Samstag, 15. August 2015

Verblödung auf der Internetseite Sezession

Katholische Rechtskonservative seit über 40 Jahren: "Gehe zurück auf Los und fange bei Null an"

Abb.: Giordano Bruno-Denkmal, Berlin
(Fotograf OTFW)
Die Internetseite "Sezession" ist ja hier auf dem Blog schon ausreichend charakterisiert worden. Dort hat es doch jüngst wieder einmal einen - nun, reichlich dümmlichen - Blogartikel gegeben ("Out of Africa"), der dann zu vielen ähnlich, reichlich dümmlichen Kommentaren führte (nach 134 wurde diesmal die Diskussion geschlossen, sonst wird doch dort die Diskussion immer schon viel früher geschlossen ... meeeerkwürdig ...!). Doch das Schöne ist, dass sich fast der einzige Lichtblick bei "Sezession", nämlich der Autor Andreas Vonderach, in der Diskussion zu Wort gemeldet hat. Man atmet fast immer auf, wenn man ihn irgendwo liest. Hier sagte er:
Also, dass es in (Schwarz-)Afrika Hochkulturen gegeben hat, ist reichlich übertrieben. Schon im Jungpaläolthikum hinkte Afrika hinter Europa und Asien zivilisatorisch hinterher (z.B. Parzinger, die Kinder des Prometheus). Die Schwarzafrikaner hatten von den antiken Kulturen zwar das Eisen übernommen, befanden sich bis zur Kolonialzeit aber im wesentlichen noch auf neolithischem Niveau, hatten z.B. nur Hackbau und keinen Pflugbau. Auch von nicht-rechten Paläoanthropologen wird in der Anpassung an das kalte Eiszeitklima der entscheidende Entwicklungsimpuls der Menschheit gesehen (z.B. Henke und Rothe), nur wird dabei unterschlagen, dass davon Afrikaner und andere Südvölker eben nicht betroffen waren. Das entscheidende Entwicklungshemmnis Schwarzafrikas ist der niedrige IQ seiner Bewohner, im Durchschnitt 67, mit wenig geographischen Unterschieden.
Andreas weiß selbst, dass der amerikanische Anthropologe Jared Diamond diesen Befund in "Arm und Reich" rein kulturell und ökologisch interpretieren wollte. Ihm wird heute wohl kaum noch jemand folgen, der es ernst meint. Aber selbst diese simplen Sachaussagen werden dann von den weiteren Diskutanten wieder infrage gestellt, zerredet und so weiter. Ach, ihr Jesuiten ... Was soll man denn noch sagen? ... Verblöden tut ihr. Weiter nichts. - Nun, wenigstens einer scheint es dort kapiert zu haben, er nennt sich "Bernhard":
@ Vonderach: Gerne würde ich mehr von Ihnen lesen. Schön, dass Sie sich wenigstens hier immer wieder kenntnisreich einbringen. Volle Zustimmung. Schade, dass Ihre hervorragenden Bücher „Soziobiologie“, „Anthropologie Europas“ und „Völkerpsychologie“ den meisten hier nicht bekannt sind. Das würde die Diskussion befördern, anstatt immer wieder bei Null anzufangen. J. Philippe Rustons „Rasse, Evolution und Vererbung“ (Ares) wäre auch eine gute Grundlage.
Diesem Kommentar ist nichts hinzuzufügen. Er sagt dasselbe wie wir hier: Denn wer immer wieder bei Null anfängt, ist verblödet. Aber hochgradig. Ich möchte das Götz Kubitschek und seinen Leuten direkt ins Stammbuch geschrieben haben. Und auch im nächsten seiner Kommentare fängt Andreas Vonderach - ich bewundere seine Engelsgeduld (oder ist es die Geduld des Schlachtviehs, das zum Schlachter geführt wird?) - wieder bei Null an:
Ich glaube, ich muss mal was zur Ehrenrettung der IQ-Tests sagen: die heutigen Intelligenztests sind kulturneutral und fragen kein Wissen oder erlernte Fertigkeiten ab, sondern nur die voraussetzungslose Fähigkeit zum logischen Denken, z.B. Objekte nach ihrer Form sortieren, Zahlenreihen fortsetzen usw. Natürlich gehört zur Urteilsfähigkeit noch mehr als Intelligenz, etwa Erfahrung und Bildung. Den höchsten IQ haben bei uns wahrscheinlich irgendwelche 18jährigen Computerfreaks, denen man sicher nicht viel Urteilsfähigkeit zubilligen kann. Ganz ohne Intelligenz geht es aber auch nicht. Die Schwarzafrikaner bewegen sich mit ihrem IQ noch unter unseren Hauptschülern. Versuche in Amerika mit jahrelanger intensiver Förderung von Schwarzen haben nur einen sehr geringen Anstieg des IQ um wenige Punkte bewirkt, der nach wenigen Jahren wieder verloren ging.
Und dann wird weiter diskutiert und diskutiert und diskutiert. Wie schon seit zehn Jahren. Oder seit vierzig Jahren. Will Götz Kubitschek sein schlechtes Gewissen damit beschwichtigen, dass er so lange darüber diskutieren lässt? Und auch das musste - typischerweise! und einmal erneut bei Null beginnend - in diesen rechtskatholischen Kreisen wiederholt werden, was nämlich "Bernhard" am 8. August zu sagen hatte:
Die Wortwahl „biologistisch“ ist aus dem Vokabular des politischen Gegners, der damit die Ergebnisse der modernen Humanwissenschaften relativieren und entwerten will. Das ist wie mit der Unterscheidung von „islamisch/islamistisch“ oder „rassistisch“, usw. Hier werden Wörter zu Begriffen, die politisch genutzt werden. „Biologistische THESEN“ ist eine noch grobere Zumutung. Es gibt nur eine Biologie, keine Biologistik. Mit „biologistisch“ wird unterstellt, die Biologie überzubewerten. Im Gegensatz zu was? Im Gegensatz zur kulturmarxistischen Utopie. Die Grundlage unserer Existenz ist nun einmal die Biologie mit ihren mehr oder weniger verwandten Gebieten von der Psychologie über die Soziobiologie bis zur Evolutionsbiologie. und Genetik. Ein realistisches Menschbild muss von der Biologie ausgehen und nicht von kulturmarxistischen Träumereien. Wer „biologistische Thesen“ sagt, diffamiert jene, die im Gegensatz zu linken und liberalen Träumern sehr solide empirisch verifizierbare Grundlagen haben.
Was hatten wir gesagt: Gehe zurück auf Los und beginne bei Null. Wir wiederholen uns: Wir bewundern die Engelsgeduld, die Geduld des Schlachtviehs eines Andreas Vonderach. Das Gebaren der Rechtskatholiken ist einfach empörend. Dass über solche Dinge überhaupt noch "diskutiert" wird. Leider äußert sich Andreas Vonderach in seinem letzten Diskussionsbeitrag unseres Erachtens nach auch zur Sache nicht ausreichend klar genug. Wir sind klarer: Alles deutet darauf hin, dass der Mensch in Gruppen und Völkern evoluiert ist. Das ist auch auf der genetischen Ebene klar aufzeigbar. Zuletzt an den aschkenasischen Juden, die tatsächlich Neuzuwanderer in Europa waren. Aber das gilt für jedes Volk auf der Erde. Es gibt Ethnogenese und es gibt Völkertod. Und dazwischen gibt es das herrliche, stolze, vielfältige Leben der Völker und Kulturen. Weltweit und auf allen Entwicklungsstufen. Und das wohin Menschen jemals gekommen sind.

Daraus lässt sich keine Multikulti-Ideologie ableiten oder basteln.

Es kann durch die gegenwärtigen Selektionsprozesse auf der Nordhalbkugel zur Entstehung neuer Völker kommen. Aber völkerlos wird der Mensch nie leben. Woran sollte man das festmachen? Es gibt keinen Hinweis darauf. - Exkurs (21.08.15): Die Kinderseele, so möchte man hier zwischenschiebend einfügen, drängt nach ihrer eigenen Einbettung in Muttersprache, nach etwas "einheimelndem". Und daraus entsteht dann eben eine neue Muttersprache. Wie wir aus der Sprachforschung (Derek Bickerton) wissen (das hat er an der Entstehung neuer Pigdin-, bzw. Kreolen-Sprachen erforscht), entstehen neue Muttersprachen - und damit Völker - dadurch, dass sich Kinder verschiedener Muttersprache auf dem Spielplatz miteinander verständigen wollen und hierzu eine neue Sprache formen aus den Resten der überkommenen. Diese wissenschaftliche Erkenntnis läßt so tief in die menschlichen Individual- und Gruppen-Psychologie blicken wie selten eine. Alle unsere Muttersprachen sind Sprachen, die Kinder geschaffen haben. Indem wir Sprache benutzen, stehen wir in Verbindung mit der Kinderseele. All das hat viele, viele Implikationen. (Die man aber alle nur - oder am besten - versteht, wenn man sich mit der Philosophie und Psychologie der Kinderseele nach Mathilde Ludendorff beschäftigt, das sollte doch auch einmal so klar und deutlich gesagt werden. Wenn es schon sonst nirgendwo gesagt wird.) Exkurs-Ende. - Auch nach dem Untergang des Römischen Reiches, einer multikulturellen Gesellschaft, wie sie sicher weithin als das kulturelle und politische Ideal von heute empfunden wird, haben sich überall wieder Völker gebildet. Und das, was wir am Römischen Reich und seiner griechischen Kultur bewundern, ist allein von Völkern geschaffen worden. Nämlich vom antik-griechischen Volk und vom römischen Volk. Dazu gehören auch so - kein Ironiemodus - herrliche Errungenschaften wie die Demokratie, die Herrschaft eines Volkes durch sich selbst, wie die Republik, wie die Lebensform des Republikaners. Und so vieles andere mehr. (Die Lebensform eines antik-römischen Senators.)

Über solche Dinge sollte geredet werden. All das sollte geklärt werden. Aber nicht, indem ständig bei Null angefangen wird und man sich - in rechtskatholischen Kreisen - mit dem Biologismus-Vorwurf auseinandersetzen muss. Ekelhaft. Wer tut sich denn so etwas noch an? Verdummung pur. So wie das in katholischen Kreisen seit zweitausend Jahren betrieben wird und wie es durch den Jesuitenorden systematisiert und "verwissenschaftlicht" worden ist.

Aber übrigens hat offenbar nicht Götz Kubitschek diese Diskussion moderiert, sondern der Autor des Blogartikels Lutz Meyer. Da er keine Ahnung hat von Naturwissenschaft und nur wild im geistigen Raum herumspekuliert, wollen wir ihm die Art seiner Moderation zunächst nicht weiter nachtragen. Und möchten ihn nur bitten, beim nächsten Artikel über das Thema "Out of Africa" zuvor etwas tiefer in der naturwissenschaftlichen Literatur zu recherchieren. Sonst bringt das doch alles nichts. Wirklich! Oder will auch er - bewusst - verblöden? Entschuldigung. Aber das weiß man bei Leuten, wie sie sich dort herumtreiben, nie.

(... Und ein Martin Sellner beantwortet Sinnfragen dort weiterhin ohne jeden Bezug zum naturwissenschaftlichen Kenntnisstand unserer Zeit. Er stochert im rechtskonservativen Ideologiegebräu herum wie seit eh und je. Hauptsache beschäftigt, scheint das Motto zu sein. Hauptsache, "sich selber fühlen". Dass es um ganz andere Dinge geht, hat er nicht kapiert. Scheinbar nicht ansatzweise. Dabei ist das Buch von Thilo Sarrazin nun auch schon wieder fünf Jahre alt .... Und es fällt einem zunehmend schwer, an die Echtheit einer solchen Haltung, vorliegend bei einem gebildeten Menschen überhaupt noch zu glauben. Aber es gibt ja genug Naive, denen das egal zu sein scheint ....)

Die SS - Das Hofgesinde des Teufels

Ritualmorde innerhalb der SS um Otto Rahn und Karl Maria Wiligut?

Gerade erhalte ich unter dem Betreff "Literatur der Gegenwart" folgende Zuschrift:
Der Thrillerautor Philip Kerr stellt in "Im Sog der dunklen Mächte", dem zweiten Teil seiner Berlin-Trilogie, einen Ritualmord an jungen "arischen" Mädchen dar. Die Täter sind eine Gruppe von meist homosexuellen SS-Männern, unter anderem Otto Rahn und Karl Maria Wiligut.
Meine Antwort: Ja, darüber hatte ich auch schon gelesen. Macht sicherlich Sinn, diesen Roman mal genauer zu lesen und zu gucken, ob er auf authentischen Auskünften - oder zumindest "Hörensagen" - beruhen könnte. Dann läge das auf der Linie von "Das Foucault'sche Pendel" von Umberto Eco oder "Gravity's Rainbow" von Thomas Pynchon. - Meine Auseinandersetzung mit den Romanautoren David Perkins und Udo Röbel lässt mir aber auch manche Vorsicht und Skepsis angeraten erscheinen. Es muss bestimmt nicht jeder "Roman", der wenig bekannte historische Bezüge aufweist, auf authentischen Auskünften beruhen oder auf zumindest häufigen oder mehrheitlich authentischen Auskünften. Jedenfalls habe ich bei den beiden genannten Autoren Perkins und Röbel bislang kein Kriterium finden können, anhand dessen ich bei ihnen Dichtung und Wahrheit auseinander halten könnte (ähnlich wie bei dem "Sachbuch"-Autor Felix Groß ...). Darauf erhielt ich die Antwort:
Nach meinem ersten Eindruck ist das - abgesehen von der Homosexualität Rahns, nicht aber Wiliguts - eine bloße Fantasie.
Darauf ich: Wir waren uns doch schon einig, dass Bisexualität in Logenkreisen ein weiter verbreitetes Phänomen ist. Warum also nicht auch bei Wiligut? Der Fall Rahn weist ja manche Ähnlichkeiten mit dem Fall Sigmund Rascher auf (s. früherer Blogartikel).

Die Hausangestellte und Geliebte von Rascher verschwand 1944 bei einem Bergausflug, das Ehepaar Rascher geriet unter Mordverdacht. Insofern finde ich, dass man die von dir genannte Handlung des Romans von Kerr für sehr plausibel halten kann, zumal ja in England ebenfalls offenbar ein "arischer" "Baldur" in einem Ritual in Flammen gesetzt wurde, wahrscheinlich vom Herrn Aleister Crowley persönlich, der ja gute Verbindungen hatte zu den ariosophischen Logenkreisen der SS (s. früherer Blogartikel, z.B. diesen).

Die Handlungen beiderseits des Kanals in satanistischen Okkultlogen werden vor wie nach 1939 sehr häufig aufeinander abgestimmt gewesen sein.

Und aus dem Tatsachenbericht "Isis Fürstin der Nacht" von Karin Jäckel wissen wir, dass im Thüringer Wald nach 1945 in "Wandervereinen" und auf nächtlichen "Bergausflügen" auch so allerhand bisexuelle und gruppensexuelle, satanistische Rituale stattfanden, wobei ich mich jetzt nicht erinnere, ob es dort auch zu rituellen Morden gekommen ist.

Ritualmorde an "arischen" Mädchen in homosexuellen Kreisen von SS-Männern hat es in Deutschland zwischen 1933 und 1945 meines Erachtens ziemlich sicher gegeben, wohl mit allerhand Plausibilität auch im engsten Kreis um Rahn und Wiligut, Friedrich Hielscher, Wolfram von Sievers, Sigismund Rascher und wie sie alle heißen. Was Ernst Jünger in dieser Zeit gemacht hat, will ich offen lassen. Sein eigener Sohn ist ja unter merkwürdigen Umständen ums Leben gekommen während des Zweiten Weltkrieges (manches daran mutet wie eine Opferung an). Der Kriegshetzer Canaris sowieso. Ich würde mir zutrauen, über all das entlang der bisherigen Berichte "anthroposophischer Geschichtsschreibung" a la Trevor Ravenscroft noch ganz schön "schaurige" Bücher und Romane schreiben zu können, die sehr dicht an den realen Ereignissen dran wären, da man sie leicht hochgradig plausibel abfassen kann.

Das alles aber geschrieben, ohne jemals den genannten Roman von Kerr in der Hand gehabt zu haben. - - - Diese Zuschriften geben aber Anregung, im folgenden einen seit November 2013 unveröffentlichten Blogartikel zu veröffentlichen.

Otto Rahn, die Katharer, Tibet und die SS

Über den Schriftsteller und Himmler-Vertrauten Otto Rahn fällt sehr deutliches Licht auf die okkulten Hintergründe der SS (Wikip.) (Hervorhebungen nicht im Original). 1928
lernte Rahn seine spätere Sponsorin die Spiritistin Gräfin Miryanne Pujol-Murat kennen, die sich für eine Nachfahrin der Gräfin Esclarmonde de Foix (um 1151–um 1215) hielt, einer prominenten Angehörigen der mittelalterlichen Sekte der Katharer im Frankreich des 13. Jahrhunderts. Gräfin Pujol-Murat war Mitglied der Gnostischen Kirche und unterhielt enge Kontakte zur Okkultgruppe der "Les Polaires" (gegründet 1930), die sich mit den Hyperboreern und den Mythen um Ultima Thule beschäftigten und den Ideen der Welteislehre des von der SS protegierten österreichischen Ingenieurs Hanns Hörbiger (1860–1931) vertraten.
Im Auftrag dieser Okkultgruppe leitete Rahn Ausgrabungen in Südfrankreich:
Am 3. März 1932 berichtete die Zeitung La Dépêche du Midi von Ausgrabungsarbeiten einer theosophischen Gruppe der „Fraternité des Polaires“, kurz „Les Polaires“, mit Sitz in Paris (Avenue Rapp), in der Nähe von Massat, die von einem Deutschen [gemeint war Otto Rahn, der dies dementierte] geleitet werden.
Otto Rahn
1935 wurde Rahn dann über Karl Maria Wiligut dem persönlichen Mitarbeiterkreis von Heinrich Himmler angegliedert. Seine Arbeit stieß auf Interesse nicht nur bei Himmler, sondern auch bei den anderen höchsten SS-Führern, unter anderem dem Skaldensordenmitglied Werner Best, dem Anfeuerer von Mordmoral innerhalb der NSDAP und SS schon vor 1933 (in den Boxheimer Dokumenten):
1937 lernte Rahn bei Alfred Schmid den Schweizer Franz Riedweg kennen, den er auf Einladung Himmlers im selben Jahr bei einem Mittagessen im Nobelrestaurant Horcher wiedertraf. An diesem Essen nahmen der Leiter des Reichssicherheitshauptamts (RSHA) Reinhard Heydrich, der Gruppenführer im „Persönlichen Stab des Reichsführer-SS“ Karl Wolff, der Schweizer Politiker Jean-Marie Musy und Werner Best teil. Himmler bahnte dabei Dr. Riedwegs Eintritt in die SS an, indem er ihm anbot, als Hauptsturmfüher und Truppenarzt bei der SS-Standarte Deutschland zu dienen, wodurch Otto Rahn ein Jahr später erhebliche Probleme entstanden, die letztlich zu seinem Freitod beitrugen.

Da Rahn fließend französisch sprach und als Katharer-Experte und Kenner der zu besprechenden okkulten Themen galt, wurde er von Willigut als Vermittler zu einem Gespräch zwischen Himmler und dem französischen Okkultisten Gaston de Mengel hinzugezogen. Der Brite Gaston de Mengel, war wie Rahns Freund Maurice Magre, Mitglied des Geheimbundes „Les Polaires", der vorgab, über eine spiritistische Orakelmethode mit einem spirituellen Zentrum in Tibet in Verbindung zu stehen
Otto Rahn
Für diesen Geheimbund hatte ja Rahn selbst schon gearbeitet, wie wir oben erfuhren.
De Mengels Reiserouten entsprachen den Interessen des Ahnenerbes. Im Rahmen seiner Spionagetätigkeiten, die von Heinrich Himmler finanziert wurden, hatte er über französische Geheimorganisationen zu berichten. Aus einem Schreiben Karl Wolffs vom 19. Februar 1937 an Karl Maria Wiligut geht hervor, dass es bei diesen Gesprächen auf Basis der Studien De Mengels über vorchristliches, indisches, persisches und teilweise chinesisches Schrifttum um die Edda, die Veden, die Kabbala und um seine metaphysischen Berechnungen über den Pyramidenbau ging. Oberscharführer Otto Rahn, soll die Richtigkeit derjenigen Forschungen De Mengels betätigt haben, die er auf seinen Reisen selbst beobachten konnte. Willigut schlug Otto Rahn für die Übersetzung der Werke Gaston de Mengels vor, in denen die Steuerung politischer Vorgänge geheimen spirituellen Zentren, namentlich Agartha und Shambhala zugerechnet wurde und die von tibetanischen Weltverschwörungstheorien und einem erwarteten neuen messianischen Weltlehrer namens Maitreya, handelten
Otto Rahn
Und weiter erfahren wir auf Wikipedia, wobei auch weiter viele Bezüge zu dem Inhalt des Buches "Das schwarze Reich" deutlich werden:
Rahn war überzeugt, dass die Katharer durch manichäische Missionare christianisierte Druiden gewesen seien, wozu ihm der Shambala-Mythos als Beweis diente: Im Shambala-Mythos wird der Mani-Stein des Chakravartin in Zusammenhang mit einem wunscherfüllenden Juwel in einem ähnlichen Kontext erwähnt, wie in Rahns Gralsmythos, in dem er behauptet, eine weiße Taube hätte den Gral „nach Asiens Bergen“ gebracht, womit er das Himalaya-Gebirge meint. 

Rahns Erkenntnisse, dass das höchste Mysterium der Katharer, die Manisola, das Rahn als identisch mit dem Gralsmahl sah, und seine Thesen, dass der von den Katharern verehrte Stein (Mani), den Rahn mit tibetisch-buddhistischen Analogien assoziierte, und die ihn zu dem von ihm konstruierten Rezeptionsstrang Katharer - Gral - Tibet veranlassten, wie er ihn in seinem Buch Kreuzzug gegen den Gral darstellte, stammen von seinem Freund, dem Dichter Maurice Magre, einem Mitglied des Geheimbundes „Les Polaires“. Maurice Magre, der Mentor Rahns, war Mitglied der okzidentalisch-esoterischen Gruppe der Polaires, die ihre Erkenntnisse mittels einer spiritistischen Orakelmethode gewannen, die sie mit einem spirituellen Zentrum in Tibet in Verbindung brachte. Gemäß der Durchsagen diesen Sternenkraftorakels, wünsche sich das tibetische Zentrum die Errichtung eines europäischen Einweihungszentrums unter der Leitung der Polaires, dass anknüpfend an katarische Traditionen, eine Neuauflage der sapientes, der Weisen der Katharer werden solle. Heinrich Himmler hatte durch den von Rahn gedolmetschten Abgesandten der Polaires, den Briten Gaston de Mengel, Kenntnis von der von dieser okkulten Orakel-Kommunikation mit dem geheimen Einweihungszentrum im Himalaya erhalten, und war seit seiner Lektüre des Buches „Tiere, Menschen und Götter“ von Ferdinand Ossendowski (1921/1924), mit mongolischen Erzählungen vertraut, die über ein geheimnisvolles unterirdisches Reich namens Agarthi und einem Einweihungszentrum, dass der Legende zufolge unterhalb des Himalayas liegt und von einem „König der Welt“ regiert wird, vertraut.

Die Thesen des Buddhisten Magre, die Katharer und überhaupt alle europäischen Ketzer seien getarnte Anhängern der Buddhalehre, haben in Rahns Büchern deutliche Spuren hinterlassen. Diese Auffassung wird jedoch von Historikern nicht geteilt, da sie auch sehr toleranter Kritik nicht standhalte. Ossendowskis Adepten, beispielsweise René Guénon, brachten den Agharta-Mythos mit der Gralslegende in Verbindung und konstruierten eine chiliastische Vorstellung, in der der „König der Welt“ die guten gegen die bösen Menschen in den Kampf führen wird.
(Über Ossendowski Erlebnisse in Sibirien informiert Wikipedia ebenfalls.) Weiter erfahren wir auf Wikipedia unter "Varia":
Der Thrillerautor Philip Kerr stellt in Im Sog der dunklen Mächte, dem zweiten Teil seiner Berlin-Trilogie, einen Mordfall in Form eines Ritualmords an jungen arischen Mädchen dar. Die Täter sind eine Gruppe von meist homosexuellen SS-Männern, unter anderem Rahn und Wiligut.
Todesanzeige für Otto Rahn
Otto Rahn schrieb "Der Kreuzzug gegen den Gral" und 1937 "Luzifers Hofgesind" (Wegener, S. 63):
Otto Rahn identifizierte die Katharer als Jünger Luzifers. Der Völkische Beobachter schrieb im April 1937 in einer Besprechung von Rahns neuem Buch (...): "'Unter Luzifers Hofgesind', schreib wörtlich Otto Rahn, 'verstehe ich diejenigen, die nicht eines Mittlers bedurften, um zu ihrem Gott zu kommen oder mit ihm Zwiesparche halten zu können, die vielmehr ihren Gott aus eigener Kraft suchten und nur deshalb, das ist mein Glauben, von ihm erhört wurden. ... Unter Luzifers Hofgesind verstehe ich diejenigen, die sich nicht in den Himmel erwinseln, sondern herzhaft in ihn Einlass heischen, weil sie ihr Menschenmöglichstes getan, um einer Vergottung würdig zu sein!' Viele mögen erschrecken vor dem Titel 'Luzifers Hofgesind', da auch der schönste und tiefste Wortsinn, nämlich Lichtträger, durch tausendfältige Umkehrung zu einem Höllenspuk gemacht werden kann. Aber Otto Rahn scheut sich nicht, dem Worte seinen Sinn zu lassen ..." Das Buch war ursprünglich als Arbeit über Konrad von Marburg, den berühmten Ketzerjäger, gedacht.
Himmler bestellte 100 Bände, zehn davon in Schweinsleder, zehn weitere Luxusbände waren in Pergament gebunden. Er schenkte Hitler zum Geburtstag ein Exemplar. (...)

Im Januar 1938 versandte Otto Rahn im Auftrag Himmlers einen Artikel aus der Zeitschrift "Volk im Werden" vom November des Vorjahres. In dem Artikel mit dem Titel "Verbannte Götter" heißt es: "In der Kirchenbibliothek St. Nikolai zu Greifswald befindet sich eine Handschrift aus der Zeit um 1400, die das 'Handbuch eines Inquisitors' darstellt und in ungeregelter Folge allerhand Sachen aus dem Bereich der päpstlichen Inquisition bringt. In dieser Handschrift findet sich folgendes Glaubensbekenntnis der 'Luciferiner': 'Herr, mein Schöpfer, mein Herr, mein Gott. Ich glaube an dich. Ich glaube, dass der neugeborene Gott von seiner Mutter ward geboren, wie ein andrer Sohn von seiner Mutter geboren wird. Ich glaube, dass er dich verstieß durch seinen Frevel, wie noch mancher Gerechte von seinem Gut und Erbe freventlich wird verstoßen. Ich glaube, dass du noch sollst kommen an dieselbe Stätte, da der neugeborene Gott kommen soll an diese Stätte, da du nun, Herr Lucifer, bist. Ich glaube, daß alle die, die in dem Himmel nun sind, sollen verstoßen werden mit dem neugeborenen Gott. Ich glaube, daß ich und alle, die dir, Herr Lucifer, gefällig sind, mit dir kommen sollen auf den obersten Thron, und wennich das glaube, Herr Lucifer, so hilf mir zu dir.'"
Einem Freund soll Rahn gesagt haben (Wegener, S. 64):
Ich bin bei Rosenberg und soll an der deutschen Religion mitarbeiten.
Das klingt also ganz nach jener Art von Tätigkeit, mit der auch Friedrich Hielscher in jener Zeit in SS-nahen Kreisen befasst gewesen ist. Es sollte also doch womöglich einmal überprüft werden, ob Philip Kerr "anthroposophische Geschichtsschreibung" auf der Linie von Trevor Ravenscroft getrieben hat oder ob er einfach nur wilde Phantasien veröffentlicht hat, die zu unplausibel und wild klingen, um konkreteren Wirklichkeitsbezug aufweisen zu können.

(Erster Entwurf: 14.11.2013)

Donnerstag, 6. August 2015

Ist "American Pie" ein Lied auf Jimmy Savile?

Wer sind die Gaukler, Hofnarren in Don McLean's "American Pie"?

Abb.: Jimmy Savile im Stadion
(Vorschaubild auf Youtube)
In unserem Blogartikel von vor drei Wochen ("Herrschaftsverhältnisse, die stabilisiert werden durch die Vertuschung von Pädokriminalität") war die Rede davon, dass die Gesellschaften der Nordhalbkugel aufgrund der behandelten Herrschaftsverhältnisse nur angeblich frei, aufgeklärt, offen, demokratisch, selbstbestimmt und seelisch und kulturell lebendig sind, tatsächlich aber nur noch scheinlebendig, tot, geisterhaft, maschinenhaft fortexistieren.

Es handelt sich um Gesellschaften, so soll im vorliegenden Blogartikel ergänzt werden, in denen in Jimmy Savile-Shows "Leben", "Lebendigkeit" nur vorgegaukelt wird. Und bei dem Wort "vorgegaukelt" kommt einem in den Sinn jener Begriff "jester" aus dem Lied "American Pie" (der heimlichen zweiten Nationalhymne der USA). Vorgegaukelt also von einem der vielen "jester", "Gaukler", wie sie etwa in dem Lied "American Pie" besungen werden, das schon vor einem Jahr hier auf dem Blog in seinem Bezug zu Satanismus untersucht worden ist. Und indem man diesen Gedanken nur kurz am Originaltext erläutern will, wird einem erst deutlich, um was für einen doppelbödigen Text es sich bei diesem insgesamt handeln könnte und wie gut er zu passen scheint zu der Szenerie der Nachkriegsjahrzehnte in England (und womöglich auch den USA). Man darf im folgenden beim Lesen gerne mitsummen, um noch mehr in die Stimmung dieses Liedes hineinzukommen:
When the jester sang for the King and Queen
In a coat he borrowed from James Dean
And a voice that came from you and me
Oh, and while the King was looking down
The jester stole his thorny crown
The courtroom was adjourned,
No verdict was returned.
Zu Deutsch:
Das Gericht wurde vertagt, ein Urteil wurde nicht gesprochen.
Was also sagen diese Zeilen? Sollen wir sagen: Der Hofnarr stahl der britischen Königin die "Krone der Bekanntheit", setzte sich mit dieser zugleich nicht nur an ihre Stelle, sondern an die von Jesus selbst mit seiner Dornenkrone der Pädokriminalität und wurde, da der Gerichtsherr wegsieht, nicht verurteilt. - ?

Und da merkt man dann, dass noch mehr Zeilen aus "American Pie" fast faustgenau auf die Szenerie rund um Jimmy Savile passen, wenn man etwa an Fotos denkt, wo er in Fußball-Stadien unterwegs war (s. Abb.):
The players tried for a forward pass
With the jester on the sidelines in a cast
Now the halftime air was sweet perfume
While sergeants played a marching tune.
Die Halbzeitluft war also vom Duft süßen Parfüms erfüllt für den "Jester", den Hofnarr unter irgendwelchen Tribünen, während die Polizeisergeanten eine laute Marschmusik darüber bliesen, damit niemand die Verbrechen hörte, die unten unter dem Duft süßen Parfüms geschahen ... - ? Und so geht es weiter (ist Jack = Jimmy?, der Hofnarr mit der Dornenkrone, der sich an die Stelle von Jesus setzte - ?):
And there we were all in one place
A generation lost in space
With no time left to start again
So come on Jack be nimble Jack be quick
Jack Flash sat on a candlestick
'Cause fire is the devil's only friend
And as I watched him on the stage
My hands were clenched in fists of rage
No angel born in hell
Could break that satan's spell
And as the flames climbed high into the night
To light the sacrificial rite
I saw satan laughing with delight
The day the music died.
Don McLean hatte also die Fäuste vor Zorn geballt beim Anblick des satanistischen Rituals dieser Jimmy Savile-Show's, die jedes mal aufs Neue "den Tag" markierten, "an dem die Musik starb" - ? Aber selbst nicht ein Engel, der in dieser Hölle geboren worden ist, selbst nicht ein Engel könnte den Satansfluch brechen, der über diesen Show's liegt - ? Und für die Generation von Don McLean wäre "keine Zeit mehr übrig geblieben", um noch einmal "von vorne" beginnen zu können - sprich, ohne diese satanische Hölle? Er fuhr seinen Wagen ("Chevee") zum Schutzdamm vor der Flut von Pädokriminalität, aber dieser Schutzdamm war - noch - "trocken", da diese Flut von Pädokriminalität noch nicht öffentlich bekannt war? Sondern nur den Eingeweihten? Und besingt er hier eines der von Leuten wie Jimmy Savile missbrauchten Mädchen:
I met a girl who sang the blues
And I asked her for some happy news
But she just smiled and turned away.
- Und der christlich aufgewachsene (?) Don McLean singt von den zerbrochenen Kirchenglocken angesichts der missbrauchten, schreienden Kinder in den Strassen und er singt von den Liebenden, die ebenfalls weinen, weil sie früher missbraucht worden sind und deshalb gar nicht mehr lieben können - ? Und die Dichter können nur noch "träumen", da sie nichts sagen dürfen, ohne dasselbe Schicksal zu erleiden, wie jene drei, die 1959 mit dem Flugzeug abgestürzt sind:
And in the streets the children screamed
The lovers cried and the poets dreamed
But not a word was spoken
The church bells all were broken.
Hat Don McLean ebenfalls ein Mädchen geliebt, das als Kind oder Jugendliche missbraucht wurde? Wenn er singt über einen Mädchen-Tanzsaal, in dem sich - natürlich - bevorzugt auch Hofnarren wie Jimmy Savile hätten bewegen können:
Well I know you're in love with him
'Cause I saw you dancing in the gym
You both kicked off your shoes
Man, I dig those rhythm 'n' blues
I was a lonely teenage broncin' buck
With a pink carnation and a pickup truck
But I knew that I was out of luck.
Aber er wusste, dass er ohne Glück war - wenn ein Jimmy Savile mit jenem Mädchen nach einem Blues tanzte, das er liebte? Ist dieses Lied "American Pie" dann also eine Art Trostlied auf seine eigene enttäuschte Liebe und womöglich auch für all die 5 % Missbrauchten einer Generation, womöglich von einem Jimmy Savile auch psychisch Abhängigen, für all jene, denen sexuelle Gewalt angetan worden ist, die darüber aber nicht sprechen dürfen - "denn der Schutzdamm ist" - noch - "trocken"? Man findet gerade keinen einzigen Artikel im Internet, der eine Beziehung zwischen "American Pie" und Jimmy Savile herstellen würde, so wie das hier auf dem Blog schon vor einem Jahr vermutungsweise geäußert worden war. Aber an die Stelle von Jimmy Savile lässt sich ja womöglich auch leicht irgend ein US-amerikanischer, durch pädokriminelle Rundfunk- und Fernsehanstalten gut bekannt gemachter pädokrimineller Gaukler und Hofnarr setzen.

Mittwoch, 5. August 2015

Konrad Lorenz und die "katholische Diktatur"

Mittelalterfreunde sollten sich nicht auf Konrad Lorenz berufen ....

In meinen Eröterungen mit Mittelalter-Freunden hatte ich gerade geäußert:
Österreich hat seinen großen Sohn Konrad Lorenz zu Lebzeiten meistenteils sehr stiefmütterlich behandelt. Er musste für Jahrzehnte nach Deutschland ausweichen, weil er dort mehr Unterstützung für seine Anliegen erhielt als in Österreich.
Und darauf bekam ich gerade die verharmlosende Antwort, dass Konrad Lorenz keine direkt politischen Hintergründe gehabt hätte, dass er eher zu ehrlich und gut gewesen wäre, um sich vorausplanend in dem in Österreich und speziell Wien typischen Daurintrigantenstadl durchzusetzen. Lorenz wäre im Gegenteil in Österreich immer extrem beliebt gewesen und sein Name hätte heute dort immer noch einen guten Klang. Abneigungen hätte es eher aus dem Bereich der unkreativen Apparatschiks im Wissenschaftsbetrieb gegeben, wobei Neid das (traditionell in Österreich) vorherrschende Motiv gewesen sei.

- - - Nun gut, wenn man die Situation von Konrad Lorenz in Österreich so verharmlost, dann will ich doch einmal mit einem auf den Tag genau seit zwei Jahren unveröffentlichten Blogartikel hier ein wenig Nachhilfe-Unterricht betreiben. Natürlich hat die gerade genannte Antwort vor allem den Konrad Lorenz nach 1945 im Blick. Aber auch das wäre ein außerordentlich verkürzter Blick. Im folgenden jedenfalls der genaue Wortlaut meines schon vor zwei Jahren verfassten Blogartikels mit nur ganz sparsamen Einfügungen:

Von den Jesuiten in die Arme des Nationalsozialismus getrieben: Konrad Lorenz

Das "verdammte Jesuitengesindel", die "schwarzen Schweinehunde", die "katholische Diktatur", das "schwarze Regime",

die "Partei-Schweine"

Es war vor allem der schwarze Klerikalismus in Österreich, der Konrad Lorenz dazu veranlasste, den Nationalsozialismus im strahlendsten Licht zu sehen. Und so ging es vielen Menschen. Dies haben die Biographen Taschwer und Föger (1, 2) klar herausgearbeitet und dieser Umstand soll im folgenden Beitrag noch einmal anhand ihrer Biographie dokumentiert werden.

Abb.: Konrad Lorenz
Im März 1936 habilitierte sich Konrad Lorenz an der Universität Wien für die Fächer "Vergleichende Verhaltensforschung und Tierpsychologie". Allerdings wurde die Bestätigung der Habilitation vom österreichischen Unterrichtsministerium ein dreiviertel Jahr hinausgezögert bis Anfang 1937. Der Titel der Lehrbefugnis wurde schließlich abgeändert in "Zoologie mit besonderer Berücksichtigung der vergleichenden Anatomie und Tierpsychologie" (2, S. 60f),
um die weltanschauliche Ablehnung des damaligen Unterrichtsministeriums gegen das Forschungsgebiet des Gesuchstellers zu umgehen,
wie Konrad Lorenz später äußerte. Taschwer und Föger schreiben dazu (2, S. 63):
Unter dem Austrofaschismus mit seinen starken klerikalen Einflüssen war an eine Förderung biologischer Forschungen und zumal vergleichend stammesgeschichtlicher Untersuchungen des Verhaltens, wie sie Lorenz betrieb, nicht zu denken. Waren 1925 noch zwei Biologieordinariate und fünf beamtete Extraordinariate vorhanden, so war davon 1939 nur mehr ein besetztes Ordinariat übriggeblieben. (...) Angesichts des antiwissenschaftlichen und insbesondere: antidarwinischen Klimas in Österreich blickte Lorenz neidvoll nach Deutschland, wo seine Kollegen unter der Regierung der Nationalsozialisten mehr Aufmerksamkeit und Geld bekamen als je zuvor. So stieg das Födervolumen für biologische Forschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft in den Jahren 1932 bis 1939 auf das Zehnfache an. (...) Während also in Österreich die Biologie vom katholisch-faschistischen Ständestaat allenfalls geduldet war, erfuhr sie durch die Nationalsozialisten eine enorme Aufwertung.
Nun, diese Sätze müssen wohl nicht weiter kommentiert werden. Es mögen keine direkt politischen Gründe gewesen sein, die dazu führten, dass Lorenz in Österreich nicht gefördert wurde - weltanschauliche, religiöse - sprich: mittelalterliche - Gründe waren es auf jeden Fall.

1937 - Das antiwissenschaftliche und antidarwinische Klima in Österreich

Im Frühjahr 1937 besuchte Niko Tinbergen mit Familie Konrad Lorenz in Wien. Der Besuch dauerte bis zum Juli. In einem Brief an seinen Vater berichtet er unter anderem (2, S. 74f):
"Interessant sind nicht nur die wissenschaftlichen Gespräche mit Lorenz, sondern auch die politischen. Die Freiheitsbeschränkung hier in Österreich durch die katholische Diktatur ist unglaublich. Wer nicht Katholik ist, ist nichts. Die Lorenzens selbst, von freisinniger Auffassung, sind wegen seines Postens 'katholischer' geworden, aber trotzdem benachteiligt in ihren Möglichkeiten. "

Tinbergen berichtet außerdem nach Hause, dass es nach Lorenz' Meinung im nationalsozialistischen Deutschland mittlerweile wieder große Verbesserungen für die vorurteilsfreie und objektive Wissenschaft geben würde. Während man die Forschung vor einem Jahr noch sehr unter Druck gesetzt hätte, der nationalsozialistischen Ideologie zu folgen, sei dies nun umgekehrt, so Tinbergen an seinen Vater:

"All die hastig entlassenen großen Männer in Deutschland, die nat.-soz. nicht zuverlässig waren, sitzen plötzlich wieder fest im Sattel, die 'Partei-Schweine' sind rausgeworfen worden, und für allerlei Sachen steht Geld zur Verfügung, auch für Arbeit, der der Nationalsozialismus kühl gegenübersteht."

In Österreich hingegen würde die Unterdrückung zunehmen: Lorenz selbst dürfe offiziell keine Tierpsychologie lehren und würde es heimlich unter einem anderen Titel tun. 
Konrad Lorenz ist sich also durchaus bewusst, dass es in Deutschland Druck auf die Wissenschaft gibt, "der nationalsozialistischen Ideologie zu folgen". Und er steht diesem Druck - wie ja hier klar zum Ausdruck gebracht wird - nicht positiv gegenüber. Nein, er spricht von "Partei-Schweinen", die diesen Druck ausüben. Und er spricht von - offenbar ihm wertvoller - "Arbeit, der der Nationalsozialismus kühl gegenübersteht". Es wäre noch einmal herauszuarbeiten, um welche es sich dabei gehandelt hat aus Sicht von Lorenz.

Schon dies zeigt jedenfalls, dass Konrad Lorenz dem Nationalsozialismus und der Partei-Bonzokratie niemals unkritisch gegenüber gestanden hat. Er hat sich schlicht durch alle Regime hindurchgemogelt und sich auf seine Wissenschaft konzentriert und sie weiter entwickelt. Wie ja auch schon aus dem Satz hervorgeht, dass die Familie Lorenz "katholischer" geworden sei. So wurde sie eben 1938 "nationalsozialistischer" und 1945 "demokratischer" als es Lorenz von seinem rein wissenschaftlichen Standpunkt her für sich getan hätte, wenn es nur auf diesen angekommen wäre.

So wie sich Lorenz in die Graugans hineinversetzen konnte, so konnte er sich auch in den typischen katholischen, NS- oder Demokratie-Bonzen hineinversetzen und ihm nach dem Munde reden. Wer hätte daran Zweifel?

Als die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Berlin Gutachten von Wiener Wissenschaftlern über Konrad Lorenz wünschte, wurden die fünf von diesen erstellten Gutachten unter anderem zusammen gefasst mit den Worten (2, S. 76):
Gerade auch die nationalsozialistischen Kreise würden für Lorenz eintreten, "während er auf der anderen Seite schon durch seine tierpsychologischen Forschungen von der gegenwärtigen Regierung in Österreich nicht gefördert wird".
Auch dies bedarf keines Kommentars.

1938 - Erleichterung über den Anschluss, weil man das "verdammte Jesuitengesindel", die "schwarzen Schweinehunde" los ist

Zwei Wochen nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich jedenfalls schreibt Konrad Lorenz an seinen Freund und Förderer Oskar Heinroth in Berlin - und dass die Worte wie oben schon "emotional" herüberkommen, dafür kann der Blogautor "leider" nichts (1, S. 65; 2, S. 78; Hervorhebung nicht im Original):
Wir sind alle noch leicht besoffen von den Ereignissen der letzten 14 Tage, es ist absolut unvorstellbar, dass es nur so wenige Tage sind! Sie können sich keine blasse Vorstellung davon machen, welche Begeisterung hier herrschte und selbst jetzt noch herrscht, in welcher Ausnahms- und Feststimmung selbst so unpolitische Menschen wie wir sind! Wie ich in Berlin oft sagte: Man muss 5 Jahre lang unter der Regierung der schwarzen Schweinehunde gestanden haben, um ein "Deutschland Erwache" in seinem Inneren mit der vollen Intensität zu erleben. Ich glaube, wir Österreicher sind die aufrichtigsten und überzeugtesten Nationalsozialisten überhaupt! Man muss im Grunde genommen den Herren Schuschnigg und Konsorten dankbar sein, denn ohne ihre unbeabsichtigte Hilfe wären die faulen und ihrem Nationalcharakter nach besonders meckerbereiten Österreicher lange nicht so schnell, gründlich und nachhaltig zu Hitler bekehrt worden. Und das sind sie jetzt wirklich und zweifellos!
Müssen diese Worte noch kommentiert werden? Nicht Hitler hat Konrad Lorenz von Hitler überzeugt, sondern: Schuschnigg und Konsorten!! Dass man von dem Regen in die noch viel schlimmere Traufe kam, wurde natürlich angesichts solcher Alternativen völlig vergessen. Konrad Lorenz schrieb (1, S. 82; 2, S. 80):
Für Wissenschaftler ist es eine Erlösung, nun zu dem großen Deutschland zu gehören statt zu dem verdammten Jesuitengesindel! (...) Man muss offenbar so richtig unter der schwarzen Sache gelitten haben, um den Wert Hitlers voll zu begreifen. Die bereits vollzogenen Umwälzungen auf der Universität sind dermaßen eindeutig zum Guten, dass man geradezu auf eine neue Glanzperiode unserer verstümmelten Fakultäten hoffen kann!!
In seinem Gesuch zur Aufnahme als Mitglied der NSDAP schreibt er unter anderem (1, S. 79; 2, S. 84):
Ich war als Deutschdenkender und Naturwissenschaftler selbstverständlich immer Nationalsozialist und aus weltanschaulichen Gründen erbitterter Feind des schwarzen Regimes (nie gespendet oder geflaggt) und hatte wegen dieser auch aus meinen Arbeiten hervorgehenden Einstellung Schwierigkeiten mit der Erlangung der Dozentur.
An anderer Stelle sagte er (1, S. 117; 2, S. 96):
Die paar Jahre katholischen Regimes waren uns allen sehr gesund! Man muss in der damaligen Zeit die typischen Argumente der Gegner gehört haben, um die grundsätzliche und ursächliche Verflochtenheit von Nationalsozialismus und Entwicklungsgedanken voll zu erfassen.
Also es ist ganz und gar unbezweifelbar, das "katholische Regime" trieb Konrad Lorenz und viele Menschen, die so "freisinnig" dachten wie er, geradezu mit Gewalt in die Arme des Nationalsozialismus. Damit soll Konrad Lorenz keineswegs entschuldigt werden. Aber der Blick auf ihn wird doch ein wenig differenzierter, wenn man diesen Umstand mit berücksichtigt.

Dieser Blogartikel war bisher noch nicht veröffentlicht worden, weil die Biographien mit ihm noch keineswegs vollständig ausgewertet worden sind. Aber als Stoff zum Nachdenken und Weiterdenken wird das Bisherige wohl schon reichen.
____________________________________________
  1. Föger, Benedikt; Taschwer, Klaus: Die andere Seite des Spiegels. Konrad Lorenz und der Nationalsozialismus. 2001 (Google Bücher)
  2. Taschwer, Klaus; Föger, Benedikt: Konrad Lorenz. Biographie. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2003 (Google Bücher

Ein Pädokrimineller "Doyen des deutschsprachigen Wissenschaftsjournalismus"

Der Tatort - Kinderheim am Wilhelminenberg in Wien
"Pädokriminalität und Stadtverwaltung in Wien" hatten wir im November 2013 einen Blogartikel genannt. Aber erst jetzt erfahren wir durch Zuschrift, dass bei den Verbrechen im Kinderheim am Wilhelminenberg in Wien die Freimaurerei eine Rolle gespielt hat. Aber nicht nur dass. Auch in Wien ist der "BBC Österreichs", der ORF, in seinen Spitzen von Pädokriminalität betroffen. Aber nicht nur das. Es handelt sich auch noch um einen "Doyen der deutschsprachigen Wissenschaftsberichterstattung". So stand es schon vor zwei Jahren in einer Presseerklärung der FPÖ vom 17. Juni 2013
Die Täter wären durch die Bank rote Parteisoldaten gewesen, die teils sogar später in SPÖ oder öffentlichen Unternehmen Karriere machten. Obwohl es mindestens 1.713 Opfer in verschiedenen Heimen gab, wurde keiner der Täter je für seine Verbrechen belangt, obwohl ihre Namen zum Teil bekannt waren und sind. "Ich nehme ein Beispiel heraus, den Betreuer Manfred Jochum", so (Johann) Gudenus, "im Endbericht wird er, obwohl verstorben, nur Erzieher E19 genannt. Er war Pfleger in den Heimen Hohe Warte und Wilhelminenberg und berüchtigt für seine Skrupellosigkeit und seine Art, Mädchen und Buben zur Befriedigung seiner perversen Neigungen und die seiner Komplizen auszuwählen. Dieser Verbrecher, SPÖ-Parteimitglied und Freimaurer, hat es zu Lebzeiten sogar zum ORF-Hörfunkdirektor gebracht." Als Jochum im Jahr 2009 starb, würdigte ihn ORF-Generaldirektor Wrabetz auch noch als "großen Humanisten im wahrsten und besten Sinne". Gudenus: "Durch solche Vorkommnisse werden die Opfer einmal mehr gedemütigt und erniedrigt. Die Täter müssen allesamt namhaft gemacht werden!"
Er ist im November 2011 im Fernsehn von seiner vormaligen Kollegin im Kinderheim als Täter benannt worden (Wien heute, 2011,  Presseerklärung FPÖ 2011):
"Ausgerechnet seine damalige "Erzieher"-Kollegin Ute Bock half mit, den Sadisten zu identifizieren: In der Sendung "Pro/Contra" am 31. 10. 2011 auf Puls 4 nannte sie in Minute 24 der Sendung den Namen Jochum als Erzieher im Horror-Heim am Wilhelminenberg. Er wäre ohnedies "Medien-bekannt". Opferanwalt Dr. Johannes Öhlböck, der auch an der TV-Diskussion teilnahm, wurde hellhörig. Er zeigte in Folge mehreren Opfern Fotos von Ex-ORF-Hörfunkintendant Manfred Jochum. Diese identifizierten ihn als ihren Peiniger "Jochen". Manfred Jochum hat sich in Wiener Heimen durch besondere Grausamkeit hervorgetan. (...) Dazu Wiens FP-Klubchef und stellvertretender Bundesparteiobmann Mag. Johann Gudenus: "Jochums Karriere bis hin zum ORF-Hörfunkintendanten ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Täter vom Roten Wien nicht nur gedeckt, sondern sogar gefördert wurden. Offenbar bestehen diese Netzwerke bis zum heutigen Tag."
Angesichts dieser Berichte fragt man natürlich nach Stellungnahmen anderer Parteien in Österreich zu diesem Fall. - Aber weiter: Manfred Jochum (1942-2009), "Doyen des österreichischen Wissenschaftsjournalismus". (Die Bilder in der ersten Reihe der Bildersuche zu diesem Namen zeigen alle denselbigen.) Über die Wissenschaftsredaktion des Wiener "Standard" hatte der Interessierte in den letzten Jahren manche guten Eindrücke sammeln können. Die Eloge dann auch noch ausgerechnet dieser Wissenschaftsredaktion im "Standard" auf Manfred Jochum aus dem Jahr 2009 macht den Befund deshalb nicht besser. Man lässt sie nur ungern auf sich wirken. Aber man gewinnt durch sie einen Eindruck davon, wer im deutschsprachigen Raum "Doyen" von Wissenschaftsjournalismus werden kann. "Gelebte Toleranz", bla, bla. So viele Dejavu's auf einmal. Die Frage stellt sich doch: Gibt es noch mehr von "solchen" Doyen's in der Wissenschaftsberichterstattung, die dieselbe "auf Kurs" halten? Und wodurch werden sie selbst "auf Kurs" gehalten. Mir kommt gerade das K- - -. Denn ich weiß zu viel über Wissenschaftsberichterstattung, deren Doyen's doch eigentlich nur - und jetzt wird es einem klar - solche Leute sein können.

Es reicht wieder einmal. Es reicht, es reicht, es reicht.
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