Sonntag, 22. Mai 2016

Beseelungswissen (III) - Gerhard Roth - Wie das Gehirn die Seele macht

Das schon in einem früheren Beitrag beandelte Buch von Gerhard Roth "Wie das Gehirn die Seele macht" findet erfreulicherweise auch anderenorts manche Aufmerksamkeit. Dabei ist mitunter noch das Missverständnis festzustellen, dass die von Roth behandelten Inhalte nur dem Menschen Seele zusprechen. Das ist natürlich nicht so, auch wenn Roth in seinem Buch keine ausgesprochene Tier- oder gar Pflanzenpsychologie betreibt. Ich schrieb diesbezüglich an einen Leser dieses Buches:

"Ich habe das Gefühl, dass Du Gerhard Roth ein bisschen Unrecht tust, wenn Du sagst, Roth würde sagen, Seele würde NUR durch Gehirn, Nervenzellen hervorgebracht werden. Das ist zunächst nahe liegend, da er ja Hirnforscher ist und von der menschlichen Seele spricht. 

Ich selbst hatte mich ja auch schon mit dem Buch von Gerhard Roth beschäftigt:
http://studgenpol.blogspot.de/2016/03/beseelungswissen-ii-gerhard-roth-wie.html

Wobei mir bewusst ist, dass ich das Buch von Roth auch in diesem Aufsatz noch längst nicht ausrdeichend ausgeschöpft hatte. Vor allem hatte ich auch den mündlichen (Video-)Vortrag von Roth zum gleichen Thema ausgewertet und zitiert, wo er manches vielleicht ein bisschen deutlicher und prägnanter sagt als im Buch. 

Und dort hatte ich mich ja gerade auch darüber gefreut und das hervorgehoben, dass er - gerade auch im Video-Vortrag - so oft von Seele im Sinne der von Dir zitierten Brockhaus-Definition spricht. So dass ich das Gefühl habe, dass man ihm schon von daher unterstellen darf, dass er die Frage nach der Seele von Lebewesen ohne Nervenzellen durchaus mit bedacht hat und mit bedenkt (wenn das auch nicht der Schwerpunkt dieses Buches und Vortrages ist - vielleicht ist das auch anderswo behandelt).

Ich bringe aber auch ein Zitat von Seite 370 des Buches, wo mir scheint, dass doch recht deutlich wird, dass Roth diese Sichtweise in seinem Buch insgesamt mitbehandelt. Dort schreibt er:
In diesem Buch haben wir mit "Seele" die Gesamtheit der Vorgänge bezeichnet, die sich in unserem bewussten, vorbewusst-intuitiven und unbewussten Fühlen, Denken und Wollen ausdrücken. Hierfür gibt es im Deutschen kein besseres Wort, auch wenn "Geist" und "Psyche" wesentliche Teile davon abdecken.
Hier klingt doch auch eine Antwort auf diese Frage mit, insofern er ja von "vorbewusst-intuitivem und unbewusstem Fühlen, Denken und Wollen" spricht. Ein unbewusstes Wollen hat ja auch eine Pflanze oder ein Mehrzeller ohne Nervenzellen. Aber wenn man auch sonst das Buch genauer durchgeht, wird ja klar, welche immense Rolle nicht nur Nervenzellen für das (menschliche) Seelenleben haben, sondern eben auch Hormone, Stresshormone, Glückshormone, Bindungshormone und so weiter. Und zwar sowohl Produktionsorte wie auch Rezeptionsorte (Zahl der Rezeptoren im so wesentlichen "Belohnungszentrum" des Gehirns zum Beispiel). Und HORMONE haben ja auch Pflanzen (Phytohormone). Und es gibt gewiss mancherlei auch aktuellere Literatur, die aus dieser Sicht der Pflanzenwelt ebenfalls Seele zuspricht. 

Das sollte sicher noch einmal überprüft werden. In diesem Bereich ist in der Naturwissenschaft allerdings weiterhin der Seelenbegriff sicher noch eine Minderheitenmeinung. Ich glaube aber, dass das Buch von Gerhard Roth mittelfristig auch in DIESE Richtung Schritt für Schritt Wirkung zeigen wird. Und zwar um so mehr, um so mehr auch das religiöse Erleben und das Erleben des Wahren, Guten und Schönen (siehe Manfred Spitzer) Thema der Hirnforschung wird."


Und dem möchte ich hier noch hinzufügen: 

Wenn man das Buch von Gerhard Roth verstehen will, sollte man sich zunächst schon im Vorfeld klar machen, über welche Schritte die Evolution eigentlich das Seelische evoluiert haben kann. Wie kommt ein beliebiges, sich von seiner Umwelt abschließendes und gegenüber einer Umwelt seine eigene Identität behauptendes Einzelwesen überhaupt dazu, ein Einheitsgefühl mit seiner Umwelt, mit der Welt überhaupt zu entwickeln? Sollte ein solches Einzelwesen nicht in großer Gefahr stehen, für immer und dauerhaft ein Leben isoliert für sich zu leben? Genau das ist ja in der Evolution nicht geschehen. Die Umwelt-Beziehungen der Einzelwesen wurden ja mit jedem Evolutionsschritt komplexer und komplexer. Und zwar nicht nur über Nahrungsaufnahme, Verdauung und Ausscheidung, nicht nur über Einatmen und Ausatmen, sondern auch durch Sinnesrezeptoren, die dem Einzelwesen Auskunft über die Außenwelt geben, über Nervenzentren, die diese Auskünfte verarbeiten und möglichst sinnvolle Handlungsantworten erarbeiten, wobei sie kontrolliert und gesteuert werden von Verhaltenshormonen, die die Verrechnungsprozesse mit Gefühlen begleiten, verstärken oder abschwächen, mit Gefühlen der Lust, der Unlust, mit dem Aufbau von Erwartungen, mit dem Gefühl von Befriedigung und Bestätigung, wenn die Erwartungen erfüllt werden, mit dem Gefühl von Enttäuschung und Unlust, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden. Was dann wieder in von Roth beschriebenen Rückkopplungen Lernprozesse in den Nervenzentren auslösen kann. 

Diese Verhaltenshormone bewirken aber noch mehr. Sie lassen das Einzelwesen insbesondere gegenüber Artgenossen, Paarungspartnern und Nachkommen Empathie und Einfühlsamkeit erleben, Mitleid und Mitfreude. Die US-amerikanische Primatologin Barbara King vertritt die These, dass diese Empathie und das damit einhergehende Gefühl der Zugehörigkeit zu den Eltern, zur Verwandtschaft oder zur sozialen Gruppe eine der stärksten Wurzeln war und ist für jenes seelische Erleben der Einheit des Einzelwesens mit seiner Umwelt, das der Mensch, der zur Sprache gefunden hat und bewusst über solche Dinge nachdenken kann, seit Jahrtausenden religiöses Erleben genannt hat.

Wenn wir aber nun von Gerhard Roth erfahren, dass und wie Oxytocin, Vasopressin, Serotonin, Dopamin, Cortisol und andere Verhaltens-, Vertrauens-, Misstrauens-, Glücks-, Bindungs-, Stress- und so weiter -hormone und ihre jeweiligen Rezeptoren in den Nervenzellen des Gehirns zusammenwirken, um das zustande zu bringen, was Gerhard Roth und mit ihm die moderne Hirnforschung das Seelische nennt, dann wissen wir damit auch, dass das so definierte Seelische nicht etwas ist, was sich auf den Menschen beschränkt.

Das geht ja schon daraus hervor, dass wesentlichste Erkenntnisse über alle hier vorliegenden Zusammenhänge an Tieren erforscht werden und auch werden können. Denn Tiere, insbesondere Säugetiere, zeigen alle grundlegenden, von Roth beschriebenen Zusammenhänge insbesondere des limibischen Systems -nach Roth der Sitz des Seelischen - beim Menschen auch schon. 

Ihnen fehlt nur das Bewusstsein und die Sprache, um sich mit uns über solches Erleben austauschen zu können. Also auch das Gehirn von Tieren macht natürlich Seele. 

Montag, 16. Mai 2016

Im "Occidental Observer" - Ein Gedenkartikel auf Mathilde Ludendorff

Zu ihrem 50. Todestag - Tenor: Sie war nicht nur intelligent - sie hatte auch Humor

Ein mitreißender Gedenkaufsatz zum 50. Todestag von Mathilde Ludendorff ist nicht in Deutschland, nicht in deutscher Sprache erschienen, aber offenbar von einer Deutschen verfasst und erschienen in der amerikanischen Internetzeitung "Occidental Observer" (1), herausgegeben von dem kalifornischen Evolutionären Psychologen Professor Kevin MacDonald, dessen Arbeiten über Judentum und Antisemitismus als gruppenevolutionäre Strategien wir sehr schätzen.

Und damit hat dieser Blog nun vorgestern, am 13. Mai 2016, erheblich Unterstützung in der Welt des Geistes und des Internets erhalten. In Welten, in denen er sich bislang oft verzweifelt einsam und isoliert fühlte. Danke auch nach Salzburg für den Hinweis auf das, was im vorliegenden Beitrag zu berichten ist. Eine - wie es scheint junge - Autorin, die sich Lore Waldvogel nennt, die Literaturwissenschaft studiert hat und promoviert ist in Religionswissenschaft, hat diesen außerordentlich gelungenen Gedenkartikel veröffentlicht.

"She had a great sense of humor"

Diese Worte schreiben wir schon nieder, bevor wir ihren Artikel überhaupt zu Ende gelesen haben. Nämlich nachdem wir beim Lesen innerhalb dieses Gedenkartikels bis zu dem folgenden zu zitierenden Absatz vorgedrungen waren, und zwar über den Humor von Mathilde Ludendorff. Denn wenn man verstanden hat, dass diese Frau Humor hatte, und dass dieser ihr jeder Zeit hilfreich war, dann hat man vieles über diese Frau verstanden. Und die Autorin Lore Waldvogel hat genau dieses - und in der Tat noch vieles andere - außerordentlich gut verstanden. Ihre Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht scheint ihr das Verständnis des Wollens von Mathilde Ludendorff sehr erleichtert zu haben. Ob Lore Waldvogel auch unsere Blogs gelesen hat? Zumindest bislang noch nicht sehr gründlich. Denn in ihrem Aufsatz sind sehr selbständige Urteile enthalten. Sie scheint also unabhängig von uns auf dieselben Kernanliegen gekommen zu sein, die dieser Blog vertritt. Und auch auf Kernanliegen unserer dreibändigen Dokumentationsreihe "Satanistische Okkultlogen in der Weltpolitik" (2013). Hoffentlich wird sie da von Zeitschriften wie der rechtskatholischen "Neuen Ordnung" und der rechtschristlichen "Sezession", für die sie seit Dezember auch schreibt, nicht künftig gemieden oder scheel angesehen. Jedenfalls ist es sehr treffend und selbständig geurteilt, wenn sie im "Occidental Observer" schreibt:
Apart from her striking intellectual independence, Mathilde had a great sense of humor, which helped her deal effectively with cases of induced madness through religious and occult teachings. In her book on the subject (Induziertes Irresein durch Occultlehren, 1933), she finishes them all off in one blow: Christians, Jesuits, Freemasons, and the occult movements that were flooding the scene in the Weimar Republic, including Yoga as transmitted to German audiences by Indologist Jakob Wilhelm Hauer. She skillfully quotes select passages from original writings and lets them speak for themselves — some leaked to her by patients — which glaringly reveal the level of (self-)deception and absurdity of these belief systems. As a reader, you seriously begin to wonder why you were ever attracted to some of these ideas.

Notwendig: "eine Vergegenwärtigung der geistigen Schätze, die man uns hinterlassen hat"

Was für großzügige und freie Worte. Lore Waldvogel. Diesen Namen werden wir uns merken. Sie urteilt zusammenfassend über Mathilde Ludendorff:
As far as I can see, this is a thoroughly and traditionally German approach, which, contrary to popular myth, revolts against imperialism, cultural arrogance, self-righteousness or intellectual cruelty against other peoples. Perhaps, it might be a good idea for the English-speaking Alternative Right and the German New Right to remember this.
Perhaps. Vielleicht. Das möchten wir wohl auch meinen. Es wird Zeit. Lore Waldvogel schreibt auch so außerordentlich richtig:
The General had warned against Hitler, prophesying that he would not be able to stop the blood-thirstiness of the SA, for which he himself was responsible.
Und gestern schrieb sie dort noch in einem Kommentar in Antwort auf Missverständnisse anderer Kommentatoren:
There is absolutely no relationship between Blavatsky and Ludendorff. Mathilde opposed occultism and thought it amounted to brainwashing and stultification (see her book on Induced Madness through Occult Teachings). She even ridiculed astrology. Hers was a very sane and sober response to occultism and various teachings promising “happiness”, that had sprung up in those days for various reasons (from my point of view because of A) a disillusionment with Christianity, and B) the spiritual and moral crisis effected by modernization and industrialization). It would be wrong to classify her as New Age (which is a very loose and unspecific term), just because she developed metaphysical teachings, too, or because she identified with Germanic attitudes to nature and life in general. The Hippie movement goes back to the German Lebensreform movement around the turn of the century, indeed, which had a pagan, environmentalist angle and supported animal welfare.

Die erste Evolutionäre Psychologin der Geschichte

Abb.: Professor Kevin MacDonald
Und dazu habe ich selbst gerade noch geschrieben:
I think, at this forum there is even much more to say about Mathilde Ludendorff. She is *the* german Kevin MacDonald. She was the first evolutionary psychologist in history. And I say that as someone who is genuinly informed about the paradigm shift in modern Evolutionary Anthropology (Lewontin’s fallacy, race realism and all that). I say that as someone, who has read “A Culture of Critique” with a lot of excitement. Mathilde Ludendorff had framed her thinking about the “Volksseele” and about the “völkische Idee” quite as a group evolutionary strategy as it is defined by Kevin MacDonald and others. Only without using the term itself. Between the theoretical writings of Mathilde Ludendorff about group evolutionary strategies (which includes those of religious movements as we know it), and the writings of Kevin MacDonald there is no place for a sheed of paper.
If you read her thinking about the evolution of human sexuality you are able to recognize that her thinking is more modern than that of a lot of Evolutionary Psychologist’s thinking today (in her book “Erotische Wiedergeburt” = “Der Minne Genesung”, that means: The healing of human sexuality). Please translate her in your language. It is important to have a philosophy that is in accordance with modern natural sciences and that gives a RELIGIOUS worldview too. (I like to avoid the term “mystical”, Mathilde Ludendorff does it too.)
There is a lot of research going on today about the possibility of religious experience inside the human psyche. Look into the books of this pupil of Emil Kraepelin and you will find a lot of stimulus for that. We in germany are enthusiastic about Charles Darwin and all those british and american giants of evolutionary thinking following him. You in USA are enthusiastic about german thinkers like Ernst Haeckel, August Weismann, Emil Kraepelin. Put her on your list too: Mathilde Ludendorff. Nothing is wrong with that.
I have written books about the backround of Mathilde Ludendorff’s book “Induziertes Irresein durch Okkultlehren” here: http://www.lulu.com/spotlight/studium_generale (Also about Adolf Hitler controled by astrologers ….) I am running a blog in german language about the Ludendorff movement here: http://studiengruppe.blogspot.de/ And I am running a blog in german language about the political awakening of the european people here: http://studgenpol.blogspot.de/ Some things in english language I have written here, also about “Hamilton’s Unequation and the Principle of Division of Labour in Complex Societies”: http://studgen.blogspot.de/. Thank you to Lore Waldvogel.

Und wer ist Lore Waldvogel?

Abschließend noch: Wer ist Lore Waldvogel?:
Lore Waldvogel holds a Ph.D. in Literature and an M.A. degree in Religious Studies. Her essay “Carl Gustav Jung and the German Soul” (in German) was published in Sezession. An expanded version will be published in the forthcoming issue of Neue Ordnung.
Über die Dezember 2015-Ausgabe der Zeitschrift "Sezession" wird berichtet (2):
Die Dozentin Lore Waldvogel beschäftigt sich mit der Lehre Carl Gustav Jungs und den aus ihr zu ziehenden Schlüssen über eine deutsche "Volksseele".
Sie wird sich dann übrigens auch bewusst sein, so hoffen wir, dass auch Carl Gustav Jung von Mathilde Ludendorff sehr kritisch geschehen wurde, wie unserer Dokumentation zu entnehmen ist. Auch Jung war okkultgläubig. Fast allen deutschen "Konservativen Revolutionären" der 1920er Jahre fehlt jene gesunde Naturwissenschaftsnähe, die vor Okkultismus und Gotteswahn aller Art schützt, und für die Mathilde Ludendorff weit und breit fast ganz allein steht in diesem Umfeld. Jung hat, so schreiben wir hier auf dem Blog, den bekennenden Satanisten und Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse behandelt. Er hat auch Frauen behandelt, die an multipler Persönlichkeitsstörung litten. Man möchte meinen, dass er - wie auch schon von Sigmund Freud vermutet wurde - über die durch rituellen Satanismus hervorgerufene multiple Persönlichkeitsstörung mehr wusste, als er öffentlich sagte. Aber das hier nur am Rande.

Schon am 30. Dezember 2015 machte Lore Waldvogel auf sich aufmerksam mit folgenden bedenkenswerten Sätzen (3):
In aktuellen politischen Debatten um die Frage „Wer sind wir, und was gibt es hier eigentlich zu verteidigen?“ vermisse ich manchmal eine Vergegenwärtigung der geistigen Schätze, die man uns hinterlassen hat, und die die deutschsprachige Kultur von anderen Ländern, die sich auch als abendländisch-christlich verstehen, unterscheidet.
In diesen Dingen sind wir ganz und gar auf ihrer Seite.
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  1. Lore Waldvogel: Commemorating Mathilde Ludendorff on the 50th Anniversary of Her Death. In: Occidental Observer (White Identity, Interest and Culture), 13. Mai 2016, http://www.theoccidentalobserver.net/2016/05/commemorating-mathilde-ludendorff-on-the-50th-anniversary-of-her-death/
  2. Lore Waldvogel: C.G. Jung und die deutsche Seele. In: Sezession, Dezember 2015, http://www.sezession.de/52293/sezession-69-ist-erschienen.html
  3. Lore Waldvogel: Filmtip zum Jahreswechsel: „Morgenröte im Aufgang – Hommage an Jacob Böhme“. Sezession, 30. Dezember 2015, http://www.sezession.de/52696/filmtip-zum-jahreswechsel-morgenroete-im-aufgang-hommage-an-jacob-boehme.html
  4. Lore Waldvogel: Muslime, Migranten und Vergewaltigungen: ein Blick auf die Hintergründe. Sezession, 12. Januar 2016, http://www.sezession.de/52825/muslime-migranten-und-vergewaltigungen-ein-blick-auf-die-hintergruende.html

Sonntag, 15. Mai 2016

Die Soziobiologie war noch nie ein "zahnloses" Konzept

Vorbemerkung: Da ich heute, am 15. Mai 2016, gerade sehe, dass mein Scilogs-Beitrag aus dem September 2011 im Rahmen des dortigen "Bloggewitters" "Deutungshoheit der Biowissenschaften" (siehe auch hier) nicht mehr im Netz zugänglich ist (siehe auch GA-j! 2011), veröffentliche ich ihn hier auf dem Blog so, wie ich ihn schon 2011 zur Sicherheit auch hier abgespeichert hatte. Damals wie heute Dank an Elmar Diederichs, dessen öffentlich ausgesprochene Einladung, Gastbeiträge auf seinem Blog "Mind at Work" zu veröffentlichen, ich damals angenommen hatte. 

Die "Deutungshoheit der Biowissenschaften" - was für ein Thema. Und im Umfeld der früher so berüchtigten Soziobiologie schon seit Jahrzehnten diskutiert. Heute kann man ja harmlose Lippenbekenntnisse zum Grundkonzept der Soziobiologie und zur evolutionären Bedingtheit des Menschen formulieren, ohne daß besonders viele Leute einmal genauer nachfragen, ob diese Lippenbekenntnisse eigentlich noch etwas zu tun haben mit dem revolutionären Konzept, mit dem die Soziobiologie einst, in den frühen 1970er Jahren angetreten war. 

Die wissenschaftliche Akzeptanz dieser einstigen Außenseiter-Disziplin "par exzellence" stieg in dem Umfang, in dem sich die Regenbogenpresse eines Teils ihrer Themen annahm. Dieser Umstand ist auch heute noch vielen innerwissenschaftlichen Diskussionsbeiträgen und Lippenbekenntnissen anzumerken.

Die Soziobiologie - einst angetreten als ein revolutionäres Konzept

Im Gegensatz dazu forschen und publizieren im vollen Bewußtsein der Tragweite der "Deutungshoheit der Biowissenschaften" Leute wie Edward O. Wilson, Richard Dawkins und all ihre mit ihnen sympathisierenden Kollegen schon seit Jahrzehnten. Aber ebenso die Gegner dieser als "Hardliner" empfundenen Biologen, wie etwa Richard Lewontin, Stephen Jay Gould und andere. Um diese Gegner ist es in den letzten Jahren stiller und stiller geworden. "Lewontin's Fehlschluß", nämlich daß das Konzept "Rasse" für die menschliche Biologie und Psychologie keine Bedeutung habe, ist in der Wissenschaft unwidersprochen eben als ein solcher Fehlschluß (und auch als ein auf den Kopf gestellter naturalistischer Fehlschluß) festgestellt worden. Wenige aber nur trauen sich, sich selbst und anderen die revolutionären Implikationen klar zu machen, die mit der Widerlegung von "Lewontin's Fehlschluß" einhergehen für unser Weltbild und für die "Deutungshoheit der Biowissenschaften".

Das zentrale Paradigma, das die "Deutungshoheit der Biowissenschaften" mit sich bringt seit einigen Jahrzehnten, ist, daß der Mensch von den Biowissenschaften immer deutlicher als Gruppenwesen, als "zoon politikon" erkannt wird. Der Paradigmenwechsel vom "Mensch als Werkzeugmacher" zum "Menschen als soziales Wesen" vollzog sich schon vor Jahrzehnten. Die Schlußfolgerungen dieses Paradigmenwechsels hinsichtlich einer Deutungshoheit der Biowissenschaften sind aber bis heute nur spärlich und zögerlich gezogen worden.

Steven Pinker: Genetisch mitbeeinflußte Begabungen könnten unterschiedlich auf Rassen und Völker verteilt sein

Robin Dunbar wies nach, daß Gehirngröße und Gruppengröße über den ganzen Primatenstammbaum hinweg miteinander korrelieren, daß also die Gehirngröße des Menschen und der Umfang der sozialen Beziehungen, die er bewältigen kann, miteinander in ähnlichen kausalen Zusammenhängen stehen wie bei allen Primaten ("Dunbars Number") (siehe sein wunderschönes Buch "Klatsch und Tratsch"). Jane Goodall zeigte am Beispiel der wildlebenden Schimpansen auf, wie sich das Gruppenleben unserer engsten Verwandten im Tierreich in "Krieg und Frieden" gestaltet. Andere zeigten anhand der Bonobos wiederum ein ganz anderes Gruppenleben auf. Im Anschluß an solche Forschungen formulierten David Sloan Wilson und Kevin MacDonald ihr Konzept von den "gruppenevolutionären Strategien", die implizit oder explizit in menschlicher Kultur, in menschlichen Religionssystemen beschlossen liegen.

Eine "Evolutionäre Religionswissenschaft" bildete sich in den letzten Jahren und wies nach, daß diese "gruppenevolutionären Strategien" entweder zu evolutionsstabilen oder zu evolutions-instabilen Demographien der betroffenen Gruppen, Religionsgemeinschaften und Völker führen können - je nach dem. Der Grundgedanke von Charles Darwin wurde damit auf deutlich erweitertem Wissensstand einmal aufs Neue bestätigt, wie er schon im Untertitel seines Hauptwerkes enthalten ist: "On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life".

Was für ein Anspruch hinsichtlich "Deutungshoheit der Biowissenschaften"!

Und dann - und dann kam die Mondlandung in der modernen Humangenetik. Die vollständige Sequenzierung des menschlichen Genoms und damit die Erkenntnis, daß Gensequenzen für Körpermerkmale, psychische Merkmale und Intelligenzmerkmale weltweit in ihrer Häufigkeit auf die Völker unterschiedlich verteilt sind. Steven Pinker zog schon 2005 die Schlußfolgerung und erklärte, daß genetisch angeborene Begabungen - als Ergebnis der Evolution - unterschiedlich auf Völker und Rassen verteilt sein könnten. Unzählige Humanwissenschaftler auf der ganzen Welt stimmten ihm zu.

Frank Schirrmacher: Die gespenstische Abgebrühtheit der gesellschaftlichen Eliten macht nur noch sprachlos

Die Debatte ist im vollen Fluß. Der naturwissenschaftlich informierte Historiker und Politiker Thilo Sarrazin nahm sie 2010 auf. Der soziobiologisch informierte Frank Schirrmacher erkannte sofort die eigentlichen Implikationen der Sarrazin-Debatte in Bezug auf die "Deutungshoheit der Biowissenschaften". Und auch Norbert Bolz sprach von "Geschichtszeichen". Deutsche Intelligenzforscher wie Heiner Rindermann und der von Hirnforscher Gerhard Roth geförderte Detlef Rost haben in der Öffentlichkeit noch wenig Unterstützung von Seiten der biowissenschaftlich orientierten Fachkollegen erhalten. Auf die Dauer wird sich diese Situation aber nicht halten lassen.

Und dann erst wird in vollem Umfang erkennbar werden, wie implikationsreich die "Deutungshoheit der Biowissenschaften" geworden ist. Sie stellt grundlegende gesellschaftliche Konzepte infrage, wie sie heute von allen großen Parteien des deutschen Bundestages vertreten werden. Weshalb Thilo Sarrazin auch in der Debatte im letzten Jahr von ihnen allen so scharf geschnitten wurde. Norbert Bolz hatte recht: Die Politiker - aber auch viele Biowissenschaftler - leben heute noch in einer Parallelgesellschaft und sind sich der schiefen Ebene gar nicht bewußt, auf der sie sich bewegen. Man darf gespannt sein, wie sich hier die geistigen Auseinandersetzungen künftig weiter gestalten werden.

Was ist dran an den technischen Möglichkeiten, die Bastian Greshake aufzeigt. Wird es künftig parallel zu einem "Guttenplag" noch ganz andere Internetseiten geben, die die Kommunikationsunwilligkeit zahlreicher Biowissenschaftler zu den eigentlich gesellschaftlich brisanten Fragen bezüglich der "Deutungshoheit der Biowissenschaften" aufbrechen werden? Wird es Frank Schirrmacher sein, der mit einem neuen Bestseller seine jüngst geäußerte "Sprachlosigkeit" überwindet, als er über die CDU und ihren Verrat grundlegendster bürgerlicher Werte sagte:
"Der geradezu verantwortungslose Umgang mit dem demographischen Wandel macht in seiner gespenstischen Abgebrühtheit einfach nur noch sprachlos."
Wir leben in aufregenden Zeiten!

Freitag, 13. Mai 2016

Mein Genom: Begabungen, Neigungen, Körperreaktionen, Erbkrankheiten

Die Gene, die Begabungen, Neigungen, Körperreaktionen und Erbkrankheiten bestimmen, kann inzwischen jeder für sich ablesen lassen
- Hier als Beispiel ein Ausschnitt meiner eigenen

Vor zwei Wochen war er endlich da, der "Ancestry Report", mein Vorfahren-Bericht von der Firma 23andMe, bei der ich mein Genom hatte sequenzieren lassen (GA-j!, 27.4.2016). Aber es hatte zunächst eine Enttäuschung gegeben: Der "Health Report", der Gesundheits-Bericht der Firma 23andMe, wird in Deutschland nicht zur Verfügung gestellt. Warum auch immer.

Aber nicht so schlimm! Auf dem Nutzer-Forum von 23andMe habe ich nun zwischenzeitlich den wertvollen Hinweis erhalten, dass man diesen "Health Report" auch bei "Promethase" bekommen kann (SNPedia, bzw. Promethease.com). Das kostet nur 5 Dollar (zu bezahlen per Kreditkarte oder über Bitcoin). Und nur fünf Minuten nach der Bezahlung bekommt man von dort den Bericht. Nämlich nachdem man die Rohdaten, die man von 23andMe erhalten hat, Promethase zur Verfügung gestellt hat.

Und nun lese ich die ersten Auszüge aus diesem Gesundheitsbericht von Promethase und schreibe hier gleich mit. Es soll im folgenden nur ein erster Ein- und Überblick gegeben werden. Es wird bald deutlich, dass es da zu fast jedem gefundenen Genotyp noch viel zu erforschen und weiter zu fragen gibt. Auch wird deutlich, dass es sich beim folgenden nur um einen ersten Ausschnitt handelt, und dass man Tag für Tag neue Entdeckungen macht.

Ein Wikipedia für humangenetische Beratung: "SNPedia"

SNPedia, so kann kurz gefasst gesagt werden, ist das Wikipedia für humangenetische Beratung. Da man mit ihm arbeiten muss, sollte man sich zuvor klar machen, wie SNPedia seine Auskünfte aufschlüsselt (nach SNPedia-Hilfe). Jedes SNP, also jeder "Einzelnukleotid-Polymorphismus" (Wiki), wird von SNPedia folgendermaßen charakterisiert, bzw. eingeordnet:

- Unter "Repute" (Ansehen) wird eine Aussage gemacht darüber, ob es generell als ein positives genetisches Merkmal eingeschätzt wird oder als ein negatives (good oder bad, gut oder schlecht). Entsprechend erfolgt auch eine farbliche Charakterisierung.

- Unter "Magnitude" (Bedeutsamkeit) wird eine Einschätzung gegeben, wie spannend das jeweilige SNP sein könnte, zum Beispiel aufgrund seiner Seltenheit oder seiner bedeutsamen Auswirkung willen. (Diese Einschätzung kann sich im Laufe der Zeit ändern, etwa durch neue Nutzer-Bewertungen oder durch neue Forschungsergebnisse.)

- Unter "References" (Referenzen) wird die Zahl der wissenschaftlichen Studien genannt, die bislang zu diesem SNP Erkenntnisse liefern (es können aber inzwischen auch schon mehr sein als angegeben).

- Unter "Frequency" (Häufigkeit) wird eine Angabe gemacht über die Häufigkeit des SNPs in jener Population, der man von SNPedia (bzw. 23andMe) - vorläufig - zugeordnet worden ist. Es handelt sich auffälliger Weise schlussendlich wieder einmal um Ethnien. Weil wenig anderes "Sinn" macht. Und warum macht es wenig Sinn? Nun, weil der Mensch, wie wir seit bald zehn Jahren unaufhörlich auf unseren Blogs und auch auf den Scilogs*) betonen und herausarbeiten, bislang immer in Völkern, in Ethnien evoluiert ist. Und weil es viel Sinn macht, wenn die Menschen sich darauf ausrichten, dass das auch künftig so sein wird. Weshalb auch Frauke Petry so viel recht gehabt haben wird, als sie einen Tag vor dem letzten AfD-Parteitag in Stuttgart, nämlich am 28. April 2016, in einem Fernseh-Interview - und im Anschluss daran auf ihrem Facebook-Profil - dazu angeregt hat (Facebook),
mit dem Begriff ,Volk' oder ,völkisch' entspannter umgehen, denn sich für das eigene Volk einzusetzen, ist die Aufgabe eines jeden Politikers und ich spreche über die Zukunft unserer Partei.
Aber das hier nur am Rande. Populationen jedenfalls werden auf SNPedia zunächst nur von jenen gebildet, die auch am häufigsten bei SNPedia mitarbeiten. Ich bin bislang dort eingeordnet in die Population der Europäer nord- und westeuropäischer Abstammung ("Caucasians from Northern and Western Europe"). Aber es gibt dort inzwischen auch schon die Populationen der Mexikaner, der Hanchinesen, der Toscana-Italiener, der Japaner, der (Yoruba-)Afrikaner, der Massai und der Inder. Und es ist mitunter außerordentlich spannend, die Häufigkeit der eigenen Gene (genauer: SNP's) in der eigenen Bevölkerung mit der Häufigkeit der eigenen Gene (genauer: SNP's) in den anderen Populationen zu vergleichen. Was mit einem Mausklick möglich ist. Das ist fantastisch. Bei der Koffeinverstoffwechslung beispielsweise oder bei der Hautfarbe habe ich da gleich sehr spannende Dinge gefunden (siehe unten!).

- Unter den "Topics" kann man dann auch noch zusätzlich nach typischen ethnischen Genmerkmalen suchen, etwa für "aschkenasische Juden" (bislang 23 SNP's), Afrikaner (bislang 4 SNP's), amerikanische Ureinwohner (bislang 2 SNP's), Neandertaler (bislang 36 SNP's). Man kann hier aber auch suchen nach SNP's, die verantwortlich gemacht werden für die Lebensdauer (aging), für Sommersprossen, Haarfarbe, Augenfarbe, Intelligenz, Persönlichkeitstyp, psychische Anfälligkeiten ("mental health"), musikalische Begabung, Schmerzverarbeitung und so weiter und so fort.

Nach all diesen Sortierungs-Möglichkeiten kann ich meine eigenen SNP's sortieren und einordnen, vergleichen, bzw. werden mir die "spannendsten" zunächst vorgeschlagen. Ich muss zugeben, dass ich trotz all dieser Sortierungsmöglichkeiten vieles nicht gleich finde, was ich gerne schneller finden würde. Aber hier lernt man ja Tag für Tag dazu durch Ausprobieren. Und dieser Blogbeitrag kann und will eigentlich nur jeden Leser dazu anregen, dieses Ausprobieren selbst durchzuführen. Es handelt sich dabei um humangenetische Volksbildung vom Allerfeinsten. Sozusagen um ein "Selbstlernprogramm". Obwohl natürlich - zum Beispiel - die Volkshochschulen ruhig auch einmal Kurse anbieten könnten, wie man solche Dinge für sich recherchiert. 

Erhöhtes Risiko für Schilddürsenkrebs

Also. Ich habe (gegenüber der Durchschnittsbevölkerung)

- ein 1,6 fach größeres Risiko, Prostatakrebs zu bekommen ("rs6983267(G;G) 1.6x increased risk for prostate cancer; also other cancers 1.4 times as likely to develop colorectal cancer"),

- ein siebenfach größeres Risiko, eine Glatze zu bekommen ("gs122").

Ich habe ein erhöhtes Risiko gastrointestinale Blutungen zu bekommen, wenn ich Ibuprofen nehme ("problem metabolizing NSAIDs impaired NSAID drug metabolism, which is a risk factor for gastrointestinal bleeding when taking any of these medications: aceclofenac, celecoxib, diclofenac, ibuprofen, indomethazine, lornoxicam, meloxicam, naproxen, piroxicam, tenoxicam and valdecoxib").

Ich habe eine genetische Anlage für hellgrüne, braune oder haselnussbraune Augenfarbe ("gs241"). Mein Phänotyp ist aber graublau! :)

Ich habe ein 9,2-fach erhöhtes Risiko, Schilddrüsen-Krebs zu bekommen, weil mein damit in Verbindung stehendes SNP homozygot ist ("rs2145418(G;G)"). Und sofort stellt sich mir die Frage, ob dieses SNP auch etwas mit jener Schilddrüsenhormonmangel-Erkrankung zu tun haben kann, die nicht bei mir, aber bei Verwandten erstes Grades vorkommt. Da ist also gleich ein erster konkreter Ansatzpunkt da, in der nächsten Zeit weiter zu recherchieren.

Ich habe - aufgrund einer Genvariante ("rs16969968(A;A)") - ein höheres Risiko, von Nikotin abhängig zu werden, die zugleich ein geringeres Risiko mit sich bringt, von Kokain abhängig zu werden. Nun scheint diese Genvariante aber durch andere (bekannte oder unbekannte) Genvarianten wieder modifiziert zu werden. Sowie durch günstige Kindheits- und Sozialisierungs-Bedingungen. Beide Eigenschaften sind jedenfalls seit fünfzig Jahren phänotypisch Null Komma nichts zu beobachten gewesen bei mir.

Ich habe ein erhöhtes Risiko, an Zöliakie zu erkranken ("rs3184504(T;T)"). Und in der Tat: Zöliakie-Erkrankung gibt es zwar nicht unter den Verwandten ersten, wohl aber unter genetischen Verwandten zweiten Grades.

Ich habe ein 3,6-fach erhöhtes Risiko, sexuelle Dysfunktion zu bekommen, wenn ich SSRI-Antidepressiva nehme ("rs6311(C;C)"). Zum Glück habe ich noch keine genommen. Aber Citalopram ist mir vor knapp zwei Jahren schon einmal - angesichts von Dauerstress - von Bekannten empfohlen worden. Ich hab es ungebraucht in der Schublade liegen lassen, inzwischen ist das Verfallsdatum überschritten. Eine innere Stimme muss mich gewarnt haben. - Weiter heißt es:
"rs6311 together with rs6314 have a modest effect on depression severity. (...) Three (rs643627-rs594242-rs6311: A-C-T), two (rs594242-rs6311: C-T) and a single functional (rs6311: T) marker were protective against suicidal behavior. The complementary markers (rs594242-rs6311: G-C and rs6311: C) were associated with increased risk for non-violent and impulsive suicidal behavior. Furthermore, CC-homozygotes for the functional SNP rs6311 reported more anger- and aggression-related behavior."
Also dieses SNP scheint schon für sich ein Schutz gegen Selbstmord-Verhalten zu sein, scheint aber überdurchschnittlich mit Zorn- und Aggressions-Verhalten verbunden zu sein. Vielleicht ist ja letzteres der Schutz gegen Selbstmord-Verhalten, weil man Frust nicht in sich hinein frisst. Ja, so würde ich mich schon mitunter charakterisieren. (Schon in der Schule plädierte ich im Unterricht für den Grundsatz: "Macht kaputt was euch kaputt macht!")

Erhöhtes Risiko für Zöliakie

Ich bin heterozygot, was eine genetische Anlage für Hemochromatose betrifft, die eine häufige nord- und mitteleuropäische Erbkrankheit ist, und die (wohl) auftritt, wenn man homozygot ist. ("You are unlikely to be affected unless also a carrier of rs1800562(A) C282Y, but others in your family may be. This is a treatable condition.") ("rs1799945(C;G)") Ich habe noch nicht gehört, dass das in meiner Familie irgendwo aufgetreten ist.

Tja, was nicht alles in Deinen Genen steht, kleiner Mann
(Aufnahme von 1966)

Ich habe noch eine weitere Anlage, die ein zweifaches Risiko mit sich bringt, eine Glatze zu bekommen ("rs2180439(T;T)"). Die Gene haben sich gegen mich verschworen.

Ich habe ein 1,3-fach erhöhtes Risiko, Brustkrebs zu bekommen (das sollen auch Männer kriegen können, wir mir gerade gesagt) ("rs2981582(C;T)".

Ich habe ein 1,5-fach größeres Risiko, eine koronare Herzerkankung zu bekommen ("rs1333049(C;G)").

Wow, und das folgende ist ja auch spannend: Ich kann leichter Irrtümer vermeiden dank einer Dopamin-Rezeptor-Variante ("rs1800497(C;C)"), die zugleich mein Risiko, ADHS, Alkohol-, Nikotin- und Essen-abhängig zu werden (sprich übergewichtig zu werden), sowie zu postoperativer Übelkeit, herabsenkt. Es gibt da etwa den schönen Satz: "Lower obesity due to increased pleasure response to food." Also: Ich habe eine geringeres Risiko, übergewichtig zu werden, weil ich eine intensivere Lust-Reaktion, Befriedigung habe über Essen, das ich zu mir genommen habe. Aha, aha. .... 

Wem soll ich noch etwas von dieser tollen Variante abgeben? :) Dopamin gilt ja als Glückshormon. Und es dürfte sehr spannend sein, nun allerhand Forschungsstudien zu dieser Genvariante zu lesen ... (Die findet man, das kann ich ja gleich mal sagen, schön versammelt auf der OMIM-Datenbank, die "Online Mendelian Inheritance of Man"-Datenbank.) Hier kommen wir dick hinein in den Bereich der Verhaltensgenetik, der ja noch viel spannender ist als die Genetik bloß körperlicher Merkmale. Das ist übrigens fast schon ein philosophischer Satz: Indem mir mein Körper eine intensivere Lust-Empfindung beim Essen gibt, esse ich nicht mehr (!), sondern weniger. Hätte man nicht ohne diese Erkenntnis geglaubt, dass größere Lustreaktion dazu führt, dass man noch mehr essen möchte?

"Increased pleasure response to food"

Ich habe auch eine Variante, die die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ich das Empfinden habe, dass Koriander wie Soße schmeckt. So so.

Ich habe ein 1,3-fach erhöhtes Risiko, an Typ 2-Diabetes zu erkranken. Das damit in Zusammenhang stehende SNP (Einzelnukleotid-Polymorphismus) liegt auf Chromosom 6 und kommt, häufiger bei aschkenasischen Juden vor und haben - soweit ich sehe - im nördlichen und westlichen Europa ("Caucasians from Northern and Western Europe") 10 % der Bevölkerung ("rs7754840(C;C)".

Soweit ein erster kleiner Einblick. Übrigens gibt es in den USA eine neue Berufsrichtung, den "genetic counselor" (Wiki). Also den "genetischen Ratgeber". Jemanden, der einem hilft, die Rohdaten der Sequenzierung seines persönlichen Genoms besser zu verstehen und daraus konkrete Handlungsrichtlinien abzuleiten. Ein toller Beruf, in Deutschland läuft das unter "humangenetische Beratung" (Wiki).

Ein Blick in die Verwandtschaft bestätigt vieles

Ergänzung: Noch am gleichen Tag der Veröffentlichung dieses Beitrages (da war er nur halb so lang wie jetzt) habe ich die Zuschrift einer weiblichen Verwandten mütterlicherseits bekommen:
Hier einige Familien-Krankheiten: Eine Deiner Tanten hat Typ II Diabetes. Deine Großmutter hatte Dickdarmkrebs (und auch schwarzen Hautkrebs), Brustkrebs können auch Männer kriegen (Brustkrebs hatten eine Deiner Großtanten und eine ihrer Töchter), zwei oder drei Deiner Onkel haben/hatten Prostatakrebs, Glatze hatte Dein Großvater, seine Söhne haben noch keine. Nikotinsüchtig waren Dein Großvater und zwei seiner Söhne, einer davon ist es noch immer.
Das bestätigt ja sehr schnell sehr deutlich vieles von dem oben Gesagten. Durch weitere Gespräche erfahre ich: Mein Großvater mütterlicherseits kam schon mit schütterem Haar aus dem Ersten Weltkrieg nach Hause. Weil er so viel den Helm tragen musste, heißt es. Mein Opa väterlicherseits war ebenfalls ein starker Raucher ("Overstolz ohne"). Und eine Tante väterlicherseits hatte Brustkrebs.

Da wären also in unserer Familie baldmöglichst Vorsorge-Untersuchungen anzuraten. Das war mir so noch nicht klar. Und das dürfte schon ein erster sehr konkreter Nutzen sein, wenn man seine Gene sequenzieren lässt. Nämlich zu wissen, dass und welche Vorsorgeuntersuchungen für einen von Bedeutung sein könnten.

Meine Leber verstoffwechselt Koffein sehr schnell

Fortsetzung am Folgetag, den 15.5.: Aha, indem ich aus der Rubrik "Topics" einige spannende auswähle, erhalte ich schnell weitere spannende Ergebnisse. Nämlich:

Meine Leber verstoffwechselt Koffein schnell ("rs762551(A;A)"). Dieses SNP haben 53 % aller Nordmitteleuropäer, 58 % aller Mexikaner, 44 % aller Hanchinesen, 40 % der Toscana-Italiener, 35 % der Japaner, 32 % der (Yoruba-)Afrikaner, 28 % der Massai, 25 % der Inder:
"caffeine is broken down faster in your liver, so it has less effect on you. (...) In terms of genotypes, only rs762551(A;A) individuals are considered fast metabolizers. Individuals who are rs762551(A;C) heterozygotes or rs762551(C;C) homozygotes are both considered slow metabolizers."
- - - Ich bin allerdings der Meinung, dass Koffein eine sehr große Wirkung auf mich hat. Deshalb ist für mich genaue Dosierung sehr wichtig. Zum Frühstück zwei Tassen Kaffee (nicht zu stark und nicht zu schwach) und um 15 Uhr noch einmal eine Tasse Kaffee ist für mich gleichbedeutend mit der Möglichkeit geistiger Höchstleistungen. Trinke ich den Nachmittagskaffee (oder grünen oder schwarzen Tee) nach 17 Uhr, schlafe ich in der Regel schlecht ein oder schlafe überhaupt schlechter, bzw. unruhiger. Tja, da gibt es also allerhand Diskussions- und Vergleichsbedarf.

Wann gibt es für so etwas endlich ein deutschsprachiges Forum? Das - wie mir scheint - sehr stark moderierte Nutzer-Forum auf 23andMe (auch nur für angemeldete Nutzer) ist vornehmlich mit Herkunfts-Haplotypen befasst, die man - im Vergleich mit den hier behandelten kodierenden SNP's - inzwischen doch längst als ziemlich langweilig empfinden kann. Außerdem ist es auch noch thematisch wenig übersichtlich gegliedert. Ich kann den Eindruck nicht loswerden, als hätte das Methode. Mag sich aber jeder denken dazu, was er will. Jedenfalls ist mir noch nicht ganz klar geworden, warum der Konstanzer Biologe Axel Meyer die Internetseite von 23andMe als so empfehlenswert ansieht, wie er das Anfang des Jahres auf Facebook getan hat. Es wäre gut, wenn dieser Bereich der "consumer genetics" bald wieder weniger monopolisiert würde als dies derzeit der Fall ist mit 23andMe und als Folge der Einstellung des Dienstes der Isländischen Firma DeCodeMe, die lange Zeit so gute wissenschaftliche Arbeit geleistet hat, und die auch weiterhin viel Schwung in diese Entwicklung hätte bringen können (Wiki).

Wie spannend die ganze Thematik ist, wird auch gleich sehr deutlich an dem folgenden, sehr tollen Ergebnis: "rs1426654(A;A)" auf Chromosom 18 ist (mit-)verantwortlich für die Hautfarbe und bedeutet laut SNPedia, dass ich "wahrscheinlich hellhäutig und europäischer Abstammung" bin:
estimates that the rs1426654(A) allele (light skin pigmentation) spread through the European population around 6,000 - 12,000 years ago. Prior to that, 'European ancestors' were most likely relatively brown-skinned.
Dieses SNP hat sich also erst seit und mit der Einführung des Ackerbaus in Europa ausgebreitet. Die ausgestorbenen Jäger und Sammler, die zuvor in Mitteleuropa lebten, waren (nach der Untersuchung der erhaltenen DNA in ihren Skeletten dunkelhäutiger. Aufgrund dieser evolutionären Geschichte hat dieses SNP heute bei Nordwesteuropäern eine Häufigkeit von 100 %, bei Toscana-Italienern eine solche von 99 %, bei Indern von 89 %, bei Mexikanern von - - - 33 %, bei Massai von - - - 10 % (- immerhin! auffällig! spannend! - woher kommen überhaupt die 10 %?!) und bei Hanchinesen, Japanern, Afrikanern eine Häufigkeit von sage und schreibe - - - 0 %! Es liegt hier also konvergente Evolution von heller Hautfarbe vor, sprich parallele Evolution in Nordeuropa und in Nordasien. Das ist ja schon seit einigen Jahren bekannt und ich schrieb darüber auch schon auf meinem Wissenschaftsblog. Schön, das jetzt in den eigenen Genen wieder zu sehen.

Ich bin voller Vertrauen und Einfühlsamkeit gegenüber meinen Mitmenschen - und gegenüber Kindern ;)

Weiter: SNP "rs53576(G;G)" auf Chromosom 3 ergibt eine Variante im Oxytocin-Rezeptor-Gen und lässt mich - womöglich - Stress besser verarbeiten und mich leichter die Emotionen anderer erkennen und mich weniger schreckhaft sein. Es scheint so zu wirken, als ob ich eines zusätzlichen Sprühstosses Oxytocin in die Nase nicht bedürfte, um all diese positiven Eigenschaften Wirklichkeit werden zu lassen. Es lässt mich also allgemein mehr Vertrauen in meine Umwelt haben und mich ein verträglicher, umgänglicher Mensch sein! Wer möchte diese Variante auch haben? ;)

Sie scheint aber nur zu 0,4 % in der Bevölkerung verbreitet zu sein (- ?). Wirklich? Vielleicht lese ich das auch grade falsch. Studien haben jedenfalls ergeben, dass Menschen mit dem G-Allel einfühlsamer sind, sich weniger allein fühlen, auch als Eltern einfühlsamer sind und niedrigere Häufigkeit von Autismus aufweisen. SNPedia führt zahlreiche neuere Studien an für das eben Gesagte. Das ist ja praktisch ein Supergen! Super, Ingo! (Oh, weia, wenn ich das meinen nächsten Angehörigen erzähle, die verstehen die Welt nicht mehr ... Die werden sagen: Ingo, was bloß hast Du mit dieser Begabung gemacht. Wie ist sie auf den Hund gekommen!)

Der einsichtsvolle Humangenetiker sagt an dieser Stelle vielleicht: Da wird es noch Antagonisten geben, also Genvarianten, die gegenteiliges Verhalten wahrscheinlich machen! :) Tja, wir können eben nichts Positives ohne das Gegenteil denken!

Aber noch ein anderer Gedanke: Hat jemand, der so verträglich und vertrauensvoll ist, mehr Mut, sich von Menschen zu isolieren, als jemand, der das nicht ist? Sprich, mehr Mut, abweichende Meinungen zu vertreten? Könnte ja sein ... Dann wäre der Blog "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!" der "rs53576(G;G)"-Blog! :)

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*) Aus diesem Anlass sehe ich heute, am 15. Mai 2016 gerade, dass mein Scilogs-Beitrag aus dem Jahr 2011 im Rahmen des dortigen "Bloggewitters" "Deutungshoheit der Biowissenschaften" (siehe auch hier) nicht mehr im Netz zugänglich ist! (siehe auch GA-j! 2011) Deshalb wurde er gerade hier auf dem Blog (erneut) öffentlich zugänglich gemacht.

Sonntag, 8. Mai 2016

Björn Höcke und r-/K-Strategien - Er redete nicht Quatsch, sondern referierte Lehrbuch-Wissen

Ein Aufsatz in der Zeitschrift "Human Nature" aus dem Jahr 2009 (1), referiert im Lehrbuch "Soziobiologie" von Eckart Voland im Jahr 2013 (2), zeigt, dass die Argumentationslinie von Björn Höcke zu angeborenen Verhaltensunterschieden von menschlichen Großgruppen bezüglich r- und K-Strategien (12-17) ein berechtigtes Sachargument darstellt


Abb. 1: Die Zeitschrift "Human Nature"
Der Aufsatz stammt von einer Forschergruppe rund um den Evolutionären Psychologen Bruce J. Ellis von der Universität von Arizona in Tuscon, USA. Er ist in deutscher Übersetzung betitelt mit: "Grundlegende Auswirkungen von Umweltrisiken - Der Einfluss von harschen gegenüber unvorhersehbaren Umwelten in der Evolution und Entwicklung von Lebensphase-Strategien" (1).

- Warum ist es der vorliegende Blog "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!", betrieben von einem Feierabend- und Wochenend-Wissenschaftler und -Journalisten, und warum ist es nicht die gesamte sogenannte "Qualitätspresse" weltweit, die auf den im folgenden zu erläuternden Umstand aufmerksam macht?

Wird das folgende auch einmal wieder etwas aussagen über die "Qualität" der sogenannten "Qualitätspresse"? Oder soll das viel gepriesene "christlich-jüdische Abendland" weiter verblödet und verdummt werden anstelle dass es sich als moderne Wissensgesellschaften, um die es sich der Sache nach handelt, weiter entwickelt? Warum hat noch nicht einmal  jene - angebliche - "Qualitätspresse", die sich politisch - angeblich - Björn Höcke als nahe stehend empfindet, und in der es doch nicht nur dumme und unbelesene Leute gibt (wir wiesen schon an anderer Stelle hin auf den Lese- und Studieneifer etwa eines Alain de Benoist) bis heute auf diesen Umstand aufmerksam gemacht (3-8)? Obwohl doch schon seit Dezember an verschiedenen Orten auf ihn aufmerksam gemacht worden ist (siehe zum Beispiel: 13, 14, 17)?

Nun, naturwissenschaftsnahem Denken wird ja heute überhaupt wenig Raum eingeräumt in der öffentlichen Wahrnehmung und Debatte. Und zwar weder naturwissenschaftsnahes Philosophieren allgemein und noch viel weniger naturwissenschaftsnahes politisches Denken. Es steht wohl viel zu oft in Gegensatz zu "jüdisch-abendländischen" geistigen Kontinuitäten. Oder wie? Nur ab und an flackert ein naturwissenschaftsnahes Debattieren kurz auf. Etwa wenn ein Thilo Sarrazin über "Deutschland schafft sich ab" nachdenkt und dabei auch naturwissenschaftsnahes Denken zu rate zieht. Oder eben wenn ein Björn Höcke angeborene Verhaltensunterschiede zwischen menschlichen Gruppen bezüglich r- und K-Strategien anspricht. In Zeiten, in denen noch ein Steven Jay Gould die "Richtlinien" des naturwissenschaftsnahen Denkens bestimmte, mag es oft noch ein wenig mehr gewesen sein als ein kurzzeitiges Aufflackern eines naturwissenschaftsnahen Argumentes. Aber damals konnte man ja auch Naturwissenschaft noch ein wenig leichter mit jenem politischen Nihilismus in Einklang bringen, der heute als vorherrschend zu bezeichnen ist, und der gegenwärtig ein menschliches demographisches Massenaussterbeereignis auf der Nordhalbkugel hervorruft.

Der Wissenschafts-Propagandist Stephen Jay Gould als Beispiel


So vertrat Gould in seinem Buch "Zufall Mensch" die damals ganz "zeitgeistige" These, der Mensch sei ein Zufallsprodukt der Evolution. Das passte natürlich ihm als Anhänger einer Gotteswahn-Religion und allen Sympathisanten seines damit zusammenhängenden Denkens gut in den Kram. Denn dann konnte er sagen, dass die Evolution, sprich allgemein die Errungenschaften von Wissensgesellschaften dem Menschen wenig zu Fragen des Lebenssinnes sagen könnten. Dadurch blieb das angebliche "Alleinstellungsmerkmal" von Gotteswahn-Religionen erhalten. Und er konnte so unverblümt und unentlarvt seine Lehre vertreten, dass Geistes- und Naturwissenschaften "getrennte Magisteria" wären, so wie es den Priestern aller Religionen immer schon recht war und wie es ihnen auch heute nur immer recht sein kann. (Und wofür sie Karlspreise bekommen.) - Aber ausgerechnet jener damals junge Forscher, auf den sich Gould in seinem Buch am meisten berief, der bedeutende britische Paläontologe Simon Conway Morris, vertrat in einem nachfolgend erschienenen Buch "Inevitable Humans in a Lonely Universe" (korrekte deutsche Übersetzung: "Unvermeidlich Menschen in einem einsamen Universum") den klaren Gegenstandpunkt. Nämlich dass die Evolution, wo immer sie im Weltall stattfinden würde, immer nur etwas hervorbringen würde, das dem heutigen Menschen sehr ähneln würde. Etwa auch aufrecht auf zwei Beinen gehen würde, auch binokular sehen würde, auch fünf Finger an zwei Händen hätte, ein großes Gehirn hätte und so weiter. Allerdings wäre die Wahrscheinlichkeit, dass dies ein zweites mal im Weltall geschehen würde, nicht besonders hoch. Und das alles auf höchstem Niveau moderner Wissensgesellschaften argumentiert. Damit deckten sich seine Aussagen erstaunlich genau mit der Aussage der naturwissenschaftsnahen Evolutionären Philosophin Mathilde Ludendorff. - - - War das etwa der Grund dafür, dass über die These von Simon Conway Morris in der Öffentlichkeit viel weniger berichtet und sie erörtert wurde und wird als zuvor über die These von Stephen Jay Gould - ?

Abb. 2: Die Überlebenskurve für fünf unterschiedliche Lebewesen mit unterschiedlicher Fortpflanzungsstrategie
(Danke für diese Grafik von: Armin Kübelbeck)
In "Der falsch vermessene Mensch" ("Missmeasure of Man") vertrat Gould die These, dass es wenig Sinn mache, vom evolutionären, biologischen Standpunkt aus gesehen den Menschen in Menschenrassen und Völker einzuteilen. Inzwischen haben nun aber einige Forscher sogar ihre Ansicht begründet, dass Gould, um diese These vertreten zu können, Forschungsdaten gefälscht habe, sie jedenfalls zumindest sehr angreifbar ausgewertet habe. Das Buch von Gould gilt jedenfalls schon lange nicht mehr als einwandfrei seriöse Grundlage zu Erörterungen über die darin behandelten Fragen. Womit die Forschung ebenfalls - mit vielen anderen neueren Ergebnissen - sich in ihren Aussagen erstaunlich stark den Aussagen der naturwissenschaftsnahen Evolutionären Philosophin Mathilde Ludendorff näherte. - - - Ein Grund dafür, dass Gould's und "Lewontin's Fehlschluss" (wie es in der Forschung heißt) so erstaunlich selten in der Öffentlichkeit erörtert werden?

Man schweigt lieber ganz über naturwissenschaftsnahes Denken. Es könnte ja doch nur Wasser auf die Mühlen von - vorgeblich - "falschen Freunden" des Evolutionären Humanismus und damit einer fruchtbringenden Gestaltung der Zukunft der Völker der Nordhalbkugel sein. Da betreibt man dann doch lieber Politik im Einklang mit dem - vorgeblich - so humanen "christlichen Menschenbild", da verteidigt man doch lieber das "christlich-jüdische Abendland", in dem dann naturwissenschaftsnahes Denken - so wie im Mittelalter - nur noch eine Randerscheinung ist. Und in dem mit Emotionen auf politischem Gebiet wesentlich mehr erreicht werden kann, als mit sachlichem Denken.

Nur an wenigen Tagen in den vielen letzten Monaten und Jahren wurde also einmal kurzzeitig im Zusammenhang politischer Erörterungen der Mantel des Schweigens geöffnet was naturwissenschaftsnahes Argumentieren betrifft. Der AfD-Politiker Björn Höcke hatte also in einer Rede politische Fragen von einem evolutionären Gesichtspunkt aus erörtert (17).

Abb. 3: Rushton - Rasse, Evolution, 2005
Die Medienmeute und der politische Gegner fielen über ihn her. Er rede vollkommenen Blödsinn. Außerdem sei das "völkisches" und "rassistisches" Denken. Selbst nahe politische Freunde - freilich: christliche Freunde wie Karlheinz Weißmann oder Dieter Stein - waren von Abscheu erfüllt, meinten, dass man sich kontraproduktiver nicht hätte äußern können. Björn Höcke selbst wich in einer rechtfertigenden Stellungnahme dazu in der Sachaussage zwar um keinen Zentimeter zurück - immerhin! Aber er entschuldigte sich quasi dafür, dass er falsch verstanden worden sei! Und führte die inhaltliche Debatte bis heute - wie alle anderen - nicht weiter.

Selbst so überlegte politische Freunde Björn Höckes in der AfD wie der Südtiroler Philosoph Dr. Marc Jongen von der Universität Karlsruhe äußern lieber ihre Sympathien für Rudolf Steiner (siehe Facebook), als dass sie Verständnis für Höcke's naturwissenschaftsnahes, evolutionäres Denken aufbringen können. Und Höckes politischer Freund Götz Kubitschek, der die Rede Höckes veröffentlicht hatte, zog die Veröffentlichung schnell zurück, sich dafür entschuldigend, dass er Höcke mit der Veröffentlichung keinen guten Dienst erwiesen habe (17).

Und niemand, niemand, niemand weit und breit führte die Debatte inhaltlich weiter. Niemand.

"Der Häscher der Selbstgerchten"


Außer uns. Und außer ganz wenigen Denkenden in Deutschland. Und außer des Wissenschaftsjournalisten Marcus Anhäuser (14) und jener wenigen, auf die er sich bezieht - - - und schließlich außer jemandem, der sich nennt "DerHäscherderSelbstgerechten", der dann von Kritikern so schön begrüßt wurde als "DerMitMartialischenNamenTanzt". Es handelt sich bei diesem "Häscher der Selbstgerechten" um einen Blogger, der sich "Genhorst" nennt. Dieser gab schon am 14. Dezember - allerdings bis heute wenig beachtet - den entscheidenden Kommentar zu allen öffentlichen Erörterungen rund um Björn Höckes evolutionäres Denken ab (Genhorst 14.12.2015) (13). Der Verfasser dieser Zeilen ist bislang der einzige gewesen, dem dieser Blogbeitrag "gefiel", und der ihn auf Facebook weiter geteilt hat. Und der ihn in Kommentaren bei Marcus Anhäuser dann weiter auswertete. Das soll nun auch hier noch einmal dokumentiert werden. Denn - wie gesagt - niemand innerhalb der gesamten "Qualitätspresse" weltweit griff bislang diesen Hinweis auf. Womit der Vorwurf Lügenpresse voll und ganz gerechtfertigt ist.

Was hatte "Der Häscher der Selbstgerechten getan"? Er hatte einfach ein Zitat aus dem Lehrbuch meines Doktorvaters gebracht, auf das ich selbst gar nicht gekommen war (- Asche über mein Haupt!):
Soziobiologe Eckart Voland schreibt dazu in seinem Standartwerk „Soziobiologie“ (Springer-Verlag Berlin, Auflage von 2013) im Abschnitt „Menschen sind flexible K-Strategen“ (S. 166).
Und dieses Zitat brachte er dann auch am 5. Februar 2016 in den Kommentaren bei Marcus Anhäuser. Eckart Voland schrieb da also schon 2013:
“Allein schon angesichts ihrer vergleichsweise geringen Fruchtbarkeit, langen Jugendentwicklung und beachtlichen Lebenserwartung rangieren Menschen weit auf der K-Seite des r/K-Gradienten. Allerdings lässt sich eine durchaus nennenswerte Variabilität, sowohl im Populationsvergleich als auch im interindividuellen Vergleich, innerhalb einer Population in Bezug auf lebensstrategische Parameter beobachten. Man denke nur an den Unterschied in der realisierten Fruchtbarkeit, wie sie in den westlichen Industriestaaten vorherrscht und nicht einmal zur bloßen Regeneration der Bevölkerung ausreicht […] Angesichts dieser Unterschiede hat sich schon früh die Frage gestellt, ob das Konzept von “r-” versus “K-Strategie”, das zwar zur Erklärung von genetisch weitgehend fixierten Artunterschieden entwickelt wurde, nicht sinngemäß auch menschliche Unterschiede zu erklären vermag. Schließlich beobachtet man Unterschiede in individuellen Lebensvollzügen, die analog zum “r/K-Konzept” unterschiedlich stark ausgeprägte Fluktuationen in den sozio-ökologischen Lebensbedingungen einschließlich unterschiedlicher extrinsischer Mortalitätsrisiken abbilden. Wenngleich Menschen also K-Strategen sind, sind sie das auch auf verschiedene Weise. Idealtypisch vereinfacht lassen sich eher “langsame” von “schnellen” Lebensverläufen unterscheiden, wobei die “Geschwindigkeit” des reproduktiven Verhaltens als konditionale und funktional-adaptive Antwort auf das Ausmaß individuell erfahrener Lebenssicherheit verstanden wird. […] Die Forschung zur Plastizität der K-Strategie des Menschen hat längst ihre ursprüngliche Domäne, nämlich die Darwinische Entwicklungspsychologie verlassen und strahlt weit in benachbarte Disziplinen aus, die – sei es mit demografischen, kulturvergleichenden oder anderen Methoden und Datensätzen – die Vielfalt der menschlichen Lebensverläufe mit einer einheitlichen evolutionären Theorie einzufangen versucht.”
Darauf schrieben wir noch am gleichen Tag in den Kommentaren:
Was “Genhorst” da gefunden hat, ist schlichtweg die definitive ENTSCHEIDUNG in dieser Debatte. Und dieses Zitat müsste, wenn wir es denn nicht mit einer Pinocchio-Presse zu tun hätten, durch die gesamte große Presse gehen. Die moderne Humansoziobiologie mit ihrem im deutschen Sprachraum prominentesten Vertreter sagt, dass Menschen r-Strategen sein können als “Antwort auf individuell erfahrene Lebenssicherheit” UND auf der Ebene von Populationen (von der in dem Zitat die Rede ist). In Afrika gibt es r-Strategie als Antwort auf individuell erfahrene Lebenssicherheit auf Populationsebene. (...) Den WISSENSSTAND hat Björn Höcke schlichtweg zu allergrößten Teilen korrekt wiedergegeben. Ob er die richtigen politischen Schlussfolgerungen daraus gezogen hat, ist damit nicht gesagt. Aber Pinocchio-Presse bleibt Pinocchio-Presse. Peter Sloterdijk spricht absolut korrekt von Lügenäther.
Ich übergehe hier einen längeren Abschnitt in der Diskussion bei Marcus Anhäuser, in der auf Einwände gegen unsere Auslegung dieses Zitats geantwortet wurde. Es wird eine Diskussion sein, die sehr lehrreich sein dürfte für manche, die noch weniger in naturwissenschaftsnahem Denken geschult sind. Bis zum 9. Februar hatte ich dann endlich herausgesucht, was hier tatsächlich inhaltlich zur Erörterung stand. Ich schrieb:
Habe jetzt das obige Voland-Zitat im Original rausgesucht und sehe, dass sich Voland bezieht bei den zitierten Aussagen auf diese Studie aus dem Jahr 2009: http://www.u.arizona.edu/~ajf/pdf/Ellis,%20Figueredo,%20Brumbach,%20&%20Schlomer%202009.pdf (Schade, dass man das hier alles selber machen muss und die “Qualitätspresse” weit und breit sich in Deutschland darum nicht kümmert.) Im Abstract dazu heißt es abschließend: “This review demonstrates the value of applying a multilevel evolutionary-developmental approach to the analysis of a central feature of human phenotypic variation.” Ohne das Ding jetzt weiter gelesen zu haben, entnehme ich jetzt mal dem Wort “multilevel approach”, dass ich mit meiner obigen “Interpretaton” des Voland-Zitates 100% richtig liege. Denn multilevel heißt: die genetische Ebene ist eben NICHT ausgeschlossen.

Bruce J. Ellis aus Tuscon/Arizona


Abb. 4: Eckart Voland - Soziobiologie, 2013, 4. Aufl.
Die Originalarbeit, auf die sich Voland bezog, ist glücklicherweise frei zugänglich und so konnte aus dieser gleich die entscheidenden Passagen herausgesucht werden (worauf es dann auch - bis heute - keine Einwände mehr gab ;) ). Bezugnehmend auf hier nicht dokumentierte Diskussionsabschnitte schrieb ich also:
Der eben genannte Artikel von 2009 raisonniert auf genau der gedanklichen Linie, die ich oben schon erläutert habe. Aber er geht noch erheblich weiter! Er erörtert sehr WOHL auch sehr konkret verhaltensgenetisch vorgegebene Häufigkeitsunterschiede zwischen MENSCHLICHEN Populationen weltweit. Insbesondere auf S. 228f wird dies anhand einer genetischen Anlage für ADHS erörtert, eine Anlage, deren 7-fache Sequenz bei Chinesen und Buschleuten gar nicht vorkommt, die aber in einigen Volksstämmen Südamerikas sehr häufig vorkommt und z. B. unter Europäern ebenfalls mitverantwortlich ist für dortiges “novelity seeking”, für Abenteuerlust, Risikofreude und ADHS. Und diese Steuerungssequenz korreliert nach älteren Studien (u.a. Harpending) mit Nomadenhaftigkeit und Wanderungsfreude. Und nun der von Voland zitierte Aufsatz zu solchen angeborenen Lebenslauf-Häufigkeits-Unterschieden zwischen menschlichen Populationen in Bezug auf diese Veranlagung (LH = Life history):
“Variation between and within human populations in LH strategies has also been linked to measured genetic variation. For example, the modal slow human LH strategy may be supported by the common 4R variant of the human dopamine receptor D4 (DRD4) gene. DRD4 regulates dopamine receptors in the brain, and variants of this gene have been linked to individual differences in such personality traits as extraversion and novelty-seeking (Ebstein 2006). The 4R allele was apparently the most common form of the DRD4 gene throughout human prehistory (Wang et al. 2004). Under conditions of environmental harshness and resource limitation, which are common in pre-agricultural foraging societies, biparental investment in offspring, durable pairbonds, and strong family ties and cooperation (i.e., slower LH strategies) are generally needed to survive and reproduce successfully (see Draper and Harpending 1988; Geary 2000; Rodseth and Novak 2000). Harpending and Cochran (2002) suggest that these ancestral conditions helped to maintain the 4R allele, which is associated with more riskaverse mating and social behavior.
Whereas the DRD4 4R allele appears to have emerged around a half-million years ago and is common in most geographical locations, the DRD4 7R allele, which is associated with more impulsive and risk-prone behavior, appears to have been selected for during the past 40,000–50,000 years and has a widely variable and nonrandom global distribution (Chen et al. 1999; Wang et al. 2004). Based on an analysis of this distribution, Chen et al. (1999) have argued that the 7R allele promotes migratory behavior, with bearers of 7R more likely to lead populations far from their ancient lands of origin (e.g., South American Indians, Pacific Islanders). An alternative explanation, however, proposed by Harpending and Cochran (2002), is that the 7R allele is favored by selection under conditions of surplus resources. In such luxuriant contexts, where offspring can be successful without intensive biparental investment (as is common in many agricultural and modern societies), higher levels of energetic, impulsive, and noncompliant behavior characteristic of male bearers of the 7R allele may facilitate fast sexual behavior and success in intrasexual competition (Harpending and Cochran 2002; Penke et al. 2007). Recent increases in the frequency of the 7R allele (Ding et al. 2002) are consistent with this hypothesis. In total, 7R bearers may not only be more likely to become propagules colonizing new environments (generating between-group variation in LH strategies) but may also employ faster LH strategies than 4R bearers in well-resourced, multiniche environments (supporting within-group variation in LH strategy).
In sum, there is much variation in LH strategies between different human populations (e.g., Rushton 2004; Walker et al. 2006b; Walker and Hamilton 2008). On the one hand, genetic polymorphisms, such as those at the DRD4 locus, are potentially relevant because they may account for meaningful cultural and individual variation in LH strategies. On the other hand, comparative data from small-scale human societies suggest that differences between populations in LH strategies are responsive to mortality rates. Much more work is needed, however, to delineate the potential evolutionary and developmental bases of such differences and their coordination with environmental conditions.”
In diesem Falle würden also, wenn ich es recht verstehe, Buschleute und Chinesen auf der “K-nahen” Seite stehen, während südamerikanische Indianerstämme und abenteuerlustige, risikofreudige Europäerinnen und Europäer auf der “r-nahen” Seite stehen, weil sie wechselnde Sexualpartner haben und/oder auch einen sonstigen risikofreudigeren Lebensstil haben. Man sieht, das Thema ist in jedem Fall komplex. Aber daher zu kommen und zu sagen, es sei grundsätzlich “Blödsinn” von dem Höcke, in Bezug auf angeborene Verhaltensunterschiede beim Menschen auf Populationsebene von r- und K-Strategie zu sprechen – DAS ist: Blödsinn. Denn die Forschung geht auch jenseits von Philippe Rushton auf diesem Gebiet weiter, jenseits eines Autors übrigens, der auch in der Studie von 2009 als ernstzunehmender zitiert wird.
Seit diese Zitate der Öffentlichkeit bekannt gegeben und ihr erläutert worden sind, ist die öffentliche Erörterung rund um das evolutionäre Denken von Björn Höcke schlichtweg entschieden. All die Kritiker auf dem Blog von Marcus Anhäuser, die sich zuvor immer wieder mit neuen Einwänden gemeldet hatten, blieben, nachdem diese Zitate gebracht worden waren, stumm. Wahrscheinlich reden sie sich damit heraus, dass ihnen die Diskussion zu lang geworden war und sie ihr gar nicht mehr gefolgt wären. Freu. Könnte man doch mal versuchen! ;)

Aber man möchte doch gerne wissen, wann endlich Qualitätsprese Qualitätsberichterstattung betreibt. Statt Hetzpresse und Verblödungspresse zu sein. (Derselbe Blogbeitrag wie dieser ist auf unserem parallelen genuinen Wissenschaftsblog eingestellt worden, wobei dort im Anhang noch einige speziellere, rein wissenschaftliche Erörterungen angestellt werden.)

Aktualisierung 12.7.2016: In einem ansonsten reichlich geistlosen "Bild"-Interview vom heutigen Tag (Bild, 12.7.2016) äußert sich Alexander Gauland auch zu den Rassismus-Vorwürfen gegenüber Björn Höcke und sagt, dass er sich mit genau dem Thema dieses Blogbeitrages schon genauer beschäftigt habe. Und er sagt der Sache nach genau das gleiche, was in diesem Blogbeitrag geschrieben wurde, nämlich dass in den USA über die Theorien rund um die r- und K-Strategien ganz normal wissenschaftlich geforscht würde. Das ist also inzwischen - entgegen der bisherigen Wahrnehmung dieses Blogs - auf der Führungsebene innerhalb der AfD angekommen. Und man mag diesen Umstand sehr "interessant" finden.
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ResearchBlogging.org
  1. Ellis BJ, Figueredo AJ, Brumbach BH, & Schlomer GL (2009). Fundamental Dimensions of Environmental Risk : The Impact of Harsh versus Unpredictable Environments on the Evolution and Development of Life History Strategies. Human nature (Hawthorne, N.Y.), 20 (2), 204-68 PMID: 25526958
  2. Voland, Eckart: Soziobiologie. Die Evolution von Kooperation und Konkurrenz. Springer-Verlag, Heidelberg u.a. 2013 (4. Auflage)
  3. Bading, Ingo: Ein Skandal der allerersten Güte. Das "Institut für Staatspolitik" in Schnellroda und sein geistig überaus schmalspuriges Auftreten. Auf: GA-j!, 12. Juli 2015
  4. Bading, Ingo: Rettet naturwissenschaftsnaher Katholizismus die europäischen Völker? Entwicklungen auf dem Internetblog "Projekt Ernstfall". GA-j!, 23. Juli 2015
  5. Bading, Ingo: "Eine Milliarde Katholiken gegen 200 Ludendorffer - viel Spaß in der Bataille". GA-j!, 28. Juli 2015
  6. Bading, Ingo: Verblödung auf der Internetseite Sezession. Katholische Rechtskonservative seit über 40 Jahren: "Gehe zurück auf Los und fange bei Null an". GA-j!, 15. August 2015
  7. Bading, Ingo: Alain de Benoist - Er hat "biologische Fragestellungen" "allzu sehr in den Vordergrund gestellt. GA-j!, 7.10.2015 
  8. Bading, Ingo: Alain de Benoist - Ein rechtskonservativer Hijacker. GA-j!, 11.10.2015
  9. Bading, Ingo: Lasst sie nicht abreißen! - Die kulturelle und genetische Tradition. Begreift Euch als Erben! Eine Lesehilfe zu Peter Sloterdijk's neuestem Buch "Die schrecklichen Kinder der Neuzeit" (2014). GA-j!, 15. Oktober 2015
  10. Albrecht, Jörg: Das Fremde und das Vertraute. In: FAS, 17.11.2015
  11. von Rauchhaupt, Ulf: Lewontins Fehlschluß. In: FAS, 17.11.2015
  12. Zastrow, Volker: Neue Rechte - Höckes Rassetheorie. In: FAZ, 20.12.2015
  13. Genhorst: Höckes r- und K-Strategen. Auf: Das Wesen - EvoDevoAnthro, 14. Dezember 2015, https://genhorst.wordpress.com/2015/12/14/hoeckes-r-und-k-strategen/
  14. Anhäuser, Marcus: Liebe Biologen, #Höcke wäre Eure Chance gewesen (Nachtrag 28.1.16). Auf Placeboalarm, 15. Dezember 2015, mit 105 Kommentaren, http://scienceblogs.de/plazeboalarm/index.php/liebe-biologen-hoecke-waere-eure-chance-gewesen/
  15. „Sonst endet die AfD als ‘Lega Ost’“ - Interview mit Karlheinz Weißmann. In: Junge Freiheit, 21.12.2015
  16. Hermsdorf, Daniel: Volksverhetzung durch angebliche #Rassismus-Kritik? Filmdenken, 21.12.2015
  17. Bading, Ingo: Björn Höckes evolutionäres Denken Mangelndes Vertrauen in die Aufklärungs- und Humanisierungsfähigkeit moderner Wissensgesellschaften Oder: Warum die Öffentlichkeit ständig geistig und moralisch unterfordert wird. Auf: Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!, 10. Januar 2016, http://studgenpol.blogspot.de/2015/12/die-debatte-um-bjorn-hockes.html
  18. Brynja Adam-Radmanic: Hat Höcke recht, aber wir dürfen es nicht sagen? - Ein Fakten-Check mit Anleitung zur Verhinderung totalitären Denkens. Auf: Wissensküche, 15. Dezember 2015 (mit 126 Kommentaren), http://wissenskueche.de/2015/12/hat-hoecke-recht-aber-wir-duerfen-es-nicht-sagen-ein-fakten-check-mit-anleitung-zur-verhinderung-totalitaeren-denkens/
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