter:
Wir geben diese Texte den Menschen weiter, da wir der Überzeugung sind, sie sollten nicht wie eine Konservendose in unserer Bibliothek dahindämmern.
Man macht also okkulte Logenarbeit, okkulte "Forschungsarbeit" der Öffentlichkeit zugänglich. Wer weiß, ob diese Logenarbeit nicht im "Heiligen Gral" der Freimaurer in Leipzig selbst stattgefunden hat! Es wäre naheliegend!
Am Ende dieser Bilder oder Visionen taucht eine Geist-Gestalt auf, die sich dann als die geistige Grundlage der Vril-Kraft (bei uns erschien sie als Wril-Kraft)
- aber hallo! - 
vorstellt. Da war auch der Zeitpunkt gegeben, die symbol-kultische Handlung vorerst auszusetzen, um sich verstärkt wieder dem Studium der Anthroposophie zu widmen.
Es ist kaum zu glauben, daß erwachsene Menschen in heutiger Zeit noch so reden können.
Was schreibt, was sagt Steiner über die Vril-Kraft?

Erst das intensive Studium eines Jahres brachte dann die Erkenntnis, die sich mit der Rückverfolgung der alten Mysterien erschloß, in denen schon von dieser Kraft berichtet wird. So haben wir unsere Forschungsergebnisse über die Vril-Kraft hier niedergelegt und für alle Interessenten transparent gemacht. (...)

Dieses Arbeitsheft soll also zur Grundlage eines intensiven Gespräches zwischen uns und anderen Menschen dienen und soll natürlich aufzeigen, wie direkt und wie höchst aufmerksam die Mächte sind, die sich sofort zeigen, wenn der Mensch sich einer symbol-kultischen Arbeit hingibt, und alles versuchen, die Handlung in andere Richtungen abzudrängen.

MdG-Verlag/Bernhard Linde, im Juli 2000

MdG-Projektgruppe

Es folgt dann noch ein längeres Zitat von Rudolf Steiner. Kommentar erst mal zwecklos und überflüsig. Der MdG-Verlag hat auch eine Schrift mit dem Titel "Islam contra Christentum" herausgebracht. 

Das Völkerschlachtdenkmal - ein Betrug für die Uneingeweihten

Über das Buch "Testament der Freimaurer" erfahren wir noch das folgende auf der Verlagsseite:
Unser Buch greift einen in der Zwischenzeit nachgewiesenen Aspekt auf: die Erbauer des Denkmals waren Freimaurer. Das Denkmal hat zwei Gesichter: Einmal für die profane Welt ist es das Denkmal für die Gefallenen der Völkerschlacht, für die Eingeweihten allerdings ist es wesentlich mehr, es ist die geheime Gralsburg. 
Man hat die Öffentlichkeit also nur mal eben  hinters Licht geführt. Während alle glaubten, man errichte ein Gefallenendenkmal, errichteten die Freimaurer insgeheim den "größten Freimaurertempel der Welt", eine Gralsburg. Ein hübscher Betrug im Namen des "größten Baumeisters aller Welten" ...
80 Jahre ruhte dieses Wissen nur in den Archiven der Freimaurer, z.B. in der Freimaurerbibliothek in Bayreuth. Nach unser Erstveröffentlichung 1993 setzte sich mit der Thematik ein Journalist aus Hannover, Hans-Dieter Schmid, in den Hannoverschen Schriften, Band 11, Nationalsozialismus und Region, auseinander. In der Freimaurerbibliothek in Bayreuth wurde er fündig, und Herr Schmid kam zu gleichen Erkenntnissen: Clemens Thieme, der Leipziger Altlogenmeister der Loge "Apollo", war der geistige Erbauer des Denkmals. 

Nunmehr entschlossen wir uns zur dritten neuen Auflage, damit diese Aspekte, die Symboldeutung und die Recherchen von Bayreuth, zusammengefaßt allen Lesern zugänglich werden. Zu dieser neuen Auflage gehört auch thematisch die kleine Broschur: Das Medaillon unter der Krypta des Völkerschlachtdenkmals, weil das Medaillon, geschaffen von Clemens Thieme, das typisch freimaurerische Symbol darstellt. Diese typisch freimaurerische Symbolik fand man dagegen am öffentlichen Denkmal nicht so ohne weiteres vor, sondern eher eine mythologische Abwandlung, die sich nicht gleich jedermann offenbart.
Bezüglich der Persönlichkeit Clemens Thiemes ist jetzt sicherlich eindeutig festgestellt worden, daß er nicht zu den Nationalisten und Deutschtümlern gehörte, sondern sich für eine humanistische Weltbruderkette, die irgendwann alle Menschen umschließen sollte, eingesetzt hat. Die 4. Auflage wird dadurch erweitert, daß im Anhang zusätzliche, das Blickfeld erweiternde, symbolische Deutungen vorgestellt werden. 
Das Völkerschlachtdenkmal - nicht für die "Deutschtümler", sondern für die "Söhne der Witwe"

Über das eben erwähnte Medaillon in der Grabkammer unter der Krypta des Völkerschlachtdenkmales erfahren wir:
Bisher war es den Besuchern des Denkmals nur zu besonderen Anlässen möglich, z.B. am Tag des offenen Denkmals, die Pfeilerhalle unter der Krypta des Völkerschlachtdenkmals zu besichtigen. Dort unten befindet sich die Grabkammer, in welcher der Schöpfer des Denkmals, Clemens Thieme, beigesetzt werden wollte. An einer Wand der Pfeilerhalle ist das Medaillon angebracht, über das wir hier berichten. Hier haben wir es mit einem der deutlichsten freimaurerischen Symbole am Denkmal zu tun.
Abb. 3: Die Witwe mit dem Kind (Völkerschlachtdenkmal)

Das Medaillon stellt laut dieser Schrift "Die Witwe mit ihrem Kind" dar. Die Freimaurer bezeichnen sich selbst oft als "Söhne der Witwe" (Freimaurerwiki).

Wer die freimaurerische Ideologie noch nicht verstanden hat und nicht verstanden hat, daß Clemens Thieme als Freimaurer gar nicht "zu den Nationalisten und Deutschtümlern" gehören konnte, obwohl das die drei altpreußischen Logen nach außen hin immer ganz energisch bestritten haben, obwohl also auch Thieme nach außen - wie viele Freimaurer - sehr "patriotisch" tat, kann sich die "Widersprüche" oft noch nicht entwirren, die darin bestehen, daß in der Völkerschlacht von Leipzig 1813 auf beiden Seiten Freimaurer standen und dieses Denkmal "dennoch" freimaurerische Absichten und Ziele zum Ausdruck bringen kann und soll. Wir haben im vorigen Beitrag dazu schon eine Interpretation versucht.

Ralf Julke schreibt in einer Rezension zu dem Buch von Alexander Süß (10) 2009 unter anderem:
Die Leipziger, die den Koloss initiierten - allen voran der Freimaurer Wilhelm Clemens Thieme - wussten sehr genau, dass ihre Ideale in nationalistischer Verbohrtheit nicht zu verwirklichen waren
Das bekräftigt noch einmal die oben stehende Aussage. Und weiter über die Schlacht von 1813:
So wundert es nicht, dass in den Reihen der Alliierten vor Leipzig genauso Freimaurer das Kommando führten wie bei den Truppen Napoleons. Süß listet das alles einfach einmal auf, nennt Namen, Funktionen und Wirkung. Denn natürlich wirkten sie - jeder auf seinem Feld. Der Arzt bei der Organisation des Lazarettwesens, Beamte und Offiziere in der so dringenden Reformation des preußischen Staates.
Näher an die eigentlichen Absichten und Ziele des Völkerschlachtdenkmals kommt der Rezensent, wenn er schreibt:
Es ist kein Siegesdenkmal geworden, kein Nationalkoloss. Es steckt mehr drin als in den üblichen Nationaldenkmalen der Zeit. Und das hat nicht nur den deutschen Kaiser verwirrt, den Thieme bei der Eröffnung 1913 noch zusätzlich düpierte.
Sollte diese Düpierung gewisserweise auch ein "Symbol" gewesen sein? Bekanntlich ist Kaiser Wilhelm II. nie Freimaurer gewesen, sondern stand ihnen Zeit seines Lebens sehr kritisch gegenüber.

Abb. 4: Thieme neben dem Wilhelm II. - Grundsteinlegung zum Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig am 18.10.1900

"Widersacher" Erich Ludendorff

Mehr als "düpieren" mußte man den bedeutendsten General Wilhelms II. und Vertreter aller "Deutschtümelnden". In ihren satanischen Ritualen kämpfen die freimaurerischen Anthroposophen - und sicherlich auch sonstige Freimaurer und Okkultgläubige - gegen die "Widersachermächte" Ahriman und Luzifer. Aber nicht nur in ihren Ritualen. Der MgD-Verlag hat in seiner Reprint-Abteilung auch den Neudruck einer Schrift gegen den Freimaurer- und Satanismuskritiker Erich Ludendorff angekündigt, in der der Mazdaznan-Anhänger Ernst Kallmeyer im Jahr 1927 über "Davidstern und Hakenkreuz in ihrer wahren Bedeutung" informierte.

Abb. 5: Davidstern und Hakenkreuz in ihrer wahren Bedeutung (1927)
Wer war nun wieder dieser Ernst Kallmeyer (16 - 22)? Er war Mazdaznan-Anhänger, gemeinsam mit seinem Freund, dem Maler Fidus. Über seine Frau Hade Kallmeyer ist zu erfahren (22, S. 69):
Über ihren Ehemann, den Sanatoriumsleiter und Lebensreformer Ernst Kallmeyer, ergaben sich Kontakte zu Fidus und zur Mazdaznan-Bewegung, die fernöstliche Atemlehren mit lebensreformerischen Ernährungsvorschriften verband.
Über Ernst Kallmeyer liegen kaum Angaben vor. Er führte im Kaiserreich das Reformsanatorium Erdsegen und veröffentlichte 1910 mit seiner Frau das Buch "Künstlerische Gymnastik". Nach der Scheidung von Hade Kallmeyer im Jahre 1915 verstärkte sich seine Tendenz zum Okkultismus, die ihn zur Mazdaznan- und Neugeistbewegung führte.
Auch der Maler Fidus hat neben anderen Werken mit männerbündlerischen Anklängen das Bild eines "Tempels der Erde" geschaffen, in dessen Mitte das okkulte Wort "Tat" steht. Und zwar etwa in der Zeit der Planungen des Völkerschlachtdenkmals von Leipzig.

Damit schließt sich ein hübscher "Reigen", der sich da mit dem MdG-Verlag rund um das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig zieht, das offenbar niemals als ein Ausdruck der "luziferischen" (!!!), nationalen, völkischen Kräfte hatte geschaffen sein sollen, sondern im Gegenteil als ein Ausdruck der Bändigung und Niederringung dieser bösen "deutschtümelnden", nationalen, völkischen Kräfte. Um eine globalistische Weltbruderkette Okkult-Verblödeter die Welt beherrschen zu lassen.

Abb. 6: Fidus - "Tempel der Erde" (1895, 1901)


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1. Professor Pharos: Der Prozess gegen die Attentäter von Sarajewo. Nach dem amtlichen Stenogramm der Gerichtsverhandlung aktenmäßig dargestellt von Professor Pharos mit einer Einleitung von Josef Kohler. R.v.Decker's Verlag, Berlin 1918 (Scribd)
2. Bading, Ingo: "Weiße Magie zugunsten unserer arischen Rasse ...". Die tausend Masken des Meisters Rudolf Steiner. Auf: GA-j!, 22.4.2011
3. Lennhoff, Eugen: Internationales Freimaurerlexikon. 1932 (Internetausgabe)
4. Dedijer, Vladimir: Sarajevo 1914. Prosveta, Beograd 1966 (serbisch). -  The Road to Sarajewo. Simon and Schuster, 1966, 550 Seiten (engl.). - Die Zeitbombe. Sarajewo 1914. Europa Verlag, Wien, Frankfurt, Zürich 1967 (deutsch)
5. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Das Völkerschlachtdenkmal gibt sein Geheimnis preis. Nouvelle Alliance, Leipzig 1993
6. Hans-Dieter Schmid: Völkerschlachtdenkmal, Völkerschlachtgedenken und deutsche Freimaurerei im Jubiläumsjahr 1913. In: Marlis Buchholz u. a. (Hrsg.): Nationalsozialismus und Region. Festschrift für Herbert Obenaus, Bielefeld 1996, S. 355-379
7. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Testament der Freimaurer. Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig. Helikon Joggers, Bartsch & Sippenauer, 1999. MdG-Verlag, Leipzig 2000, (4. Aufl.) 2009 (224 S.); auch auf englisch: MdG-Verlag 2008
8. Förster, Otto W.; Hempel, Günter Martin: Leipzig und die Freimaurer. Eine Kulturgeschichte. Taurus Verlag 2007 (Amazon)
9. Ludwig, Karin; Erler, Michael: Tempel, Logen, Rituale. Die Geheimnisse der Freimaurer. Dokumentarfilm, Deutschland 2008. 44 Minuten. Ein Film der Neuen Mediopolis Filmproduktion GmbH Leipzig im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks. Ausgestrahlt auf: ARD, 20.8.2008, 23.30 Uhr, Phoenix, 10.2.2009, Schweizer Fernsehen, 7. und 9.6.2009, 3Sat, 9. Juli 2009, 20.15 Uhr, 3Sat, 17.7.2011, MDR, 12.6.2011, Phoenix, 26.11.2011 (Google Video, Veoh)
10. Süß, Alexander: Leipziger Freimaurer in Wort und Stein. Der Einfluss der Logen auf das Völkerschlachtdenkmal und die Verlagsstadt. Salier Verla, Leipzig 2009 (siehe Rezension von Ralf Julke)
11. Heinrich, Frank: Architekt Clemens Thieme. MdG Verlag, Leipzig 2009 (90 S.)
12. Erler, Michael: Das Geheimnis des Völkerschlachtdenkmals. (In der Reihe: Mitteldeutsche Wahrzeichen.) Dokumentarfilm, Deutschland, 30 Min. (Moderator: Axel Bulthaupt) MDR, 15.11.2011, 20.45 Uhr (Interview mit Frank Heinrich).
14. Ullrich, Jens: Das Völkerschlachtdenkmal und die Freimaurer. Logenbrueder.de, 2005
14. Filmliste Geheimgesellschaften. In: Kino Okkult. Eine geheime Weltgeschichte im Zeitalter des Films.
15. Janßen, Karl-Heinz: Tannenberg - Ein deutsches Verhängnis. Die Zeit, 23.9.1977
16. Kallmeyer, Ernst: In Harmonie mit den Naturgesetzen. Die echte Geistes- und Körperpflege (mit einigen Abb., Illustrationen) Verlag der Buchhandlung Erdsegen, Brannenburg/Obb. 1908 (274 S.) (Themen: Esoterik, Krankheit, Gesundheit, Erkenntnis, Leid überwinden, Lebensernergie, Gott, Ehe, Fruchtesser, Ernährung, Nacktkultur)
17. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Künstlerische Gymnasik. Harmonische Körperkultur nach dem amerikanischen System Stebbins-Kallmeyer (mit 137 Abbildungen). Kulturverlag 1910 (184 S.)
18. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Harmonische Kultur. Monatsschrift für Körper-, Seelen- und Geistespflege. Kulturverlag 1911
19. Kallmeyer, Ernst: Ludendorff anti Freimaurerei, ein Schlag ins Wasser. Davidsstern, Hakenkreuz in ihrer wahren Bedeutung. Triasmus-Verlag, Hamburg 1927 (31 S.)
20. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Dynamisches Atmen. 1928 (vgl. Wedemeyer-Kolwe, S. 167, Anm. 174)
21. Kallmeyer, Ernst: Leben unsere Toten? Eine Weltanschauung als Antwort. (Freie Religion/Lebensweisheit) Kultur-Aufbau-Verlag, Stuttgart 1946 (47 S.)
22. Wedemeyer-Kolwe, Bernd: "Der neue Mensch". Körperkultur im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Königshausen & Neumann, Würzburg 2004 (Google-Bücher) (520 S.)
23. Linde, Bernhard: Vril. Ahriman, Luzifer und die Vril-Kraft. MdG-Verlag, Leipzig 2000 (121 S.) (Amazon); "Ergänzte Neuauflage" (in Bearbeitung?)

Sonntag, 27. November 2011

Schreckensmale okkulter Priesterdiktatur - Die Schlachtendenkmäler von Leipzig und Tannenberg

Freimaurerziele 1813, 1913 und 1927 - Sturz von Kaiser und Reich, Zwingherrschaft über die Völker Europas durch Aufhetzung zu Krieg und Völkermord

Die Einweihung des "größten Freimaurertempels der Welt", eines "Heiligen Grals", "Salomonischen Tempels" auf dem Boden der Vielvölkerschlacht von Leipzig des Jahres 1813 einhundert Jahre später, im Jahr 1913, also ein Jahr vor Beginn des Ersten Weltkrieges, im Geheimen durch siebenhundert deutsche Freimaurer gewährt einen tiefen Blick: In das freimaurerische Denken. In die freimaurerischen Absichten. Und in die freimaurerischen Vorgehensweisen in jener Zeit. Ein Blick, wie er den Freimaurerkritikern bis heute noch niemals gewährt gewesen ist. Ihm soll deshalb der vorliegende Beitrag gewidmet sein.

Abb. 1: Freimaurer-Sympathisant Paul von Hindenburg und Freimaurer-Gegner Erich Ludendorff bei der Einweihung des Schlachten-Denkmals von Tannenberg am 18. September 1927
Der "Heilige Michael" über dem Hauptportal des Denkmals zur Vielvölkerschlacht von Leipzig (Abb. 6) blickt nicht freundlich. Er blickt auch nicht gerade so, als würde er sich stolz und frei als "des Reiches Wehr", als des "Reiches Schutz" nach außen empfinden. Als jemand, der das damalige Deutsche Kaiserreich nach außen gegenüber etwaigen Zerstörern schützen wollte. Aber wie blickt er eigentlich stattdessen? Blickt er nicht wie ein "Zwingherr"? Wie ein Zerstörer und Unterdrücker der Freiheit der Völker Europas? Wie der Vertreter und Verteidiger einer - - - terroristischen Priesterdiktatur? Wie ein gnadenloser Mönchsritter, der "Ungläubige" ausrottet, knechtet, terrorisiert und über sie despotisch herrscht? Wie der Teilnehmer eines satanitischen Rituals?

Auch der übrige Figurenschmuck des Vielvölkerschlachtdenkmales in Leipzig aus dem Jahr 1913 läßt keinen anderen Eindruck aufkommen als den von Folterknechten und Schergen im Dienste eines Männerordens, der die Freiheit der Völker Europas - der mit diesem Denkmal ja eigentlich gedacht werden soll -, knechtet, unterdrückt, terrorisiert und ihr die Daumenschrauben anlegt. - Sind damit geheime Hintergedanken ausgesprochen, die bei der Errichtung dieses Denkmales vorgelegen haben? Und über die nur noch niemand bis heute wirklich Anlaß gehabt hat, sich Rechenschaft abzulegen, weil man über freimaurerische Hintergründe all dessen nichts Konkretes gewußt hat?

1. Die Freimaurerkritiker formieren sich (1918)

Die aufwühlenden Erschütterungen des Ersten Weltkrieges ließen viele Menschen über ihre Welt völlig neu - und zum Teil außerordentlich kritisch - nachdenken. Der Prozeß gegen die Attentäter von Sarajewo erbrachte die Erkenntnis, daß fast alle Attentäter Freimaurer waren (1). Thomas Mann, dessen Bruder Heinrich Mann offenbar ebenfalls Freimaurer war*), äußerte in seinen "Betrachtungen eines Unpolitischen" aus dem Jahr 1918 die Meinung, daß die französische Freimaurerei die treibende Kraft hinter dem Krieg Frankreichs gegen Deutschland zum Sturz des deutschen Kaisers sei. Und daß die deutschen Freimaurer - wie sein Bruder Heinrich Mann selbst - im Herzen auf der Seite Frankreichs stehen würden und im Geheimen für seine Ziele arbeiten würden.

- Sind es solche Absichten und Ziele, die sich im überdimensionierten Schlachtendenkmal von Leipzig widerspiegeln?

Abb. 2: Das freimaurerisch-völkisch-okkulte Völkerschlachtdenkmal von Leipzig, erbaut 1913 (mit angemessener Protestaktion aus dem August 2011)
Im Dunstkreis der deutschen Freimaurerei selbst begannen sich schon kurz vor dem Ersten Krieg völkische und "ariosophische" Freimaurerlogen zu bilden, die der übrigen Freimaurerei und ihrer internationalen Verflechtung - zumindest äußerlich - sehr "kritisch" gegenüberstanden. Und die zum Teil vorgaben, ihre eigene "weiße Magie" gegen die "schwarze Magie" der "Entente-Freimaurerei" setzen zu wollen. Zu diesen freimaurerischen Freimaurer"kritikern" gehörten unter anderem Leute wie: Rudolf Steiner, sein Freund Karl Heise (2) und dann wohl alle Mitglieder des freimaurerischen sogenannten "Germanenordens" und seiner späteren Ableger wie: "Thule-Orden", Skaldenorden und was es dergleichen mehr an völkisch-okkulten Geheimorden und -logen gegeben hat und wohl auch weiterhin in diesem Umfeld gibt (alle Ariosophen etwa oder auch "Der Orden" des Hochgradfreimaurers Paul Köthner).
Abb. 3: Die "Freemason Hall" der Vereinigten Großloge von England in London (erbaut 1927)
Aus dem Thule-Orden ging ja dann auch die NSDAP hervor mit vielen führenden Okkultgläubigen und Vertretern des Männer-Ordens-Gedankens: Rudolf von Sebottendorf, Heinrich Himmler, Rudolf Heß, Karl Haushofer, Friedrich Hielscher, Jakob Wilhelm Hauer und zahlreiche weitere einflußreiche Leute vor allem im Umfeld der SS und der Geheimdienste des Dritten Reiches. Und weit darüber hinaus. Letztlich reichte das Umfeld bis hin zu einem solchen Satanisten und Vertreter des Männer-Ordens-Gedankens wie Hermann Hesse (siehe frühere Beiträge), der noch lange Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg den offenbar ähnlich gesinnten Ernst Jünger positiv rezensieren sollte.

Abb. 4: Grafik nach "Testament der Freimaurer" (2000) (7)

2. Freimaurer Paul Köthner beschuldigt die Freimaurerei des Herbeiführens des Ersten Weltkrieges
 
Im Umkreis dieser äußerlich sich "germanisch" und "völkisch" gebenden Freimaurerlogen veröffentlichte nun der einflußreiche "völkische" Hochgradfreimaurer, Gründer völkischer Okkultlogen und Okkultautor Paul Köthner Mitte der 1920er Jahre einen Aufsatz, in dem er davon berichtet, daß er schon vor 1914 in verschiedenen europäischen Logen, vor allem in Österreich, von freimaurerischen Plänen zum Mord am österreichischen Thronfolger erfahren habe und davon seinem Logenoberhaupt der "Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland" in Berlin (Wikip.) berichtet habe. Dieser habe jedoch abgewinkt und nichts weiteres veranlaßt.

Abb. 5: Grafik nach "Testament der Freimaurer" (2000) (7) - Jahweh's Auge über allem
Dieser Sachverhalt hat Ende der 1920er Jahre zu mehreren Prozessen geführt, über die im folgenden anhand einiger Auszüge aus dem "Internationalen Freimaurerlexikon" von Eugen Lenhoff informiert werden soll (3). Diese Auszüge sind natürlich in den Wertungen aus Freimaurersicht geschrieben. (Diese einseitig wertenden Stellen sind im folgenden mit Ausrufezeichen (!) gekennzeichnet.) Über Paul Köthner heißt es da (De Maconnieke Encyclopedie zoekt):
Privatdozent der Universität Berlin, ehemals Mitglied der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland war durch zwei Aufsatze im "Femestern" 1925/26 die Hauptquelle für die haltlose (!) Beschuldigung des Hochverrats gegen den ehemaligen Landes-Großmeister und Ordenssenior der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland, Grafen zu Dohna-Schlodien. Köthner stellte die Behauptung auf, er habe in den Jahren 1911 - 1913 "in Logen anderer Städte und Länder" aus unvorsichtig verlorenen Bemerkungen und durch merkwürdige Umstände den Plan zur Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand erlauscht, zum Weltkrieg, zum Sturz der Throne und Altäre und manches, was dann bis ins kleinste eingetroffen ist. "Mit diesem fürchtbaren Wissen" sei er zum Landes-Großmeister Graf Dohna gegangen und habe ihm "unter vier Augen enthüllt", was er "mit eigenen Ohren gehört und mit eigenen Augen gesehen hatte". Der Landes-Großmeister habe darauf nur die "kategorische Erklärung" abgegeben: "Es gibt nur eine Freimaurerei" und nichts weiter veranlaßt.
Diese Erzählung bildet einen der Hauptangriffspunkte im deutsch-völkischen Kämpf gegen die Freimaurerei. In einem Privatklageverfahren des Grafen zu Dohna gegen den Hauptmann a.D. Jesco-Peter von Puttkammer und den Oberstleutnant a.D. Friedrich Wilhelm Graf von der Recke wegen Beleidigung vor dem Amtsgericht Berlin-Lichterfelde (18. Juli 1927) wurde sie von Köthner als Zeuge vorgebracht. Das Gericht erklärte demgegenüber: "Der Versuch der Angeklagten, die Wahrheit der von ihnen verbreiteten Tatsachen zu beweisen, ist mißlungen. Der Zeuge Köthner räumte von Anfang an ein, daß er den angeblichen Mordplan gegen den Erzherzog in seiner Unterredung mit dem Privatkläger überhaupt nicht erwähnt habe; weiter gab er zu, daß seine "Entdeckungen" nur in der Wahrnehmung einer dem Erzherzog und dem Deutschen Reich feindlichen, radikalen und internationalistischen Stimmung in gewissen Wiener Logen bestanden hatten.
Bestimmte Tatsachen habe er dem Grafen Dohna nicht angeben können, dieser habe deshalb seine Wahrnehmungen, die ihm sehr ernst gewesen seien, sehr wohl als ein leeres Gewäsch auffassen können; auch sei es möglich, daß er seinerzeit aus seinen Wahrnehmungen noch gar nicht die Folgerungen gezogen habe, die er im Artikel angegeben hatte, sondern daß er erst nach den Erkenntnissen von 1918 glaubte, er habe das alles schon vor dem Krieg vorausgesehen. Die nachträgliche schriftstellerische Verwertung des Vorganges sei dem Bedürfnis entsprungen, sich wichtig zu machen. Diese Aussage wird durch den persönlichen Eindruck bestärkt, den der Zeuge auf das Gericht gemacht hat, nämlich den eines nervösen, gedächtnisschwachen, phantastischen, aber innerlich ehrlichen Menschen (!).
Auch in einem weiteren Prozeß, den Graf Dohna im Juni 1931 vor dem Amtegericht Gotha gegen Ludendorff wegen ähnlicher Behauptungen führte, und der mit der Verurteilung des Generals endete, spielten die Angaben von Köthner eine Rolle. Es wurde bei dieser Gelegenheit bekannt, daß jener mittlerweile seine Beschuldigungen zurückgezogen hatte.
Köthner hatte ja Freimaurereide geleistet und durfte gar keine freimaurerischen Geheimnisse verraten. Daß er deshalb vor Gericht so gewundene Rückzieher gemacht hat, ist leicht nachvollziehbar. Über den erwähnten Stanislaus Grafen zu Dohna-Schlodien wird berichtet (De Maconnieke Encyclopedie zoekt):
1908 - 1916 Landes-Großmeister der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland, dann Ordenssenior. (...) In der Nachkriegszeit (also nach 1918!) wurde gegen ihn wiederholt in deutschen Adelskreisen und von nationalistischen Parteigängern der Vorwurf erhoben, er hätte eine ihm 1912 zugegangene Warnung, daß die Freimaurer die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand beschlossen hatten, nicht weitergeleitet und sei hierdurch indirekt an dem Attentate in Sarajevo und dem Ausbruche des Weltkriegs schuld.
Da diese Anschuldigung auch in öffentlichen Versammlungen von Herrn von Puttkamer und dem Grafen von der Recke wiederholt wurde, sah sich Graf  Dohna zur Klage veranlaßt. Bei der vor dem vierten Strafsenat des Kammergerichtes in Berlin am 24. November 1930 als Berufungsinstanz durchgeführten Verhandlung wurden die Angeklagten von Puttkamer und von der Recke unter Zubilligung des § 193 (Wahrnehmung berechtigter Interessen) wohl freigesprochen, das Gericht stellte aber zugleich fest: Der Überbringer der Warnung, Dr. Köthner, ist eine zwar ehrenhafte, aber überaus nervöse, gedächtnisschwache und phantastische Persönlichkeit, auf deren Zeugnis sichere Feststellungen überhaupt nicht zu gründen sind. (!) Er hat ferner zugegeben, daß er sich mit diesem Aufsatze habe wichtig machen wollen. Ein Schwager Dr. Köthners, Major von Coler, der dessen Material dem Großen Generalstab zur Kenntnis brachte, ist auch dort mit einem mitleidigen Lächeln abgewiesen worden.
Der Angeklagte, Graf von der Recke, sagte das Gericht, ist ein fast 70jähriger Herr mit angegriffenen Nerven, dessen Urteilsfähigkeit durch seinen fanatischen Freimaurerhaß (!) getrübt ist. Der Urteilsspruch schließt: "Bei allem Mitgefühl für den in diesem Falle völlig schuldlos verdächtigten Privatkläger konnte hiernach das Gericht dem Angeklagten den Rechtsschutz des § 193 nicht versagen." In der gleichen Sache erhob Dohna-Schlodien auch gegen Ludendorff Klage, über die das Gothaer Amtsgericht am 1. Juli 1931 entschied. Ludendorff wurde wegen übler Nachrede (!) zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Gericht billigte ihm zu, daß er nicht aus ehrlosen Motiven, sondern aus subjektiv vaterländischer Einstellung seinen Kampf gegen die Freimaurerei führe. Der Zweck der Äußerungen könne jedoch nur gewesen sein, Sensation zu erregen (!) und den Kläger in der Öffentlichkeit herabzusetzen. Die Berufungsinstanz bestätigte im Oktober 1931 dieses Urteil. Dohna lebt seit Kriegsende in der Schweiz.
Auch Eugen Müllendorf war als Nachfolger des Grafen Dohna-Schlodien natürlich sehr intensiv mit diesen Angelegenheiten beschäftigt. Über ihn heißt es (De Maconnieke Encyclopedie zoekt):
Dr. phil. in Berlin, * 1856, Landes-Großmeister der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland bis 1931, ist eine Persönlichkeit, die auf die Entwicklung der Freimaurerei im Nachkriegsdeutschland bestimmenderen Einfluß ausgeübt hat, als seine Gegner zuzugeben bereit sind. Als unmittelbar nach dem Kriege in Deutschland eine starke Bewegung nationalistischer Kreise gegen die Freimaurerei einsetzte, richteten mehrere extrem national eingestellte Personlichkeiten an Müllendorf einen Brief, in dem sie eine Auseinandersetzung mit diesem als Exponenten der altpreußischen Freimaurerei anstrebten. Man hat Müllendorf den Vorwurf gemacht, daß er diesen sogenannten "Schafferbrief" bestellt habe, um Gelegenbeit zu einer programmatischen Erklärung zu finden. Der Austritt der drei altpreußischen Großlogen aus dem deutschen Großlogenbunde wird seinem Einflusse zugeschrieben. 1922 schied er auch aus dem Verein deutscher Freimaurer aus und gab damit das Signal zur Abkehr (Verbot!) seiner Großloge von dieser gemeinsamen Einrichtung. In einem Briefwechsel mit Bischoff bezeichnete er neben mehr systematischen Gründen besonders den Pazifismus als unverträglich mit deutscher Vaterlandsliebe.
Er wendet sich gegen jede Aufklärungsarbeit und verlangt, daß die Öffentlichkeit sich mit der Freimaurerei nicht mehr beschäftigen dürfe, als zur Verteidigung der eigenen Ehre und ihres Rufes notwendig sei. Unter Müllendorfs Leitung sonderte sich daher die Große Landesloge innerlich von der übrigen deutschen Freimaurerei immer mehr und mehr ab und zog schließlich auch äußerlich die Scheidelinie, indem sie sich die Bezeichnung "Deutschchristlicher Orden" beilegte. In zahlreichen Kundgebungen des Landes-Großmeisters wurde immer wieder der Gegensatz zur internationalistischen Richtung betont. Wo immer auf der Welt ein internationaler Freimaurerkongreß stattfand, stellte sich Müllendorf mit einem strengen Verbot der Teilnahme für die eigenen Ordensbruder ein.
Als Erfolg seiner Bemühungen kann Müllendorf verzeichnen, daß extrem-nationale Verbände ihren Frieden mit der Großen Landesloge gemacht haben. (!) Allerdings konnte dieses Bemühen weder die Notwendigkeit der Prozesse seines Amtsvorgangers, des Grafen v. Dohna, gegen die nationalistischen Gegner v. Puttkammer und Graf v. d. Recke (1930) und Ludendorff (1931) verhindern, noch vereiteln, daß letzterer gerade die Große Landesloge in ganz besonderem Ausmaß angriff. Der Erfolg nach außen ist somit nur ein unvollkommener, was nicht zuletzt damit zusammenhängt, daß Müllendorf die letzte Konsequenz anscheinend scheut und auch für den Ritterorden den Freimaurernamen beibehalt. Dagegen ist es ihm gelungen, die Große Landesloge aus der Einheit der deutschen Freimaurerei herauszuziehen. Hier bestehen auch deutliche Gegensatzlichkeiten zu den beiden anderen altpreußischen Großlogen, die bei besonderen Anlässen immerhin noch mit der humanitären Gruppe Fühlung halten, während die Große Landesloge sich immer deutlicher auf der ganzen Linie abzusondern bestrebt ist.

Müllendorf ist auch nach seiner Amtsniederlegung (Johannis 1931) eine der markantesten Persönlichkeiten der deutschen Freimaurerei, in der sich eine bestimmte Richtung, die der extrem national christlichen, ausprägt. Er ist der Exponent jener starr-dogmatischen Auffassung altpreußischer Freimaurerei, die zur Zerklüftung der deutschen Freimaurerei so viel beigetragen hat.
3. Der Historiker Vladimir Dedijer - Neue Tatsachen zum Freimaurermord von Sarajewo 

Wenig bekannt ist nun, daß der serbische Historiker Vladimir Dedijer (1914 - 1990), vormals ein enger kommunistischer Weggefährte des Generals Tito, schon im Jahr 1966 eine 500 Seiten starke historische Studie über die Vorgeschichte des (Freimaurer-)Mordes von Sarajewo im Jahr 1914 vorgelegt hat (4). In dieser hat er die schon während des Ersten Weltkrieges durch das Gerichtsverfahren gegen die Attentäter bekannt gewordenen freimaurerischen Hintergründe dieser Attentäter mit umfangreichen und vielfältigen neuen Tatsachen untermauert. Der organisatorische Kopf des Attentates hatte in den Jahren vor 1914 viele Freimaurerlogen Europas besucht und war in ihnen herzlich willkommen gewesen. Auch in deutschen Freimaurerlogen.

Soweit dem Autor dieser Zeilen bekannt, sind diese Tatsachen in der Geschichtswissenschaft seither nie erörtert worden und ihnen ist auch von Freimaurerseite offenbar nie widersprochen worden.

4. Siebenhundert Freimaurer aus ganz Deutschland weihen 1913 im Geheimen ein Völkerschlachtendenkmal ein

Seit mehr als zehn Jahren wird nun in Veröffentlichungen darüber gemutmaßt und geforscht, daß aus der Architektur des Völkerschlachtdenkmals von Leipzig ein freimaurerischer Geist spricht, daß durch dieses Haus "ein Hauch der Freimaurerei weht", und welche Rolle die Freimaurerei beim Bau und bei der Einweihung dieses "Tempels" im Jahr 1913 gespielt hat (5 -  13). - - - Erst durch eine freundliche Leserin dieses Blogs, die uns darauf hinwies, daß über diese Thematik in der letzten Woche eine Dokumentation im Fernsehen lief (12), sind wir auf diese Thematik überhaupt aufmerksam worden. Ein Blog wie der unsere wäre nichts ohne seine Leser. - - -

Die genannte Dokumentation (12) scheint derzeit nicht im Internet frei zugänglich zu sein. Aber schon eine allgemeine Dokumentation über die Freimaurerei aus dem Jahr 2008 (9) erörtert am Anfang und am Ende die freimaurerischen Hintergründe des Völkerschlachtdenkmals. Anläßlich der Austrahlung dieser im Internet frei zugänglichen Fernsehdokumentation (9) wurde am 10.2.2009 auf Weltverschwörung.de gefragt:
Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig der größte Freimaurertempel Europas?
1913 kamen, was bis vor zehn Jahren der Öffentlichkeit nicht bekannt war, 700 (!!!) Freimaurer aus ganz Deutschland am Vorabend der öffentlichen Einweihung dieses Denkmals nach Leipzig und weihten es rituell ein. Architektonisch wird auf deutliche Ähnlichkeiten mit dem Hauptgebäude der "Vereinigten Großloge von England" in London hingewiesen (s. Abb. 2 und 3). Über dieses heißt es auf Wikipedia (engl., dt.):
The current building, the third on this site, was built between 1927 and 1933(...) as a memorial to the 3,225 Freemasons who died on active service in World War I.

Das Gebäude hieß zuerst "Masonic Peace Memorial" und sollte an die 3,225 englischen Freimaurer erinnern, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren. Der „pazifistische“ Name wurde nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 in Freemasons' Hall geändert. 
Damit wäre gesagt, daß das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig im Jahr 1927 als Vorbild diente für das Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen 3.225 gefallenen englischen Freimaurer in London.

Da stellt sich natürlich die Frage: Ist mit beiden Denkmalen derselben Sache gedacht worden? Nämlich der Absicht, einen europäischen Krieg auf deutschem Boden auszutragen, um einerseits Kaiserreiche zu Fall zu bringen (1813 das französische, 1913 das deutsche, österreichisch-ungarische und russische), und um andererseits Kaiser zu stürzen (1813 den französischen, 1913 den deutschen, österreichisch-ungarischen und russischen)? 

Welche Bedeutung hat es, wenn in der von außenpolitischen Kriegsgefahren geschüttelten Zeit vor 1914, wenn 1913, ein Dreiviertel Jahr vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, der leicht mit einer neuen "Völkerschlacht" in der Mitte Deutschlands hätte enden können - wenn die Schlacht von Tannenberg im Jahr 1914 ein solches Geschehen nicht verhindert hätte - siebenhundert deutsche Freimaurer zusammen kommen, um den "größten Freimaurertempel Europas" oder gar der Welt auf diesem Schlachtfeld im Herzen Deutschlands einzuweihen?

Abb. 6: Kult von Männerorden: Kopf des Erzengel Michael am Völkerschlachtdenkmal (1911/13)
Als vierzehn Jahre und einen Weltkrieg später im Jahr 1927 - und etwa zeitgleich zur "Memorial Hall" in London - ein weiteres Denkmal auf einem weiteren weltgeschichtlichen Schlachtfeld eingeweiht wurde (Abb. 1), nämlich auf dem Schlachtfeld von Tannenberg in Ostpreußen, behauptete der Führer dieser Schlacht auf deutscher Seite, der kurz zuvor zum bedeutendsten Freimaurerkritiker der Geschichte geworden war, General Erich Ludendorff, in Architektur und Symbolik dieses neuen Denkmals, freimaurerischen und kabbalistischen Geist wiederzufinden. Er wies darauf hin, daß dieses Denkmal bezeichnenderweise einer Ordensburg glich, der Zwingburg einer christlich-terroristisch Priesterdiktatur, die das heidnische Volk der Pruzzen ausgerottet hat.

Von der Freimaurerei wurde dieser General damals für "verrückt" erklärt. Er wurde damals in aller Öffentlichkeit verlacht und lächerlich gemacht wegen solcher Thesen. Allen voran von dem Freimaurer Kurt Tucholsky:
Ludendorff oder der Verfolgungswahn 

Hast du Angst, Erich? Bist du bange, Erich?
Klopft dein Herz, Erich? Läufst du weg?
Wolln die Maurer, Erich – und die Jesuiten, Erich,
dich erdolchen, Erich – welch ein Schreck!
Diese Juden werden immer rüder.
Alles Unheil ist das Werk der .·..·. Brüder.
Denn die Jesuiten, Erich – und die Maurer, Erich –
und die Radfahrer – die sind schuld
an der Marne, Erich – und am Dolchstoß, Erich –
ohne die gäbs keinen Welttumult.

Jeden Freitag abend spielt ein Kapuziner
mit dem Papste Skat – dazu ein Feldrabbiner;
auf dem Tische liegt ein Grand mit Vieren –
dabei tun sie gegen Deutschland konspirieren ...
Hindenburg wird älter und auch müder ...
Alles Unheil ist das Werk der .·..·. Brüder.
Fährst du aus dem Schlaf? Die blaue Brille
liegt auf deinem Nachttisch wohl bereit?
Hörst du Stimmen? Das ist Gottes Wille,
Ludendorff, und weißt du, wer da schreit –?

Hunderttausende, die jung und edel
sterben mußten, weil dein dicker Schädel
sie von Grabenstück zu Grabenstück gehetzt
bis zuletzt.

Ackerkrume sind, die Deutschlands Kraft gewesen.
Pack die Koffer! Geh zu den Chinesen!
Führ auch die bei ihren Kriegen!
Ohne Juden wirst du gleichfalls unterliegen.
Geh nach China! Und komm nie mehr wieder –!
Alles Unheil ist das Werk der Heeresbrüder.
Theobald Tiger
(Die Weltbühne, 06.11.1928, Nr. 45, S. 700)

Solange man der Öffentlichkeit nicht bekannt gemacht hatte, daß sich 1913 siebenhundert Freimaurer zur geheimen Einweihung eines Schlachtendenkmales getroffen hatte, das in seiner Bedeutung derjenigen des Schlachtendenkmales von Tannenberg wohl keineswegs nachstand, war natürlich öffentlich leicht zu spotten über Spinner, die ähnliche okkulte Absichten bezüglich des Schlachtendenkmals von Tannnenberg veruteten. Da konnte man natürlich leicht Leute für verrückt erklären, die sagten, Kriege und Schlachten hätten in der Freimaurei okkulte Bedeutung, ja, sie würden eine okkult-"metaphysische Kriegsführung" kennen.

Kann man noch spotten, wenn man weiß, was 1913 im Geheimen siebenhundert Freimaurer in Leipzig trieben?

5. Das Schlachtendenkmal wie ein Salomonischer (also jüdischer) Tempel gegliedert?

Auffällig sind nicht nur die in den Grafiken der Abb. 4 und 5 sich andeutenden Zusammenhänge. Auffällig ist nicht nur, daß einige Autoren (Rolf Affeldt, Frank Heinrich) versuchen, den Bau des Denkmals als freimaurerisches Gedankengut zu vermitteln und ausführen, daß man sich beim Bau an der Einteilung des Salomonischen Tempels in Vorhalle, Hauptsaal und Heiligtum orientiert habe, und daß das Gebäude auch sonst mit vielen Symbolen der Freimaurerei und ägyptischer Priesterkasten versehen sei.

Abb. 7: Schlachtendenkmal von Tannenberg (1927 - 1945): Wie eine Zwingburg
Auffällig ist besonders auch, daß von jeder Seite aus sich die Gestaltung der obersten Kuppel wie der Großbuchstabe "T" ausnimmt (s. Abb. 2). Der Großbuchstabe T hat mancherlei okkulte Bedeutung. Es gab mehrere Zeitschriften mit dem Titel "Die Tat", unter anderem herausgegeben von dem "Tat-Kreis" um Hans Zehrer, in dem mit diesem Großbuchstaben so mancher Kult getrieben wurde (siehe dazu die in Vorbereitung befindliche Buchdokumentation). Es gibt manche Hinweise, daß dieser "Tat-Kreis" dem "Orden" des Paul Köthner nahegestanden hat. (Der Chefredakteur der "Welt" Hans Zehrer war dann nach dem Zweiten Weltkrieg auch ein enger Freund von ... Axel Springer.)

Auffällig zudem, daß der hier auf dem Blog schon sattsam behandelte Historiker Karl-Heinz Janßen zum 50. Jahrestag der Errichtung des Tannenberg-Ehrenmals von 1927 das dringende Bedürfnis verspürte - oder den Auftrag hatte, sich folgendermaßen über Ludendorffs Kritik am Tannenberg-Ehrenmal in Ostpreußen aus dem Jahr 1927 auszulassen (15):
Das Satyrspiel zur Weihestunde inszenierte Ludendorff ("In mir sieht das Volk Tannenberg"). Der Marschgefährte Hitlers beim Münchner Bierkellerputsch hatte inzwischen die Nervenärztin und "Seherin" Mathilde Kemnitz geheiratet, die "Urgroßmutter des deutschen Antisemitismus" (Spiegel). Vor dem Torturm in Tannenberg hatte das "Haus Ludendorff" eine Vision: Es stand vor dem Jahwe-Tempel der Lichtmenschen. Als Wanderprediger des völkischen "Tannenberg-Bundes" mit seinen 30.000 Mitgliedern focht der General einen neuen Großkampf - wider die "überstaatlichen Mächte" (Freimaurer, Jesuiten, Juden, Marxisten) und huldigte einer rassistischen "Deutschen Gotterkenntnis".
Wir stehen heute vor dem Völkerschlachtdenkmal und sehen hier in der Tat einen "Jahweh-Tempel der Lichtmenschen". Einen Jahwehtempel des Lichtbringers, der Heiligen Michael. Wir werden der Thematik anhand der zusammengestellten Literatur (5 - 13) noch detaillierter nachgehen (s.a.Wikip, Freimaurerwiki: "Völkerschlachtdenkmal"). Eingesandte Beiträge zur Thematik werden gerne als Gastbeiträge veröffentlicht.

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*) Manfred Eickhölter schreibt in "Thomas Mann und die Freimaurerei" (Quatuor Coronati, Jahrbuch Nr. 37/2000, S. 127-134): Die Lübecker Loge zur Weltkugel wurde im 18. Jahrhundert gegründet, als das Buddenbrookhaus nicht mehr war als ein Wohnhaus im neuen Geschmack. Sowohl Heinrich als auch Thomas Mann kamen mit der Freimaurerei in Berührung, Heinrich war möglicherweise Mitglied in einer italienischen Loge; eine Hauptfigur in seinem Roman Die kleine Stadt ist Freimaurer. Thomas Mann hat die Freimaurerei zu der Zeit, als der Bruderstreit am heftigsten tobte, also zwischen 1915 und 1922, offenbar gehasst. Im Zauberberg hat er dann eine positive Annäherung formuliert, aber nur eine bescheidene. Er fürchtete ab 1922, der Bruderschaftsgedanke könnte von radikalen Rechten missbraucht werden.

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  1. Professor Pharos: Der Prozess gegen die Attentäter von Sarajewo. Nach dem amtlichen Stenogramm der Gerichtsverhandlung aktenmäßig dargestellt von Professor Pharos mit einer Einleitung von Josef Kohler. Decker, Berlin: 1918 (Scribd)
  2. Bading, Ingo: "Weiße Magie zugunsten unserer arischen Rasse ...". Die tausend Masken des Meisters Rudolf Steiner. Auf: GA-j!, 22.4.2011
  3. Lennhoff, Eugen: Internationales Freimaurerlexikon. 1932 (Internetausgabe)
  4. Dedijer, Vladimir: Sarajevo 1914. Prosveta, Beograd 1966 (serbisch). -  The Road to Sarajewo. Simon and Schuster, 1966, 550 Seiten (engl.). - Die Zeitbombe. Sarajewo 1914. Europa Verlag, Wien, Frankfurt, Zürich 1967 (deutsch)
  5. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Das Völkerschlachtdenkmal gibt sein Geheimnis preis. Nouvelle Alliance, Leipzig 1993
  6. Hans-Dieter Schmid: Völkerschlachtdenkmal, Völkerschlachtgedenken und deutsche Freimaurerei im Jubiläumsjahr 1913. In: Marlis Buchholz u. a. (Hrsg.): Nationalsozialismus und Region. Festschrift für Herbert Obenaus, Bielefeld 1996, S. 355-379
  7. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Testament der Freimaurer. Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig. Leipzig 2000
  8. Förster, Otto W.; Hempel, Günter Martin: Leipzig und die Freimaurer. Eine Kulturgeschichte. Taurus Verlag 2007 (Amazon)
  9. Ludwig, Karin; Erler, Michael: Tempel, Logen, Rituale. Die Geheimnisse der Freimaurer. Dokumentarfilm, Deutschland 2008. 44 Minuten. Ein Film der Neuen Mediopolis Filmproduktion GmbH Leipzig im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks. Ausgestrahlt auf: ARD, 20.8.2008, 23.30 Uhr, Phoenix, 10.2.2009, Schweizer Fernsehen, 7. und 9.6.2009, 3Sat, 9. Juli 2009, 20.15 Uhr, 3Sat, 17.7.2011, MDR, 12.6.2011, Phoenix, 26.11.2011 (Google Video, Veoh)
  10. Süß, Alexander: Leipziger Freimaurer in Wort und Stein. Der Einfluss der Logen auf das Völkerschlachtdenkmal und die Verlagsstadt. Salier Verla, Leipzig 2009
  11. Heinrich, Frank: Architekt Clemens Thieme. MdG Verlag, Leipzig 2009 (90 S.)
  12. Erler, Michael: Das Geheimnis des Völkerschlachtdenkmals. (In der Reihe: Mitteldeutsche Wahrzeichen.) Dokumentation, Deutschland, 30 Min. (Moderator: Axel Bulthaupt) MDR, 15.11.2011, 20.45 Uhr (Interview mit Frank Heinrich).
  13. Ullrich, Jens: Das Völkerschlachtdenkmal und die Freimaurer. Logenbrueder.de, 2005
  14. Treffpunkt Leipzig: Auf den Spuren der geheimnisvollen Freimaurer.
  15. Filmliste Geheimgesellschaften. In: Kino Okkult. Eine geheime Weltgeschichte im Zeitalter des Films.
  16. Janßen, Karl-Heinz: Tannenberg - Ein deutsches Verhängnis. Die Zeit, 23.9.1977.

Freitag, 25. November 2011

Rechtsterrorismus in Thüringen - okkult!

Durch Zuschrift werden wir auf das Emblem, bzw. Logo auf der Rückseite des heute festgenommenen Bekennervideo-Produzenten Andre E. im Umfeld des "Nationalsozialistischen Untergrundes", bzw. der "Braunen Brigaden", bzw. des internationalen Rechtsextremisten-Netzwerkes "Blood and Honour", bzw. des "Combat 18", bzw. des bundesdeutschen Verfassungsschutzes, bzw. des Militärischen Abschirmdienstes hingewiesen (Welt):


In der Druckausgabe der "Welt" vom 25.11.2011 wird dieses Foto auf der Titelseite gebracht und als Bildunterschrift heißt es:
"Andre E. auf dem Weg zum Haftprüfungstermin. Das Logo auf seinem Kapuzenpullover wurde vermutlich in der rechten Szene entworfen und kombiniert verschiedene Elemente verbotener Zeichen."
Welche "verbotenen" Zeichen das sein sollen, wird nicht gesagt. Im Internet findet man diese Angabe sonst auch nirgends, auch nicht auf Welt.de. Man erkennt äußerlich einen Sonnen-Strahlenkranz, darin einen Davidstern, zusammengesetzt aus zwei unterschiedlichen Dreiecken und darin einen satanistischen, sprich auf den Kopf gestellten Fünfstern. (Schon Friedrich Hielscher sprach 1931 in "Das Reich" von dem "Bezogensein" Israels auf "Das Reich", das wohl als "schwarzes Reich" zu verstehen ist. Vielleicht ist in solchen Ausführungen der Sinn eines solchen Zeichens enthalten.)

Nachdem wir uns auch sonst mit der Herkunft der okkulten Symbolik der "Schwarzen Sonne" hier auf dem Blog schon beschäftigt haben, muß uns interessieren, was dieses okkulte Emblem, Logo impliziert. Im Netz findet man etwa folgendes etwas ähnliche Symbol auf einer okkult völlig verblödet argumentierenden Seite:




Für weiterführende Hinweise aus der Leserschaft wären wir dankbar! Ergänzung: Beim Honigmann weiß auch niemanden den Namen der Musikband, die dieses Logo für sich beansprucht auf dem Bandshirt, wie ein Kommentator "AIN" zu diesem Blogbeitrag auf Paperblog sagte:
"Das Shirt kenne ich, es ist ein Bandshirt, ich werde aber nicht den Namen nennen, denn die Band hat rein gar nichts mit Nazis am Hut."
Aktualisierung 5.6.2012: Es handelt sich übrigens bei den Festgenommenen um die Zwillingsbrüder Andre und Maik Eminger in Grabow und um die von ihnen betriebene Videoproduktionsfirma "Aemedig". - - - Das Bild das sich heute laut Wikipedia über die "NSU" insgesamt ergibt, ist, daß mehrere Landesämter für Verfassungsschutz (mindestens Thüringen, Hessen und Bayern) sehr gut darin zusammengearbeitet haben, die NSU nicht nur mit Hilfe von V-Männern aufzubauen und zu finanzieren und sonst zu unterstützen und Jahre lang wohlwollend zu überschatten, sondern auch, um sie Jahre lang vor polizeilichen Ermittlungen und Zugriffen zu schützen und zu warnen, sowie darin, suchende Eltern auszubremsen. Zugleich war die Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden immer dann, wenn diese erfolgreich zu werden drohten, "fehlerhaft". Angesichts dieser Tatsachen - und bei Berücksichtigung etwa der Vorgänge rund um Verena Becker - sollte doch allmählich der "Verfassungsschutz" in "Terrororganisation" umbenannt werden.

Montag, 21. November 2011

Erich Ludendorff - Mit diesem Freimaurerkritiker "hat" es der Verfassungsschutz

Daß es der niedersächsische Verfassungschutzmann, Hobby- und "Spiegel"-Historiker Fritz Tobias mit dem Freimaurerkritiker Erich Ludendorff "hatte", war uns schon an früherer Stelle einigermaßen auffällig vorgekommen - neben so vielem anderen, was über diesen Verfassungsschutzmann, Reichstagsbrandforscher und Gestapo-Verbrechens-Vertuscher (?) Fritz Tobias so zu sagen ist (siehe dort). 

Nun erfahren wir im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Nichtverfolgung des "Nationalsozialistischen Untergrundes" (NSU) in Thüringen durch den dortigen Verfassungsschutz, eines NSU, der vor allem in Westdeutschland mit Morden und in Thüringen durch Banküberfälle auffällig  geworden ist, von der "Exzentrik" des früheren zuständigen Präsidenten des Landesamtes für Verfassungsschutz, nämlich von Helmut Roewer (geb. 1950) (Wikip.). Auf Wikpedia wird für diese ein Beispiel gegeben:
"Seine Amtsführung galt als exzentrisch, so trat er z.B. bei einer öffentlichen Veranstaltung im Rahmen des Programms von Weimar als Kulturhauptstadt Europas im Ludendorff-Kostüm mit Pickelhaube auf."

Und dabei wird auf einen "Spiegel"-Artikel aus dem Jahr 2005 verwiesen (1), dem das hier gebrachte Foto entnommen ist: In einen reichlich karnevalesk-schlottrigen "Feldherrnmantel" gehüllt erklärt Helmut Roewer auf diesem Foto Interessierten offenbar die Schlacht von Tannenberg aus dem Jahr 1914 anhand einer an eine Wäschleine aufgehängten militärischen Karte derselben. 

Im Hintergrund hängen neben der Karte an der Wäscheleine offenbar ein Foto von Erich Ludendorff, eingerahmt links von einem Foto von seiner ersten Ehefrau Margarethe und rechts von seiner zweiten Ehefrau Mathilde. In Weimar haben sich Erich und Mathilde Ludendorff 1924 auf einer Tagung der "Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung" tatsächlich näher kennen gelernt. Vielleicht war das der Bezug des karnevalesken Auftrittes dieses exzentrischen Verfassungsschutzmannes, der ansonsten, wie heute bekannt ist, allerhand auf dem Kerbholz zu haben scheint.

- Was treibt Verfassungsschutzleute alles um!? Woran denken sie, wenn sie an die Kulturhauptstadt Weimar denken? 

Inzwischen wird sogar in der FAZ eine Abschaffung aller Geheimdienste gefordert:
"Die Dienste dienen nur sich selbst. Es ist darum richtig, sie aufzulösen."
Auf solche Sätze hat man in Zeitungen wie der FAZ lange warten müssen. Hoffentlich haben sie auch Folgen.

______________
1. Winter, Steffen: Deckname "Rubicon". In: Der Spiegel 29/2005 vom 18. Juli 2005; S. 48–49 (pdf.)
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