Sonntag, 30. Oktober 2016

Politik im Fünfjahres-Rhythmus

2000 - 2005 - 2010 - 2015

Der Paradigmenwechsel in der Evolutionären Anthropologie seit den Jahren 1994 und 2000 und die Antwort der Globalisierungs-Mafia darauf

2000

Im Jahr 2000 wurde die vollständige Sequenzierung des menschlichen Genoms durch den US-amerikanischen Präsidenten Bill Clinton and den britischen Premierminister Tony Blair verkündet (Wiki). In den nächsten fünf Jahren wurde Wissenschaftsbeobachtern klar, dass damit ein Paradigmenwechsel in der Evolutionären Anthropologie verbunden war. Grob gesagt: Die genetischen Häufigkeitsunterschiede zwischen den Völkern und Rassen im kodierenden Genom wurden nun für alle - für Wissenschaftler und Öffentlichkeit - allzu deutlich sichtbar und konkret benennbar.

Ein enger Mitarbeiter des langjährig prominenten Humangenetikers Luigi Luca Cavalli-Sforza beeilte sich deshalb auch, die langjährige ideologisch bestimmte Interpretation humangenetischer Forschung richtigzustellen unter dem Titel "Lewontins Fallacy" (2003). Richard Dawkins nahm früh den Faden der Diskussion auf in seinem Buch "The Ancestors Tale" (2004). Und viele andere folgten. Allerdings drang das Wissen um diesen Paradigmenwechsel nicht in die große Öffentlichkeit und selbst Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten bemühen sich bis heute hartnäckig, ihn zu übersehen, ihn zu beschweigen oder mit billiger Rhethorik zu zerreden. Angeblich um "der guten Sache willen".

2005

Zahlreiche Wissenschaftler auch innerhalb des aschkenasischen Judentums beließen es allerdings nicht bei bloßer Rhethorik. Im Jahr 2005 erschien die bahnbrechende Studie "Natural History of Ashkenazi Intelligence" (Wiki). Sie wurde an prominenter Stelle besprochen sofort nach Erscheinen in der größten Tageszeitung der Welt, in "The New York Times", sowie in "The Economist". Sodann wurde sie zustimmend kommentiert von zahlreichen jüdischen Journalisten und prominenten Vertreten des Judentums weltweit (so auch vom Leiter der Anti-Defamation-League Ted Foxman oder von Deborah Lipstadt, vom vormaligen Bürgermeister von New York und so weiter). Auch in deutscher Sprache griffen einige jüdische Journalisten dieses Thema auf, all dies blieb aber für das große (nichtjüdische, wissenschaftsferne) Publikum zumeist ganz unbemerkt.

Im Jahr 2006 stellte der bekannte jüdische Evolutionäre Anthropologe Steven Pinker die jährliche Frage der Internetseite "The Edge", er formulierte sie folgendermaßen (The Edge):
Was ist Ihre gefährlichste Idee?
What is your dangerous idea?
Seine eigene Antwort lautete (s. The Edge; interessanterweise ist zur Zeit seine Autorschaft zu dieser Antwort auf der Seite selbst nicht mehr kenntlich gemacht!):
Menschengruppen könnten sich genetisch in ihren durchschnittlichen Begabungen und Charaktereigenschaften unterscheiden.
Im Jahr 2005 gab es verschiedene Veröffentlichungen über etwas, von dem ich voraussagen will, dass es die gefährlichste Idee des nächsten Jahrzehnts ist: das Menschengruppen sich genetisch in ihren durchschnittlichen Begabungen und Charaktereigenschaften unterscheiden könnten.
Im Original sei dies noch etwas ausführlicher zitiert:
Groups of people may differ genetically in their average talents and temperaments
The year 2005 saw several public appearances of what will I predict will become the dangerous idea of the next decade: that groups of people may differ genetically in their average talents and temperaments. (...)
In March, developmental biologist Armand Leroi published an op-ed in the New York Times rebutting the conventional wisdom that race does not exist. (The conventional wisdom is coming to be known as Lewontin's Fallacy: that because most genes may be found in all human groups, the groups don't differ at all. But patterns of correlation among genes do differ between groups, and different clusters of correlated genes correspond well to the major races labeled by common sense.)
In June, the Times reported a forthcoming study by physicist Greg Cochran, anthropologist Jason Hardy, and population geneticist Henry Harpending proposing that Ashkenazi Jews have been biologically selected for high intelligence, and that their well-documented genetic diseases are a by-product of this evolutionary history.
In September, political scientist Charles Murray published an article in Commentary reiterating his argument from The Bell Curve that average racial differences in intelligence are intractable and partly genetic.

2010

... Wo unsere Welt anonym gestaltet wird ...
Im Jahr 2010 startete man einen Versuchsballon, als wie gefährlich sich diese Idee nun wirklich in den zehn Jahren seit 2005 herausstellen würde. Man ließ Thilo Sarrazin über diese Idee einige Bemerkungen machen in seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" (Wiki). Und man ließ darüber in Deutschland eine große Debatte entbrennen, in dem man das Buch im Vorabdruck in der Bild-Zeitung veröffentlichte.

Der Verlauf der Debatte beruhigte die Globalisierungs-Mafia. Man erkannte: Man kann die emotionalen Wellen ruhig hochschlagen lassen, man behält trotzdem alles im Griff. Kaum ein führender deutscher Intellektueller führte die Debatte um die "gefährlichste Idee" auf wissenschaftlichem Niveau weiter, noch nicht einmal Peter Sloterdijk, der nach seinen Erfahrungen rund um seinen Vortrag "Regeln für den Menschenpark" wohl schon genug eingeschüchtert war was Umgang mit gefährlichen Ideen betrifft. Man konnte das auch noch fünf weitere Jahre beobachten, ohne dass irgend etwas Weltbewegendes, sprich, für sie Gefährliches geschah.

2015

Nachdem man mit der Gründung der Partei "Alternative für Deutschland" (Wiki) im Frühjahr 2013, mit der Gründung der außerparlamentarischen Opposition "Pegida" (Wiki) im Herbst 2014 und mit der semi-völkischen Ausrichtung der ersteren im Sommer 2015 von langer Hand vorbereitet hatte, dass man eine von der Globalisierungsmafia tolerierbare Oppositionsbewegung würde im Griff behalten können, selbst dann, wenn sie sich semi-völkisch positionieren würde - und das war möglich, so lange sie nicht einwandfrei naturwissenschaftsnah argumentierte - ließ man im Frühherbst 2015 den Flüchtlingsstrom auf Deutschland los (Wiki). Hei, was war die Globalisierungs-Mafia so fröhlich, als ihr das alles so rundum gelang! Heia, hussassa!

2000 - 2005 - 2010 - 2015. Ihr Deutschen und ihr anderen Völker der Nordhalbkugel - soll es immer so weiter gehen? Stimmungsmache der Völker gegeneinander? Ermöglicht durch Übersehen des erreichten Standes hinsichtlich des naturwissenschaftnahen Welt- und Menschenbildes?

Dienstag, 25. Oktober 2016

Bolschewisierung Osteuropas - Ernst Jünger wusste schon 1939 um dieses freimaurerische Kriegsziel

Der Roman "Auf den Mamorklippen" munkelt im Jahr 1939 viel über die Kriegsziel-Planung der westlichen Alliierten und - natürlich - der 1939 weiter bestehenden deutschen Freimaurerei (etwa im Umfeld des Admirals Canaris und seiner Leute)

Wie ich in meiner Magisterarbeit (3) dargelegt habe, hat es Planungen zur Bolschewisierung Osteuropas und zur Zweiteilung Europas und Deutschlands entlang der Elbe unter Vertreibung der Deutschen östlich der Oder etwa seit 1937 in den USA (William Bullitt) und in Großbritannien gegeben. Dass 1939 auch Ernst Jünger (1895-1998) und wohl auch sein Bruder Friedrich Georg Jünger (1898-1977) in diese Pläne eingeweiht waren, zeigt allzu deutlich sein Roman "Auf den Mamorklippen". Nachdem Alexander Benesch auf den Autor Guido Giacomo Preparata und sein Buch "Wer Hitler mächtig machte", hingewiesen hat (1, 2), fällt uns in diesem Buch unter anderem die darin enthaltene Deutung des Romanes "Auf den Mamorklippen" von Ernst Jünger auf. Sie gibt erste Anhaltspunkte dazu, wie eigentlich sein Roman "Auf den Mamorklippen" zu lesen ist. Hat man diese ersten Anhaltspunkte erst einmal zur Kenntnis genommen, ist die vollständige Entschlüsselung dieses Romans nicht mehr schwer. Ob der US-Italiener Guido Giacomo Preparata (geb. 1968) (Wiki) der erste war, der mit einer solchen Deutung begonnen hat, ist nicht ganz klar. Er bewegt sich jedenfalls im akademischen Bereich, vergleichbar in etwa mit dem Schweizer Daniele Ganser (geb. 1972) (Wiki). Über Preparata heißt es etwa auf Wikipedia:
Seine Hypothesen ähneln stellenweise dem Denken von Antony C. Sutton und Carroll Quigley. Ernst Jüngers „Auf den Marmorklippen“ deutet er nicht als Werk versteckten Widerstandes, sondern im Gegenteil als Allegorie auf den kommenden Krieg gegen Josef Stalin und das bolschewistische Russland.
Abb: Jevgenij Kulikov (Bildhauer): Ernst Jünger, 1994
Fotograf: Hoibo [CC BY-SA 4.0]
über Wikimedia Commons
Nun, fast richtig, aber nicht ganz richtig. Denn in dem von Freimaurern und Katholisch-Gesinnten durchsetzten deutschen Widerstand standen keineswegs alle Beteiligten für das "Gegenteil", sondern einflussreiche Kräfte um Wilhelm Canaris, Reinhard Gehlen, Alexis von Roenne - vermutlich auch Martin Bormann - arbeiteten offensichtlich ebenfalls auf diese Bolschewisierung Osteuropas hin.

Jedenfalls gehört in diesen Zusammenhang auch, dass Jünger die Niederschrift des Romans am 28. Juli 1939 beendete (s. Helmut Kiesel). Zwei Tage zuvor, am 26. Juli, hatte der deutsche Legationsrat Karl Schnurre dem sowjetischen Botschaftsrat Astachow die deutsche Bereitschaft zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt gegeben (Wiki). Jüngers Buch erschien dann nach Kriegsausbruch im Spätherbst 1939, als sowohl Deutschland wie die Sowjetunion ihren Machtbereich territorial erweiterten.

Wenn man den Roman von Ernst Jünger aber nun aus dieser neuen Perspektive liest, dann weiß man auch, dass Jünger - wie die führenden westliche Planer (3) - den künftigen Kriegsablauf und das künftige Kriegsende mit der Bolschewisierung Osteuropas, der Ermordung von 2,5 Millionen Ostdeutschen und der Vertreibung von 15 Millionen Deutschen aus Ostmitteleuropa sehr klar voraus gewusst hat und dementsprechend sehr detailliert schildern konnte. Also natürlich voraus gewusst hat, nicht nur geahnt hat. Denn dafür sind seine Voraussagen in vielen Details viel zu genau und treffend.

1914 - "Die Luft der Freimaurerei, die von Grund auf böse war"

Die beiden Brüder Jünger hatten Teile ihrer Jugend vor 1914 in Hannover verbracht. Und sie waren vermutlich schon vor 1914 Freimaurer geworden. Diese werden in dem auffallend autobiographisch gefärbten Roman "Mauretanier" genannt. Wer hätte das vor 1914 anderes sein können als die Freimaurer? Es dürfte deshalb lohnend sein, einmal zusammen zu tragen, wer in der Freimaurerei Hannovers damals eine Rolle gespielt hat. Hannover war unter anderem auch der Lebensmittelpunkt von Paul von Hindenburg und natürlich zahlreicher anderer "alter Herren" der konservativen (und verborgen: freimaurerisch-revolutionären) Eliten.

Zentral zum Verständnis seines Romans ist eine Figur, die Ernst Jünger den "Oberförster" nennt. Er beschreibt diese Figur als ein leitendes Mitglied seiner Freimaurerloge, das offenbar rechtskonservativen Adelskreisen angehört, das aber im künftig voraus gewussten Krieg als leitende Figur auf Seiten der bolschewistischen Mordhorden kämpft und siegt und dann auch in den besiegten Städten mit seinem Mitarbeiter "Biedenhorn" die Polizeigewalt übernimmt. Unter diesen Figuren kann man sich natürlich viele Gestalten der Geschichte vorstellen, Nationalsozialisten, die bewusst das Vordringen des Kommunismus förderten (dies ist von Martin Bormann mit guten Argumenten angenommen worden), Gegner der Nationalsozialisten, die bewusst das Vordringen des Kommunismus förderten oder später auch Offiziere des "Nationalkommittes Freies Deutschland" um den General von Seydlitz. Ernst Jünger hatte ja auch gute Kontakte zur Stahlhelmführung, in der wohl die Mehrheit Freimaurer waren, und von denen viele wohl auch nach Hannover gravitierten. Unter all diesen gab es ja auch offen oder verdeckt agierende "Nationalbolschewisten".

Um so mehr wir über die Geschichte des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkrieges erfahren (auch hier auf dem Blog schon oft behandelt), um so mehr wird ja deutlich, wie viele Figuren es gegeben hat, die äußerlich auf der Seite des Dritten Reiches standen, innerlich und im Hintergrund aber auf eine Niederlage Deutschlands in diesem Krieg hinarbeiteten, eine Niederlage aber erst nach einem langen und erschöpfenden Krieg. So gibt es beispielsweise nicht nur hinsichtlich des Erfolges der westalliierten Invasion im Sommer 1944, sondern auch hinsichtlich des gleichzeitigen überraschend schnellen Zusammenbruchs der Heeresgruppe Mitte im Sommer 1944 im Osten deutliche Hinweise darauf, dass beides von Seiten der leitenden Figuren des deutschen Geheimdienstes vorbereitet und ermöglicht worden war, nämlich von Alexis von Roenne im Westen und von Reinhard Gehlen im Osten. Und auch Wilhelm Canaris ist offensichtlich in einem solchen Sinne tätig gewesen.

Leute, die Adolf Hitler schon vor 1933 nur als den "Eisbrecher" des Kommunismus in Mitteleuropa betrachtet haben, und die ihm in diesem Sinne zu Macht und zu Erfolg verholfen haben, kann man inzwischen sehr viele heranziehen, um sich eine solche merkwürdige Figur des Romans wie den "Oberförster" zu veranschaulichen. Am Schluss des Romans ist er tätig wie eine Art sowjetischer Kommissar, anfangs erhält man den Eindruck, es könnte jemand gemeint sein wie Paul von Hindenburg oder Alfred Hugenberg, bzw. natürlich noch ein höher Eingeweihter als diese beiden Politikdarsteller bei den Freimaurern (im Roman "Mauretanier" genannt) (alle Hervorhebungen im folgenden nicht im Original) (4):
Der Oberförster war uns seit langem als Alter Herr der Mauretania bekannt. Wir hatten ihn auf den Conventen oft gesehen und manche Nacht mit ihm beim Spiel gesessen und gezecht. Er zählte zu den Gestalten, die bei den Mauretaniern zugleich als große Herren angesehen und als ein wenig ridikül
(komisch, lächerlich, lachhaft)
empfunden werden - so wie man etwa einen alten Oberst der Landwehr-Kavallerie, der hin und wieder von seinen Gütern kommt, beim Regiment empfängt. (...) Damals empfand ich auch das Starre an seinem Wesen kaum als störend, denn alle Mauretanier nehmen im Lauf der Zeit den automatischen Charakter an. Vor allem in den Blicken tritt dieser Zug hervor. So lag auch in den Augen des Oberförsters, besonders wenn er lachte, der Schimmer einer fürchterlichen Jovialität.
Bei diesen "automatischen" freimaurerischen Charakteren darf man gerne an die freimaurerischen "Freiheitskämpfer", dargestellt an und in dem größten Freimaurertempel der Welt, nämlich dem Völkerschlachtdenkmal von Leipzig, denken (siehe andere Beiträge hier auf dem Blog). Zusammen mit seinem Bruder Friedrich Georg habe er die Mauretanier- (sprich Freimaurer-)Zeiten später als Irrtum erkannt. Nun aber dachte er 
an die Lage, in der wir uns befanden, als dieser Orden uns an sich zog. (...) Wir begannen, von Macht und Übermacht zu träumen. (...) Bei solcher Neigung war es unvermeidlich, daß Mauretanier sich uns näherten. Wir wurden durch den Capitano, der den großen Aufstand in den Iberischen Provinzen erledigt hatte, eingeführt.
Vielleicht handelte es sich um einen höheren Offizier, der 1900 den Boxeraufstand in China oder 1906 den Hereroaufstand in Südwestafrika oder der ähnliche Aufstände niederschlug. Jünger munkelt wissend weiter und an der Treffsicherheit, mit der er hier spricht, wird nur allzu schnell klar, dass er die Freimaurerei nicht nur "von außen" kennt:
Wer die Geschichte der geheimen Orden kennt, der weiß, daß sich ihr Umfang schwierig schätzen läßt. Desgleichen ist die Fruchtbarkeit bekannt, mit der sie Zweige und Kolonien bilden, so daß man, wenn man ihren Spuren folgt, sich bald in einem Labyrinth verliert. Das traf auch für die Mauretanier zu. Besonders seltsam war es für den Neuling, wenn er in ihren Räumen Angehörige von Gruppen, die sich tödlich haßten, im friedlichen Gespräche sah. Zu den Zielen der Mauretanier zählte auch die artistische Behandlung der Geschäfte dieser Welt. Sie verlangten, daß die Macht ganz ohne Leidenschaft und göttergleich gehandhabt würde, und entsprechend sandten ihre Schulen einen Schlag von klaren, freien und stets fürchterlichen Geistern aus. Gleichviel, ob sie innerhalb des Aufruhrs oder an der Ordnung tätig waren - wo sie siegten, siegten sie als Mauretanier, und das stolze „Semper victrix" dieses Ordens galt nicht seinen Gliedern, sondern seinem Haupte, der Doktrin. Mitten in der Zeit und ihren wilden Läufen stand er unerschütterlich, und in seinen Residenzen und Palästen setzte man den Fuß auf festen Grund.
Auffälligerweise wird auf dem Wikipedia-Artikel zu diesem Roman gar nicht erwähnt, dass dieser Roman in zentralen Handlungssträngen es mit "geheimen Orden" zu tun hat. Merkwürdig, nicht? Sollten die bisherigen Deuter und Interpreten des Romans diese Seite desselben völlig überschlagen haben? Jünger erlebte in der Loge das Herannahen des Ersten Weltkrieges folgendermaßen:
Bei den Mauretaniern aber herrschte unberührte Stille wie im Zentrum des Zyklons. Wenn man in den Abgrund stürzt, soll man die Dinge in dem letzten Grad der Klarheit wie durch überschärfte Gläser sehen. Diesen Blick, doch ohne Furcht, gewann man in der Luft der Mauretania, die von Grund auf böse war. (...) Seit jenen Tagen kannte ich die Grenzen, die dem Übermut gezogen sind, und vermied, den dunklen Saum der Forsten zu betreten, die der Alte seinen „Teutoburger Wald" zu nennen liebte, wie er überhaupt in vorgespielter, schlingenreicher Biederkeit ein Meister war.
Der Alte ist hier wieder der "Oberförster". Der Krieg wurde also - offensichtlich - ausgelöst, um zur Weltrevolution des Oberförsters zu kommen. Wahrlich eine Luft, die von Grund auf böse war.

Der Bolschewismus - Die Frucht des Ersten Weltkrieges

Dann wächst - während des Ersten Weltkrieges und danach - die Macht des Bolschewismus in Osteuropa und in Deutschland, und zwar unterschwellig genährt von dem freimaurerischen "Oberförster", weshalb man sich bei diesem auch jemanden wie den Grafen Brockdorf-Ranzau vorstellen könnte, der als deutscher Botschafter in Dänemark für die Finanzierung der bolschewistischen Revolution in Petersburg mitverantwortlich war und der 1917 dafür sorgte, dass Lenin von der Schweiz nach Rußland reisen konnte. Über einen solchen freimaurerischen "Oberförster" schreibt Ernst Jünger jedenfalls:
Gerade hierin lag ein meisterhafter Zug des Oberförsters: er gab die Furcht in kleinen Dosen ein, die er allmählich steigerte, und deren Ziel die Lähmung des Widerstandes war. Die Rolle, die er in diesen Wirren, die sehr fein in seinen Wäldern ausgesponnen wurden, spielte, war die der Ordnungsmacht, denn während seine niederen Agenten, die in den Hirtenbünden saßen
also: unter den Kommunisten
den Stoff der Anarchie vermehrten, drangen die Eingeweihten in die Ämter und Magistrate, ja selbst in Klöster ein, und wurden dort als starke Geister, die den Pöbel zu Paaren treiben würden, angesehen. So glich der Oberförster einem bösen Arzte, der zunächst das Leiden fördert, um sodann dem Kranken die Schnitte zuzufügen, die er im Sinne hat.
Der Widerstand (gegen den Kommunismus) soll also allmählich gelähmt werden. Wenn Ernst Jünger das 1939 schreiben konnte, dann wusste er auch, dass das Dritte Reich - aus der Sicht solcher Oberförster - dazu diente, in der richtigen "Dosierung" den Widerstand gegen den Bolschewismus zu lähmen. Und genau das ist ja die Geschichte des 30-jährigen Krieges von 1914 bis 1945. Bei diesem "Oberförster" könnte man also auch an Menschen denken wie den Admiral Canaris, an Martin Bormann, an Freimaurer und Katholisch-Gesinnte jedenfalls, die die "weltgeschichtliche Rolle", die der Kommunismus zu spielen hatte, kannten: nämlich die bürgerliche Welt zu zerstören im Dienste der weltweiten Globalisierung und Versklavung der Völker.

1925 - Ernst Jünger lässt seine Freimaurermitgliedschaft "ruhen" (angeblich)

Sieben Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges - also 1925, als er dazu ausersehen wurde, eine Bewegung wie die "Neuen Nationalisten" hervorzurufen, will Ernst Jünger in die "Feierzunft" der Freimaurerei versetzt worden sei, sprich, seine Mitgliedschaft in dieser ruhen gelassen haben:
Wir kamen bei den Mauretaniern um ehrenvollen Abschied ein und wurden mit dem schwarz-rot-schwarzen Bande in die Feierzunft versetzt. 
Ein kleiner Scherz des Ernst Jünger. Bekanntlich kann man aus der Freimaurerei sich nicht "verabschieden", man bleibt immer Mitglied. Und gewiss wird - so wissend wie Ernst Jünger ständig geredet und geschrieben hat, er nicht nur Johannisfreimaurer, sondern Hochgradfreimaurer geworden sein. Auch achte man auf "sieben" Jahre. Dieser Siebenjahres-Zyklus spielt ja auch im Leben des Anthroposophen Otto Schily so seine Rolle und im Denken so manches anderen Okkultgläubigen. Aber lassen wir dem Ernst Jünger einmal diesen Scherz durchgehen, wenn er fortsetzt:
In diesem Orden hoch emporzusteigen, hatte es uns wohl nicht an Mut und Urteilskraft gefehlt. Doch war die Gabe uns versagt geblieben, auf das Leiden der Schwachen und Namenlosen herabzusehen, wie man vom Senatoren-Sitze in die Arena blickt.
Dieser Scherz ist schon ein etwas heftigerer. Das möchte er zwar vielleicht sich und den Lesern einreden. So musste er ja auch schreiben, schließlich war die Freimaurerei 1939 - offiziell - verboten. Da tat eine gewisse Distanzierung not. Aber natürlich nur eine gewisse. Tatsächlich nämlich schreibt Ernst Jünger fast durchgängig genauso so wie er es hier charakterisiert hat: "wie vom Senatoren-Sitze in die Arena" hinabblickend, so wurde er auch von unzähligen anderen Lesern schon empfunden. Diese Gabe ist ihm also keineswegs "versagt geblieben", nein, er lebte sie schlicht ein Leben lang. Nun, das ist dann eben so die "Logik" von Freimaurern und sonstigen Eingeweihten. Man behaupte nur dreist, wie man gesehen werden möchte - es werden schon genug glauben. So verdammt ja auch E. R. Carmin in "Das Schwarze Reich" jene "Zombifizierung der Politik", die er in diesem Buch letztlich nur wissend glorifiziert. Und um solche Trickserei nicht gar zu schwer entschlüsselbar zu machen, folgt denn auch bei Ernst Jünger gleich wieder eine Verteidigung der Freimaurerei:
Wie aber, wenn die Schwachen das Gesetz verkennen, und so in der Verblendung mit eigener Hand die Riegel öffnen, die zu ihrem Schütze geschlossen sind? So konnten wir auch die Mauretanier nicht durchaus tadeln, denn tief war Recht und Unrecht nun vermischt; die Festen wankten, und die Zeit war für die Fürchterlichen reif. Die Menschen-Ordnung gleicht dem Kosmos darin, daß sie von Zeit zu Zeiten, um sich von neuem zu gebären, ins Feuer tauchen muß.
Nein, die Freimaurer sind nicht schuld, dass die "Schwachen" mit "eigener Hand" die Riegel öffneten. Wie sollten sie denn auch! Haben Sie noch nicht genug, lieber Leser? Der Autor kann Ihnen versichern: dieser Artikel wurde nicht an einem Tag verfasst. Zwischen dem ersten Entwurf und der abschließenden Bearbeitung lagen mehrere Wochen. Zu doof kommt einem der ganze Inhalt dieses Romanes vor.

1927 oder 1928 übrigens sprach Erich Ludendorff Ernst Jünger persönlich an auf seinen Kampf gegen die Freimaurerei (wie Jünger irgendwo berichtet). Ludendorff versuchte, Ernst Jünger auf seine Seite zu ziehen. Dafür hatte Jünger zwar nur ein müdes Lächeln. Aber vielleicht waren es auch solche Anlässe, die ihn seine Freimaurermitgliedschaft "ruhen" ließen. Unter Rechtskonservativen und Völkischen hatte man damals mit einer Freimaurermitgliedschaft nicht mehr gar so viel Ansehen.

Ein lebender Leichnam Loyolas warnt und schützt Ernst Jünger wiederholt vor persönlichen Gefahren

Ernst Jünger ist ja noch kurz vor seinem Tod zum Katholizismus übergetreten. Wie bei vielen Elitären - etwa auch Hermann Hesse - fließen bei Enrst Jünger Freimaurerei und der in Orden gegossene Katholizismus fast übergangslos ineinander. Und so wandte er sich denn einem Jesuiten oder führenden Katholiken zu, nachdem er seine Freimaurermitgliedschaft ruhen ließ. Im Roman besteht eine gute Freundschaft zu einem Mönch, einem einflußreichen Kleriker in Deutschland. Ganz offensichtlich soll ein Jesuit dargestellt werden, ein "lebender Leichnam":
Wir fanden in Pater Lampros einen Mann, der etwa fünfzig Jahre zählen mochte, von mittlerer Gestalt und feinem Gliederbau. Als wir ihm nähertraten, faßte uns ein Bangen, denn Gesicht und Hände dieses Mönches kamen uns ungewöhnlich und befremdend vor. Es schien, wenn ich es sagen soll, als ob sie einem Leichnam angehörten, und es war schwer zu glauben, daß Blut und Leben sich darin befand. Sie waren wie aus zartem Wachs gebildet - so kam es, daß das Mienenspiel nur langsam an die Oberfläche drang und mehr im Schimmer als in den Zügen des Gesichtes lag. Auch wirkte es seltsam starr und zeichenhaft, wenn er, wie er es liebte, während des Gespräches die Hand erhob. Und dennoch webte in diesem Körper eine Art von feiner Leichtigkeit, die in ihn eingezogen war gleich einem Atem-Hauche, der ein Puppenbild belebt. Auch fehlte es ihm nicht an Heiterkeit.
Der letzte Satz darf natürlich nicht fehlen zu dem kaffkaesken Bild, das Ernst Jünger hier wieder einmal über die Hintergrundpolitik des 20. Jahrhunderts zu geben weiß, hier und auch sonst. Vielleicht soll hier der Nuntius Pacelli dargestellt sein, der sich ja auch gut mit dem rechtskonservativen bayerischen Thronfolger Kronprinz Rupprecht und der ganzen bayerischen Königsfamilie bestens verstand. Wozu jedenfalls auch das folgende passen könnte:
Sein Grundsatz war, daß jede Theorie in der Natur-Geschichte einen Beitrag zur Genesis bedeute, weil der Menschengeist in jedem Alter die Schöpfung von neuem concipiere - und daß in jeder Deutung nicht mehr an Wahrheit lebe als in einem Blatte, das sich entfaltet und gar bald vergeht.
Und weiter:
Wir durften die Muße, die uns Pater Lampros schenkte, um so höher schätzen, als sein Name bei den Christen in hohem Ansehn stand, und viele, die Rat und Trost erhofften, sich ihm näherten. Doch liebten ihn auch solche, die an den Zwölf Göttern hingen, oder die aus dem Norden stammten, wo man die Äsen in weiten Hallen und umzäunten Hainen ehrt. 
Gemeint sind also die Neuheiden oder jene, die äußerlich so taten, als wären sie Neuheiden, also etwa jemand wie Friedrich Hielscher:
Auch ihnen, wenn sie zu ihm kamen, spendete der Pater aus der gleichen Kraft, doch nicht in priesterlicher Form. Oft nannte Bruder Otho, der viele Tempel und Mysterien kannte, es an diesem Geiste das Wundersame, daß er so hohe Grade der Erkenntnis mit der strikten Regel zu vereinigen verstand.
Wahrlich "wunderbar"!!!! Und weiter:
Bei dem Vertrauen, das alle Kräfte, die an der Marina (sprich: in Deutschland) wirkten, dem Pater Lampros zollten, war er in den Gang der Dinge vollkommen eingeweiht. Er übersah das Spiel, das dort getrieben wurde, wohl besser als jeder andere.
Und:
Wir fragten uns zuweilen, ob die Verderbnis ihm schon zu weit fortgeschritten scheine, um sie zu heilen; oder ob Bescheidenheit und Stolz ihn hinderten, im Streite der Parteien aufzutreten, sei es in Worten, sei es mit der Tat. Doch traf wohl Bruder Otho den Zusammenhang am besten, wenn er sagte, daß für Naturen wie die seine die Zerstörung des Schrecklichen entbehre, und sie geschaffen seien, in die hohen Grade des Feuers einzutreten wie durch Portale in das Vaterhaus.
Nein, ein Satanist hat das gewiss nicht geschrieben ... Und er spricht auch nicht von einem Satanisten. Und so macht man es in Geheimgesellschaften, wenn alles dem Feuer ausgeliefert werden soll, aber gewiss nicht die engsten Mitarbeiter und Freunde:
Wie dem auch sei - wenn Pater Lampros die Sicherheit für sich verschmähte, so zeigte er sich doch getreu um uns besorgt. Oft kamen seine Zettel (...) und mahnten uns, (...) auf Exkursion zu gehn. Wir ahnten dann, daß er uns zu bestimmter Stunde an entferntem Orte wissen wollte, und handelten danach. Er mochte diese Form wohl wählen, weil er vieles unter Siegeln, die unverletzlich sind, erfuhr.
Also, sie waren wieder bei einem "Mauretanier", nur diesmal im christlichen und Mönchs-Gewand. Sie hatten sich von Geheimgesellschaften gar nicht "verabschiedet". Wir ahnten es ja schon. Und diese Zettel scheint Ernst Jünger auch viele zwischen 1939 und 1945 erhalten zu haben, er scheint auf manche "Exkursionen" nach Paris und anderwärts gesandt worden zu sein, die ihn vor allzu großer Frontnähe in Sicherheit brachten.

Dann berichtet Ernst Jünger von Versuchungen, sich vor 1933 auf die Seite Adolf Hitlers zu schlagen. Aber der Rat des genannten lebenden Leichnams bewahrte sie vor dieser Versuchung. Es gab aber auch, so nennt es Jünger, "schwache Tage":
Doch sollen wir auch jene nicht verschweigen, in denen das Niedere über uns Gewalt gewann. In unseren schwachen Stunden erscheint uns die Vernichtung in schrecklicher Gestalt, wie jene Bilder, die man in den Tempeln der Rache-Götter sieht.
In unseren "schwachen Stunden". Wenn man also nicht vom Senator-Sitz aus in die Arena blickte. Es wird an solchen Stellen deutlich wie tief Ernst Jünger vom satanistischen Denken durchtränkt gewesen sein muss: Der Schrecken verliert seine Schrecken, wenn man nur seinen Standpunkt hoch genug wählt, wenn man zu den - angelich - "Starken" gehört. Hier ist er ganz dicht bei Friedrich Hielscher, der exakt genauso geschwafelt hat. Dann wird geschildert, wie der Bolschewismus näher und näher kommt mit Grausamkeiten und Vernichtungen aller Art. Dabei kann natürlich berücksichtigt sein, dass Ernst Jünger auch den Faschismus als eine Art Bolschewismus verstanden wissen können wollte. Aber natürlich wusste er 1939, dass noch viel mehr "Bolschewismus" über Europa kommen würde, als bis dahin über Europa gekommen war.

1939 - Diskussionen in Logen und Orden rund um einen Morgenthau-Plan

Der weitere Handlungsablauf wird dann eher Zukunftsprognose. Da kommt - kurz vor Kriegsende 1945 - ein adliger Freimaurer (sprich "Mauretanier") mit dem Namen Braquemart zu Besuch auf die Mamorklippen am Bodensee (wo die Jünger-Brüder 1939 wohnten, und den den autobiographischen Bezugspunkt im Roman darstellt):
Er  war der Meinung, daß es auf Erden seit Anbeginn  zwei Rassen gebe, die Herren und die Knechte, und  daß im Lauf der Zeiten zwischen ihnen Vermischung eingetreten sei. In dieser Hinsicht war er ein  Schüler vom alten Pulverkopf und forderte wie dieser die neue Sonderung.
Mit dem "alten Pulverkopf" ist natürlich der Oberförster gemeint. Auch hier ist wieder Friedrich Hielscher ganz nah. Braquemart träumt von dem alten Ägypten, einem Idealstaat der Freimaurer:
Auch ließ  er den längst versiegten Strom die Schiffe mit den Purpurdecks hinunterfahren; man sah die hundert Ruder mit insektenhaftem Regelmaß ins Wasser tauchen und hörte den Klang der Becken und der Geißel, die auf den Rücken der unglückseligen Galeeren-Sklaven fiel. Das waren Bilder für Braquemart. Er zählte zum Schlage der konkreten Träumer, der sehr gefährlich ist.
Und weiter lässt sich Jünger aus über einen damaligen inneren Konflikt unter den Freimaurern, nämlich einen solchen zwischen "Nihilisten" und "Anarchisten", zwischen den Plänen des freimaurerischen "Oberförsters" und den Plänen des freimaureischen Braquemart für die Zukunft Deutschlands ("Marina"). Wenn man diese Gedanken zu Ende denkt, schwant einem, was für Ungeheuerlichkeiten damals die freimaurerischen Logen und katholischen Orden auch in Deutschland ausbrüteten. Es werden hier die Diskussionen geführt, wie sie nur wenige Jahre später rund um den "Morgenthau-Plan" und vergleichbare Pläne vor allem in den USA geführt wurden:
Darin bestand jedoch Verschiedenheit insofern, als der Alte die Marina mit wilden Bestien  zu bevölkern im Sinne hatte, indessen Braquemart sie als den Boden für Sklaven und für Sklaven-Heere betrachtete. Es drehte sich dabei im Grunde um einen der inneren Konflikte unter Mauretaniern, den hier in seinen Einzelheiten zu beschreiben nicht  tunlich ist.
Allerdings: "nicht tunlich", den Nazis schon im Jahr 1939 die Zukunft Deuschlands so konkret voraus zu sagen. Für das Deutschland östlich der Oder, des Bayerischen Waldes und der Karwanken setzten sich die Pläne des "Oberförsters" durch (Entvölkerung), für das verbliebene Deutschland die Pläne Braquemarts (Sklaverei mit der Peitsche des Kapitalismus links, Sklaverei mit der Peitsche des Sozialismus rechts der Elbe). Schöne "Arbeitsteilung" und Dreiteilung Deutschlands. Und weiter über Braquemart wieder so recht freimaurerisch-satanistisch:
Auch faßte er wie alle seinesgleichen das Leben als ein Uhrwerk auf, und so erblickte er in Gewalt und Schrecken die Antriebs-Räder der Lebensuhr.
Ernst Jünger spricht ganz wie ein viel wissender Okkultgläubiger:
Vor der Entscheidung treffen sich die Geister wie die Ärzte am Krankenbett. Der eine möchte zum Messer greifen, der  andere will den Kranken schonen, und der Dritte sinnt auf Mittel von besonderer Art. Doch was sind Menschenrat und -wille, wenn in den Sternen schon der Untergang beschlossen liegt?
Womit dann abschließend die Astrologiegläubigkeit des Herrn Jünger zu Tage tritt. Logen- und Ordensgespräche kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

Einige Details des Infernos von 1945 sehr präzise im Voraus geschildert

Dieser Freimaurer Braquemart zieht mit einem freimaurerischen Begleiter in die Schlacht mit dem freimaurerischen, bolschewistischen Oberförster und wird von dem Lumpenpack des Oberförsters gelyncht. Also einmal erneut wie in der im Freimaurerdenkmal für die Völkerschlacht von Leipzig von 1813 zelebriert: Freimaurer gegen Freimaurer. Die Köpfe der beiden Freimaurer, mit denen die Jünger-Brüder noch kurz zuvor Freimaurergespräche geführt hatten, werden von den bolschewistischen Horden auf Spieße gesteckt. Man möge sich vielleicht an die Leiche Mussolinis im Jahr 1945 erinnern. Ernst Jünger erfasst Begeisterung beim Anblick dieser beiden aufgespießten Köpfe:
Ich fühlte (...) die Tränen mir in  die Augen schießen - doch jene Tränen, in welchen mit der Trauer uns herrlich die Begeisterung ergreift. Auf dieser bleichen Maske, von der die abgeschundene Haut in Fetzen herunterhing, und die aus der Erhöhung am Marterpfahle auf die Feuer herniederblickte, spielte der Schatten eines Lächelns von höchster Süße und Heiterkeit, und ich erriet, wie von dem hohen Menschen an diesem Tage Schritt für Schritt die Schwäche abgefallen war - so wie die Lumpen von einem König, der als Bettler verkleidet ging.
So also haben Freimaurer und Ordensnahe ihre - - - "notwendigen" "Opfertode" im Zweiten Weltkrieg gefeiert oder feiern lassen. Man mag auch denken an die noch kurz vor Kriegsende erschossenen Eingeweihten Wilhelm Canaris oder Albrecht Haushofer. Bei der Schilderung des Todes des Begleiters des Freimaurers Braquemart darf man dann gerne an Adolf Hitler, Joseph Goebbels, Heinrich Himmler oder Hermann Göring denken und sich dabei fragen: Woher hatten die ihre Ideen? Ernst Jünger 1939:
Ich erriet, daß er zur rechten Zeit die Pille eingenommen hatte, die jeder Mauretanier am Körper führt. Es ist dies eine Kapsel aus buntem Glase, die man zumeist im Ringe und in den Augenblicken der Bedrohung im Munde führt. In dieser Haltung genügt ein Biß, die Kapsel zu zermalmen, in die ein Gift von ausgesuchter Wirkung eingeschlossen ist.
Das ist schon erstaunlich, dass der Jünger das so genau voraus wusste. Hatte man denn gar nichts dem Zufall überlassen? Aber Hitler hatte ja schon 1923 und 1932 über Selbstmord-Pläne nachgedacht und sich zu ihnen geäußert. Und auch für ihn stand ja vieles in den Sternen geschrieben. Da hier so präzise die Zukunft vorausgesagt wird, sei aber auch noch zitiert, was weiter dazu von Ernst Jünger ausgeführt wird:
Dies ist die Prozedur, die in der Mauretanier-Sprache als die Berufung an die dritte Instanz bezeichnet wird - entsprechend dem dritten Grade der Gewalt, und sie gehört zum Bilde, das man in diesem Orden von der Würde des Menschen hegt. Man hält die Würde durch den gefährdet, der niedere Gewalt erduldet; und man erwartet, daß jeder Mauretanier zu jeder Stunde zum tödlichen Appell gerüstet sei.
War das die Lehre, die auch Adolf Hitler früh von seinen "Artamanenbrüdern" gelehrt bekommen hatte? Man wundert sich ja schon ein wenig über die Einheitlichkeit der Todesart an der Spitze des Dritten Reiches. Solche "Selbstmord-Epidemien" wie in Deutschland im Frühjahr 1945 (5) hat es während oder nach dem Ersten Weltkrieg nicht gegeben. Kam sie 1945 wirklich aus heiterem Himmel? Oder hatten - - - Orden ein Losungswort ausgegeben?

Aus dem Inferno der Endtage des Zweiten Weltkrieges mit Totschlag, Raub und Morden, Vergewaltigungen, brandlohen Städten, vertriebenen Männern, Frauen und Kindern retten sich Ernst Jünger und sein Bruder nach England, das abgeschlagene Haupt desjenigen Freimaurers mit sich führend, der sich mit einer Giftkapsel das Leben genommen hatte. Dieses Haupt - vermutlich sinnbildlich eines Widerstandskämpfers gegen den Nationalsozialismus? oder gegen den Bolschewismus? oder gegen beide?, jedenfalls ein echter und rechter "Freimaurer" - sollte beim Wiederaufbau der zerstörten Dome in Deutschland in die Grundmauern eingemauert werden. Also auch schon an den freimaurerischen Wiederaufbau nach dem Krieg dachte Ernst Jünger 1939 ....

Soweit in einem ersten - vermutlich noch viel zu schnell dahin geschriebenen - Durchgang das, was man im dem Roman "Auf den Mamorklippen" finden und lesen kann. Jedenfalls, wahrlich "die Luft" war böse, aus der das alles kroch. Und wahrlich im letzten Teil eine sehr lebensnahe Prophetie. Ist es mehr? Nein. Bertold Brecht hatte schon recht, als er diesem Werk rundweg absprach, zu guter Literatur zu gehören. Es ist bestenfalls Logen-, bzw. Ordens-Literatur, so wie sie hier auf dem Blog schon in vielen führeren Beiträgen charakterisiert worden ist. BEsonders erinnert dieser Roman an das Buch "Das Reich" von Friedrich Hielscher aus dem Jahr 1932, das hier auf dem Blog schon gründlich behandelt worden ist. Der Roman bezieht seine ganze Bedeutung, all das angeblich "Geheimnisvolle", das ihn umgibt, aus einem Wissen, das Uneingeweihten nicht zugänglich ist. Aber nur geheimnisvoll munkeln ist noch nicht eine Literatur, die auch ohne Munkeln irgendeinen Wert hätte.
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  1. Preparata, Guido Giacomo: Wer Hitler mächtig machte. Wie britisch-amerikanische Finanzeliten dem Dritten Reich den Weg bereiteten. Perseus-Verlag Basel 2010 (engl. OA.: Conjuring Hitler. How Britain and America made the Third Reich. Pluto Press, London Ann Arbor 2005)
  2. Benesch, Alexander: Der Geheimplan zur Neutralisierung von Europas Konservativen. Auf: Recentr.com, 30. Mai 2016, http://recentr.com/2016/05/30/der-geheimplan-zur-neutralisierung-von-europas-konservativen/
  3. Bading, Ingo: Wie kam Stalin in die Mitte Europas .... 
  4. Jünger, Ernst: "Auf den Marmorklippen" (1939) 
  5. Huber, Florian: "Kind, versprich mir, dass du dich erschießt". Der Untergang der kleinen Leute 1945. Berlin Verlag, Berlin 2015 (303 S.)

Montag, 24. Oktober 2016

Die deutschen Klassiker - vollzählig und kostenlos auf "Google Play Bücher"

Die größte Klassiker-Bibliothek, die jemals auf einen kleinen Nachttisch passte

Der folgende Blogartikel hat eine Ergänzung gefunden in einem zweiten, siehe: "Friedrich Hölderlin - In Originalausgaben der Jahre 1842 und 1846".
Auf einem Tablet kann man unter der "App" "Google Play Bücher" heute viele deutschen Klassiker-Ausgaben lesen, kostenlos und unglaublich praktisch. Auch Klassiker-Ausgaben, für die man sehr ausgewählte Bibliotheken aufsuchen müsste, um sie im Original lesen zu können, und die, wenn sie überhaupt nachgedruckt worden sind, sicher im Buchhandel nur für einen sehr teuren Preis zu erwerben wären. Ausserdem zerfällt das Papier dieser Originalausgaben, so dass es sowieso nicht gut ist, wenn diese von zu vielen Menschen in die Hand genommen werden. Das i-Tüpfelchen dabei ist: Man kann sie auch noch in der schönen Frakturschrift der Originalausgaben lesen. Alles Umstände genug, die zeigen, dass das Wissen um sie wert wäre, weitere Verbreitung zu finden als bislang geschehen ....

Abb. 1: Ein Tablet ersetzt Bücher überraschend gut
Die Ausgaben vieler deutscher klassischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. In den Auflagen der damaligen Zeit. Und natürlich nicht nur die deutsche Literatur, sondern die Weltliteratur insgesamt. Um einige erste Beispiele zu geben: Die Hölderlin-Gesamtausgabe von Christoph Theodor Schwab aus dem Jahr 1846 - wer hatte diese schon jemals in der Hand? Und jetzt ist sie nur wenige Tabletklicks entfernt! Jeder, der sich mit Hölderlin schon einmal etwas gründlicher beschäftigt hat, weiß, welche Bedeutung diese frühe Gesamtausgabe drei Jahre nach dem Tod Hölderlins hatte. Und sie liest sich so frisch. Auf Abb. 1 eine Seite der Dichtung "Tod des Empedokles" aus dieser Ausgabe. Man sieht: sehr lesenswert! Auch leicht zu lesen. Auch die Briefe von Susette Gontard an Hölderlin finden sich in einer kostenlosen Ausgabe.

Sodann Bücher von Peter Rossegger (1843-1918) (Wiki). Etwa das erste - schöne - Kapitel seines Buches "Wanderleben", ein Buch, das noch nicht einmal jeder schon mit Rosegger vertraute Leser kennen wird. Rosegger hat 1870 mit 27 Jahren, drei Jahre vor seiner ersten Ehe, eine Reise über Prag, Berlin, Stettin, Swinemünde und Usedom nach Rügen gemacht, um dort einen Gedenkstein für Ernst Moritz Arndt zu besuchen. Nachts fuhr er auf der Postkutsche von Swinemünde über Usedom nach Anklam und in seiner Postkutsche saß - eine tote Frau. Seine Förderer haben ihm diese Reise bezahlt. Von Rügen fuhr er weiter nach Hamburg und Amsterdam - weil er Deutschland und ein wenig von der Welt kennen lernen wollte. Und er erzählt sehr anmutige Geschichten von dieser Reise. Damals stand noch der Riss des Jahres 1866 zwischen Österreich und Preußen und Rosegger litt sehr unter diesem.

Oder auch "Die Schriften des Waldschulmeisters", dieser Roman entfaltet das Panorama eines Lebens. Ein ganz großer Roman. Es war dies, so stellt man zu seinem Erstaunen fest, der erste große Roman von Peter Rosegger. Er erschien 1875, im selben Jahr, in dem seine erste Frau - noch in jungen Jahren - nach der Geburt des zweiten, gemeinsamen Kindes starb. Dieser Roman hat soviel Reife, ja, soviel Altersweisheit, dass man ihn kaum für das Erstlingswerk eines noch jungen Schriftstellers halten kann.

Er entrollt das ganz zurückgezogene Leben eines einst jungen Mannes aus armen Verhältnissen, dessen Eltern früh starben, und dem das Bestehen seiner Examensprüfung um einer zu großen Freimütigkeit willen versagt wird, wodurch er an hochfliegenderen beruflichen Zielen zu zweifeln beginnt, in die Armee Napoleons eintritt und in der Schlacht bei Leipzig seinen Herzensfreund tötet, der auf der anderen Seite kämpft und in seinen Armen verblutet. Völlig gebrochen und beraubt aller jugendlicher Illusionen ergreift er das Angebot eines ihm wohlgesinnten adligen Förderers und wird Schulmeister in einer wilden, entlegenen, völlig zurückgebliebenen Gegend in den Alpen.

Von seinem Jahrzehnte langen, im Grunde einsamen Wirken dort handelt der Roman. Es ist ein Wirken voller Armut und Entsagung, Verzicht auf Glück und Familienleben. Das Alter kommt - und seine Jugendliebe kommt auf Besuch mit ihren Kindern in die entlegenen Wälder. An diesem Punkt, fast ganz gegen Ende wächst der Roman zu seiner ganzen Größe und Herbheit auf. Und man legt das Buch mehrmals erschüttert beiseite.

Wie konnte Rosegger schon in so jungen Jahren sich in das Schicksal eines alternden Menschenlebens hinein versetzen, dem zeitlebens die Erfüllung der höchsten Ziele und Wünsche eines - dem Geistigen hingekehrten - Lebens versagt geblieben sind?

Mancher Leser mag sich in diesem Roman wiederfinden. Ist nicht so manches Menschenleben das Leben eines solchen Waldschullehrers? An diesem Roman ist nichts Romantisches, nichts Süssliches. Es ist alles wahr und echt und erlebt. Rosegger ist wirklich ein großer Schriftsteller. Der Roman kann auf Google Play Bücher kostenlos in einer frühen Auflage gelesen werden.

Friedrich Schiller: viele Gesamt- und Einzelausgaben finden sich. Leopold von Ranke, Theodor Fontane. Was das Herz begehrt. Oft, so muss aber auch gesagt werden, sind nur die seltener aufgelegten (Früh-)Werke kostenlos aufrufbar, aber vielleicht auch gerade deshalb oft Werke, die man noch gar nicht so gut kennt.

Jedenfalls genügen schon diese wenigen Stichproben, um einem klar zu machen, dass hier eine völlig neue Lese- und Suchwelt eröffnet ist. Es ist wie mit dem derzeit schon so reichhaltigen Angebot klassischer Musik auf Youtube, das ganze Musikbibliotheken ersetzt. Noch 2013 hieß es in einem Artikel über "Google Play Books" (bei "Androit User"):
Auf den ersten Blick scheint es nur wenige kostenlose Bücher zu geben. Eine Handvoll Klassiker sind gratis zu haben.
Abb. 2: Lesen in Dresden, September 1945
Fotograf: Richard Peter, sen. (Deutsche Fotothek)
Das war also 2013, von einer Handvoll kann heute jedenfalls nicht mehr die Rede sein. Was damals weiter geschrieben wurde, gilt aber auch heute noch:
... Es gibt aber in der App keine Kategorie, die auf die Gratis-Bücher verweist. Doch gibt man als Suchbegriff "Kostenlose Bücher" ein, erhält man eine umfangreiche Liste. Anders ist es, wenn der Google Playstore über einen Browser besucht wird. Dann finden sich alle Titel unter einer eigenen Rubrik wieder. Englisch- und deutschsprachige Titel sind bunt gemischt. Auch "Don Quichote" auf spanisch gibt es. Die meisten Titel sind dabei eingescannte Versionen von frei verfügbaren Werken. Oft sind jedoch auch Originalscan und Textversion vorhanden, wie beispielsweise bei den Nibelungen. Interessant ist es sicher, einen Blick auf Grimm´s Kinder- und Hausmärchen zu werfen.
Kein Wunder jedenfalls, dass einem bei solchen Möglichkeiten derzeit auf Google Play Bücher zuerst nur zum größten Teil die seichteste Literatur bis hin zu Schundliteratur angeboten wird. Aber gräbt man nur ein wenig tiefer - ist man sofort reich beschenkt. Und sicher gibt es bald auch weitere Apps, auf denen man auch noch andere schöne Literatur wird finden können, auch des 20. Jahrhunderts, die man jetzt noch nicht auf Google Play Bücher findet. Vielleicht gibt es sie schon, nur der Autor dieser Zeilen weiß noch nichts davon.

Alles Gute muss sich heutzutage "einschleichen" in das Volk. Wehende Fahnen werden ihm in den "Qualitätsmedien" nicht vorangetragen. Sollte einem nicht auch das zu denken geben?

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Anmerkung: Die Bezeichnung "Tablet" wird - nicht besonders gelungen - eingedeutscht mit "Flachrechner" (s. Wiki.) Wir brauchen wohl einen neuen Ernst Ludwig Jahn, der uns die vielen neuen Fremdwörter gelungener eindeutscht. Für so eine schöne Erfindung muss sich doch ein schönes deutsches Wort finden lassen!

Freitag, 14. Oktober 2016

Thomas Pynchon, Satanismus und der ganze Rest - Ein paar Leseeindrücke

"Kontrollierte Inszenierung des Holocaust" 
- Von Seiten jener, die bereit waren, "Hitler auf der Basis einer Demian-Metaphysik zu akzeptieren" ...

Wenn man ein Buch schreibt über Hitlers Verhältnis zur Astrologie (so wie der Blogautor vor 3 Jahren), macht man immer wieder seltsame Entdeckungen. Da wird man etwa von einem Blogleser auf das folgende Zitat in dem Tagebuch von Joseph Goebbels aus dem August 1930 hingewiesen:
Spät noch zu Wieds. Ein Astrologe Pluto ist da. Lügt aus den Sternen genau das, was wir aus der Realität glauben voraussagen zu können. Anni ist sehr skeptisch. Ich bin sehr erstaunt. Um 3h heim.
Sucht man dann herum, wer dieser "Astrologe Pluto" gewesen sein könnte, wird nach langer Sucherei klar: Es kann sich eigentlich nur um den in damaligen deutschen Astrologen-Kreisen recht angesehenen Astrologen Fritz Brunnhübner (1894-1965) handeln. Also geht die Sucherei weiter. Findet man irgendwelche Hinweise über Kontakte zwischen Hitler und Brunnhübner? Bis zum vorläufigen Ende der Recherchen im Jahr 2014 konnten von Seiten des Autors keine direkten gefunden werden. Aber das muss ja nicht besonders viel heißen.

Abb.: Thomas Pynchon - "Gravity's Rainbow"
(zuerst 1973)
Was man allerdings findet, ist, dass dieser Astrologe Brunnhübner erwähnt wird in dem Hauptwerk eines bekannten amerikanischen Gegenwarts-Schriftstellers (Schriftsteller der Postmoderne). Trotz seiner "Bekanntheit" wird ihn nicht jeder gleich so ohne weiteres kennen. Es handelt sich um den Roman "Gravity's Rainbow" aus dem Jahr 1973 von einem Thomas Pynchon (geb. 1937). Der Roman wurde übersetzt ins Deutsche von Elfriede Jelinek. Titel im Deutschen: "Die Enden der Parabel". Achtung, der englische Titel heißt wörtlich übersetzt: "Der Regenbogen der Gravitation". Die Titel beziehen sich alle auf den Hauptinhalt des Romans, nämlich auf die Entwicklung der ersten Fernlenkrakete V2 in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde während des Zweiten Weltkrieges. Hitlers "Wunderwaffe" am Ende des Zweiten Weltkrieges, als er - wie seine Astrologen - auf "Wunder" hoffte.

Und in der zentralen Episode 40 dieses Romans wird nun ein leitender Mitarbeiter dieser Heeresversuchsanstalt - die Romanfigur „Franz Pökler“ - mit viel Verständnis und Sympathie als nichts geringeres als - - - ein inzestuöser Pädokrimineller dargestellt. Und dieser erinnert sich an einer Stelle an eine Unterhaltung mit seiner Frau in der Mitte der 1930er Jahre. Und da hat diese Frau ihm gesagt1 (Hervorh. nicht im Original):
Der neue Planet Pluto,” so hatte sie ihm vor langer Zeit durch muffiges Dunkel zugeflüstert, ihre langgezogene Asta Nielsen-Oberlippe doppelt konvex in jener Nacht wie auch der Mond, der sie regierte, „Pluto steht jetzt in meinem Zeichen, gefangen zwischen seinen Klauen. Er bewegt sich langsam, so langsam und so fern … aber er wird ausbrechen. Er ist der grimmige Phönix, der sich sein Brandopfer selbst erschafft … eine vorsätzliche Auferstehung, inszeniert, unter Kontrolle. Ohne Gnade, ohne einen Eingriff Gottes.2 Manche nennen ihn den Planeten des Nationalsozialismus, Brunhübner und diese Bande, die sich jetzt alle bei Hitler lieb Kind machen wollen. Sie wissen gar nicht, dass sie die buchstäbliche Wahrheit sagen … Bist du wach? Franz ...“
(Original:) „The new planet Pluto,” she had whispered long ago, lying in the smelly dark, her long Asta Nielsen upper lip gibbous that night as the moon that ruled her, „Pluto is in my sign now, held tight in its claws. It moves slowly, so slowly, and so far away … but it will burst out. It is the grim phoenix which creates its own holocaust … deliberate resurrection. Staged. Under control. No grace, no interventions by God. Some are calling it the planet of National Socialism, Brunhubner and that crowd, all trying to suck up to Hitler now. They don't know they are telling the literal truth … Are you awake? Franz ...”
Am Ende des Romans steht ein rituelles Menschenopfer. Pynchon schreibt hier also von der „wohldurchdachten“, „kontrollierten“ „Inszenierung“ des Holocaust unter dem Zeichen des Pluto. Bei einem solchen Geraune und bei vielen anderen Inhalten seiner Romane erscheint es nicht mehr ausgeschlossen, dass Thomas Pynchon aus selbst erlebten Erfahrungen in satanistischen Logen und aus dem in ihnen vorliegenden Wissen heraus schreibt. Sprich: Er scheint aus einer Loge selbst heraus zum Beispiel über die Tatsache nachgedacht zu haben, dass und warum die Wallstreet und die amerikanische Industrie Hitler finanziert und groß gemacht haben. Auf solche Gedankengänge deutet ja auch, dass sein Werk von „merkwürdigen Kopplungen zwischen Tätern und Opfern“ handelt. Aber so weit sind Schriftsteller bis heute selten gegangen. Nämlich von einer „kontrollierten Inszenierung des Holocaust“ zu sprechen. Ein Satz, den Übersetzerin Elfriede Jelinek wohl mehr oder weniger „bewusst“ mit weniger deutlicher Begrifflichkeit übersetzt hat.

Man muss nur wenige entscheidendere Zitate des amerikanischen Schriftstellers Thomas Pynchon (geb. 1937) gelesen haben und nur einen oberflächlichen Eindruck von einem seiner schwer lesbaren unlesbaren Romane bekommen haben - wie "Gravity's Rainbow" ("Die Enden der Parabel") -, um recht bald die sehr instinktsicheren Ahnung zu kommen, dass Thomas Pynchon ein eingeweihter Satanist und Freimaurer ist, der als solcher viele Kenntnisse hat sammeln können über die Hintergrundpolitik des 20. Jahrhunderts, insbesondere rund um das Dritte Reich. Und der in satanistischen Logen so ziemlich jede kriminelle Praktik sexueller Gewalt kennengelernt hat, die man dort kennen lernen kann. Immer wieder glaubt er in seinen Romanen zum Beispiel Pädokriminalität darstellen zu müssen und vieles vergleichbare mehr.

Die ganze Bande der Freimaurer-Schriftsteller

Irgendwie erinnert er an Marcel Dzama (geb. 1974) (1), der ebenfalls selbst das als Kind erlebt haben könnte, was er als Erwachsener mit einem anprangernden, infrage stellenden Unterton verherrlicht. Man möchte sich, um das gründlicher zu belegen, gar nicht zu sehr vertiefen in die deutende "Pynchon-Industrie" (2, 3), die wieder einmal den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen scheint. (Ähnlich wie bei dem Satanisten Hermann Hesse, der hier auf dem Blog ja schon gründlicher untersucht worden ist.)

Aber freuen würde man sich doch, einmal alle "sehenden", aussagekräftigen, wahrheitsgetränkten Pynchon-Zitate zur Hintergrundpolitik unserer Zeit konzentrierter zusammen gefasst zu sehen. So schreibt er in seinem Hauptwerk „Gravity's Rainbow“ von 1973 über einen missglückten Flugversuch der V2 in Peenemünde (4, 5) (Hervorh. n. i. Original):
Anfangs ging der größte Teil der Gelder und der Energie in die Entwicklung eines Triebwerks. Die erste Aufgabe hieß einfach, etwas in die Luft zu kriegen, ohne dass es dabei explodierte. Es kam zu kleineren Unglücksfällen (...). Die Explosion zerstörte den Prüfstand und tötete Dr. Wahmke und zwei seiner Mitarbeiter. Erstes Blut, erste Opfer. Kurt Mondaugen nahm es als ein Zeichen. Einer jener deutschen Mystiker, die mit Hermann Hesse, Stefan George und Richard Wilhelm groß geworden waren, bereit, Hitler auf der Basis einer Demian-Metaphysik zu akzeptieren ...
The blast demolished the test stand, killing Dr. Wahmke and two others. First blood, first sacrifice. Kurt Mondaugen took it as a sign. One of these German mystics who grew up reading Hesse, Stefan George and Richard Wilhelm, ready to accept Hitler on the basis of Demian–metaphysics ...
Allein diesen letzten Teilsatz lasse man sich einmal auf der Zunge zergehen. Kurt Mondaugen wird für Wernher von Braun stehen, der ja tatsächlich esoterische Neigungen gehabt zu haben scheint (ein Zitat von ihm über Wiedergeburt steht gleich am Anfang des Romans). Und wenn die eigene Waffe die eigenen Leute tötet, ist das natürlich sehr passend ein Zeichen für - - - "Demian-Metaphysik". Man möchte meinen, dass Hermann Hesse selbst so dem Nationalsozialismus gegenüber gestanden haben könnte. Und natürlich viele andere auf dieser Linie.

Zu den Freunden des genannten, die chinesische Kultur bewundernden Sinologen Richard Wilhelm (1873-1930) gehörten laut Wikipedia Albert Schweitzer, Hermann Hesse, Martin Buber, Carl Gustav Jung, Hermann Graf Keyserling, Hans-Hasso von Veltheim-Ostrau und der indische Philosoph Tagore. Also einmal erneut "die ganze Sippe" beisammen, "the whole crowd" wie Thomas Pynchon sagen würde, der sich ihr irgendwie auch zugehörig fühlen wird.

(verfasst: 29.4.2014, veröffentlicht jetzt, 2 1/2 Jahre später)


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1Pynchon, Thomas: Die Enden der Parabel. Roman. Aus dem Amerikan. Übers. v. E. Jelinek und T. Piltz. Rowohl, Reinbek b. Hamburg 1991, S. 649f

2Wohl noch etwas genauer und treffender übersetzt: „... Aber er wird explodieren. Er ist der grauenvolle Phönix, der seinen eigenen Holocaust erschafft …. eine wohldurchdachte Wiederauferstehung. Inszeniert. Unter Kontrolle.“

  1. Bading, Ingo: Freimaurer-Kunst. Ein neuer Fall von freimaurerischem Satanismus im Kulturleben? Auf: GA-j!, 6. Mai 2012
  2. Hummel, Volker: Global Player im 18. Jahrhundert. Über Thomas Pynchons "Mason & Dixon". Auf: Telepolis/Heise, 20.09.1999
  3. Bernhard Siegert, Markus Krajewski (Hg.): Thomas Pynchon: Archiv - Verschwörung - Geschichte. VDG, Weimar, 2003 
  4. Pynchon, Thomas: Die Enden der Parabel. Roman. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Elfriede Jelinek und Thomas Piltz. Rowohl, Reinbek b. Hamburg 1991, S. 630
  5. zit. auch bei Sell, Otto: Die sauberen Schweine. Eine akkumulative Lektüre zu Thomas Pynchons "Gravity’s Rainbow" (Die Enden der Parabel, 1973). Auf: http://www.ottosell.de/pynchon/gr40.htm
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